3. November 2008
Von Elke Imle
Unsere Wirbelsäule ermöglicht den aufrechten Gang. Wenn jeder Schritt weh tut, kann etwas mit der Wirbelsäule nicht in Ordnung sein - es kann sich um einen Bandscheibenvorfall handeln.
Das erste, was dagegen unternommen wird, ist "nichts", d.h. der Patient muss im Bett bleiben und den Körper ruhig halten. Manchmal muss für die Ruhighaltung auch eine Halskrause getragen werden. Es ist selten, dass der Bandscheibenvorfall operiert wird, weil die Ruhigstellung im Normalfall die Schmerzen tilgt. Die Bandscheiben-Operation wird z.B. in akuten Fällen (wenn Lähmungen eintreten) durchgeführt, wenn sich die Schmerzen durch die konservative Therapie nicht lindern ließen.
Vor einer Bandscheiben-OP wird ein Röntgenbild der Wirbelsäule aufgenommen, um die genaue Position der problematischen Stelle heraus zu finden. Ziel der OP ist es, die Teile aus der Bandscheibe zu entfernen, die zu Schmerzreaktionen der Nerven in der Wirbelsäule führen.
Problem gefunden – dann wird über dieser Stelle die Wirbelsäule eingeschnitten und sich bis zur Bandscheibe vor getastet. Dies alles geschieht natürlich unter Vollnarkose, wenn der Patient auf dem Bauch liegt.
Die Gewebeanteile der Bandscheibe, die hervorstehen und daher die Schmerzen verursachen, werden entfernt. Meist werden noch einige weitere Gewebeteile vorsorglich entfernt, um Schmerzen vorzubeugen. Die Operation kann aber nicht als Garantie für keinen neuen Bandscheibenvorfall dienen.
Um die Wundflüssigkeit, die während und nach der Operation ausfließt, nicht im Körper zu belassen (dadurch werden Blutergüsse verhindert), wird ein Drainageschlauch gelegt, der am nächsten Tag gezogen wird. Der Schlauch wird nur bei der beschriebenen offenen OP benötigt. Wird nur ein Wirkstoff durch eine Spritze injiziert, der das schmerzende Gewebe entfernt, ist auch der Drainageschlauch nicht notwendig.
Nach dem Eingriff sollte der Operierte drehende Bewegungen vermeiden. Die normale Belastungsfähigkeit ist nach spätestens einem Vierteljahr wieder hergestellt.
Gerade bei offenen Operationen können Komplikationen auftreten. Nerven- und Rückenmarksschädigungen, die zu Taubheitsgefühlen führen können, sind keine Ausnahme. In seltenen Fällen kann es zu Kopfschmerzen und allergischen Reaktionen auf das Schweregas auftreten.
Bei 75% der Operierten verläuft die Operation so, dass ihre Rücken dauerhaft schmerzfrei sind. Versprochen werden kann wie bei jeder OP nichts, aber der Normalfall ist zumindest die Schmerzlinderung, wenn nicht die völlige Schmerzfreiheit.
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