8. September 2008
Von Tanja Tasci
Großflächige Hautveränderungen treten oft plötzlich auf und häufig tappen Betroffene im Dunklen bei der Ursachenerforschung. Ursache für eine plötzliche Hautveränderung ist häufig ein Hautreaktion auf Medikamente. Mediziner bezeichnen diese Hautreaktion als Arzneimittelexanthem.
Auslöser eines Arzneimittelexanthem ist häufig eine allergische Reaktion auf einen in einem Arzneimittel beinhalteten Stoff. Wie bei jeder anderen Allergie bildet der Körper Antikörper und das Immunsystem kämpft gegen den Stoff an. Eine mögliche Reaktion sind Hautreaktionen. Das Arzneimittelexanthem kann durch direkten Hautkontakt mit Salben, Puder, Cremes und Lotionen auftreten, aber auch durch die orale Aufnahme von Tabletten, Arzneisäften und Tropfen. Häufig sehen Betroffene keinen Zusammenhang von Hautveränderung und Medikamentenanwendungen und leiden häufig lange unter den Hautreaktionen bevor der Zusammenhang erkannt wird und die Medikamentenunverträglichkeit festgestellt werden kann.
Da die allergische Reaktion hier unabhängig von der Menge das verabreichten Medikaments auftritt hilft nur ein Absetzen des allergieauslösenden Stoffes und keine Reduktion. Die Ursachen die zu einem Arzneimittelexanthem führen sind kaum bekannt, doch ist klar, dass Eltern die Veranlagung an ihre Kinder weitergeben und so sollten auch Hautveränderungen bei Kindern große Beachtung finden. Ist erst einmal der Zusammenhang zwischen Hautveränderung und Medikament hergestellt, wird die Diagnose durch Bluttests und Allergietests abgesichert und so kann auch der Stoff festgelegt werden der für das Auftreten des Arzneimittelexanthems verantwortlich ist. Bei Patienten die nur ein Medikament eingenommen haben vor Auftreten des Arzneimittelexanthems ist es relativ einfach den allergieauslösenden Stoff herauszufinden. Bei älteren Patienten die oft mehrere Medikamente zur gleichen Zeit einnehmen wird das herausfiltern des verantwortlichen Stoffes eher schwierig, da es auch zu Kreuzallergien kommen kann, wenn verschiedene Medikamente aufeinander kommen.
Eigentlich scheint die Therapie sehr einfach, denn ein Absetzen des verantwortlichen Medikaments ist die Lösung des Problems. Gegen die allergische Reaktion kann zusätzlich ein Medikament mit hemmender Wirkung eingenommen werden. Doch nicht immer ist es so einfach, da nicht immer gefahrlos das allergieauslösende Medikament abgesetzt werden kann. Wenn Patienten auf das allergieauslösende Medikament angewiesen sind, dann bleibt häufig nur das behandeln der Nebenwirkungen. Diese Fälle kommen zum Beispiel bei Diabetikern vor, die auf Insulin mit einem Arzneimittelexanthem reagieren und das Absetzen des Insulins lebensbedrohlich wäre. So muss der ein oder andere Patient mit der allergischen Reaktion leben und es kann nur mit zusätzlichen Medikamenten gegen die Auswirkungen der Allergie vorgegangen werden.
Vorbeugung ist grundsätzliche in bewusster Umgang mit Medikamenten. Je weniger Medikamente eingenommen werden umso geringer ist die Gefahr, dass ein Arzneimittelexanthem auftritt. Wichtig ist, dass die Verordnung von Medikamenten immer kritisch hinterfragt wird und gerade Langzeitmedikationen nur im Notfall durchgeführt werden. Grundsätzlich sollten neue Medikamente nur mit größter Vorsicht eingenommen werden und auf Nebenwirkungen sollte sofort reagiert werden und ein Arzt aufgesucht werden. Auch Hautveränderungen sollten sofort hinterfragt werden und Patienten sollten auf eine Begutachtung der Hautveränderung durch den Arzt bestehen, da es sich schon bei geringen Anzeichen ein Arzneimittelexanthem abzeichnen kann.
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