Alzheimer - Ursachen, Symptome und Behandlung

Alzheimer bzw. Morbus Alzheimer stellt die am häufigsten auftretende Demenzform dar. Sie geht mit einem allmählichen Schwinden der geistigen Fähigkeiten einher. Welche Faktoren die Alzheimer-Erkrankung auslösen, ist nicht eindeutig bekannt. Der Verlauf der Erkrankung ist jedoch bei allen Betroffenen ähnlich. Informieren Sie sich über Ursachen, Symptome und Behandlung von Alzheimer.

Die Entstehung von Alzheimer und wie man die Krankheit erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Bei der Alzheimer-Krankheit, auch Morbus Alzheimer genannt, handelt es sich um die am häufigsten vorkommende Demenzform. Menschen, die an Alzheimer leiden, verlieren allmählich ihre geistigen Fähigkeiten. Dadurch werden sie orientierungslos und können ihr Handeln nicht mehr kontrollieren.

So kommt es im Alltagsleben zu immer größeren Einschränkungen. Darüber hinaus geht die Krankheit mit deutlichen Veränderungen der Persönlichkeit einher.

Alzheimer in Zahlen

Morbus Alzheimer gilt als Alterserkrankung. Mit zunehmendem Lebensalter steigt auch die Häufigkeit der Krankheit. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, da ihre durchschnittliche Lebenserwartung höher ist. Dadurch, dass die Lebenserwartung der Menschen generell zunimmt, treten auch immer mehr Alzheimer-Fälle auf.

In Deutschland gibt es derzeit etwa 700.000 Alzheimer-Fälle; weltweit sind es rund 29 Millionen Patienten. Wissenschaftler befürchten, dass diese Anzahl in den kommenden Jahrzehnten noch erheblich ansteigen wird.

Typisch für Morbus Alzheimer ist, dass es sich schleichend entwickelt und nur langsam voranschreitet. Allerdings läuft die Krankheit individuell verschieden ab.

Benannt wurde die Alzheimer-Krankheit nach dem deutschen Psychiater Alois Alzheimer (1864-1915). Dieser beschrieb die Demenzerkrankung erstmals im Jahre 1901. 1910 benannte dann der Psychiater Emil Kraeplin (1856-1926) die Alzheimer-Krankheit offiziell nach Alois Alzheimer.

Ursachen

Die genaue Ursache für den Ausbruch der Alzheimer-Krankheit ist nicht genau geklärt. Möglicherweise wird die Erkrankung vererbt. So wurde bei 5-10 Prozent aller Alzheimer-Patienten eine familiäre Häufung festgestellt.

Aus statistischer Sicht ist also die Gefahr, selbst an Morbus Alzheimer zu erkranken, höher, wenn die Erkrankung bei einem Verwandten 1. Grades auftritt, als wenn keine familiäre Belastung besteht. Individuelle Vorhersagen lassen sich jedoch nicht machen.

Im Verdacht stehende Gene

Als Ursache für die Vererbung von Alzheimer werden Mutationen

  • des Gens Präsenilin-1 (PS-1) auf Chromosom 14
  • des Gens Präsenilin-2 (PS-2) auf Chromosom 1 oder
  • des Gens Amyloid-Precursor-Protein (APP) auf Chromosom 21

verantwortlich gemacht. Auch das Apolipoprotein E (ApoE), das am Transport von Cholesterin beteiligt ist, scheint dabei eine Rolle zu spielen.

Risikofaktoren

Als Risikofaktoren für eine Alzheimer-Erkrankung gelten zudem das Down-Syndrom, bei dem das Erbmaterial des Chromosoms 21 dreifach vorliegt, sowie eine Mutation des SORL-1-Gens.

Meist tritt die Erkrankung erst im höheren Lebensalter auf, so dass das Alter des Menschen ein Risiko für die Erkrankung ist. Ein weiteres Risiko für die Erkrankung an Alzheimer ist ein Schädel-Hirn-Trauma in früheren Jahren.

Die Wissenschaftler sind sich noch nicht einig darüber, ob die Ernährung Einfluss auf die Entstehung einer Demenz hat. Viele Alzheimer-Patienten waren bzw. sind jedoch Raucher und haben regelmäßig Alkohol konsumiert, so dass diese beiden Faktoren möglicherweise einen Einfluss haben.

Ferner leiden viele Alzheimer-Patienten an der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus oder an Bluthochdruck, so dass Ärzte davon ausgehen, dass diese Erkrankungen ebenso ein Risiko für eine spätere Demenz sein könnten. Weitere mögliche Risikofaktoren sind starkes Übergewicht sowie Fehlfunktionen der Schilddrüse.

Mögliche Gründe für das Absterben von Nervenzellen

Dass Alzheimer-Patienten im Verlauf der Krankheit allmählich ihre geistigen Fähigkeiten und ihren Orientierungssinn verlieren, ist auf das Absterben von Nervenzellen im Gehirn zurückzuführen. Auch die Persönlichkeit der Patienten verändert sich deswegen.

Allerdings konnte bislang noch nicht herausgefunden werden, aus welchem Grund die Nervenzellen absterben. Als mögliche Ursache wird die Entstehung von krankhaften Eiweißablagerungen, die man als Plaques bezeichnet, angenommen. Neuere Studien deuten auf Bewegungen der krankhaften Ablagerungen zwischen den Zellen an den Nervenbahnen entlang hin.

Zu den typischen Merkmalen von Alzheimer gehören auch Veränderungen der Gehirnneurotransmitter. Dabei handelt es sich um wichtige Botenstoffe. So wird angenommen, dass Konzentrations- und Gedächtnisstörungen durch einen Mangel an dem Botenstoff Acetylcholin entstehen.

Aluminium als Auslöser von Alzheimer entlarvt

Bereits in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es den Verdacht, dass Aluminium der Verursacher oder Auslöser für Alzheimer sein könnte. Doch im weiteren Verlauf der Forschungen wurde ein kausaler Zusammenhang wieder verneint. Nun jedoch gibt es neue Forschungen zum Thema, die zu denken geben.

Eine Forschungsgruppe der katholischen Universität in Rom hat ein Speichereiweiß des menschlichen Körpers erforscht, welches Eisen und andere Metalle an sich binden und so ins Gehirn einschleusen kann. Es handelt sich um das Ferritinmolekül; dieses ist als Eisenspeicher im menschlichen Körper bekannt. Ferritin kann die Bluthirnschranke überwinden und so ins Gehirn gelangen.

Wirkung von Ferritin

In einer Studie an verstorbenen Alzheimerpatienten und einer gesunden Kontrollgruppe wurde nachgewiesen, dass die Ferritinmoleküle der an Alzheimer Erkrankten mit bis zu 7-fach mehr Aluminium gefüllt waren, als die von gesunden Menschen. Dabei sahen die italienischen Forscher das Ferritin wie ein trojanisches Pferd.

Bepackt mit seiner Aluminiumfracht überwindet es die Bluthirnschranke und lagert das Aluminium direkt an die Nervenzellen im Gehirn an. Dort führen die Aluminiumatome dann zum Absterben der Zellen.

Vor allem aluminiumhaltige Magenmittel im Verdacht

Wer über längere Zeit säurebindende Magenmittel zu sich nimmt, gehört also zur Risikogruppe, um an Alzheimer zu erkranken. Trotz der langen Vorgeschichte dieser Forschungen wird nicht genügend über dieses Risiko berichtet. Alle gängigen Magenmittel dieser Art enthalten nach wie vor Aluminium, wobei davon außerdem die meisten nicht rezeptpflichtig sind.

Frei verkäuflich erhalten Sie die behandlungsrelevanten Magenmittel in Ihrer Apotheke. In den Beipackzetteln bekommem Sie leider keinen Hinweis auf die schädliche, toxische Wirkung dieser Mittel.

Deshalb ist die Einnahme auch weit verbreitet; eine solche Nebenwirkung wird den meist als harmlos angesehenen Mittelchen nicht zugeschrieben. Was nicht rezeptpflichtig abgegeben werden mus,s kann doch nicht so schädlich sein, meinen viele Nutzer.

Auch das Trinkwasser enthält Aluminium

Zur Filterung unseres Trinkwassers wird häufig in städtischen Kläranlagen statt teurem Eisen Aluminium zugesetzt. Auch über diesen Weg gelangt Aluminium in unseren Körper. Ohne, dass wir es bemerken, kann auch dies zu einer Überfüllung Ihrer Ferritinmoleküle führen.

Konserven und Campingtöpfe

Seit langem wird auch davor gewarnt, säurehaltige oder salzhaltige Nahrungsmittel in Aluminiumgefäßen aufzubewahren. Denn Säure und Salze können aus ihnen ebenfalls das Aluminium herauslösen und dieses kann somit in den Körper gelangen. Ob

  • Alufolie
  • Campingtöpfe oder auch
  • Konserven

- sie können dementsprechend für den Beginn von Alzheimer die Auslöser sein.

Aluminium in Impfstoffen

Zur Wirkungsverstärkung wird auch heute noch Aluminium den Impfstoffen beigefügt. So benötigt man pro Impfung weniger tatsächlichen Impfstoff - doch zu welchem Risiko?

Die weitere Forschung bleibt spannend und ist jedenfalls erneut aufmerksam geworden auf die Gefährdung durch Aluminium. Neueste Forschungsmethoden werden hier zum Tragen kommen.

Was läuft im Gehirn eines Alzheimer-Patienten ab?

Das Gehirn des Menschen setzt sich aus Milliarden von Nervenzellen, so genannten Neuronen, zusammen. Diese werden durch Nervenfasern miteinander verbunden, wodurch ein riesiges Netzwerk entsteht. Mithilfe von Botenstoffen, die man Neurotransmitter nennt, können die Neuronen miteinander kommunizieren.

Die Abgabe der Botenstoffe erfolgt an den Synapsen, den Verbindungsstellen zwischen den einzelnen Nervenzellen, in den synaptischen Spalt. Dabei binden sie sich an spezielle Rezeptoren. Handelt es sich um den passenden Botenstoff, wird von der Nervenzelle ein Signal ausgesendet, sodass eine Kommunikation stattfinden kann.

Acetylcholin und Glutamat

Von den zahlreichen Neurotransmittern im Gehirn sind für die Alzheimer-Krankheit in erster Linie die Botenstoffe Acetylcholin und Glutamat von Bedeutung. So leidet bei Morbus Alzheimer die Produktion von Acetylcholin.

Das heißt, dass immer weniger von dem wichtigen Botenstoff hergestellt wird. Infolgedessen kommt es zu Gedächtnis- und Lernstörungen.

Ebenfalls von größter Wichtigkeit ist der Neurotransmitter Glutamat, der für die Steuerung von rund 70 Prozent aller Neuronen zuständig ist. Außerdem bewirkt Glutamat den reibungslosen Ablauf von Gedächtnisvorgängen und Lernprozessen.

Besteht jedoch eine Demenzerkrankung wie Alzheimer, liegt eine permanent erhöhte Konzentration von Glutamat zwischen den Neuronen vor. Auf diese Weise besteht eine ständige Erregung der Nervenzellen.

Dies hat zur Folge, dass Lernsignale nicht richtig erkannt und weitergegeben werden können. Aufgrund der andauernden Überreizung büßt die betroffene Nervenzelle ihre Funktionstüchtigkeit ein und geht schließlich zugrunde.

Durch das vermehrte Absterben von Nervenzellen kommt es zur Abnahme der Hirnmasse, was Mediziner als Hirnatrophie bezeichnen. Bemerkbar macht sich dies durch ausgeprägte geistige Defizite. Immerhin ist es möglich, mithilfe von Medikamenten, die krankhaften Vorgänge im Gehirn zu beeinflussen, wodurch die Demenz-Symptome gebessert und der Verlauf der Krankheit verzögert werden können.

Verlauf

Die Alzheimer-Krankheit entwickelt sich langsam und stetig im Laufe von einigen Jahren. Erfolgt eine gute medikamentöse Therapie, kann sich der Krankheitsverlauf auch auf Jahrzehnte erstrecken.

Während die Betroffenen anfangs nur leichte Einschränkungen im alltäglichen Leben haben, können sie sich in Phase zwei nur noch schlecht orientieren. In dieser Phase verliert der Betroffene auch die Kontrolle über seine Körperausscheidungen und wird meist inkontinent.

Ab dieser Phase brauchen die Betroffenen eine Betreuung, da sie den Alltag alleine nicht mehr meistern können. In der letzten Phase der Alzheimer-Erkrankung ist der Betroffene komplett pflegebedürftig und erkennt nicht einmal mehr die engsten Angehörigen. Der Betroffene kann sich weder an weit zurückliegende Dinge noch an Dinge aus der Gegenwart erinnern.

Symptome

Alzheimer verläuft in drei Stadien, welche jeweils unterschiedlich ausgeprägte Symptome aufweisen:

  • leichte Demenz
  • mittelgradige Demenz und
  • schwere Demenz

Leichte Demenz

Anfangs äußert sich die Demenz, wie der Arzt die Alzheimer-Krankheit auch nennt, durch die Tatsache, dass sich die Betroffenen neue Dinge nicht mehr merken können. Dies liegt daran, das in dieser Phase das Kurzzeitgedächtnis nicht oder nur noch unzureichend funktioniert.

Betroffene wissen zum Beispiel nicht mehr, dass sie einen Topf auf der eingeschalteten Herdplatte haben, weil sie das Mittagessen kochen wollten. In dieser Phase ist es oft noch schwierig, die Demenz von einer normalen altersbedingten Vergesslichkeit zu unterscheiden.

Von der Alzheimer Society of Canada wurde eine Liste mit bestimmten Warnsignalen aufgestellt. Als typische Alzheimer-Symptome gelten demnach

  • Kurzzeitgedächtnisstörungen
  • Wortfindungsstörungen oder
  • das Durcheinanderbringen von Worten und
  • Einschränkungen der Entscheidungsfähigkeit.

Außerdem tun sich die Betroffenen schwer mit abstraktem Denken und haben Probleme damit, gewohnte alltägliche Tätigkeiten auszuführen. Häufig werden Gegenstände verlegt, die sich dann an völlig unangemessenen Orten wiederfinden.

Auch Stimmung und Verhalten der Patienten unterliegen starken Schwankungen, ohne dass ein konkreter Anlass dazu vorliegt. Außerdem kommt es zu Veränderungen der Persönlichkeit. So reagieren die Betroffenen oft sehr ängstlich, misstrauisch oder zerstreut.

Mittelgradige Demenz

Der Unterschied zwischen einer altersbedingten Vergesslichkeit und einer beginnenden Alzheimer-Erkrankung ist beispielsweise, dass sich ein älterer Mensch sehr wohl an den Topf auf der Herdplatte erinnern kann, wenn man ihn fragt, was er damit machen wollte. Der Alzheimer-Kranke weiß jedoch nicht mehr, dass er Essen kochen wollte.

Mit der Zeit fällt es den Betroffenen auch schwer, sich an bestimmte Worte zu erinnern oder es werden eigentlich vertraute Worte verwechselt. Betroffene vergessen völlig alltägliche Dinge, wie zum Beispiel das Anziehen.

Alzheimer-Patienten haben von einem Tag auf den anderen vergessen, wie man den Reißverschluss des Anoraks schließt. Auch die Orientierung fällt den Betroffenen plötzlich schwer.

In dieser Phase bleibt der Patient jedoch noch "er selbst". Für die Umwelt ist die Erkrankung in dieser Phase oft noch nicht sichtbar. Häufig kommt es auch zu Gewichtsverlust und Bettlägerigkeit.

Schwere Demenz

In der letzten Phase der Erkrankung erkennt der Betroffene nicht einmal mehr die Ehefrau oder die Kinder. Die meisten Patienten werden zu Pflegefällen und können nur noch im Bett liegen, da sie auch vergessen, wie die Bewegungsabläufe funktionieren.

Betroffene werden harn- und stuhlinkontinent, da sie auch diese Funktionen verlernen. Auch das Schlucken von Mahlzeiten bzw. das Kauen fällt mir der Zeit immer schwerer, bis auch das verlernt wird. Schließlich schreitet die Alzheimer-Krankheit immer weiter voran, bis sie bei den geschwächten Patienten zum Tod durch Herzinfarkt oder Lungenentzündung führt.

Diagnose

Für den Fall, dass der Verdacht auf eine Demenzerkrankung wie Alzheimer besteht, ist es ratsam, zunächst den Hausarzt zu konsultieren. In zahlreichen Großstädten können auch spezielle Memory-Kliniken aufgesucht werden, die sich auf Demenzerkrankungen spezialisiert haben. Dort führen Neurologen weitergehende Untersuchungen durch.

In den meisten Fällen wird die Alzheimer-Krankheit erst im mittelgradigen Stadium festgestellt. Werden einem Arzt diese Symptome geschildert, tippt er meist rasch auf eine Demenz.

Andere Erkrankungen ausschließen

Zu Beginn der Untersuchung muss der Arzt zunächst mögliche andere Erkrankungen ausschließen. So können Symptome wie Vergesslichkeit oder geistige Isolation auch von Krankheiten wie

hervorgerufen werden.

Durchgeführte Untersuchungen

Zur Untersuchung gehört eine sorgfältige Anamnese (Krankengeschichte) des Patienten, in die auch dessen Familie einbezogen wird. Für die gesicherte Diagnosestellung gibt es auch spezielle Tests, die das Denk- und Merkvermögen des Patienten beurteilen lassen.

Dabei werden dessen

  • Gedächtnis
  • logisches Denken
  • Aufmerksamkeit sowie
  • räumliche und zeitliche Orientierung

getestet. In den meisten Fällen erfolgt ergänzend eine psychologische Untersuchung.

Zusätzlich wird meist eine Computertomografie oder Magnetresonanztomografie durchgeführt. Im fortgeschrittenen Stadium sieht man hier eine Verkleinerung des Gehirns.

Ebenfalls zur Diagnostik gehören

sowie weitere bildgebende Verfahren wie eine Echokardiographie. Während im frühen Stadium die Aufnahmen der bildgebenden Verfahren eher unauffällig sind, lässt sich die Alzheimer-Krankheit im fortgeschrittenen Stadium dagegen erkennen.

Sinnvoll können auch Untersuchungen des Hirnwassers sein. So lassen sich im Frühstadium von Morbus Alzheimer häufig bestimmte Eiweiße nachweisen.

Behandlung

Bei der Therapie der Alzheimer-Krankheit ist es von entscheidender Bedeutung, dass sie rechtzeitig erkannt wird. Heilbar ist die Krankheit jedoch in keinem Stadium. Durch die heutzutage verfügbaren Medikamente kann der Verlauf jedoch verlangsamt werden, wenn die Medikamente frühzeitig eingenommen werden.

Ebenfalls Bestandteile der Behandlung sind eine Physiotherapie, eine Sprachtherapie und eine Ergotherapie (Beschäftigungstherapie).

Der Betroffene und die Angehörigen sollten so früh wie möglich das weitere Vorgehen planen, solange der Patient noch selbst Entscheidungen treffen kann. Eine gute Möglichkeit für Alzheimer-Patienten ist der Kontakt mit anderen Menschen, zum Beispiel in einer Tagespflege.

Hier werden Gedächtnisübungen und motorische Therapien mit den Patienten durchgeführt. In dieser Zeit können Angehörige wertvolle Kraft für die anschließende Pflege sammeln.

Wirkung der Medikamente

Mithilfe von bestimmten Medikamenten, die man als Antidementiva bezeichnet, ist es möglich, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. So verbessern Acetylcholinesterase-Hemmer und Memantin Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnis und Wohlbefinden des Patienten.

Mögliche Nebenwirkungen

Während Acetylcholinesterase-Hemmer den Abbau des Botenstoffes Acetylcholin verhindern, wirkt Memantin auf den Neurotransmitter Glutamat und sorgt dafür, dass sich die Alltagsfähigkeiten der Patienten verbessern. Allerdings können die Präparate unerwünschte Nebenwirkungen wie

auslösen.

Neuartige Alzheimertherapie erfordert nur noch eine Tablette am Tag

Therapiert wird Alzheimer-Demenz in aller Regel mit einer Kombination aus Medikamenten und guter Pflege mit geistigen Anregungen, was den Fortschritt der Erkrankung eindämmen kann. Die Patienten sollen so aktiv wie möglich am Leben teilnehmen und ihren Gewohnheiten nachgehen, so lange es geht - was nicht nur ihre Lebensqualität steigert, sondern auch den Verlauf der Krankheit lindert.

Zur medikamentösen Therapie gehört die mehrfach tägliche Einnahme von Antidementiva. Während sich die Patienten im Anfangsstadium selbst noch recht zuverlässig um die Einnahme der Medikamente kümmern können, fällt diese Aufgabe im weiteren Krankheitsverlauf oft Pflegekräften zu, die teilweise wegen jeder Tablette diskutieren müssen.

Nur noch eine Tablette dank Memantine

Um die medikamentöse Therapie zu vereinfachen, wurde nun ein Medikament entwickelt, dass auch bei nur einmal täglicher Einnahme vollständig wirksam ist. Das Antidementivum Memantine wurde jetzt neu zugelassen, was die Therapie für Patienten und Pfleger sehr erleichtern kann.

Merkmale und Wirkung

Bei dem Mittel handelt es sich um einen NMDA-Rezeptor-Antagonisten, dessen Wirkung das glutamaterge System betrifft. Der störende Einfluss des Glutamats auf das zentrale Nervensystem wird blockiert, sodass Gedächtnis und Lernvorgang der Patienten auf normale Weise weiterlaufen können.

Somit wird den Betroffenen ein großes Stück an Lebensqualität zurckgegeben: sie

  • sind geistig aktiver
  • erkennen Menschen wieder
  • können ihren alltäglichen Bedürfnissen wieder besser nachgehen
  • verstehen Konversationen besser und
  • können dementsprechend auch leichter antworten.

Diese positive Wirkung erleichtert dementsprechend auch die Arbeit der Angehörigen und/oder Pfleger.

Vorbeugung

Da die Auslöser für die Erkrankung noch nicht genau bekannt sind, ist auch eine Vorbeugung nur schwer möglich. Allerdings gibt es bestimmte Risikofaktoren, die die Demenzerkrankung begünstigen können. Diesen Faktoren wie

  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • erhöhten Cholesterinwerten oder
  • Diabetes mellitus

lässt sich durchaus vorbeugen.

So wird empfohlen,

Leidet man bereits unter einer Grunderkrankung wie Diabetes oder Fehlfunktionen der Schilddrüse, ist es wichtig, diese konsequent behandeln zu lassen.

Auch geistige, körperliche und soziale Aktivitäten können zur Vorbeugung gegen Alzheimer beitragen. Hilfreich sind zum Beispiel regelmäßiges Gedächtnistraining oder das Lösen von Kreuzworträtseln.

Eine positive Wirkung schreibt man zudem der Einnahme von Vitaminen wie Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure zu.

So wird die toxische Aminosäure Homocystein von diesen Vitaminen zu ungefährlichen Substanzen abgebaut. Nachweislich vorbeugende Arzneimittel gegen Alzheimer gibt es bislang jedoch nicht.

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