11. Juli 2008
Von K. Schumann
Auf Grund seiner eigenen schweren Erkrankung entwickelte der amerikanische Arzt Dr. Howard Hay die nach ihm benannte Haysche Trennkost. Er empfiehlt dabei einen Speiseplan der zu 80% aus basischen und zu 20% aus säurebildenden Nahrungsmitteln besteht. Zudem sollten Proteine und Kohlenhydrate immer getrennt voneinander verzehrt werden.
Hay ging davon aus, dass Proteine und Kohlenhydrate ein unterschiedliches Milieu zur optimalen Verdauung benötigen. So benötigen die Enzyme die für die Kohlenhydratspaltung zuständig sind, eher ein alkalisches Milieu. Die Enzyme die für die Eiweißverdauung sorgen bevorzugen ein saures Milieu. Die Verdauung der Kohlenhydrate beginnt bereits im Mund mit dem Enzym Amylase. Laut Hay kann dieses Enzym jedoch im Magen nicht weiterwirken, da das Milieu dort sauer ist. Die Kohlenhydrate würden deshalb nahezu unverdaut in den Dünndarm gelangen und dort zu Gärung führen. Das kann sich zum Beispiel in Form von Blähungen oder Bauchschmerzen bemerkbar machen.
Doch genau in diesem Punkt lässt sich die Theorie Hays kritisieren, denn die Kohlenhydratverdauung im Mund macht nur einen kleinen Teil der gesamten Kohlenhydratverdauung aus. Auch die Bauchspeicheldrüse produziert ein Enzym was Kohlenhydrate spaltet. Dieses Enzym wird in den Dünndarm abgegeben und trägt dort zur Verdauung der Kohlenhydrate bei. Zudem ist es sehr schwer die Lebensmittel in zwei Gruppen einzuteilen, da die meisten Nahrungsmittel sowohl Proteine als auch Kohlenhydrate enthalten. Selbst die Muttermilch besteht aus Kohlenhydraten und Proteinen.
Die Haysche Trennkost ist deshalb kritisch, aber keineswegs negativ zu bewerten. Zwischen jeder Mahlzeit sollten drei bis vier Stunden Pause liegen, so dass man (wie auch von der DGE empfohlen) auf ungefähr vier Mahlzeiten pro Tag kommt. Wichtig ist zudem, dass langsam gegessen und gut gekaut wird.
Durch die überwiegend basische Kost (viel Obst und Gemüse) ist eine ausreichende Nährstoffzufuhr gesichert. Die Versorgung mit B-Vitaminen, Eisen oder Jod kann durch den gemäßigten Verzehr von Fisch und magerem Fleisch (ca. 100g/Tag) gewährleistet werden. Mit gewissen Einschränkungen ist die Haysche Trennkost als Dauerkost durchaus geeignet, vorausgesetzt natürlich man möchte oder kann diese strikte Trennung überhaupt durchhalten.
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