Welche Light-Produkte sich wirklich lohnen und welche mit Vorsicht zu genießen sind

Ist Light-Käse wirklich leichter als normaler Käse? Ist der Joghurt mit 0,1 Prozent Fett tatsächlich der ideale Snack für zwischendurch? Macht die Light-Cola wirklich nicht dick? Viele Fragen, die sich noch mehr Menschen stellen. Hier ein paar Antworten zu einem gar nicht so leichten Thema.

Produkte für den kalorienbewussten Konsumenten - Was wirklich beim Abnehmen helfen kann und wie sich Fett- und Zuckeranteile in Light-Produkten bedingen

Rechtliche Lage der Light-Produkte

Die gute Nachricht zuerst: Wo "light" draufsteht, muss auch "light" drin sein. Außerdem muss der Hersteller genau angeben, warum das Produkt "leichter" ist als andere. Das besagt eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2007.

Diese besagt auch, dass mit dieser Bezeichnung oder auch mit "reduziert" das Produkt mindesten 30 Prozent weniger

haben muss wie das Normalprodukt. "Light" darf ein Produkt nur heißen, wenn es diese Auflagen erfüllt. "Reduziert", "fettarm" oder "kalorienarm" darf sich praktisch jedes Produkt nennen.

Fettanteil

Nun die schlechte Nachricht. Zwar ist vorgeschrieben, dass ein fettarmes Produkt höchstens drei Prozent Fett auf 100 Gramm Gesamtgewicht haben darf, in sehr vielen Fällen wird aber das Fett reduziert und dafür der Zuckeranteil erhöht.

Denn Fett ist bekanntlich ein Geschmacksträger und wenn dieser fehlt, fehlt auch der Geschmack. Also wird mehr Zucker zugegeben, der auch Geschmack vortäuscht.

Darum sollte genau darauf geschaut werden, wie viele Kalorien beispielsweise der fettarme Joghurt im Gegensatz zu seinem normalfettigen Kollegen hat. Oft liegen die Kalorien hier gar nicht weit auseinander.

Zuckeranteil

Bei Getränken wird oft mit "zuckerfrei" und "fettfrei" geworben. Das stimmt dann zwar auch, doch der Zucker wird in der Regel durch Süßstoff ersetzt. Süßstoff wiederum verursacht Heißhunger, weil der Körper nach echtem Zucker verlangt.

Nichtsdestotrotz setzt aber auch Süßstoff an, besonders, wenn es sich um Fruchtzuckersorten handelt.

Drei vielversprechende Diätprodukte, die mit Vorsicht zu genießen sind

Das Jahr ist noch jung und die Vorsätze noch immer voller Leben. Die Traumfigur zur Jahresmitte steht bei vielen Vorsatzlisten an oberster Stelle. Und deswegen muss es schnell und unkompliziert gehen.

Weil der zweithäufigste Vorsatz das Erreichen der nächsten Sprosse auf der Karriereleiter ist, sind die meisten Menschen zu Anfang des Jahres nicht nur abnehmwillig, sondern auch chronisch unter Zeitdruck. Denn wer Karriere will, muss schaffen. Wer schafft, hat wenig Zeit für's Essen kochen und in dieser Folge fallen etliche Diätprodukte wie von selbst aus dem Regal in den Einkaufskorb.

Sich auf die Hilfe von Diätprodukten wie fettarme Joghurts, zuckerfreie Schokolade oder Diabetikereiscreme zu verlassen, ist erst einmal nicht unbedingt etwas Verwerfliches. Allerdings müssen Sie sich bewusst sein, dass bei Diätprodukten der Schein häufig trügen kann. Hier eine prägnante Auflistung der hinterhältigsten Diätsaboteure im Light-Kostüm.

Fettfreie Fruchtgummis

Da strahlt sie. Unser freundlicher Supermodel-Export. Da darf sie für einen Werbeclip Fruchtgummi naschen und das völlig ohne schlechtes Gewissen und Karriereknick, weil die kleine Süßigkeit ja komplett fettfrei ist.

Der Autor dieser Zeilen findet das deutsche Supermodel durchaus sympathisch, muss aber trotzdem pflichtbewusst darauf hinweisen, dass Fruchtgummi zwar fettfrei, aber keineswegs frei von Zucker ist. Und glaubt man den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft, ist Zucker der eigentliche Feind unserer gestählten Körperlichkeit.

Behandeln Sie daher Fruchtgummi als das was es ist, als Süßigkeit und essen Sie es ausschließlich an Schummeltagen. Und dann auch nur in kleinen Portionen.

Zuckerfreie Kekse

Neben Heidi K. gehört das Krümelmonster zu den Stars, die den Schöpfer dieser Wortreihen vor den Fernseher bewegen. Gerade weil das blaue Fusseldings mit den großen Augen und der rauen Stimme in frühster Kindheit viele Stunden der Heiterkeit verschafft hat, fällt dem Autor dieser Absatz besonders schwer.

Kekse sind nicht gesund. Und alles andere als für eine Diät geeignet. Auch nicht in einer zuckerfreien Version (was ohnehin ein Verbrechen ist). Der Grund liegt in der Rezeptur. Denn sechs zuckerfreie Kekse entsprechen in etwa drei zwei Finger dicken Stück Butter. Und das inklusive der schlechten Fettsäuren.

Hinzukommen in etwa sechs Teelöffel an Stärke. Das wollen Sie nicht in Ihrer Diät essen, oder?

Fettarmes Müsli

Ok, Müsli, das als fettarm deklariert ist, sollte einen stutzig machen. Denn Haferflocken sind von Natur aus fettarm. Warum machen sich also die Werbeberater der Hersteller die Mühe und lassen diesen eigentlich überflüssigen Hinweis auf die Verpackung drucken?

Um von dem hohen Zuckergehalt abzulenken. Das hier ist keine Verschwörungstheorie, sondern simples Beobachtungsvermögen. Denn wenn man die Verpackung der meisten fettarmen Müslis herumdreht und einen Blick auf die Nährwertanalyse wirft, sieht man, dass eine Schale Müsli in etwa 525 Kalorien auf den Frühstückstisch bringt. Und diese stammen fast alle aus Zucker.

Auch die folgenden Speisen gehören zu den wahren Kalorienfallen...

Vermeintliche Diätspeisen, die in Wirklichkeit gar keine sind

Wenn sich der Hosenbund mal wieder zu stark spannt, schließen wir automatisch eine Reihe von den so genannten bösen Lebensmitteln aus, damit wir so schnell wie möglich den unliebsamen Wabbelschwabbel in der Bauchregion los werden. Zu den Produkten, die bei uns rücklings auf der roten Liste landen, sind unter anderem Dinge wie Kuchen, frittierte Waren und so ziemlich alles, was uns das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.

Aber zum Glück gibt es ja auch leckere Lebensmittel, die ziemlich gut schmecken und offenbar trotzdem nicht unsere Diätabsichten torpedieren. Doch der Teufel steckt im Detail oder vielmehr auf der Rückseite der Verpackung: der Nährwertanalyse und Kalorienangabe.

Dank einer Mischung aus Fürsorge und Profitstreben entwickelt die Nahrungsmittelindustrie fortwährend Produkte, die laut Werbung ziemlich gut für unseren Körper sein sollen. Doch wie wir bereits wissen, ist nicht immer alles wahr, was uns die Werbung verspricht.

Brezeln

Die knusprig geschwungenen kleinen Schleifen werden von uns Abnehmwilligen gern als gesunder Ersatz für Kartoffelchips angesehen und finden deshalb auch regelmäßig pünktlich zur Samstagabend-Show den Weg in unseren Bauch.

Obwohl die Brezeln zwar nicht so fettig wie die frittierten Kartoffelscheiben sind, so sind sie alles andere als arm an Kalorien. Brezeln werden aus Weißmehl gefertigt, wodurch sie nicht nur energiereich, sondern auch völlig frei von Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen sind.

Auf Grund des hohen Anteils an Einfach-Kohlenhydraten werden die Brezeln auch unheimlich schnell verdaut und locken uns in die lauernde Heißhungerfalle. Ein weitaus besserer Fernsehsnack wäre deshalb ungesüßtes und ungesalzenes Popcorn.

Sportriegel

Betrachtet man die Anzeigen für Sportriegel, bekommt man unweigerlich den Eindruck, dass sich unter dem Schokoladenmantel das Geheimnis für einen makellosen Astralkörper versteckt.

Zum Teil stimmt das ja auch. Immerhin sind die meisten Riegel mit Eiweißpulver gedopt und liefern dank kurzkettiger Kohlenhydrate in nullkommanix Energie für das Muskeltraining. Allerdings ist diese Fülle an Nährwerten auch genau der Grund, warum Sportriegel häufig genauso kalorienreich sind wie gängie Schokoriegel.

Sportriegel sind daher alles andere als ein Snack, sondern sollten eher als Ersatzmahlzeit oder Teil einer Mahlzeit angesehen werden. Der ideale Zeitpunkt, um einen Sportriegel zu genießen, ist direkt nach oder vor dem Training.

Modernes Sushi

Nachdem der anfängliche Argwohn gegenüber rohem Fisch verflogen ist, hat sich das japanische Nationalgericht auch in deutschen Landen zu einer festen kulinarischen Größe etabliert. Im Grunde genommen gibt es gegen klassischen Sushi auch wenig zu sagen.

Die mit Fisch und Gemüse gefüllten Reisrollen sind nahrhaft und bringen pro Portion nur rund 200 Kalorien auf den Teller. Ein Traum für jeden Fitness-Fan.

Kritisch ist jedoch, dass sich im Zuge der wachsenden Konkurrenz immer mehr Sushi-Bars dazu veranlasst sehen, mit neuen Rezepten aufzuwarten. Doch die neuen Gerichte sind dabei häufig alles andere als so gesund wie ihre traditionellen Vorgänger.

Nun findet man immer häufiger fette Cremes und frittiertes Fleisch in den Reisrollen wodurch diese stolze 500 Kalorien und mehr in die Waagschale werfen.

Halten Sie sich daher eher an das traditionelle Sushi, wenn Ihnen ein flacher Bauch lieb ist.

Und wie sieht es mit Light-Getränken aus? Sie enthalten eine Menge Süßstoffe, die der Gesundheit in Sachen Diabetesrisiko schaden können - doch stimmt das wirklich?

Light-Getränke haben keinen Einfluss auf das Diabetesrisiko

Light-Getränke sind trotz ihres extrem geringen Kaloriengehalts in der jüngsten Zeit häufiger in das Kreuzfeuer von ambitionierten Fitness-Enthusiasten geraten. Zumeist deswegen, weil der künstliche Süßstoff zwar keine Kalorien enthält, aber trotzdem zu einer Insulinreaktion führen könnte. Das zumindest behaupten einige der Diät-Getränke-Gegner.

Damit liegen sie auch gar nicht so verkehrt, denn die Rezeptoren auf unserer Zunge können offenbar tatsächlich nicht zwischen der Süße von Zucker und Süßstoff unterscheiden, weshalb beide Substanzen zu ähnlichen hormonellen Reaktionen führen.

Wie eine aktuelle Studie jedoch nun bestätigt, scheinen die Befürchtungen der Diät-Getränke-Gegner ein wenig überzogen zu sein. Dies berichtet das Fachblatt "American Journal of Clinical Nutrition".

Die Umfrage zum Ess- und Trinkverhalten

Wissenschaftler der renommierten Harvard-Universität in Boston haben die Daten von 40.389 Männern ausgewertet, die an einer medizinischen Umfrage teilgenommen haben.

Die Fragen betrafen den gesundheitlichen Zustand wie chronische Beschwerden oder frühere Erkrankungen und die gängigen Ernährungsgewohnheiten. Bei den Fragen zum Essverhalten mussten die Teilnehmer angeben, wie oft Sie am Tag essen und wie häufig sie Light-Getränke oder normale Limonaden konsumieren. Die Befragung wurde jedes Jahr über den Zeitraum von zwei Dekaden erneut durchgeführt.

Ergebnisse

Etwas mehr als sieben Prozent der Befragten erhielten im Laufe der 20 Jahre eine Diagnose auf Diabetes. Männer, die am Tag mindestens ein zuckerhaltiges Getränk tranken, erkrankten mit einer 16 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit an Diabetes, als jene Männer, die nie gesüsste Limonaden tranken.

Während der Auswertung zeigte sich zudem, dass der Zusammenhang zwischen zuckerhaltigen Getränken und Diabetes bei Limonaden größer ist, als bei Fruchtsäften, die nur Fruchtzucker enthalten.

Männer, die Light-Limonade tranken, sind nur dann an Diabetes erkrankt, wenn andere Parameter wie Blutdruck und Cholesterinwerte erhöht waren, was daraufhin deutet, dass sie zwar Light-Getränke zu sich nahmen, aber ihre Ernährung ansonsten nicht ausgewogen war.

Light-Limonade trinkende Männer, bei denen die Blutwerte und das Körpergewicht auf eine gesunde Essweise hinwiesen, sind von Diabetes verschont geblieben.

Dies beweist, dass nur eine ganzheitliche Ernährungsumstellung zu einer dauerhaft guten Gesundheit führen kann. Mit anderen Worten: Es nutzt Ihnen nichts, wenn Sie zur Sahnetorte ein Glas Magermilch trinken.

Fazit

Die Forscher der Harvard-Universität konnten im Rahmen der Umfrage zeigen, dass gesüßte Getränke nicht ausschließlich durch ihre Light-Version ersetzt werden müssen, damit man gesundheitliche Vorzüge erfahren kann. Wer eine Tasse Kaffee anstelle einer Limonade trinkt, hat ein 17 Prozent geringeres Risiko, an Diabetes zu erkranken.

Das Hauptargument gegen Light-Getränke

Ein zulässiger Kritikpunkt bei Light-Getränken bleibt jedoch, dass die künstliche Süße den Appetit anregen und so das Einhalten einer kalorienreduzierten Diät erschweren kann.

Was wirklich beim Abnehmen helfen kann: Produkte für den kalorienbewussten Konsumenten

Um wirklich sein Gewicht zu reduzieren reicht es leider aber nicht aus, zu Diätprodukten zu greifen. Um dauerhafte Ergebnisse zu erzielen, ist eine Umstellung der allgemeinen Ernährungsgewohnheiten erforderlich. Und auch wenn es viele Leute nicht wahr haben wollen, geht ohne Sport meist nichts.

Sich statt des Frischkäses mit Doppelrahmstufe die Lightversion aufs Brot zu schmieren, reicht einfach nicht aus. So sehr wir uns das auch wünschen mögen.

Süße Alternativen

Statt eines süßen Joghurts kann man beispielsweise auch einen Naturjoghurt mit etwas Konfitüre oder mit frisch geschnittenem Obst verrühren. Das ist meist günstiger und auf alle Fälle abwechslungsreicher.

Statt süßer Fertiggetränke kann man auch einfach einen Früchtetee kalt werden lassen und mit Fruchtsaft süßen. Bei Heißhunger auf etwas Süßes greift man zu Obst statt zum Schokoriegel, das spart nicht nur Kalorien, sondern ist besonders gut für die Verdauung und noch mehr für die schlanke Linie.

Finger weg von Shakes

Von spezieller Diätnahrung (z.B. Shakes), die komplette Mahlzeiten ersetzen sollen, lässt man am besten gleich die Finger. Hierbei kann es passieren, dass man sich zu einseitig ernährt und somit den Körper nicht mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen versorgt.

Ein weiterer Nachteil solcher Produkte ist, dass, wenn sie überhaupt wirken, man nach Absetzung dieser Produkte die Kilos meist sehr schnell wieder drauf hat. Eine dauerhafte Lösung sind sie also nicht.

Fazit

Es gilt also, die Augen wirklich offen zu halten und auch die Produkte miteinander zu vergleichen. Viel besser als jedes Light-Produkt ist es, seine Ernährung insgesamt zucker- und fettärmer zu gestalten.

Lightprodukte kosten zudem oft mehr als die Originale, weil sie aufwändiger in der Herstellung sind. Wie man es auch dreht und wendet, wer dauerhaft und gesund abnehmen möchte sollte sich auf eine Ernährungsumstellung und ausreichend Bewegung konzentrieren.

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  • Woman shopping in grocery store © Monkey Business - www.fotolia.de

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