Die Schilddrüse - Für die Speicherung von Jod und die Herstellung von wichtigen Hormonen

Grafik Frau, Schilddrüse markiert

Die Hormondrüse bildet mitunter die jodhaltigen Schilddrüsenhormone Triiodthyronin und Thyroxin

Als Schilddrüse bezeichnet man eine wichtige Hormondrüse. Sie liegt unterhalb des Kehlkopfs.

Unter der Schilddrüse (Glandula thyroidea) versteht man eine Hormondrüse. Sie speichert Jod und stellt wichtige Hormone her.

Die Schilddrüse (Glandula thyreoidea) ist ein schmetterlingsförmiges Organ, das vor der Luftröhre liegt. Sie besteht aus zwei Lappen, die durch ein Verbindungsstück, den so genannten Isthmus zusammengehalten werden. Die Schilddrüse ähnelt in ihrer Form dem Buchstaben H.

Aufbau

Die menschliche Schilddrüse liegt unter dem Kehlkopf vor der Trachea (Luftröhre). Das Gewicht der Hormondrüse beträgt ca. zwanzig bis dreißig Gramm. Mikroskopisch betrachtet besteht die Schilddrüse aus vielen einzelnen Läppchen (je ca. 3-5cm groß), die wiederum aus vielen kleinen Bläschen, den Follikeln, bestehen. Die beiden Seitelappen werden als Lobus dexter und Lobus sinister bezeichnet.

Verbunden werden die beiden Lappen durch eine schmale Gewebebrücke. Oftmals befindet sich an diesem Isthmus auch ein Fortsatz, der die Form einer Pyramide hat. Bei diesem Fortsatz, den man als Lobus pyramidalis bezeichnet, handelt es sich um ein Überbleibsel aus der Schilddrüsenentwicklung.

Umgeben wird die Schilddrüse von zwei Bindegewebskapseln, die man in innere und äußere Kapsel unterteilt. Die innere Kapsel liegt direkt auf der Schilddrüse.

Durch das Bindegewebe ist sie fest mit dem Inneren der Drüse verwachsen. Die äußere Kapsel grenzt an die Luftröhre und verfügt über Verbindungen zu wichtigen Nerven und Blutgefäßen sowie zur Zungenmuskulatur.

Die Wände der Follikel werden von Epithelzellen gebildet, welche die Schilddrüsenhormone produzieren und ins Innere der Follikel abgeben. Zwischen den kleinen Follikeln befinden sich die so genannten C-Zellen.

Diese Zellen sind für die Bildung des Hormons Calcitonin zuständig, welches beispielsweise die Kalziumeinlagerung in den Knochen fördert und somit den Blut-Calcium-Spiegel senkt.

Die Anatomie der Schilddrüse grafisch dargestellt
Die Anatomie der Schilddrüse grafisch dargestellt

Nebenschilddrüsen

Im Zwischenraum der beiden Kapseln liegt lockeres Bindegewebe. In dieses sind auch Verzweigungen der Schilddrüsen-Gefäße eingebettet.

Auf der Rückseite der Schilddrüse befinden sich die Nebenschilddrüsen (Glandulae parathyroidae), die sich aus vier linsengroßen Drüsen zusammensetzen. Sie werden auch als Epithelkörperchen bezeichnet und produzieren das Hormon Parathyrin, den Gegenspieler des Calcitonins.

Dieses Hormon ist wichtig für die Regulierung des Phosphat- und Kalziumspiegels im menschlichen Blut. Im Gegensatz zu Calcitonin erhöht PTH den Calciumspiegel im Blut, in dem es zum Beispiel Calcium aus den Knochen freisetzt. Damit das Parathormon seine volle Wirkung entfalten kann, benötigt es Vitamin D.

Blutversorgung

Die Blutversorgung der Schilddrüse erfolgt durch die Arteria thyroidea superior und die Arteria thyroidea inferior. Während die Arteria thyroidea superior für die Versorgung des oberen Schilddrüsenteils zuständig ist, versorgt die Arteria thyroidea inferior den unteren Teil der Schilddrüse.

Aufgaben

Wichtigste Aufgabe der Schilddrüse ist die Produktion von unterschiedlichen Hormonen. Dies sind:

  • Calcitonin
  • Trijodthyronin (T3)
  • Tetrajodthyronin (T4)
  • TRH (Thyreotropin-relasing-hormone) und
  • TSH (Thyroidea-stimulating hormone)

Die Schilddrüse gehört zu den endokrinen Drüsen, da sie ihre Hormone direkt ins Blut ausschüttet. Die Follikelzellen produzieren zwei Hormone: Thyroxin (T3) und Trijodthyronin (T4). Beide Hormone werden durch eine Anlagerung von Jod an die Aminosäure Tyrosin gebildet.

Für die Bildung von T3 werden drei Jodatome, für die Bildung von T4 entsprechend vier Jodatome benötigt. T3 ist die aktive Form und besitzt eine höhere Wirkung als T4, dafür wird T4 jedoch vermehrt gebildet. Unter Abspaltung eines Jodatoms wird T4 zu T3.

Die Ausschüttung der Schilddrüsenhormonen unterliegt einem bestimmten Regelkreis. Dieser Rückkopplungsmechanismus befindet sich in übergeordneten Zentren des Gehirns wie dem Hypothalamus und der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse).

Kontinuierlich werden Schilddrüsenhormone ins Blut abgegeben. Hypothalamus und Hypophyse können mithilfe bestimmter Rezeptoren den T3 und T4 Spiegel im Blut bestimmen.

Sind nun zu wenig Hormone im Blut, schüttet der Hypothalamus das so genannte Thyreotropin-Releasing-Hormon (TRH) aus. TRH regt die Hypophyse an, TSH (Thyroidea-stimulierendes-Hormon) auszuschütten, was wiederum die Schilddrüse dazu veranlasst T3 und T4 zu bilden. Sind genügend Schilddrüsenhormone im Blut, wird die Produktion wieder gehemmt.

Funktion der Hormone

Durch die jodhaltigen Schilddrüsenhormone werden der Blutdruck und die Herzfrequenz des Organismus erhöht und die Blutgefäße erweitert. Darüber hinaus sind sie wichtig für den Fett-, Zucker- und Bindegewebsstoffwechsel.

Außerdem sorgen sie für eine Steigerung der Schweiß- und Talgdrüsenaktivität. Energieverbrauch und Grundumsatz des menschlichen Körpers werden insgesamt durch die Schilddrüsenhormone erhöht, wodurch es zu einem Anstieg der Körpertemperatur kommt.

Auch für das Wachstum von Neugeborenen sowie die Entwicklung der Zellen sind die Schilddrüsenhormone von großer Wichtigkeit. Sie fördern die geistige und körperliche Entwicklung und wirken auf das Nervensystem und die Muskulatur.

Detailliertere Informationen zu den Schilddrüsenhormonen sowie der Bedeutung verschiedener Laborwerte erhalten Sie hier in unserem ausführlichen Artikel zum Thema.

Kleines Organ, große Wirkung - die Schilddrüse

Sie ist ein relativ kleines Organ, doch sie hat es in sich: die Schilddrüse. Sie produziert die Hormone, die den Stoffwechsel in Gang halten und für das Wachstum sorgen. Leidet die Schilddrüse an einer Störung, also produziert entweder zu viele, oder zu wenig Hormone, hat das enorme Auswirkungen auf den Menschen.

Bei einer Unterfunktion ist der gesamte Stoffwechsel verlangsamt, so dass Betroffene häufig an Gewichtszunahme, Müdigkeit und sogar Verstopfung leiden. Auch die Körpertemperatur wird beeinflusst, man friert schneller.

Wer im Gegenteil allerdings an einer Überfunktion leidet, nimmt zwar nicht schnell zu und ist besonders aktiv, leidet aber nicht selten an innerer Unruhe oder sogar Herzrasen.

Ursache kann in beiden Fällen ein Mangel an Jod sein, das die Schilddrüse zur Produktion von Hormonen benötigt, denn sie reagiert jeweils mit einer Anschwellung, die Schluckbeschwerden o.ä. verursacht.

Die Funktion der Schilddrüse und mögliche Erkrankungen

Grafik Schilddrüse einer Frau
Schilddrüse vor weibl. Körpershilouette © lom123 - www.fotolia.de

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ, welches sich unter dem Kehlkopf befindet und unter anderem Hormone herstellt, die eine Bedeutung für Herz, Blutdruck und Zuckerstoffwechsel haben. Kommt es aufgrund von bestimmten Erkrankungen zu Fehlfunktionen, kann sich dies auf den gesamten Körper auswirken. Bei frühzeitiger Erkennung sind die Behandlungsoptionen sehr gut, doch da die Symptome häufig sehr unspezifisch sind, kann es lange dauern, bis eine Diagnose gestellt wird.

Untersuchungsmöglichkeiten der Schilddrüse

Um die Schilddrüse auf eventuelle Funktionsstörungen zu untersuchen, stehen dem Arzt verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. So kann er eine Ultraschalluntersuchung durchführen, um Veränderungen der Größe und eventuelle Knoten zu erkennen. Bei der Szintigrafie wird dem Patienten ein radioaktives Mittel gegeben, welches sich in der Schilddrüse ansammelt und Aufschluss darüber gibt, welche Zellen überaktiv sind. So kann die Diagnose der Schilddrüsenüberfunktion gestellt werden. Auch die Menge an bestimmten Botenstoffen im Blut kann Aufschluss über eine Über- oder Unterfunktion geben.

Verschiedene Schilddrüsenerkrankungen

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion werden zu viele Hormone produziert; Betroffene leiden unter Symptomen wie Unruhe, Reizbarkeit und Schlafstörungen. Auch Hitzewallungen und Herzrasen sind im Bereich des Möglichen. Behandelt wird die Erkrankung mit Thyreostatika, Medikamenten, die die Hormonproduktion hemmen. Zu wenig Hormone werden wiederum bei der Unterfunktion produziert. Hier kann es mitunter zu Antriebslosigkeit, Frieren und vermehrtem Haarausfall kommen. Zur Behandlung werden Schilddrüsenhormone verschrieben.

Beim Kropf handelt es sich um eine vergrößerte Schilddrüse, die am häufigsten durch Jodmangel verursacht wird. Wenn die Schilddrüse eine bestimmte Größe erreicht, kann es zu Schluckbeschwerden kommen. Auch die Entstehung einer Unter- oder Überfunktion kann erfolgen. Behandelt wird der Kropf mit Jod, Schilddrüsenhormonen und im schlimmsten Fall mit einer Operation.

Weitere Erkrankungen der Schilddrüse sind die Basedowkrankheit, bei der es durch Anlagerung von Antikörpern zu einer Überfunktion kommt, die Hashimoto-Thyreoiditis – einer chronischen Schilddrüsenentzündung, die zu einer Unterfunktion führt und der Schilddrüsenkrebs. Bei dieser Krebsart handelt es sich um einen seltenen Tumor, von dem am häufigsten Frauen betroffen sind.

Schutz und Schädigung der Schilddrüse - nützliche Hinweise

Grafik Frau, Schilddrüse markiert
schilddrüse frau frontal © axel kock - www.fotolia.de

Die Schilddrüse ist da am stärksten durchblutetste Gewebe in unserem Körper. Sie hat Einfluss auf den gesamten Stoffwechsel, reguliert den Herzschlag und ist zudem am Muskel- und Knochenwachstum beteiligt. Bei ihrer Arbeit produziert sie die Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) her, wofür sie Jod benötigt. Wird dies nicht ausreichend über die Nahrung aufgenommen, kommt es zu Problemen - die Schilddrüse vergrößert sich, es bilden sich Kropf und Knoten.

Was die Schilddrüse ebenso benötigt und was ihr schadet

Jod kann dem Körper beispielsweise durch Meeresfrüchte oder Seefisch zugeführt werden, außerdem ist es in Milch und Milchprodukten enthalten. Doch die Schilddrüse benötigt auch andere Stoffe, um problemlos zu funktionieren, wie zum Beispiel das Spurenelement Selen. Kommt es hierbei zu einem Mangel, steigt das Risiko einer Autoimmunentzündung der Schilddrüse. Enthalten ist es in einigen Nussarten sowie in Schweinefleisch. Für die Verstoffwechselung von Jodid wird zudem Eisen benötigt, welches man in Fleisch, grünem Gemüse und Hülsenfrüchten findet.

Bei anderen Stoffen und Nahrungsmitteln sollte man wiederum vorsichtig sein. So sind in Rettich und Kohl Substanzen erhalten, die die Jodaufnahme in der Schilddrüse negativ beeinflussen können; gleiches gilt für bestimmte Isoflavone, die in Sojaprodukten zu finden sind. Letztlich ist noch Nikotin als Gefahr für die Schilddrüse zu nennen, denn das darin enthaltene Zyanid hemmt ebenfalls die Jodaufnahme; zudem kommt es bei Rauchern häufiger zu Erkrankungen der Schilddrüse.

Beschwerden und Erkrankungen der Schilddrüse

Bei einem so komplexen System, kann es natürlich auch zu Erkrankungen kommen.

Schilddrüsenüberfunktion

Von einer Überfunktion der Schilddrüse spricht man, wenn die Schilddrüse zu viele Hormone bildet. Dies hat jedoch eine Überversorgung des Organismus mit Schilddrüsenhormonen zur Folge, wodurch die Stoffwechselvorgänge angekurbelt werden.

Es kann zu zahlreichen unterschiedlichen Beschwerden kommen, wie:

Auch das Herz-Kreislaufsystem kann durch die Überfunktion beeinträchtigt werden. Häufige Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion ist die Erkrankung Morbus Basedow, bei der es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt.

Die Behandlung erfolgt zumeist durch:

Schilddrüsenunterfunktion

Im Falle einer Schilddrüsenunterfunktion werden von der Schilddrüse nicht genug Schilddrüsenhormone hergestellt. Dadurch kommt es einer Verlangsamung des Stoffwechsels und zur Abnahme der Leistungsfähigkeit.

Zu den Beschwerden gehören u.a.:

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren sein. In den meisten Fällen wird sie jedoch im Laufe der Zeit erworben. Zu den Hauptursachen gehören:

Die Behandlung erfolgt durch die Verabreichung von Medikamenten durch die die fehlenden Schilddrüsenhormone ersetzt werden.

Schilddrüsenvergrößerung

Eine weitere Erkrankung der Schilddrüse ist der so genannte Kropf (Struma). Dabei handelt es sich um eine sichtbare Vergrößerung der Schilddrüse, die zumeist durch Mangel an Jod oder Selen ausgelöst wird.

Um ihre Funktion trotz des Jodmangels aufrecht zu erhalten, vergrößert sich die Schilddrüse. Diese Vergrößerung wird erst nach und nach sichtbar und kann später zu Atem- oder Schluckbeschwerden führen.

Schilddrüsenentzündung

Kommt es zu einer Entzündung der Schilddrüse, spricht man von einer Thyreoiditis. Diese wird oftmals durch Bakterien oder Pilze, die in die Schilddrüse gelangen, hervorgerufen.

Zu den häufigsten Schilddrüsen-Entzündungen gehört die chronische Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu einer Zerstörung des Schilddrüsengewebes kommt.

Kalte Knoten

Knoten in der Schilddrüsen kommen recht häufig vor; mit zunehmendem Alter steigt das Risiko. Bei den kalten Knoten (mit "kalt" ist gemeint, dass sie keine Hormone produzieren) kann es sich um

  • Wucherungen
  • Zysten
  • Vernarbungen oder
  • Verkalkungen

handeln. Ob es sich um einen kalten oder einen heißen (also hormonproduzierenden) Knoten handelt, lässt sich anhand einer Szintigraphie feststellen.

Schilddrüsenkrebs

Schwerste Erkrankung der Schilddrüse ist Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom). Diese eher seltene Krebsform tritt vor allem bei Menschen zwischen 30 und 60 Jahren auf.

Als Risikofaktor gilt die Bestrahlung des Halses im Kindesalter. Zur Behandlung der Krankheit ist eine Kombination aus Operation und Radiojodtherapie erforderlich.

Insgesamt 0,5% aller bösartigen Tumore sind Schilddrüsentumore. Diese machen sich durch eine Vergrößerung der Schilddrüse oder Knotenbildung bemerkbar. Deshalb ist es wichtig, jede Veränderung oder Vergrößerung der Schilddrüse ärztlich abklären zu lassen.

Antihaftbeschichtung kann Schilddrüsenerkrankung hervorrufen

Perfluoroctansäure im Blut sorgt für häufigere Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten

Pfanne auf Gasherd, daneben Kräuter und Gemüse
cucina3 © imagestalk - www.fotolia.de

Wie eine britische Studie feststellte, kann eine bestimmte Chemikalie, wie sie auch in der Antihaftbeschichtung von Haushaltspfannen verwendet wird, zu einer Erkrankung der Schilddrüse führen. Man fand heraus, dass es zu einer häufigen Einnahme von Medikamenten gegen Schilddrüsenerkrankungen kommen musste, je mehr sich von der Chemikalie Perfluoroctansäure im Blut nachweisen ließ.

Einsatz auch in der Textilindustrie

Die britische Studie bezog in ihren Untersuchungen auch die umfangreichen Daten aus einer amerikanischen Studie mit ein. Die Perfluoroctansäure wird künstlich hergestellt und wirkt stark wasserabweisend, sowohl auch gegen Fett oder Schmutz. Zum Einsatz kommt sie, wie schon gesagt, als Beschichtung von Pfannen, aber auch in der Textilindustrie wird sie verwendet.

Weil sie sich auch lange im menschlichen Blut befinden kann, so hat das Institut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sie als kritisch eingestuft, weil sie auch aus den Lebensmittelverpackungen in das Blut gelangen könnte.

Ob aber tatsächlich die Chemikalie die Erkrankungen ausgelöst hat - vielleicht bestanden diese auch schon vor den Untersuchungen - muss man noch feststellen. Die Schilddrüse produziert bestimmte Hormone, die den Stoffwechsel beeinflussen, aber sich auch auf den Blutdruck und den Pulsschlag auswirken.

Schilddrüsenknoten selten ein Anlass zur Panik

Liegende Frau beim Arzt erhält Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse
Woman Gets Ultrasound Of The Thyroid From Doctor © Andrey Popov - www.fotolia.de

Schilddrüsenknoten sind nur äußerst selten ein Anlass zur Panik. Jeder Patient wird unruhig, wenn der Arzt beim Ultraschall des Halses auf einen Knoten stößt, doch mehr als etwas Unruhe ist nicht nötig. Fakt ist, dass einer von drei Menschen hierzulande einen oder sogar mehrere Schilddrüsenknoten besitzt.

Am Häufigsten entstehen diese durch einen Mangel an Jod in der Ernährung. Unsere Schilddrüse produziert für den Körper Hormone, doch um diese Aufgabe zu erfüllen, benötigt sie Jod. Stellen wir ihr zu wenig davon zur Verfügung, reagiert sie mit Gewebebildung. So will sie den Mangel ausgleichen, doch das führt schnell zu den Knoten. An sich sind diese Schilddrüsenknoten aber unbedenklich und werden eher durch Zufall entdeckt. Nur selten sind die gutartigen Wucherungen eine Zyste, in der sich Flüssigkeit gesammelt hat. Auch diese verschwinden aber meist von ganz allein.

Krebs haben weniger als fünf Prozent der Menschen mit Schilddrüsenknoten. Jeder, der durch Abtasten einen Knoten am Hals entdeckt, sollte dennoch zum Arzt gehen, da dieser am Besten abklären kann, welches Problem genau vorliegt. Neben dem Abtasten und dem Ultraschall wird oft noch eine Blutprobe entnommen, damit der von der Schilddrüse produzierte Hormonwert gemessen werden kann.

Viele Senioren haben kalte Schilddrüsenknoten - Anlass zur Sorge besteht aber selten

Ärztin im Untersuchungsraum tastet Schilddrüse einer Patientin ab
thyroid function examination © Alexander Raths - www.fotolia.de

Zwischen 20 Prozent und 40 Prozent aller Senioren haben kalte Schilddrüsenknoten. Diese hohe Rate geht auf den Fakt zurück, dass es zu der Zeit ihrer Jugend in Deutschland noch eine Mangelversorgung mit Jod gab. Daraus entwickelten sich die kalten Knoten, die jedoch laut Meinung der Fachärzte keinen wirklicher Grund zur Beunruhigung darstellen.

Nur sehr wenige der Knoten stellen sich nach einer Untersuchung als bösartig heraus und müssen entfernt werden. In der Regel sind nur 1,7 Prozent aller Knoten krebsartige Veränderungen.

Dennoch sollte jede Veränderung mittels Sonographie untersucht werden. Der Arzt führt dabei eine schmerzfreie Ultraschalluntersuchung am Hals durch und kann sich alle Knoten genau ansehen.Bei ungünstiger Größe oder einer auffallenden Struktur kann eine Operation durchaus sinnvoll sein. In den meisten Fällen reicht es jedoch, den betreffenden Patienten mit Jod zu versorgen und gegebenenfalls Tyroxin als Medikament zu vergeben.

Dabei handelt es sich um das Hormon, das von der Schilddrüse produziert wird und das bei einer angegriffenen Drüse eventuell in zu geringen Mengen in den Körper abgegeben wird.

Muss eine latente Schilddrüsenunterfunktion therapiert werden oder nicht?

Blaue 3-D-Grafik der Schilddrüse im Halsbereich eines Mannes, gelb-orange leuchtend hervorgehoben
medical illustration of the thyroid gland © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Bei einer deutlichen Überfunktion oder Unterfunktion der Schilddrüse wird immer eine Therapie gestartet. Doch es gibt auch die sogenannte „subklinische Schilddrüse“, bei der nur eine latente Schilddrüsenunterfunktion vorhanden ist. Die Betroffenen leiden in der Regel kaum unter ihrer Krankheit. Diese wird eher zufällig entdeckt, wenn bei einem Blutbild die Schilddrüsenwerte mit bestimmt werden. Muss man bei einer so leichten Störung bereits eine Therapie beginnen oder reicht es, die Werte des Betroffenen genau zu beobachten?

Genau über diese Frage debattieren derzeit die Mediziner und können sich nicht wirklich einigen. Das Problem besteht sicher auch in der Tatsache, dass verschiedene Ärzte verschiedene Grenzwerte festlegen, ab wann eine Fehlfunktion der Schilddrüse wirklich gefährlich wird. Außerdem kann man Normalwerte bei Kindern und bei Schwangeren eher schwer festlegen.

Aus diesem Grund soll es nun neue Studien geben, die sich speziell mit der latenten Schilddrüsenunterfunktion beschäftigen. Es gibt derzeit noch keine Forschungsergebnisse, die jemals belegt oder widerlegt haben, dass eine Therapie bei dieser milden Unterfunktion sinnvoll ist. Sobald dies nachgeholt ist, sollte es für Patienten und Ärzte einfacher werden. Bisher starten die Mediziner im Zweifelfall lieber eine Therapie, da die Vergabe des Hormons Thyroxin gut erforscht ist und es selten zu Nebenwirkungen kommt.

Neues Mittel gegen Schilddrüsenkrebs

Mikroskopisches Bild Schilddrüsen-Krebs
Thyroid Gland Cancer © Convit - www.fotolia.de

Wie jedes Organ, so kann auch die Schilddrüse von Krebs betroffen sein. Da in dieser Drüse lebenswichtige Hormone hergestellt werden, ist ein Geschwür besonders gefährlich. Bei der Forschung nach wirkungsvollen Medikamenten können Forscher aus den USA nun einen neuen Erfolg vermelden. Ihnen ist es gelungen, einen neuen Kinase-Inhibitor zu entwickeln. Diesen nennen sie „Cabozantinib“. Dabei handelt es sich um ein Mittel, das die Überlebenszeit deutlich erhöhen kann. „Cabozantinib“ ist damit der zweite Kinase-Inhibitor, der gegen Krebs in der Schilddrüse zum Einsatz kommen soll.

Bisher gibt es nur den Kinase-Inhibitor „Vandetanib“ auf dem Markt. Dieser wurde 2011 zugelassen und konnte sich in Studien beweisen. Er erhöht das Überleben ohne ein weiteres Wachstum der Tumoren um ganze 11 Monate. Allerdings sind die Nebenwirkungen teilweise derart schwer, dass nicht jedem Patienten die Einnahme empfohlen werden kann. Von dem neuen „Cabozantinib“ erhofft man nun eine bessere Verträglichkeit.

In einer ersten Studie konnte dies belegt werden. Man arbeitete mit 330 Probanden, deren Krebs bereits weit fortgeschritten war. Auch dieser Kinase-Inhibitor konnte das Überleben ohne Verschlechterung deutlich anheben. Im Schnitt kam man auf immerhin 11,2 Monate. Bei insgesamt 27 der Behandelten konnten die Mediziner sogar eine Verkleinerung der Tumoren beobachten. Bisher war in drei Prozent der Fälle bei Patienten unter der Einnahme eine tödliche verlaufende Blutung aufgetreten und ein Prozent der Probanden bekam Darmfisteln.

Im Kampf gegen Schilddrüsenkrebs - verbesserter Wirkstoff soll gegen Jodresistenz helfen

Junger Mann unterzieht sich einer Ultraschalluntersuchung im Halsbereich (Schilddrüse)
man undergoing the medical ultrasound examination © Olesia Bilkei - www.fotolia.de

Menschen mit Krebs in der Schilddrüse werden oft mit der sogenannten Radiojodtherapie versorgt. Die Onkologen nutzen dabei die Eigenschaft des Krebs aus, Jod länger speichern zu können. Allerdings entwickeln viele Patienten dabei eine Resistenz und der Tumor reagiert nicht mehr auf das Jod. Das verringert die weitere Lebenserwartung der Betroffenen deutlich.

Bisher kann man kaum etwas tun, um diese Resistenz zu verhindern, doch Forscher arbeiten an einem neuen Wirkstoff, der dieses Problem in Zukunft umgehen soll. In einer ersten Studie konnte die Wirkung bereits belegt werden. Der Stoff wird "Selumetinib" genannt. Es handelt sich dabei um einen MEK2-Inhibitor. Das bedeutet, er hemmt den Stoffwechsel in den Krebszellen so, dass die Resistenz mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht auftreten wird.

Bei 20 Patienten in den USA testete man diese neue Idee und konnte gute Ergebnisse verzeichnen. Alle wurden durch einen Essensplan dazu angehalten, für fünf Tage auf Jod in der Nahrung zu verzichten. Dann begann ein Monat Therapien mit "Selumetinib".

Nach diesen vier Wochen wurde ermittelt, ob die Tumorzellen dennoch Jod gespeichert hatten und bei immerhin acht der Betroffenen war dies auch der Fall. Bei ihnen konnte nun erfolgreich eine Radiojodtherapie begonnen werden. Bei fünf Krebspatienten war "Selumetinib" teilweise erfolgreich und bei drei weiteren konnte zumindest das Krebswachstum unterbunden werden.

Überfunktion der Schilddrüse: Behandlung schon früh erforderlich

Grafische Darstellung Kehlkopf und Schilddrüse
Kehlkopf mit Schilddrüse © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Etwa zwei Prozent aller Deutschen sind von einer sogenannten Hyperthyreose betroffen, einer Überfunktion der Schilddrüse. Diese Hormondrüse liegt unterhalb des Halses vor der Luftröhre und regelt unter anderem, wie schnell der Körper Nahrung verarbeitet und in Energie umwandelt und wie schnell das Herz des Menschen schlägt. Wenn sie jedoch zu viele Hormone produziert, kommt der Stoffwechsel aus dem Takt: Betroffene leiden unter Herzrasen und Schlafstörungen, fühlen sich nervös und aggressiv, schwitzen ständig und nehmen nicht zu, obwohl sie ständig essen.

Bislang wurde in der Regel nur eine ausgewachsene Schilddrüsenüberfunktion therapiert, da die entsprechenden Medikamente Nebenwirkungen wie Fieber, Übelkeit und Gelenkschmerzen hervorrufen können. Neue Studien haben nun jedoch ergeben, dass schon eine latente Überfunktion für gesundheitliche Probleme sorgen kann. In diesem Fall sind die Werte der Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin noch im grünen Bereich, doch das Steuerhormon TSH, das die Schilddrüse stimuliert, ist bereits unter den Normalwert gesunken und regt so die Überproduktion erst an.

Schon in diesem Stadium ist das Risiko für eine Herzrhythmusstörung erhöht, stellten Forscher der Unversitätsklinik im dänischen Gentofte nun fest. Dadurch kann das sogenannte Vorhofflimmern ausgelöst werden, das wiederum Blutgerinnsel auslösen kann. Werden diese durch die Adern ins Gehirn transportiert, können sie einen Schlaganfall auslösen. Eine frühzeitige Behandlung der latenten Überfunktion kann dieses Risiko mindern.

Nicht jede Schilddrüsenoperation ist sinnvoll - oft wird zu schnell operiert

Nahaufnahme Chirurg und Assistenzärztin mit Brille bei einer Operation
chirurgen © Falk - www.fotolia.de

Wenn in Deutschland ein Patient zum Arzt geht und dort eine Schilddrüsenerkrankung festgestellt wird, lassen sich viele Patienten auch operieren. Deutsche haben Angst vor Krebs, während in den USA und in Großbritannien zwei- bis viermal weniger häufig operiert wird.

100.000 Schilddrüsen sind es jährlich, die in Deutschland teilweise oder ganz wegoperiert werden. Das entspricht einer drei- bis achtmal höhere Operationsrate als in den USA oder Großbritannien. Trotzdem sind Schilddrüsenkrebserkrankungen bei uns nicht häufiger als in den dortigen Ländern. Also gibt es offensichtlich zu viele unnötige Operationen.

Meist wird wegen einer Schilddrüsenvergrößerung operiert. Da sich aus einem dort befindlichen Knoten Krebsgeschwüre entwickeln könnten, wird häufig vorschnell operiert. Doch man kann auch mit Jod und Schilddrüsenhormonpräparaten behandeln. Auch eine Radiojodtherapie kommt in Frage.

Wissenswertes über mögliche Schilddrüsenknoten - der Unterschied zwischen heißen und kalten Knoten

Ultraschallbild der menschlichen Schilddrüse
Ultrasound scan of human thyroid gland. Illustration © Alexandr Mitiuc - www.fotolia.de

Experten zufolge sind etwa 30 Prozent der deutschen Bürger von Knoten in der Schilddrüse betroffen, die das Organ und somit viele andere Bereiche unseres Körpers stören können. In der Schilddrüse werden Hormone gebildet, die unter anderem eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel und die Verdauung spielen. Haben sich Knoten gebildet, kann die Funktion des Organs erheblich gestört werden.

Heiße und kalte Knoten

Zu unterscheiden sind dabei heiße und kalte Knoten, die ihren Namen in Abhängigkeit von der jeweiligen Lage in der Schilddrüse und zum anderen von der Darstellung bei der Szintigraphie erhalten haben. Heiße Knoten befinden sich dabei im aktiveren Bereich des Organs; hier werden mehr Hormone gebildet als im "kalten" Bereich.

Beim Szintigramm werden die heißen Knoten rot und die kalten in Blautönen abgebildet. Dabei wird dem Patienten eine radioaktive Substanz verabreicht, welche von der Schilddrüse aufgenommen wird – je aktiver diese ist, desto mehr Stoff wird dabei absorbiert.

Ursachen der Knotenbildung

Doch wie kommt es zur Entstehung von Schilddrüsenknoten? Bei kalten Knoten kann eine Zyste oder eine Entzündung des Organs die Ursache sein. Im schlimmsten Fall bildet sich daraus ein bösartiger Tumor, doch dies kommt statistisch gesehen eher selten vor. Heiße Knoten hingegen können auf einen Jodmangel hindeuten. Durch diesen werden weniger Hormone gebildet, was wiederum dazu führt dass die Schilddrüse ihre Zellen vergrößert, um für eine bessere Jodverwertung zu sorgen. Die Folge der heißen Knoten kann eine Schilddrüsenüberfunktion sein.

Mögliche Symptome und Behandlungsmethoden

Schilddrüsenknoten können unterschiedliche Symptome mit sich bringen. Je nachdem, ob eine Über- oder Unterfunktion vorliegt, kommt es bei den Betroffenen zu Schweißausbrüchen, Reizbarkeit, Gewichtsverlust bzw. Frieren, Müdigkeit und Depressionen. Der Knoten kann zudem zu Schluckbeschwerden und Heiserkeit führen.

Bei solchen Beschwerden wird dazu geraten, einen Spezialisten für Schilddrüsenprobleme aufzusuchen, um eine optimale Behandlung zu bekommen. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Möglich sind dabei eine Operation, eine medikamentöse Behandlung sowie eine so genannte Radiojodtherapie.

Gutartige Knoten der Schilddrüse müssen nur aller 3 Jahre kontrolliert werden

Junge braunhaarige Frau liegt beim Arzt und erhält eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse
Woman Gets Ultrasound Of The Thyroid From Doctor © Andrey Popov - www.fotolia.de

Viele Menschen haben kleine Knötchen in der Schilddrüse. Der Arzt spricht in diesem Zusammenhang von "Struma" und kann durch eine genau Untersuchung klären, ob die Veränderungen gutartig oder bösartig sind. Ermittelt wird dies durch eine Biopsie. Ist einwandfrei geklärt, dass es gutartige Knoten sind, so muss der Patient nur einmal in drei Jahren zu einer Kontrolle gehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie.

In der Untersuchung war mit 738 Menschen gearbeitet worden, die alle gutartige Knoten hatten. Bei 92 von ihnen entschied man sich dennoch zu einer OP und weitere 280 wollten keine Kontrolluntersuchungen. 226 konnte man aber dazu bewegen, sich in kurzen Intervallen untersuchen zu lassen. Bei den übrigen 140 setzte man Kontrolltermine nach drei Jahren an.

Die Forscher gingen davon aus, dass die kürzeren Intervalle den Vorteil haben könnten, dass falsche Diagnosen schneller erkannt werden. Wer also zu unrecht einen negativen Befund bekommen hatte, hätte dieser Fehldiagnose nicht lange glauben müssen, da viele Kontrollen das Risiko auf Irrtümer verkleinern. Es war allerdings im Verlaufe der Untersuchungen nie zu solchen Befunden gekommen.

Die Kontrolle aller drei Jahre war unter diesem Gesichtspunkt also genau so sicher. Die Patienten, die in kurzen Intervallen versorgt worden waren, mussten dafür mehr Biopsien ihrer Schilddrüse über sich ergehen lassen, was eine enorme psychische Belastung war.

Am Ende des Beobachtungszeitraums mussten sich 31 der 226, die in kurzen Intervallen untersucht worden waren, die Schilddrüse entfernen lassen. In der anderen Gruppe waren es nur 13 der 140 Patienten. Die Forscher raten daher an, die Untersuchungen nur aller drei Jahre durchzuführen. Die Patienten werden bei gleichbleibender Sicherheit seelisch entlastet.

Die Folgen von Fukushima: Schilddrüsenkrebs in der verstrahlten Region stark gestiegen

Roter Kehlkopf, 3D Grafik Hals und Kopf
Röntgenaufnahme - menschliche Kopf mit markiertem Kehlkopf © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Drei Jahre nach dem Störfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima sind allmählich die ersten gesundheitlichen Langzeitfolgen der atomaren Verstrahlung zu sehen: So stieg die Zahl der Schilddrüsenkrebs-Erkrankungen unter Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren stark an: Kamen vor dem Störfall lediglich 0,35 Fälle auf 100.000 Einwohner, sind es nun 13 Fälle, berichtete die Ärztevereinigung IPPNW.

Medizinische Versorgung in Fukushima kritisiert

Die internationale Vereinigung kritisierte die "Mauer des Schweigens" die die japanischen Behörden um Fukushima errichtet habe. So dürfen die Krebs-Screenings in der Region nur von speziell ernannten Ärzten durchgeführt werden und häufig werden Behandlungen nicht von den Krankenkassen bezahlt. Weiterführende Untersuchungen werden nach dem Motto "wer nicht sucht, findet auch nicht" abgeblockt.

Auch die Situation der Arbeiter, die das verstrahlte Kraftwerk aufräumen sollen, sei bedenklich: Bei lediglich 15 Prozent von ihnen handele es sich um festangestellte Mitarbeiter des Energiekonzerns Tepco, die eine ausreichende medizinische Betreuung erhalten. Bei den anderen handele sich um Tagelöhner, die über Subunternehmen angestellt seien und oft nicht regelmäßig auf mögliche Strahlenschäden untersucht würden.

Knoten an der Schilddrüse? Es könnte sich um Krebs handeln

Grafik Frau, Schilddrüse markiert
schilddrüse frau frontal © axel kock - www.fotolia.de

Bis zu 29 Prozent der Schilddrüsenkarzinome wurden eher zufällig bei einem Screening entdeckt, wenn die Patienten aufgrund eines Knoten untersucht wurden. Eine neue Studie des Medical Center College of Medicine in den USA beschäftigte sich nun eingehender mit dieser Problematik und stellte neue Daten vor: Demnach wurden unter 1400 Patienten mit einer Schilddrüsenstörung bei 249 Personen nur rein zufällig ein Knoten eingedeckt worden. Rund jeder zehnte Knoten entpuppte sich bei näherer Untersuchung als Malignom.

Schilddrüsenknoten früher und eingehender untersuchen

Die Zufallsbefunde ergaben sich vor allem bei Patienten, die aufgrund einer anderen Krebsdiagnose näher untersucht wurden, doch bei je 13,7 Prozent lagen orthopädische Untersuchungen oder Gefäßprobleme zugrunde und bei 11,6 Prozent hatte es Probleme mit der Lunge gegeben. Die Experten empfehlen daher, Schilddrüsenknoten in Zukunft früher und eingehender zu untersuchen um eine mögliche Krebserkrankung der Schilddrüse aufzudecken.

Am erfolgreichsten beim Aufspüren der Knoten war übrigens die Computertomografie, die in 59,8 Prozent der Fälle fündig wurde, gefolgt von der Sonografie (17,7 Prozent) und dem MRT (10,4 Prozent) Als effektiver bei der Analyse der Knoten zeigte sich jedoch die kombinierte Bildgebung aus CT und PET-Scan: Zwar wurden mit diesem Verfahren nur 8,4% der Knoten entdeckt, aber 24 Prozent der Malignome gefunden.

Frauen und Hyperparathyreoidismus - dem Schilddrüsenleiden kann man durch Kalzium vorbeugen

Grafik Frauenoberkörper, Schilddrüse markiert
schilddrüse frau frontal © axel kock - www.fotolia.de

Hinter dem schwer auszusprechenden Begriff „Hyperparathyreoidismus“ verbirgt sich eine Erkrankung der Schilddrüse, genauer gesagt der Nebenschilddrüsen. Dieses Leiden führt dazu, dass mehr von einem Hormon produziert wird, als der Körper benötigt. Dabei handelt es sich um das Hormon „Parathyrin“, das einen direkten Einfluss auf den Kalziumstoffwechsel im Körper hat.

Beide Geschlechter können an der Hyperparathyreoidismus erkranken, doch einer Studie zufolge können zumindest die Frauen im Vorfeld aktiv etwas dagegen tun. Sie können ihr Risiko senken, indem sie bewusst Kalzium in ihre tägliche Ernährung einbinden. Die Studie begann bereits im Jahr 1986 und arbeitete mit 58.400 Frauen. Alle hatten bereits 1976 an der US-Studie „Nurses' Health Study“ teilgenommen, weshalb man ihren kompletten gesundheitlichen Wertegang so weit zurückverfolgen konnte. Zum Beginn der Studie waren die Damen zwischen 39 Jahren und 66 Jahre und nicht an der Schilddrüse erkrankt. Erst im Laufe der nun über 20 Jahre andauernden Studie wurde 277 Mal eine Überfunktion festgestellt. Aller zwei Jahre hatte man die Frauen genau zur Ernährung befragt.

Nun zeigte sich den Forschern ein interessanter Zusammenhang. Wessen Gewohnheiten oft zur Aufnahme von Kalzium führten, der war mit geringerer Wahrscheinlichkeit unter denen zu finden, die nun an dem Schilddrüsenleiden erkrankt waren. Dabei spielte es keine Rolle, ob eine Frau sich wirklich mit viel Kalzium über die Nahrung versorgte oder regelmäßig zu Nahrungsergänzungsmitteln gegriffen hatte. Vermutlich schützt das Kalzium, da gerade ein Mangel dazu führt, dass die Schilddrüse überaktiv wird, um ihre verbliebenen Ressourcen besser zu nutzen.

Um Erkrankungen der Schilddrüse erkennen zu können, spielen Schilddrüsenantikörper eine wichtige Rolle.

Wissenswertes zu Schilddrüsenantikörpern

Schilddrüsenantikörper werden auch als Schilddrüsenmikrosomale Antikörper oder Antithyroidale Antikörper bezeichnet. Mit ihrer Hilfe lassen sich autoimmune Schilddrüsenerkrankungen feststellen. Außerdem kann der behandelnde Arzt den Krankheitsverlauf beobachten.

Diagnose von Schilddrüsenerkrankungen

Besteht der Verdacht, dass eine Erkrankung der Schilddrüse vorliegt, entnimmt der behandelnde Arzt dem Patienten eine Blutprobe, um die Schilddrüsenhormone T3, T4 und TSH zu bestimmen. Anhand der Werte dieser Hormone kann der Arzt feststellen, ob die Schilddrüsenfunktion normal ist oder möglicherweise eine Hypothyreose oder Hyperthyreose besteht. Bei Werten außerhalb des Normalbereichs sind weitere Untersuchungen wie ein Schilddrüsenantikörper-Test erforderlich.

Schilddrüsenantikörper-Test

Bei einem Schilddrüsenantikörper-Test ermittelt man spezifische Antikörper sowie deren Anzahl. Zur Entstehung von Schilddrüsenantikörpern kommt es bei einer Autoimmunreaktion des Körpers. Das heißt, dass das Abwehrsystem Teile der Schilddrüse fälschlicherweise als fremd einstuft und diese angreift, was eine chronische Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis) zur Folge haben kann.

Um den Organismus nach Schilddrüsenantikörpern zu untersuchen, wird eine Blutprobe aus der Armvene entnommen. Danach sucht man in einem Labor nach drei bestimmten Antikörpern. Dabei handelt es sich um

  • TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK)
  • Thyreoglobulin-Antikörper (TG-AK) und
  • Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-AK).

Indikationen für einen Schilddrüsenantikörper-Test

Durchgeführt wird ein Schilddrüsenantikörper-Test in der Regel, um eine Schilddrüsenerkrankung, die durch eine Autoimmunreaktion entsteht, von anderen Schilddrüsenkrankheiten zu unterscheiden. Darüber hinaus kommt der Test bei einer vergrößerten Schilddrüse (Kropf) oder zur Nachsorge zur Anwendung.

In manchen Fällen können auch mehrere Schilddrüsenantikörper-Tests erfolgen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Patient unter einer Krankheit wie

leidet. So besteht die Möglichkeit, dass es im Verlauf dieser Erkrankungen zu einer Beteiligung der Schilddrüse kommt. Das Messen der Antikörper erfolgt normalerweise aus dem Blutserum.

Auf Heparinplasma, EDTA-Plasma oder Citratplasma greift man dagegen nur selten zurück. Die weitere Behandlung der Schilddrüsenerkrankung richtet sich nach den Testergebnissen.

Tastuntersuchungen sin ein wichtiger Bestandteil bei der Schilddrüsendiagnostik

Ärztin untersucht die Schilddrüse eines Mannes durch Abtasten am Hals
thyroid function examination © Alexander Raths - www.fotolia.de

Die Schilddrüse sollte vor allem bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig abgetastet werden, damit man auffällige Befunde wegen Zeitmangels nicht übersieht. Während es vor einigen Jahrzehnten wegen der unterschiedlichen Jodversorgung in Deutschland noch geografische Unterschiede gab, ist das Risiko von einer vergrößerten Schilddrüse mittlerweile von München bis Kiel gleich.

Weil die Schilddrüsen nach innen wachsen können und der Hals ein weiches Organ ist, sollte man sie auch dann abtasten, wenn man keine Vergrößerungen vermutet. Schließlich können die Schilddrüsen von Patientinnen auch dann Vergößerungen aufweisen, wenn diese gewöhnliche Laborparameter haben.

Für das Abtasten der Schilddrüse muss man seinen Kopf etwas in den Nacken legen und den Hals möglichst weit strecken.

Ein einfacher Schlucktest gibt Auskunft über eine Vergrößerung der Schilddrüse

Blaue 3-D-Grafik der Schilddrüse im Oberkörper/Halsbereich, gelb-rot leuchtend hervorgehoben
Human Thyroid Gland © nerthuz - www.fotolia.de

Eine Vergrößerung der Schilddrüse entsteht häufig durch Jodmangel und kann im schlimmsten Fall zu Schilddrüsenkrebs führen. Ein einfacher Test, den jeder selbst durchführen kann, soll zeigen ob die Schilddrüse vergrößert ist und weiter Untersuchungen nötig sind.

Hierzu benötigt man ein Glas Wasser und einen Handspiegel. Man hält den Spiegel so, dass der Bereich zwischen dem Kehlkopf und den beiden Schlüsselbeinen gut sichtbar ist, wenn man den Kopf weit in den Nacken legt. In dieser Position schluckt man das Wasser runter und achtet darauf, ob eine Schwellung sichtbar wird. Ist dies der Fall, wird empfohlen einen Facharzt aufzusuchen.

Schilddrüsenuntersuchung in der Schwangerschaft wichtig - Jodmangel gefährdet das Kind

Ultraschalluntersuchung bei einer Schwangeren in weißem Top und blauer Jogginghose
doctor conducting the ultrasound procedure to pregnant woman © Olesia Bilkei - www.fotolia.de

Während der Schwangerschaft gibt es eine Reihe von Untersuchungen, die zum Wohle des Ungeborenen und auch zum Wohle der werdenden Mutter durchgeführt werden sollten. Einige übernehmen die Krankenkassen ohnehin, andere werden nur empfohlen, gehören aber nicht in den eigentlichen Katalog der Vorsorge. Einen solchen Fall stellt die Schilddrüsenuntersuchung dar.

Die DGE, die "Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie" empfiehlt bereits seit Jahren, dass man die Schwangeren auf ihre Schilddrüsenwerte hin untersucht. Bisher haben die Krankenkassen dies noch nicht in ihren Katalog aufgenommen, doch die Gefahr durch ungesunde Werte ist definitiv gegeben. Leidet die Mutter an einem Jodmangel, kann das dazu führen, dass die Schilddrüse nicht richtig arbeiten kann und dies wirkt sich im schlimmsten Fall auch auf den Fötus aus. Werdende Mütter brauchen mehr Jod als andere Frauen, da ihre Schilddrüse circa 50 Prozent mehr an Hormonen für die Schwangerschaft produzieren muss. Fehlen diese Hormone, können Frühgeburten und auch Fehlgeburten die unmittelbare Folge sein. Doch auch wenn die Schwangerschaft zunächst normal verläuft, kann eine unentdeckte Schilddrüsenfehlfunktion dazu führen, dass das Kind später eine verzögerte Entwicklung hat. Dies kann sowohl das Denkvermögen als auch die motorische Entwicklung betreffen. Es sind auch Fälle dokumentiert, in denen das Hörvermögen eingeschränkt war.

Grundinformationen zur Schilddrüse

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: schilddrüse frau frontal © axel kock - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Schilddrüse der Faru, Aussehen und Lage © lom123 - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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