Bereiche und Teilgebiete der Medizinforschung und die größten Errungenschaften der letzten 50 Jahre

Durch die medizinische Forschung wurden zahlreiche Errungenschaften wie Impfungen, Antibiotika oder die Anästhesie ermöglicht. Auch in der heutigen Zeit ist sie nach wie vor unverzichtbar.

Von der Antibabypille bis zur oralen Rehydrationstherapie - Geforscht wird z.B. im Bereich Krebstherapie, Medikamentenentwicklung und Medizintechnik

Bereiche und Teilgebiete der Medizinforschung

Unter der Medizinforschung versteht man das Entwickeln und Anwenden von neuen und besseren Behandlungsmethoden. Dazu zählen unter anderem die Entwicklung und Erprobung von neuen

Man kann den Forschungsprozess auf unterschiedliche Art und Weise untergliedern. Bei der Grundlagenforschung geht es darum, sein Wissen zu erweitern; das zu behandelnde Thema von grundauf theoretisch zu verstehen. Die praktische Anwendung dieses Wissens steht dabei nicht an erster Stelle; dieses Wissen dient jedoch als Grundlage für alle folgenden Schritte der Forschung.

Im Rahmen der translationalen Forschung geht es darum, die Erkenntnisse, die man aus der Grundlagenforschung gewonnen hat, weiter zu entwickeln, damit man sie für den Menschen nutzbar machen kann. Als Beispiel wäre die Produktion eines neuen Medikaments zu nennen.

Die anwendungsorientierte Forschung oder Zweckforschung dient der Verwertung der Erkenntnisse im wirtschaftlichen Bereich. In diesem Teil entstehen beispielsweise neue medizinische Geräte oder diverse Labortests.

Die vorklinische Forschung beschreibt Untersuchungen an Tieren oder mit Zellkulturen, während sich die klinische Forschung mit Studien an Patienten oder Probanden beschäftigt.

Die klinische Forschung beschreibt Studien an menschlichen Testpersonen
Die klinische Forschung beschreibt Studien an menschlichen Testpersonen

Untergliederung

Die Medizinforschung ist ein umfangreiches Gebiet, das von zahlreichen Kliniken und Forschungsinstituten betrieben wird. Aufgrund der vielfältigen Lehren und der ständigen Zunahme von Wissen wurde die Medizin in zahlreiche Fachgebiete und Unterspezialisierungen aufgegliedert.

Die Basis der modernen Medizin und damit auch der Medizinforschung bilden die Naturwissenschaften wie

  • Chemie
  • Biologie und
  • Physik.

Zu den speziellen Bereichen zählen die

  • Anatomie
  • Biochemie
  • Humanbiologie und
  • Physiologie,

die durch die Psychologie und Sozialwissenschaften ergänzt wird. In der heutigen Zeit ist die Medizinforschung unverzichtbar, da sich die Forschungsergebnisse lebensrettend auf zahlreiche Patienten auswirken können. So wird unter anderem nach Impfstoffen für Krankheiten geforscht, die heute noch als unheilbar gelten.

Krebsforschung

Ein wichtiger Teilbereich der medizinischen Forschung ist die Krebsforschung, da Krebs nach wie vor zu den weltweit höchsten Todesursachen gehört. Aufgrund neuartiger Therapien und Medikamente konnte jedoch die Lebenserwartung zahlreicher Krebspatienten gesteigert werden.

Entwicklung von Medikamenten

Besonders wichtig für die medizinische Forschung ist die Entwicklung und Erprobung von neuen oder verbesserten Medikamenten. Diese müssen jedoch gründlich getestet und analysiert werden, bevor sie auf den Arzneimittelmarkt gelangen, sodass es oft Jahre dauert, bis ein neues Präparat zur Anwendung kommt.

Neben Tierversuchen ist auch eine Erprobung am Menschen erforderlich. Zu diesem Zweck greift man auf freiwillige Probanden zurück, die im Rahmen von klinischen Studien als Medikamententester fungieren, um der medizinischen Forschung neue Erkenntnisse zu ermöglichen.

Medizintechnik

Ein äußerst wichtiger Bereich der Medizinforschung ist die Medizintechnik, die man auch als biomedizinische Technik bezeichnet. Durch sie wurden zahlreiche Errungenschaften der Medizin wie zum Beispiel

entwickelt. Dabei kommt es zu einer Kombination aus medizinischem Wissen und Kenntnissen aus dem technischen Bereich.

Unterstützung

Zu den wichtigsten Unterstützern der medizinischen Forschung gehören

  • der Staat
  • Pharmaunternehmen und
  • private Spender.

Diese ermöglichen eine unablässige Suche nach neuen Medikamenten, Verfahren und technischen Hilfsmitteln, die dabei helfen, die Lebenserwartung und die Lebensqualität des Menschen zu steigern.

Meilensteine der Medizinfoschung
Meilensteine der Medizinfoschung

Die größten Errungenschaften der letzten 50 Jahre

In der Geschichte der Medizin spielte die Medizinforschung stets eine bedeutende Rolle. Sie ermöglichte in der Vergangenheit zahlreiche große Errungenschaften und Fortschritte wie beispielsweise

  • die Anästhesie
  • Antibiotika
  • das Röntgenverfahren
  • die Immunologie sowie
  • die Entwicklung von Impfstoffen.

Auch in den letzten 50 Jahren wurden durch die Medizinforschung etliche medizinische Fortschritte ermöglicht.

Antibabypille

Die Antibabypille revolutionierte die Sexualität
Die Antibabypille revolutionierte die Sexualität

Als eine der größten medizinischen Errungenschaften der letzten 50 Jahre gilt die Antibabypille, die eine völlig neuartige Form von Empfängnisverhütung ermöglichte und dadurch in den 60er Jahren die Sexualität revolutionierte.

Bei einer korrekten Einnahme der Pille kann eine Schwangerschaft mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent verhindert werden. Die erste Antibabypille wurde im August 1960 in den USA auf den Markt gebracht und trug den Namen Enovid.

Computertomographie

Eine weitere bedeutende Errungenschaft der modernen Medizinforschung ist die Computertomographie (CT). Dabei handelt es sich um eine rechnerbasierte Auswertung von verschiedenen Röntgenaufnahmen, die aus unterschiedlichen Richtungen aufgenommen werden, wodurch ein dreidimensionales Bild erzeugt wird.

Ermöglicht wurde die Computertomographie durch die Forschungsarbeiten des Physikers Allan M. Cormack (1924-1998) und den Elektrotechniker Godfrey Houndsfield (1919-2004), die beide für ihre Arbeit mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet wurden. Die erste Untersuchung eines Menschen durch die Computertomographie fand im Jahr 1971 statt.

Die erste computertomographische Untersuchung fand im Jahr 1971 statt
Die erste computertomographische Untersuchung fand im Jahr 1971 statt

Magnetresonanztomographie

Mit der Magnetresonanztomographie können Struktur und Funktion von Organen und Geweben bildlich darg
Mit der Magnetresonanztomographie können Struktur und Funktion von Organen und Geweben bildlich dargestellt werden

Die Magnetresonanztomographie ist ein bildgebendes Diagnoseverfahren, das in den 70er Jahren von dem Radiologen Paul Christian Lauterbur (1929-2007) und dem Physiker Peter Mansfield entwickelt wurde. Beide erhielten dafür den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Mithilfe der Magnetresonanztomographie, die auch Kernspintomographie genannt wird, können Struktur und Funktion von Organen und Geweben bildlich dargestellt werden.

Orale Rehydrationstherapie

Bei der oralen Rehydrationstherapie (ORT) handelt es sich um eine einfache Behandlung mit einer Salz-Zuckerlösung, die 1964 eingeführt wurde. Durch die Zufuhr von Flüssigkeit bei schweren Durchfallerkrankungen oder Cholera lässt sich ein lebensgefährliches Austrocknen des Körpers vermeiden. Zahlreiche Kinder der Dritten Welt konnten durch die orale Rehydrationstherapie vor dem Tode bewahrt werden.

Evidenzbasierte Medizin

Als evidenzbasierte Medizin (EbM) bezeichnet man eine moderne Richtung der Medizin. Dabei wird die Behandlung eines Patienten stets auf der Grundlage von aktuellen Forschungskenntnissen vorgenommen.

Auch die individuellen Daten des Patienten und die Erfahrungswerte des behandelnden Arztes spielen eine wichtige Rolle. Geprägt wurde der Begriff "Evidenzbasierte Medizin" zu Beginn der 90er Jahre.

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Quellenangaben
  • Laboratory © Sebastian Duda - www.fotolia.de
  • Mikroskop im Labor © psdesign1 - www.fotolia.de
  • Birth Control Pills and a Condom. Contraception methods... © ZTS - www.fotolia.de
  • birth control pills © Hamiza Bakirci - www.fotolia.de
  • Arzt, Patientin und Krankenschwester bei CT Tompgraphie im Krankenhaus, Bild durch die Röhre des Geräts © Kzenon - www.fotolia.de
  • Magnetresonanztomograph © Robert Kneschke - www.fotolia.de

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