20. Mai 2010
Als Magen bezeichnet man ein muskulöses Hohlorgan im Verdauungstrakt. In ihm wird die Nahrung durch den Magensaft zerkleinert.
Der menschliche Magen (Ventriculus) ist ein wichtiges Organ des Verdauungstrakts. Er sorgt mithilfe des Magensaftes für die Zerkleinerung der aufgenommenen Nahrung. Auf diese Weise entsteht ein Speisebrei, der nach und nach zur weiteren Verdauung in den Dünndarm gelangt.
Bei dem Magen handelt es sich um ein Hohlorgan aus Muskelgewebe. Innen ausgekleidet ist er mit Schleimhaut. Der Magen hat die Form eines gekrümmten Sacks oder Schlauchs und befindet sich im oberen Quadranten des Bauchraums in der Nähe des Zwerchfells (Diaphragma) zwischen dem Zwölffingerdarm (Duodenum) und der Speiseröhre (Ösophagus). Die Magenseite, die nach außen hin gewölbt ist, bezeichnet man als große Magenkrümmung oder große Kurvatur. Sie richtet sich nach links unten. Dagegen ist die gegenüberliegende Magenseite, die eine Wölbung nach innen hat und die man kleine Magenkrümmung oder kleine Kurvatur nennt, nach oben rechts gerichtet. Den Eingang des Magens bildet der so genannte Magenmund (Kardia), der ca. ein bis zwei Zentimeter breit ist. Über dem Mageneingang befindet sich der bindsackartige Magengrund, der auch als Fundus oder Magengewölbe bezeichnet wird. Passiert die Nahrung den Mageneingang, gelangt sie weiter zum Magenkörper (Korpus), der den Hauptabschnitt des Magens bildet und sich bis zum Pförtnerabschnitt erstreckt. Dieser wiederum bildet den Übergang zum Zwölffingerdarm und wird in das Antrum (Eingangssegment), den Pförtnerkanal sowie den Pylorus (Magenpförtner) unterteilt. Letzterer besteht aus einem ringförmigen Schließmuskel und sorgt für den Verschluss des Magenmunds. Im Inneren des Magenkörpers wird die Nahrung durch wellenförmige Kontraktionen hin und her geschoben und schließlich zum Magenpförtner geleitet. Durch die kräftigen Bewegungen der Muskelwand des Hohlorgans wird dazu beigetragen, die Nahrung zu zerkleinern. Außerdem kommt es zu einer fortwährenden Durchmischung des Mageninhalts mit dem sauren Magensaft, der mit seiner Säure und seinen Verdauungsenzymen den Speisebrei (Chymus), eine halbverdaute Flüssigkeit, bildet. Dieser Speisebrei gelangt über den Magenpförtner nach und nach in den Zwölffingerdarm. Auf diese Weise verbleibt die Nahrung, die bei einer Mahlzeit aufgenommen wurde, für einen längeren Zeitraum im Magen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Magens ist die Magenschleimhaut (Tunica mucosa gastrica), die das Organ vor einer Selbstverdauung durch den Magensaft bewahrt. Dazu produzieren oberflächliche Schleimhautzellen (Mukosazellen) eine bis zu 0,5 Millimeter dicke Schleimhautschicht, von der der Magen vollständig ausgekleidet wird. Zum weiteren Schutz des Magens sondern die Zellen Bikarbonat ab, das die Magensäure stark abschwächt. Unter dem Magensaft versteht man eine wässrige Flüssigkeit, zu deren Bestandteilen Salzsäure mit einem pH-Wert von 1,5–2, Bikarbonate, das Verdauungsenzym Pepsin, der Intrinsic-Faktor und Schleim gehören. Gesteuert wird die Bildung des Magensaftes durch körpereigene Hormone, Signale des Nervensystems sowie lokale Einflüsse von bestimmten Nahrungsmitteln. Darüber hinaus koppelt sich die Produktion des Magensaftes an den Füllungszustand des Organs. Pro Tag stellt die Magenschleimhaut etwa zwei bis drei Liter Magensaft her. Produziert wird der Saft von den Magendrüsen, die man in Fundusdrüsen, Kardiadrüsen und Pylorusdrüsen unterteilt. Diese befinden sich in kleinen Grübchen der Schleimhaut. Zusammengesetzt werden die Drüsen aus unterschiedlichen Zelltypen wie den Hauptzellen, den Nebenzellen und den Belegzellen. Während die Hauptzellen Pepsinogene, eine Vorstufe des Enzyms Pepsin, bilden, stellen die Belegzellen die Magensäure sowie den Intrinsic-Faktor, ein spezielles Eiweiß, her. Durch die Nebenzellen wird schützender Schleim abgesondert.
Neben der Verdauung hat die Magensäure noch eine weitere wichtige Funktion. Da sie eine Barriere gegen schädliche Bakterien bildet, stellt sie auch einen Schutz vor Erkrankungen dar, denn der Großteil der Bakterien wird im Magen vernichtet.
Im leeren Zustand hat der Magen eine Länge von ca. zwanzig Zentimetern. Sein Fassungsvermögen liegt im Durchschnitt zwischen 1,2 und 1,6 Litern. Darüber hinaus spielen auch individuelle Faktoren wie Füllungszustand, Körperlage und Lebensalter eine Rolle bei Größe und Form des Magens.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
GESTERN | |
![]() | MAGEN |
16.01.12 | |
![]() | MAGEN |
21.11.11 | |
![]() | MAGEN |
16.09.11 | |
![]() | MAGEN |
04.08.11 | |
![]() | MAGEN |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Magen Forum

