22. April 2010
Als Fettgewebe bezeichnet man eine spezielle Form des Bindegewebes. Zu seinen Aufgaben gehört die Speicherung von Fettreserven.
Unter dem Fettgewebe versteht man eine besondere Form des Bindegewebes. Es kommt an verschiedenen Stellen des Körpers vor und wird aus Adipozyten (Fettzellen) aufgebaut. Diese Fettzellen speichern Fett in ihrem Zellleib und geben es bei Bedarf wieder frei. Fettzellen können nahezu überall im Körper, entweder einzeln oder in Gruppen, vorkommen. Dabei sind sie in das lockere Bindegewebe eingelagert. Im Fettgewebe befinden sich dagegen zahlreiche Fettzellen, die vom Bindegewebe in Läppchen zusammengefasst werden.
Beim Fettgewebe wird zwischen zwei Formen unterschieden, dem weißen und dem braunen Fettgewebe. Diese haben verschiedene Aufgaben. Spricht man vom Fettgewebe, meint man damit in erster Linie das weiße Fettgewebe, denn dieses kommt im menschlichen Körper wesentlich häufiger vor als das braune Gewebe. Zu den Aufgaben des weißen Fettgewebes gehören drei Funktionen. Zum einen dient es zur Speicherung von Lipiden, fettlöslichen Vitaminen und Wasser. Es sorgt also für das Anlegen von Energiereserven für den Körper. Da dieser über einen hohen Fettanteil verfügt, kann ein Mensch sogar bis zu 40 Tage ohne die Zufuhr von Nahrung auskommen. Während sehr schlanke Menschen und Sportler einen Fettanteil von 10 Prozent im Körper haben, verfügen normalgewichtige Menschen über einen Anteil von 15–25 Prozent. Bei fettleibigen Menschen kann der Fettanteil des Körpergewichts sogar mehr als 50 Prozent betragen. Dieses Depotfett befindet sich vor allem in der Subkitis, dem Fettgewebe der Unterhaut und macht sich als Speckschicht am Bauch, am Bauchfell und am Gesäß bemerkbar.
Die zweite Aufgabe des weißen Fettgewebes ist die Isolation von Wärme. Dabei sorgt vor allem das Fett in der Haut dafür, dass es nicht zu einem zu raschen Wärmeverlust des Körpers kommt. Mit einem Anteil von 65 Prozent befindet sich das meiste Gesamtfett in der Unterhaut. Der Rest verteilt sich auf den Bauchraum. Die dritte Funktion des weißen Fettgewebes ist das Bilden eines mechanischen Schutzes an bestimmten Körperstellen. Dazu gehören die Gelenke, das Gesäß, die Fußsohlen, der Augapfel, die Nieren und die Herzkranzgefäße. Dieses so genannte Baufett bildet zudem die letzte Reserve im Falle von Nahrungsmangel.
Das braune Fettgewebe, das im Körper eines erwachsenen Menschen nur an wenigen Stellen zu finden ist, dient zur direkten Erzeugung von Wärme. Bei Neugeborenen hat das braune Fettgewebe einen Anteil von ca. 5 Prozent am Körpergewicht und konzentriert sich dabei an den großen Blutgefäßen im Brustkorb sowie am Rücken. Für Säuglinge kann das Erzeugen von braunem Fett lebenswichtig sein, da sie für Unterkühlungen sehr empfindlich sind. Bei Erwachsenen findet man braunes Fettgewebe nur als Reste an den Nieren, den großen Arterien, unter den Achseln und am Mediastinum (Mittelfell).
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