Das Fettgewebe - Wichtig für die Wärmeproduktion, als Energiereserve sowie als Polsterung

Grafische Darstellung Fettzellen

Man unterscheidet weißes und braunes Fettgewebe; der Anteil des weißen Fettgewebes ist deutlich höher

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  • von Paradisi-Redaktion

Als Fettgewebe bezeichnet man eine spezielle Form des Bindegewebes. Zu seinen Aufgaben gehört die Speicherung von Fettreserven.

Aufbau

Unter dem Fettgewebe versteht man eine besondere Form des Bindegewebes. Es kommt an verschiedenen Stellen des Körpers vor und wird aus Adipozyten (Fettzellen) aufgebaut. Diese Fettzellen speichern Fett in ihrem Zellleib und geben es bei Bedarf wieder frei.

Fettzellen können nahezu überall im Körper, entweder einzeln oder in Gruppen, vorkommen. Dabei sind sie in das lockere Bindegewebe eingelagert. Im Fettgewebe befinden sich dagegen zahlreiche Fettzellen, die vom Bindegewebe in Läppchen zusammengefasst werden.

Braune Fettzellen bezeichnet man als plurivakuolär. Sie sind mit kleinen Lipidtropfen ausgefüllt und besitzen zahlreiche Mitochrondrien, welche Proteine enthalten, die den Zellen ihre braune Farbe verleihen. Weiße Fettzellen sind hingegen univakuolär und enthalten nur einen großen Lipidtropfen, die so genannte Vakuole.

Diese drückt den Zellkern an den Zellrand und wird von Intermediärfilamenten, Proteinstrukturen, die für die Stabilität zuständig sind, umgeben. Eingehüllt ist jede Fettzelle von einer Schicht aus Proteinen, welche man als Basallamina bezeichnet.

Fettzellen bei Mann und Frau genetisch unterschiedlich?

Dass Männer und Frauen unterschiedlich sind, ist allgemein bekannt. Und dennoch haben wir bisher angenommen, dass wir zumindest hinsichtlich der Ernährung halbwegs gleich funktionieren.

Ein Forscherteam aus Amerika hat nun anhand von Mäusen festgestellt, dass es zwischen den Geschlechtern offenbar erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Art und Weise der Fettzellen gibt. Die Forscher des Southwestern-Medical-Zetrums in Dallas, das zur renommierten "Universität of Texas" gehört, sagten, dass sie überaus überrascht gewesen seien, als sie genetisch deutliche Abweichungen zwischen männlichen und weiblichen Fettzellen feststellen mussten.

Durchführung und Ergebnis der Studie

Die Wissenschaftler sahen sich bei ihren Untersuchungen die Gene der Fettzellen von männlichen und weiblichen Mäusen etwas genauer an. Von über 40.000 Genen waren nur 138 bei beiden Geschlechtern gleich.

Dr. Deborah Clegg, eine der leitenden Autorin der Untersuchung, sagte, dass sie eigentlich genau das gegenteiliges Verhältnis erwartet habe - dass 138 Gene bei den männlichen und weiblichen Mäusen unterschiedlich wären, der Rest aber identisch.

Die Forscherin fanden bei ihrer Studie weitere Unterschiede heraus. Männliche Mause, die auf eine fettreiche Diät gesetzt wurden, nahmen mehr an Gewicht zu und hatten einen größeren Anteil an stark entzündeten Fettgewebe, als die Weibchen, die die gleiche Nahrung erhielten. Wenn den Weibchen jedoch die Ovarien entfernt wurden, nahmen sie ebenfalls stärker zu und sammelten das Fettgewebe eher am Bauch an.

Fazit

Die Wissenschaftler sehen darin einen Zusammenhang zur Menopause, in der Frauen häufig mit einer ungewollten Fettzunahme in der Bauchregion zu kämpfen haben. Die bisherigen Untersuchungen können zwar den genauen Mechanismus, der hinter der Verlagerung der Fettspeicherung steckt, nicht erklären, aber die Ergebnisse aus Texas bringen die Wissenschaft einen großen Schritt näher an die Antwort heran. Die Ergebnisse der Studie wurden im "International Journal of Obesity" veröffentlicht.

Funktion

Weißes Fettgewebe

Beim Fettgewebe wird zwischen zwei Formen unterschieden, dem weißen und dem braunen Fettgewebe. Diese haben verschiedene Aufgaben. Spricht man vom Fettgewebe, meint man damit in erster Linie das weiße Fettgewebe, denn dieses kommt im menschlichen Körper wesentlich häufiger vor als das braune Gewebe.

Drei Funktionen

Zu den Aufgaben des weißen Fettgewebes gehören drei Funktionen. Erste Aufgabe ist die Speicherung von

  • Lipiden
  • fettlöslichen Vitaminen und
  • Wasser.

Es sorgt also für das Anlegen von Energiereserven für den Körper. Da dieser über einen hohen Fettanteil verfügt, kann ein Mensch sogar bis zu 40 Tage ohne die Zufuhr von Nahrung auskommen.

Während sehr schlanke Menschen und Sportler einen Fettanteil von zehn Prozent im Körper haben, verfügen normalgewichtige Menschen über einen Anteil von 15–25 Prozent. Bei fettleibigen Menschen kann der Fettanteil des Körpergewichts sogar mehr als 50 Prozent betragen. Dieses Depotfett befindet sich vor allem in der Subkitis, dem Fettgewebe der Unterhaut und macht sich als Speckschicht am Bauch, am Bauchfell und am Gesäß bemerkbar.

Die zweite Aufgabe des weißen Fettgewebes ist die Isolation von Wärme. Dabei sorgt vor allem das Fett in der Haut dafür, dass es nicht zu einem zu raschen Wärmeverlust des Körpers kommt. Mit einem Anteil von 65 Prozent befindet sich das meiste Gesamtfett in der Unterhaut. Der Rest verteilt sich auf den Bauchraum.

Die dritte Aufgabe des weißen Fettgewebes ist das Bilden eines mechanischen Schutzes an bestimmten Körperstellen. Dazu gehören:

  • die Gelenke
  • das Gesäß
  • die Fußsohlen
  • der Augapfel
  • die Nieren
  • die Herzkranzgefäße

Dieses so genannte Baufett bildet zudem die letzte Reserve im Falle von Nahrungsmangel.

Braunes Fettgewebe

Das braune Fettgewebe, das im Körper eines erwachsenen Menschen nur an wenigen Stellen zu finden ist, dient zur direkten Erzeugung von Wärme. Bei Neugeborenen hat das braune Fettgewebe einen Anteil von ca. fünf Prozent am Körpergewicht und konzentriert sich dabei an den großen Blutgefäßen im Brustkorb sowie am Rücken.

Für Säuglinge kann das Erzeugen von braunem Fett lebenswichtig sein, da sie für Unterkühlungen sehr empfindlich sind. Bei Erwachsenen findet man braunes Fettgewebe nur als Reste an den Nieren, den großen Arterien, unter den Achseln und am Mediastinum (Mittelfell).

Studie: Gutes und schlechtes Fettgewebe - Braun gegen weiß

Rückansicht von unten: Übergewichtige Frau auf weißem Hintergrund
Detail Of Overweight Woman © Monkey Business - www.fotolia.de

Fett ist nicht gleich Fett. Das gilt nicht nur für die richtige Ernährung, sondern auch für unseren Körper selbst!

Schon seit längerem diskutieren Wissenschaftler die Bedeutung sogenannter brauner Fettzellen. Diese sorgen zum Beispiel bei Säuglingen für den typischen Babyspeck und sollen ganz im Gegensatz zu den sogenannten weißen Fettzellen sogar richtig gesund sein.

Offenbar verfügen übergewichtige Menschen über zu wenig braunes Fettgewebe. Dieses soll den Stoffwechsel ankurbeln und somit langfristig sogar die Entstehung bekannter Zivilisationskrankheiten, die durch Übergewicht begünstigt werden können, verhindern.

Thermogenese für braunes Fettgewebe

Das Zauberwort lautet "Thermogenese" - und wie man die auf Hochtouren bringt, darüber forschen Wissenschaftler aktuell in der ganzen Welt.

Als relativ gesichert gilt, dass moderate (!) Bewegung das braune Fettgewebe aktivieren kann. Hierdurch wird weißes Fettgewebe nach und nach in braunes umgewandelt. Wie Forscher vom Garvan Institute im australischen Sydney jetzt herausgefunden haben, können jedoch auch Kältereize einen ähnlichen Effekt bewirken.

In ihren Untersuchungen ließen sie die Probanden bewusst frieren - das Ergebnis: Rund 10 bis 15 Minuten täglich könnte dieselbe Menge an braunem Fettgewebe produzieren wie entsprechende Sporteinheiten. Genauere Zusammenhänge müssen aber weiterhin erforscht werden.

In keinem Fall sollten sich Übergewichtige selbst großer Kälte aussetzen - ob es bald eine medizinische Therapie hierfür geben wird, bleibt abzuwarten.

Fettzellen benötigen eine gewisse Zeit zur Reifung

3-D-Grafik mit vielen gelben Fettzellen vor hellblauem Hintergrund
Fat cells - 3D Rendering © fotoliaxrender - www.fotolia.de

An der Universität Texas wurde in Experimenten mit Mäusen herausgefunden, dass Fettzellen zunächst einen Reifeprozeß durchlaufen müssen.

Ein Forscherteam um die Molekularbiologen Jonathan Graff und Wei Tang untersuchte die unreifen Zellen, die sie in den Wänden der Blutgefäße im Fettgewebe fanden. Sie leuchteten bei den genetisch veränderten Mäusen grün, wodurch sie nicht nur gefunden, sondern auch in ihrer Entwicklung beobachtet werden konnten. Die Lokalisierung jener Zellen bestätigte Vermutungen, dass diese in Blutgefäßnähe zu finden sein. Von dort aus können sie bei kalorienreicher Ernährung die benötigten Stoffe für den Reifeprozeß aufnehmen.

Dieses Forschungsergebnis könnte auf dem Gebiet der Wundbehandlung nach Operationen besonders in fettgewebsreichen Bereichen einige Fortschritte mit sich bringen. Durch die Hemmung ihrer Funktion könnte aber ebenso Diabetes und Übergewicht auf eine neue Art behandelt werden.

Grundsätzlich verschieden: Art und Verteilung von Körperfett bei Mann und Frau

3-D-Grafik des Gewebes mit roten Blutgefäßen und vielen Fettzellen
Fettzellen © Spectral-Design - www.fotolia.de

Glaubt man den neusten Zahlen des Statistischen Bundesamtes, hat jeder zweite Deutsche Übergewicht. Die Körperfettverteilung ist bei Männern und Frauen grundsätzlich verschieden. Während sich die Depotfette bei Frauen an Oberschenkeln, Hüften und Po absetzen, lagern sich diese bei Männern oft unter den Bauchmuskeln ab. Der bekannte Bierbauch ist deshalb so gefährlich, weil sich die Fette direkt um die inneren Organe legen und das Herzinfarkt-Risiko massiv ansteigen lassen.

Auch haben beide Geschlechter vollkommen genetisch verschiedene Arten von Fettgewebe, was US-Wissenschaftlern in einem Experiment mit übergewichtigen Mäusen herausgefunden haben. Bei den männlichen und weiblichen Tieren glichen sich lediglich 138 der insgesamt 40.000 Fettzellen-Gene.

Negative Auswirkungen der Fettzunahme hängt von Körperregion ab

3-D-Grafik einer Gruppe von Fettzellen vor grünem Hintergrund
Fettzellen - 3d Render © fotoliaxrender - www.fotolia.de

In einer Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) haben sich Forscher der Mayo Clinic mit der Frage beschäftigt, wie viel Fett sich in welchen Körperregionen eines Menschen absetzt.

Dafür riefen sie eine achtwöchtige Studie ins Leben, an der 28 freiwillige Probanden teilnahmen. Diese aßen in dieser Zeit sehr viel Schokolade, Fast Food und tranken hochkalorische Getränke. Wie sich herausstellte, nahmen die Probanden während der Studie 2,5 Kilogramm am Bauch sowie 1,5 Kilogramm an den Oberschenkeln zu. So konnten die Forscher aufzeigen, dass sich die Anzahl der Fettzellen beim Menschen unterschiedlich auf die Körperregionen verteilt.

Sie beschreiben dieses Phänomen als Schutzmechanismus, durch welchen der Mensch große Mengen an Kalorien zu sich nehmen kann, ohne dass er gleich Gefahr läuft, an metabolischen Krankheiten zu erkranken. Denn nur das Fett am Bauch bringt ein hohes Risiko dafür mit sich.

Birne oder Apfel? Forscher finden Gen-Faktoren für die Verteilung von Körperfett

Wo im Körper sich das Fett ansammelt, hängt neben Lebensumständen auch von Genetik ab

Apfel und Birne auf weißem Hintergrund
Apfel und Birne ganz vor weißem Hintergrund © HAKOpromotion - www.fotolia.de

An welchen Stellen des Körpers sich Fett anlagert, hat mitunter genetische Faktoren. Wissenschaftler vom internationalen GIANT-Konsortium haben jetzt dreizehn genetische Faktoren gefunden, die für die Körperfett-Verteilungsmuster mitverantwortlich sind.

Unterschieden wird dabei zwischen der Apfelform, bei der das Fett eher am Bauch ansetzt, und der Birnenform, bei der es sich auf Hüfte, Beine und besonders den Po verteilt. Letztere trifft man vor allem bei Frauen an.

Ab wann man zum Typ "Birne" gehört

Im Zuge des wissenschaftlichen Mammutprojekts wurden in einer Meta-Analyse 60 Studien mit gut 200.000 Personen und über 2 Millionen Genvarianten ausgewertet. 300 Wissenschaftler waren an dieser Arbeit beteiligt.

Die Forscher erklärten jedoch auch, dass Lebensumstände und individuelle Gewohnheiten einen größeren Einfluss haben als die Genetik. Welcher Fett-Verteilungstyp man ist, kann über den Taille-Hüft-Quotienten errechnen. Dabei gilt es zunächst, den Taillen- sowie den Hüftumfang zu messen.

Wenn das Ergebnis aus dem Quotient der beiden Zahlen bei Frauen weniger als 0,85 und bei Männern weniger als 1 beträgt, gehört man zum Typ "Birne".

Gutes Fett, böses Fett - Geheimnis um Schlanksein gelüftet?

Abnehmen - Frau misst sich mit Maßband den Bauchumfang
waist measurement © Marc Dietrich - www.fotolia.de

Bei der Beantwortung der Frage, wieso manche Menschen scheinbar ohne zuzunehmen schlemmen können, während andere schon bei kleinen Mengen Nahrung an Gewicht zulegen, könnte die Wissenschaft jetzt einen entscheidenden Schritt weiter gekommen sein. Der Schlüssel zur Antwort liegt wieder einmal in der Unterscheidung zwischen gutem und schlechtem Fett, diesmal nicht auf dem Speiseplan, sondern im Organismus selbst.

Denn offenbar verfügt der Mensch sowohl über weißes Fettgewebe, welches also zum Beispiel für die Polsterbildung an Po, Hüften oder Bauch verantwortlich ist, wie auch über sogenanntes braunes Fettgewebe. Die Farbe erklärt sich durch die enorm gute Durchblutung. Überhaupt ist braunes Fettgewebe offenbar sehr viel aktiver als weißes Fettgewebe und sogar direkt an Stoffwechselvorgängen beteiligt. Die hierin enthaltenen Körperzellen funktionieren regelrecht wie ein Katalysator, der den Organismus auf Hochtouren bringt und dafür sorgt, dass ordentlich Energie verbraucht wird.

Devanjan Sikder und sein Team vom Sanford-Burham Medical Research Institute in Orlando, Florida haben jetzt untersucht, wieso das braune Fettgewebe bei einigen zu einem schnelleren Stoffwechsel führt, bei anderen jedoch offenbar inaktiv bleibt. Untersucht werden sollte diese Frage an Hand eines Tierversuchs mit Mäusen. Das Ergebnis: Ein ganz bestimmtes Hormon, Orexin, ist offenbar verantwortlich dafür, dass die Zellen im braunen Fettgewebe auf Hochtouren laufen. Fehlte das Hormon oder war es nur in geringer Konzentration vorhanden, dann funktionierte auch die Kalorienverbrennung deutlich schlechter. Die Wissenschaftler erhoffen sich aus diesem Versuch weitere Erkenntnisse für möglicherweise völlig neue Behandlungsmöglichkeiten bei Übergewicht.

Das bisher unbekannte Fettgewebe - Forscher finden die dritte Fettart beim Menschen

3-D-Grafik mit Adipozyten (Fettzellen) mit erkennbarem Zellorganell vor braunem Hintergrund
Adipozyten © Spectral-Design - www.fotolia.de

Bisher hat es sich erfolgreich vor allen wissenschaftlichen Untersuchungen versteckt, doch nun ist es Forschern aus den USA gelungen, es zu finden: das Fett unter dem Schlüsselbein.

Dabei handelt es sich um eine bisher vollkommen unbekannte Art von menschlichem Fett: das beige Fett. Damit ist es neben dem weißen und dem braunen Fett nun die dritte Art von Fettgewebe. Diese Fettzellen unter dem Schlüssbein wurde zwar schon 2009 entdeckt, doch damals ordnete man sie fälschlicherweise doch dem brauen Fett zu. Dies konnten die Forscher aus den USA nun korrigieren. Es handelt sich tatsächlich um eine eigene Art.

Während das weiße Fett am Bauch und an den Hüften ein großes Maß an Energie speichern kann, ist das braune Fett dafür bekannt, dass es bei Säugetieren vorkommt, die sich jedes Jahr zum Winterschlaf zurückziehen. Diese Fettzellen verbrennen Energie, um Wärme zu erzeugen. Bei Menschen tritt braunes Fett vor allen Dingen bei Säuglingen auf, wenn die jungen Menschen noch viel Wärme speichern müssen.

Das beige Fett nun unterscheidet sich im Aufbau vom braunen Fett. Das braune Fett stellt viel „UCP1“ her. Dies ist ein Eiweiß, das die Verbrennung von Kalorien möglich macht. Beiges Fett hat wenig UCP1. Man weiß aber bereits, dass das Hormon Irisin bewirken kann, dass auch das beige Fett viel UCP1 produziert und so Kalorien effektiv verbrennt. Genau das bietet der Medizin in naher Zukunft ganz neue Möglichkeiten. Man denkt bereits jetzt darüber nach, durch die Vergabe des Hormons diese Fettzellen zur effektiven Kalorienverbrennung anzuregen und so zu einem guten Diätmittel zu machen.

Fettzellen und der Schlaf - müde Zellen arbeiten langsamer

Grafische Darstellung Fettzelle, weißer Hintergrund
isolierte fettzelle © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Jeder Mensch leidet sichtlich, wenn er schlechten Schlaf oder eine zu kurze Nacht hatte. Doch nicht nur die Konzentration und die allgemeine Fitness nimmt ab, sondern auch das Risiko für Übergewicht oder sogar Diabetes gehen in die Höhe. Warum Schlafmangel das Dickwerden begünstigt, wusste man bisher nicht. Forscher bringen aber nun Licht in dieses Dunkel.

Fettzellen sind für den Stoffwechsel sehr wichtig, denn sie kümmern sich darum, ob Energie als Fettgewebe gespeichert oder im Körper verbrannt wird. Ihre „Arbeitskraft“ ist aber abhängig davon, ob der Organismus genügend Schlaf bekommt. Ist dem nicht der Fall, so kann man im Grunde sagen, dass die Fettzellen „müde“ sind und deswegen nicht die volle Leistung erbringen können. Für den Menschen kann das mit der Zeit spürbare Nebenwirkungen haben.

Dieser biochemische Zusammenhang ist eine neue Erkenntnis von Forschern aus den USA, die in einer Studie den Energiehaushalt von Probanden untersuchten. Sieben Teilnehmer mussten vier Nächte lang 8,5 Stunden schlafen. Im zweiten Teil der Untersuchung verkürzte man ihren Schlaf dann ebenfalls vier mal auf nur noch 4,5 Stunden. An allen acht Tagen mussten sie das gleiche Essen.

Danach wurde mittels Check up kontrolliert, wie die Fettzellen arbeiteten. Nach den kurzen Nächten reagierten diese weniger stark auf Insulin. Im Schnitt sank die Sensibilität um 30 Prozent. Zwar war die Studie recht klein, doch die Medizinwelt sieht die Ergebnisse als durchaus nachvollziehbar an. Weitere Untersuchungen sind daher bereits geplant.

Übergewicht bekämpfen - Kommunikationsmechanismus zwischen weißem und braunem Fett nutzen

Übergewichtige Frau macht Übungen am Gymnastikball
Workout With Fitness Ball © Lisa F. Young - www.fotolia.de

Menschen haben unterschiedliches Fett, und zwar weiße und braune Fettzellen. Forscher aus Boston haben in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke einen Mechanismus herausgefunden wie braunes und weißes Fettgewebe im Körper zusammenspielen.

Möglicherweise beeinflusst dieser Vorgang das Energiegleichgewicht und damit auch den Hang zum Übergewicht und Diabetes. Die Studie kann Anhaltspunkte geben, damit gegen Übergewicht wirksame Therapien aufgestellt werden können. Während weißes Fettgewebe das Zuviel an Nahrung speichert, wandelt braunes Fettgewebe die Nahrung in Körperwärme um.

Bisher ging man davon aus, dass braunes Fettgewebe vor allem in Säuglingen vorhanden ist. Jetzt stellten die Forscher fest, dass weißes Fettgewebe mit dem braunen Fettgewebe kommunizieren kann. Dieser Kommunikations-Mechanismus kann ein Meilenstein bedeuten in der Entwicklung von Bekämpfungsmöglichkeiten bei Adipositas und daraus resultierende Erkrankungen.

Wichtige Fettdepots - ab wann ist die Rede von zu viel Körperfett?

Grafische Darstellung Fettzellen
fettzellen © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Um Energie zu speichern, benötigt unser Körper Fettgewebe. Überall dort, wo dies möglich ist, brauchen wir Fettzellen auch für andere Funktionen, wie zum Beispiel als Schutz vor Wärmeverlust oder zu viel Druck. Doch so wichtig diese Zellen sind - im Übermaß und an bestimmten Stellen können sie auch schädliche Folgen haben.

Hierbei spielt das so genannte viszerale Fett eine Rolle, welches sich im Bauchraum befindet. Dieses Bauchfett sorgt für die Produktion von über 600 Botenstoffen, welche sich negativ auf unsere Gefäße auswirken und somit Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt begünstigen.

Gesundes Maß an Körperfett - Alter und Sportlichkeit beeinflussen Werte

Generell sagt man, ein gesunder Anteil an Körperfett läge bei Frauen mit Normalgewicht bei 20 bis 30, bei Männern bei 10 bis 20 Prozent. Je älter wir werden, desto höher ist der Anteil. Ein geringerer Wert macht sich vor allem bei Mädchen und jungen Frauen bemerkbar, dann kann es nämlich zu schwerwiegenden Hormonveränderungen kommen.

Wie bereits erwähnt, erhöht sich die Fettmenge im Alter; gleichzeitig kommt es zum Muskelabbau. Um diesem entgegen zu wirken, ist es wichtig, sich regelmäßig sportlich zu betätigen.

Sportler verfügen über eine geringere Körperfettmenge; auch die meist gesunde Ernährung sportlicher Menschen trägt dazu bei. Handelt es sich um Leistungssport, kann es vorkommen, dass der Fettanteil sogar unter zehn Prozent beträgt.

Beschwerden und Erkrankungen des Fettgewebes

Fettleibigkeit

Liegt eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung von Körperfett vor, spricht man von einer Fettleibigkeit oder auch Adipositas bzw. Obesitas. Dabei leiden die Betroffenen unter starkem Übergewicht, welches zahlreiche Erkrankungen zur Folge haben kann, wie etwa

und viele weitere. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt eine Fettleibigkeit vor, wenn der Body-Mass-Index über 30 kg/m² vorliegt.

Übergewicht und Folgeerkrankungen – die spezielle Fettverteilung bestimmt die Krankheiten

Grafik eines Fettgewebes mit vergrößerter Ansicht der Fettzellen
White adipose tissue, light micrograph and 3D illustration, hematoxilin and eosin staining, magnification 100x. Fat cells (adipocytes) have large lipid droplet which remains unstained © Dr_Kateryna - www.fotolia.de

Übergewicht belastet den Körper, das steht außer Frage. Doch wie schlimm die Kilos zu viel das Risiko für diverse Krankheiten steigern, liegt nicht nur an der Zahl der Kilos, sondern an der genauen Fettverteilung im Körper.

Leichte Speckröllchen, Probleme mit den Oberschenkeln oder dem Hintern belasten vielleicht die Psyche, mit Folgen für die körperliche Gesundheit ist aber nicht gleich zu rechnen. Viel gefährlicher ist es, wenn die inneren Organe verfetten, oder das Fett am Bauch deutlich Überhand nimmt. Der Körper reagiert auf derartiges Übergewicht in viele Fällen mit Diabetes oder Blutdruckproblemen. Auch das Atmen fällt zunehmend schwerer, da Herz und Kreislauf stark belastet sind. Wie können Sie erkennen, ob Sie gefährdet sind? Eine erste grobe Orientierung gibt Ihnen Ihr BMI (der Body-Mass-Index). Idealerweise befindet sich dieser zwischen 20 und 25. Besitzen Sie einen wert, der an und über die 30 geht, sollten Sie sich an Ihren Hausarzt wenden.

Fettleibigkeit steckt auch in den Genen

Bauch eines übergewichtigen Mannes, er drückt Bauchspeck vorne zusammen
Man holding his big fat belly isolated on white background © dundanim - www.fotolia.de

Forscher haben den Aufwand betrieben, die Gendaten von 250.000 Menschen zu erheben und auszuwerten. Man wollte der Fettleibigkeit weiter auf die Spur kommen und sehen, wie stark die Gene am Dicksein beteiligt sind. Dass am Bauch und an den Hüften Fettpolster entstehen, liegt natürlich auch an der Ernährung und dem gesamten Lebensstil. Doch die Forscher haben auch neue Gene entdeckt, die diese Anlagerung maßgeblich mit steuern. 13 Genen ist man dabei auf die Spur gekommen.

Diese Gene beeinflussen sehr wohl, wie anfällig man für die Extra-Pfunde ist. Daher kann tatsächlich der eine bei einem Stück Torte sofort zulegen, während ein anderer recht unbedacht essen kann und trotzdem weiterhin in die Lieblingsjeans passt. Vor den 13 neu entdeckten Genen kannte man schon 14 "Dickmacher-Gene", sodass man nun bei 27 angekommen ist. Die Analyse zeigte zudem, dass Frauen vom Dickwerden aufgrund der aktiven Gene eher und schneller betroffen sind, als Männer.

Übergewichtige Frauen haben größeres Brustkrebs-Risiko

Frau in pinkem Shirt trägt eine rosa Brustkrebs-Schleife auf der Brust und hält die Hände daneben
pink breast cancer awareness ribbon © ChenPG - www.fotolia.de

Übergewicht belastet die Gesundheit in vielerlei Hinsicht. Die Gelenke sind stärker belastet, das Herz muss härter arbeiten.

Neben diesen Risiken entsteht für Frauen aber noch eine ganz andere Gefahr, wie die Wissenschaft nun heraus fand. Übergewichtige Frauen haben ein größeres Risiko an Brustkrebs zu erkranken. In den USA ermittelte man, dass Frauen im Durchschnittalter von 40 Jahren bei Übergewicht ein gleich drei mal so großes Risiko haben, wie Frauen mit einem normalen BMI.

Die Zahlen stammen aus einer Studie mit knapp 45.800 Frauen. Ihre Daten wurden bereits 1989 aufgenommen und ihre gesundheitliche Entwicklung medizinisch überwacht. Bis 2005 hatte sich bei 620 der Teilnehmerinnen Brustkrebs gebildet. Weiter Untersuchungen ergaben dann, dass darunter vor allen Dingen Frauen mit einem hohen Anteil von Bauchfett waren. Probandinnen mit wenig Bauchfett erkrankten sehr selten an diesem Krebs. Das Bauchfett verändert laut aktuellen Forschungen den Stoffwechsel ungünstig und begünstigt so die Bildung von Tumoren in der weiblichen Brust.

Liegt Übergewicht in den Genen? Forscher analysieren Verteilung von Körperfett

Wie die Verteilung des Körperfetts und die Entstehungsmechanismen vieler Krankheiten zusammenhängen

Nahaufnahme Instrumente im Labor
strumenti laboratorio chimico © paolo toscani - www.fotolia.de

Über kaum etwas wird so viel geschrieben wie über Körperfett: Zuviel davon gilt aus Auslöser zahlreicher Zivilisationskrankheiten, doch zu wenig davon ist auch nicht gesund. Besonders wichtig ist dabei für die Medizin die Verteilung des Körperfettgewebes, die die Entstehung von Krankheiten beeinflusst.

Mögliche genetische Ursachen für die Körperfettverteilung

Wissenschaftler der Universität Regensburg haben sich nun mit den genetischen Ursachen für die Körperfettverteilung beschäftigt und im Rahmen einer genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) insgesamt 97 Genorte für den Body-Mass-Index (BMI) und 49 Genorte für den Taillen-Hüft-Umfang identifiziert.

Genorte für den BMI und den Taillen-Hüft-Umfang

Bei einer GWAS werden Statistiken ermittelt, die bestimmte genetische Variationen mit bestimmten Krankheiten in Verbindung setzen. So wurden in den Genorten für dem BMI Gene entdeckt, die direkt in der Appetitsignalkette liegen und im Gehirn und zentralen Nervensystem eine wichtige Rolle spielen.

Beim Taillen-Hüft-Verhältnis wurden dagegen Gene identifiziert, die für die Insulinregulation und die Entwicklung der Fettzellen wichtig sind.

Ziel der Studie

Die Forscher hoffen mit Hilfe der Studie den genetischen Faktoren auf die Spur zu kommen, die zur Entstehung von Übergewicht und Adipositas beitragen. Dies soll wiederum helfen, die Entstehungsmechanismen vieler Krankheiten besser zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln.

Birne vs. Apfel: Entscheidet die Bauchform über das Essverhalten?

Eine Forschergruppe aus Deutschland befasst sich näher mit dem Aussagewert der Körpermitte-Relationen

Apfel und Birne auf weißem Hintergrund
Apfel und Birne ganz vor weißem Hintergrund © HAKOpromotion - www.fotolia.de

Wie man es bereits bei der Po-Form kennt, so gibt es auch beim Bauch verschiedene Körpermodelle, die gern mit Obst verglichen werden.

  • Wer eine eher schlanke Körpermitte und dafür etwas mehr an Po und Oberschenkeln hat, der besitzt die klassische Birnenform.
  • Ist dagegen der persönliche Fettspeicher eher in der Mittel, entspricht die Apfelform dem eigenen Bauch.

Eine Forschergruppe aus Deutschland hat sich nun mit der Frage beschäftigt, ob die Bauchform einen Aussagewert im Bezug auf das Essverhalten hat. Kann man allein durch das Vermessen der Körpermitte bereits eine Prognose darüber treffen, ob eine Person eher gesund isst, oder zu Essproblemen neigt?

Der Aussagegehalt der Bauchform

Die Studie mit 300 Teilnehmerinnen kommt dabei zu dem Schluss: Ja, die Bauchform gibt einen klaren Anhaltspunkt und es ist der "Apfel-Typ", der eher zu Problemen neigt.

Die 300 Frauen der Studie ließen ihren Bauchumfang vermessen und in Relation zu Po und Oberschenkel konnte man sie so in die Apfel- oder Birnen-Gruppe einordnen. Zu Beginn der Untersuchung litt keine der Damen an einer Essstörung, obwohl die Probandinnen der Apfelgruppe bereits zum Start der Studie deutlich häufiger angaben, dass sie mit ihrer Körperform unzufriedener sind.

  1. Nach sechs Monaten und
  2. noch einmal nach zwei Jahren

befragte man die Frauen erneut zu ihrem psychischen Befinden und nach ihrem konkreten Essverhalten. Jetzt zeigten sich klare Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

Depression und Essattacken

Frauen der Apfel-Gruppe zeigten weiterhin vermehrt Tendenzen zur Depression. Außerdem berichteten sich deutlich häufiger über "Essanfälle", also Momente im Alltag, wo man übermäßig viel isst und dabei stückweise oder ganz die Kontrolle über das Konsumieren verliert.

Dieser Kontrollverlust beim Essen wird zum Teil mit den depressiven Symptomen der Betroffenen zusammenfallen, doch die Forscher vermuten außerdem eine hormonelle Komponente. Immerhin sind Fettzellen im Körper unter anderem dafür zuständig, dass Hormone ausgeschüttet werden. Diese Hormone geben dem Gehirn

Bei zu vielen Fettzellen in der Körpermitte könnte der Signalweg gestört sein und das führt immer wieder zu unkontrolliertem Essen.

Forscher können Fettzellen deaktivieren

Ein Forscher-Team aus dem australischen Melbourne erlebte jüngst einen Durchbruch bei seinen Arbeiten und hofft nun, den Weg für eine endgültige Lösung gegen Fettsucht und Übergewicht geebnet zu haben. Die Wissenschaftler am "Bernard O'Brien Institut" sind in den letzten vier Wochen zwei Chemikalien auf die Spur gekommen, die als An- und Ausschalter für Fettzellen fungieren und dafür sorgen, dass diese sich vergrößern oder vermehren.

Die Forscher haben außerdem zwei Wirkstoffe entwickelt, die Fettzellen in ihrer Funktionsweise hemmen können. Die Substanzen sollen nun in einer Langzeitstudie an Ratten getestet werden, um zu sehen, ob in weiteren Schritten eine Anwendung bei Menschen möglich wäre.

Genauere Ergebnisse noch nicht bekannt

Das Team am "Bernard O'Brien Institut" hat in den letzten zwei Jahren bereits mehrfach für Schlagzeilen in der Fachpresse gesorgt. Zum Beispiel, als es Ihnen gelang, aus Fettzellen Brust- und schlagendes Herzgewebe herzustellen. Da die Wissenschaftler die Ergebnisse ihrer Arbeit noch nicht offiziell publiziert haben, ist bislang noch nicht bekannt, um welche Enzyme und Wirkstoffe es sich genau handelt, die offenbar einen solch signifikanten Effekt auf die Lipidspeicher haben.

Professor Greg Dusting, der Leiter des Teams, verriet jedoch, dass die vorliegenden Resultate eine deutliche Sprache sprechen würden und eine entscheidende Bedeutung im Kampf gegen krankhafte Fettleibigkeit einnehmen werden. Er hofft, dass die Tierversuche innerhalb der nächsten zwei Jahre genügend Aufschluss darüber geben, inwieweit die Forscher das Wachstum der Fettzellen steuern können und ob die entwickelten Wirkstoffe, die auf molekularer Ebene arbeiten, für den Menschen ungefährlich sind.

Dusting rät trotz aller Zuversicht zu gemäßigten Erwartungen. Schließlich wisse man noch nicht, welche Nebenwirkungen das Deaktivieren von Fettzellen haben könnte und wie sich der Körper verhält, wenn er ein Kalorienüberschuss nicht als Fetteinlagerung kompensieren kann.

Das Institut hat es schon vor längerer Zeit geschafft, einen etwas faustgroßen Fettklumpen im Labor künstlich herzustellen. Bis vor wenigen Wochen war ihnen jedoch nicht genau klar, was das Wachstum der Fettzellen eigentlich anregt.

Oxidaseenzymen auf der Spur

Der Durchbruch kam in Zusammenarbeit mit der Melbourne-Universität, als zwei Oxidaseenzyme ausfindig gemacht werden konnten, die den Fettzellen Wachstum signalisieren. Mitarbeiter der Melbourne-Universität haben Ratten eine enorm kalorienreiche Diät verabreicht, die aus

bestand. Die Tiere haben in wenigen Wochen ihr Körpergewicht um mehr als 10 Prozent erhöht und litten zudem unter Bluthochdruck. Neben größerer Fettzellen konnten die Wissenschaftler ein erhöhtes Vorkommen eben jener Oxidaseenzyme feststellen, die sich später als An- und Ausschalter für das Fettzellenwachstum herausstellen sollten.

Laut Professor Dusting ist Fett der aktivste Stoff in unserem Organismus und hat eine unmittelbare Wirkung auf alle Organe. Gerade deshalb will er besonders vorsichtig mit seiner neuen Entdeckung umgehen, hofft aber, dass er allen krankhaft Übergewichtigen in absehbarer Zeit ein helfendes Medikament zur Seite stellen kann.

Übergewichtigentraum - Fettzellen abschalten?

Laborarzt mit blauer Schutzbrille schüttet orange Flüssigkeit aus Reagenzglas in Flasche
pouring © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

An genetisch veränderten Mäusen konnten Wissenschaftler aus Kalifornien ein bestimmtes Enzym, das sich überwiegend in Fettzellen befindet, ausschalten und damit die Mäuse bei bestem Appetit schlank halten.

Obwohl die Tiere gleich viel fraßen wie ihre normalen Artgenossen, nahmen sie nur etwa die Hälfte an Gewicht zu. Da das Enzym nicht mehr vorhanden war, konnten die Fettzellen auch kein Fett mehr speichern. Nachteilig zeigte sich allerdings, dass eine Resistenz gegen Insulin entstand und das Zuckerrisiko ansteigen ließ. Diese Aktivität des Enzyms einzuschränken, wird nun in weiteren Versuchen getestet.

Zellen aus Fettgewebe erlauben eine Umprogrammierung zu Stammzellen

Nahaufnahme Instrumente im Labor
strumenti laboratorio chimico © paolo toscani - www.fotolia.de

Überflüssiges Körperfett wird oftmals liebevoll Hüftgold genannt und könnte sich zumindest im medizinischen Sinne als Realität darstellen. Wissenschaftler der Stanford-Universität konnten nun in einer Studie herausfinden, dass sich aus den Fettzellen eines adipösen Menschen Stammzellen umprogrammieren lassen. Die Erkenntnisse konnten nach einer Fettabsaugung gewonnen werden und geben derzeit Hoffnung, dass Stammzellen sich wesentlich rascher zu neuen Weich- und Knochengewebe umwandeln lassen.

Bislang werden die so genannten iPS-Zellen (induzierten pluripotenten Stammzellen) zum Beispiel aus Hautzellen gewonnen, was jedoch einer mehrwöchigen Vorbereitungszeit bedarf.

Im Gegensatz hierzu lassen sich die Fettzellen gleich umprogrammieren, was auch wesentlich leichter vonstatten geht. Eingeleitet wird die Umprogrammierung durch einen Gentransfer, der allerdings noch ein Krebsrisiko beherbergt. Bei Tierversuchen konnten jedoch solche Umprogrammierungen bereits ohne einen Gentransfer durchgeführt werden, was erwarten lässt, dass über kurz oder lang das selbige auch beim Menschen funktionell werden könnte.

Ultraschall sagt Fettpolstern den Kampf an

Alter Mann erhält eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums
Ultrasound Examination © Barabas Attila - www.fotolia.de

Bereits seit längerer Zeit wird Ultraschall in der Medizin zur Diagnostik und auch therapeutisch eingesetzt. Seit wenigen Jahren weiß man zusätzlich auch, dass Ultraschall Fettpolstern erfolgreich den Kampf ansagt - durch sogenannte Kaviation. Das Prinzip ist simpel. Durch die Ultraschallenergie entstehen in den Fettpolstern Blasen. Diese zerfallen innerhalb von wenigen Momenten und öffnen die Zellwand. So wird ein Austreten des Fetts in die Lymphbahnen und der Abtransport durch das Blut ermöglicht.

Es ist extrem wichtig, die Ultraschallbehandlung durch Lymphdrainagen zu unterstützen, welche definitiv von einem qualifizierten Therapeuten durchgeführt werden sollten. Besonders erfolgreich wird die Behandlung an Bauch, Beinen, also an Oberschenkeln und den Waden und am Gesäß. Auch Oberarme werden häufig behandelt, doch die Behandlung ist keine Methode zur Gewichtsreduzierung, sondern lediglich eine Veränderung der Konturen der jeweiligen Fettpolster.

Schlanker durch Gefrieren von den Fettschichten

Durch Cryolipolyse kann das Abnehmen durch Einfrieren von Fettzellen vereinfacht werden

Grafische Darstellung Fettzelle, weißer Hintergrund
isolierte fettzelle © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

David Goldberg, ein Dermatologe, hilft Menschen beim Abnehmen ihrer Fettpolster, indem er diese nicht durch Hitze schmilzt, sondern durch Kälte. Dieses Verfahren nennt sich "Zeltig" und damit lassen sich 25 Prozent der Fettpolster an den Hüften, am Bauch oder auch an anderen Körperteilen behandeln. Aber große Fettpolster, beispielsweise am Po oder den Oberschenkeln lassen sich mit der Cryolipolyse genannten Therapie noch nicht behandeln.

Bei dieser Methode wird aus dem Fettgewebe die Wärme entzogen, so dass im Fazit die Zellen einfrieren und absterben, aber das umliegende Gewebe bleibt erhalten. Danach werden die abgestorbenen Zellen vom Körper auch selber abgebaut, was aber einige Zeit dauert, so dass erst danach der Erfolg auch sichtbar wird.

Cryolipolyse belastet die Leber und ist nicht für alle geeignet

In Amerika wird diese Behandlung schon öfters angewendet und jetzt ist es auch in Großbritannien auf dem Vormarsch, doch gibt es dort einige Experten, die davon nicht überzeugt sind wegen der Nebenwirkungen, weil zu viel zerstörtes Fettgewebe die Leber belastet.

Wer Probleme mit der Leber hat, für den könnte diese Behandlung sogar gefährlich sein, doch gibt es bislang noch keine Hinweise auf irgendwelche Nebenwirkungen. In Deutschland wird diese Behandlung noch nicht durchgeführt und ein Termin steht auch noch nicht fest.

Abnehmen durch Kälte

"CoolSculpting" - durch Gelpflaster mit Kältewirkung sollen Fettpolster verschwinden

Nahaufnahme übergewichtige Frau kneift sich seitlich in Bauch
Uebergewicht © bilderbox - www.fotolia.de

Die Fettabsaugung ist mittlerweile die beliebteste Art von Schönheitsoperationen, sogar die Brustvergrößerung verschwindet in ihrem Schatten. Doch eine Fettabsaugung ist nicht nur mit Schmerzen verbunden, man muss auch tief in die Tasche greifen um sich einen solchen Eingriff überhaupt leisten zu können.

Kalifornische Wissenschaftler haben aber jetzt eine Möglichkeit entwickelt durch die die Fettpolster wie von selbst schrumpfen, ohne Schmerzen und vergleichsweise günstig.

Wirkungsprinzip des "CoolSculpting"

Das sogenannte "CoolSculpting" funktioniert einzig und allein durch Kälte. Dabei wird ein Gelpflaster auf die gewünschten Stellen geklebt, das diese Regionen auf eine Temperatur unter 0 Grad Celsius bringt.

Durch die Kälte sterben die Fettzellen ab und werden nach und nach vom Körper ausgeschieden. Bei kleineren Problemzonen reicht eine Sitzung aus und schon sollen die Pfunde purzeln.

In England und Frankreich wird das CoolSculpting bereits in einigen Kliniken angeboten und die Patienten scheinen begeistert zu sein. Die Behandlung an sich soll zu Beginn zwar etwas unangenehm sein, aber keinerlei Schmerzen verursachen. Nach wenigen Monaten soll man schon den ersten Erfolg erkennen können.

Deutsche Forscher entdecken wirksame Diät

Braunes Fettgewebe verbrennt Kalorien - es gilt, überschüssige Kalorien dorthin zu bekommen

Nahaufnahme weiblicher Bauch mit Cellulite, Fettgewebe
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Etwa 70 Prozent aller erwachsenen US-Amerikaner sind übergewichtig. Das Phänomen kommt langsam auch in Europa an. Deshalb wird fieberhaft nach Möglichkeiten gesucht, Menschen wieder dünner zu machen. Eine ganz neue Methode wurde im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf getestet. Sie lautet sehr stark vereinfacht: Frieren.

Effekt auf Basis des braunen Fettgewebes

Die beiden Forscher Alexander Bartelt und Jörg Heeren erklärten dem Fachjournal "Nature Medicine" ihre Vorgehensweise. In einer Studie mit Tieren haben sie einen molekularen Mechanismus entdeckt, der zum schnellen Kalorienabbau führt.

Sie arbeiteten in dem Versuch mit Kälte, weisen aber darauf hin, dass man den Effekt auch pharmakologisch erzielen könnte. Der Effekt selbst beruht auf dem sogenannten "braunen Fettgewebe".

"Weißes Fettgewebe" speichert überflüssige Kalorien, "braunes Fettgewebe" verbrennt Kalorien. Es wirkt also genau umgekehrt. Die Frage war nun: Wie bekommt man die überflüssigen Kalorien aus dem "weißen Fett" ins "braune Fett"? Das haben die Forscher herausgefunden.

In ihrem Versuch wurde auch die Insulinresistenz der Tiere aufgehoben. Vielleicht ist damit auch ein wirksames Mittel gegen Diabetes Typ II beim Menschen entdeckt worden.

Mechanismus entdeckt, wie überschüssiges Fett abgebaut werden kann

Wissenschaftler entdeckten jetzt einen Mechanismus, der ein richtiges Stoffwechselprogramm in Bewegung bringen kann - braunes Fettgewebe wird Kälte ausgesetzt, so kann überschüssiges Fett innerhalb weniger Stunden abgebaut werden. Dadurch können über Nacht zu hohe Blutfettwerte erniedrigt werden. Selbst die Resistenz gegen Insulin wird aufgehoben.

Im Versuch wurde dies an Mäusen getestet, die im Verlauf der Untersuchung dann wesentlich an Umfang verloren.

US-Forscher können Ratten gegen Übergewicht impfen

Durch die Injektion eines Neuropeptids konnten Forscher bei Ratten Übergewicht vorbeugen

Zwei Hände ziehen eine Spritze mit einem Impfwirkstoff auf
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Sheng Bi lehrt und forscht an der US-amerikanischen Johns Hopkins University in Baltimore. Er hat im Fachmagazin "Cell Metabolism" über eine Studie berichtet, die er mit Ratten durchgeführt hat.

Diesen Ratten wurde ein gentechnisch veränderter Virus injiziert, der das Neuropeptid Y (NPY) ausschaltete. NPY ist ein appetitanregendes Hormon aus der Hirnregion des Hypothalamus.

Weniger Gewicht und mehr braunes Fettgewebe nach Behandlung

Die behandelten Ratten waren nach fünf Wochen viel schlanker als vorher, weil sie weniger fraßen und sich mehr bewegten. Auch ihre Blutzuckerwerte hatten sich verbessert. Nach fünf Wochen bekamen die behandelten und die unbehandelten Ratten sechs Wochen lang sehr fettreiches Futter. Die behandelten blieben dünn, die unbehandelten Ratten wurden dick.

Besonders überrascht waren die Forscher über die Tatsache, dass die behandelten Ratten plötzlich über viel mehr braunes Fett verfügten. Braunes Fett hat die Aufgabe weißes Fett zu verbrennen und in Wärme umzuwandeln. Normalerweise kommt braunes Fett nennenswert nur bei Babys vor. Bevor sich fettleibige Menschen diesen gentechnisch veränderten Virus spritzen lassen, wird aber sicher noch viel Zeit vergehen.

Gefäßprothese mit eigenen Stammzellen - revolutionäres Transplantat erstmals eingesetzt

Operation - Zwei Chirurgen mit grünem Kittel und blauer Haube beim Operieren
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Drei Patienten in den USA waren die ersten Menschen, denen 2011 eine sogenannte „periphere arterielle Gefäßprothese“ eingesetzt wurde. Dies ist eine Revolution in der Transplantationsgeschichte.

Diese Gefäßprothesen wurden aus Zellen der Patienten selbst gezüchtet. Dafür musste vor der eigentlichen Transplantation eine Fettabsaugung erfolgen. Das Fettgewebe wurde dann im Labor untersucht und die Stammzellen darin extrahiert. Diese Zellen wurden dann in einer angefertigte Gefäßprothese verarbeitet. Die Zellen wurden dabei wie eine Innenverkleidung in die Prothese eingearbeitet. Anschließend konnte die eigentliche OP durchgeführt werden.

Die neuen Gefäße, kaum breiter als sechs Millimeter, wurden in die Patienten implantiert. Die drei Freiwilligen erfreuen sich nach der Operation bis jetzt guter Gesundheit, ihre älteren Gefäßbeschwerden sind deutlich besser. Jedoch kann erst nach einem halben Jahr in einer Nachuntersuchung wirklich ermittelt werden, ob die Methode von durchschlagendem Erfolg war und für die breite Maße zugelassen werden kann.

Hautpartien rekonstruieren - Ärzte nutzen vermehrt Körperfett des Patienten

Von unten: Ärztin mit Kopfhaube und Mundschutz, hält Skalpell in rechter Hand, setzt an ,Operation, Chirurgie, Schnitt
operation © ArtmannWitte - www.fotolia.de

Nach einem Unfall oder durch Strahlenschäden kann die Haut großen Schaden nehmen. Oft müssen ganze Körperteile rekonstruiert werden. Mediziner greifen für solche Unternehmen mehr und mehr auf das Körperfett ihrer Patienten zurück. In diesem gibt es genügend körpereigene Stammzellen, die hervorragend für die Therapie genutzt werden können. Aus fünf Litern Fett kann der Mediziner direkt eine Million der Zellen gewinnen.

Das Gute an diesen Zellen ist, dass der Arzt sie ganz leicht gewinnen kann. Bereits während einer Fettabsaugung können die Vorläuferzellen isoliert werden. Im Labor dann werden sie den nötigen Reizen ausgesetzt, damit sie sich zu Hautzellen entwickeln. Die Wiederherstellungschirurgie will in den kommenden Jahren noch mehr auf dieses Verfahren zurückgreifen und ihren Patienten damit schonend helfen.

Da man hier mit körpereigenen Zellen arbeitet, sind Abstoßungsreaktionen nicht zu erwarten.Obwohl sie bereits in der Anwendung sind, wird mit den gewonnenen Stammzellen aus Fett aber noch immer viel experimentiert. Die Mediziner betonen, dass das Wissen über sie noch längst nicht zur Gänze erschlossen ist und daher noch immer Grundlagenforschung betrieben werden muss.

Weg mit dem Speck - Bauchfett ist nicht schön und vor allem auch ungesund

Nahaufnahme Bauch mit Übergewicht, Hemd spannt
Overweight belly © imagesab - www.fotolia.de

Kaum ist der Frühling da, träumen sich viele Menschen gedanklich schon in den Sommer und damit in den Bikini oder die Badehose. Das Problem: die perfekte Figur dafür lässt noch auf sich warten. Besondere Problemzone ist sowohl bei Frau als auch bei Mann der Bauch.

Wer in diesem Bereich zu viele Pfunde angelegt hat, sollte dringend dagegen angehen, denn Bauchfett ist nicht nur unsexy, sondern zudem auch ungesund. Denn das Fettgewebe im Bauchraum umgibt wichtige Organe wie Bauchspeicheldrüse oder Leber, setzt Fettsäuren frei und sorgt für eine Vergrößerung des Bauchumfangs. Zudem können Botenstoffe ausgeschüttet werden, welche Entzündungen fördern. Auf Dauer hat dies negative Auswirkungen auf Blutdruck und Blutzucker.

Die richtige Mischung aus Sport und gesunder Ernährung

Man liest es immer wieder, Abnehmen ist nur effektiv, wenn man auf die Kombination von Bewegung und gesunder Ernährung setzt, und dies gilt auch in diesem Fall. Viele Menschen sind der Meinung, es sei möglich, gezielt am Bauch an Gewicht zu verlieren, doch Ernährungsexperten zufolge ist es unumgänglich, auf eine ganzheitliche Gewichtsreduktion zu setzen.

Die erfreuliche Nachricht ist, dass das Fett am Bauch schneller verschwindet, als an der Hüfte oder dem Po. Es ist dabei nicht nötig, auf Höchstleistungen aus zu sein. Es wird empfohlen, mehrmals in der Woche die Ausdauer in Form von Wassergymnastik, Nordic Walking oder Radfahren zu trainieren. Zudem sollte die Bauchmuskeln durch gezieltes Bauchmuskel- und Krafttraining ansprechen.

In Sachen Erhährung ist es wichtig, dem Körper weniger Kalorien zuzuführen, wenn man überschüssige Pfunde am Bauch hat. Denn die Energiespeicher, die sich im Bauch befinden, reagieren am ehesten darauf. Eine kalorienarme Ernährung bedeutet vor allen Dingen auf zu viel Fett zu verzichten. Auch Kohlenhydrate, die schnell verdaut werden, sollten in ihrer Menge deutlich reduziert werden. Auf dem neuen Ernährungsplan sollten stattdessen viel Gemüse und Obst, Vollkornbrot und auch jede Menge Flüssigkeit stehen. Empfohlen werden mindestens zwei Liter Wasser am Tag.

Bauchfett: Warum sind Fettreserven in der Körpermitte so gefährlich?

Seitenansicht männlicher Oberkörper mit dickem Bauch, Übergewicht
Übergewicht © PeJo - www.fotolia.de

Es ist allgemein bekannt, dass Übergewicht für den Organismus nicht gesund ist. Wer zu viel Gewicht mit sich herum trägt, der belastet im wahrsten Sinne des Wortes den ganzen Körper. Die Gelenke müssen deutlich mehr aushalten, als von der Natur vorgesehen und auch das Herz-Kreislauf-System macht beständig Überstunden. So steigt das Risiko auf Bluthockdruck, es kann zu Diabetes kommen und auch die Cholesterinwerte geraten aus dem Gleichgewicht.

Ungesundes Bauchfett

Dies alles ist bereits an sich gefährlich, doch es gibt verschiedene Formen des Dickseins und dabei steht vor allen Dingen der "Bierbauch" im Vordergrund. Tatsächlich ist es am schlimmsten, wenn ein Mensch viel Bauchfett besitzt. Sein Risiko für die Entstehung all dieser Folgekrankheiten ist dann noch einmal erhöht.

Viszerales Fett gefährdet den gesamten Stoffwechsel

Der Grund: Es gibt grob gesagt zwei verschiedene Arten von Fett. Das subkutane Fett sammelt sich unter der Haut, während das viszerale Fett im Inneren bei den Organen sitzt. Beim Bauchfett trifft der zweite Fall zu. Und es ist genau dieses "innere Fett", das bei Medizinern unter dem großen Verdacht steht, im gesamten Stoffwechsel des Menschen mehr Schaden anzurichten. Es stimmt nämlich nicht, dass Fettreserven inaktiv im Körper warten, bis dieser auf die gespeicherte Energie zurückgreift.

Zwar ist das Polster vom Körper tatsächlich für "schlechte Zeiten" angelegt, doch dabei ist es auch aktiv am Stoffwechsel beteiligt. Es ist nachweisbar, dass Fettzellen eine ganze Reihe von Hormonen produzieren können. Darunter fällt auch der Botenstoff "Leptin", der Bluthochdruck und Entzündungsreaktionen fördern kann.

Verfettung von Organen

Von vielen Hormonen weiß man noch nicht einmal, was sie im Körper bewirken. Das macht die Sache nicht weniger gefährlich. Da viszerale Fettzellen deutlich aktiver sind als die Zellen im subkutanen Fett, ist der Bierbauch auch potenziell gefährlicher. Darüber hinaus gibt inneres Fett mehr Fettsäuren in den Organismus ab, was zur Verfettung umliegender Organe führen kann.

Tipps, um Bauchfett effektiv zu bekämpfen

Abnehmen - Frau misst sich mit Maßband den Bauchumfang
waist measurement © Marc Dietrich - www.fotolia.de

Mit dem richtigen Training in einer sinnvollen Kombination mit einer gesunden Ernährung kann dem lästigen Fett am Bauch zu Leibe gerückt werden. Dabei kommt es auf eine regelmäßige Bewegung, gezielte Übungen und eine ganzheitliche Ernährungsumstellung an. Denn schnelle Diäten können zwar kurzfristig zur Gewichtsabnahme führen – langsfristig bringen sie aufgrund des Jojo-Effekts aber keinen Erfolg. Wir haben sinnvolle Hilfestellungen aufgestellt, um das ungeliebte Bauchfett erfolgreich zu mimieren.

Kombination aus Ausdauertraining und Krafttraining

Zunächst kommt es auf ein regelmäßiges Ausdauertraining an – egal ob beim Joggen oder auf dem Crosstrainer im Fitnesscenter. Zusätzlich ist ein moderates, abwechslungsreiches Krafttraining sinnvoll, welches auch zu Hause mit Hanteln und Co. absolviert werden kann. Mit steigender Muskelmasse steigt auch der Grundumsatz. Auch wenn Sit ups kein Wundermittel sind, können sie den Bauch zusätzlich definieren – dies ist gerade beim Abbau von viel Fett wichtig, um das Gewebe zu straffen. Um effektiv Bauchfett zu verlieren, muss allerdings der gesamte Stoffwechsel angeregt werden – und dafür ist ein Ausdauersport unumgänglich.

In puncto Ernährung ist eine fettarme Ernährung mit der richtigen Wahl der Kohlenhydrate sinnvoll. Zuckerreiche Lebensmittel und Weißmehlprodukte sollten diesbezüglich gemieden werden. Gleiches gilt für Fertiggerichte und fettige, tierische Produkte wie Käse und Fleisch. Idealerweise sieht ein gesundes Gericht, welches zum Fettabbau geeignet ist, aus ca. 60 Prozent Gemüse, ca. 15 Prozent Protein und ebenfalls 15 Prozent langkettige Kohlenhydrate, beispielsweise Vollkornprodukte. Der restliche Anteil kann mit frischem Obst ergänzt werden.

Schutzmechanismus für Zellmembrane durch Fettpolster – Grazer Forscher erkennen Zusammenhang

Grafische Darstellung Fettzelle, weißer Hintergrund
isolierte fettzelle © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Billionen von Zellen befinden sich im menschlichen Körper. Jede einzelne ist von einer Membran umgeben, die zum Großteil aus Fetten besteht und den Austausch der Zellen reguliert. Jetzt haben Grazer Forscher erkannt, dass Fettpolster einen Schutzmechanismus auslösen, der Funktion und Überleben der Zellen positiv beeinflusst.

Fett als zentraler Energiespender

Fett ist ein zentraler Energiespender und an etlichen Funktionen im Organismus beteiligt. Lipide regulieren bestimmte Stoffwechselprozesse und fungieren als notwendige Komponenten der Zellmembrane. Das Forscherteam vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Universität Graz stellte fest, dass übermäßig aufgenommene Fettsäuren die Membranen schützen können. Energieüberschüsse durch Fette, die über die Nahrung aufgenommen werden, speichert der Körper in Depots. Dadurch entstehen bei vielen Menschen die ungeliebten Pölsterchen auf Hüfte, Bauch oder Po.

Lipide übernehmen lebenswichtige Körperfunktionen

Die Wissenschaftler aus Graz kamen zu dem Schluss, dass Fettpolster nicht nur optisch ein Ärgernis sind, sondern auch als Puffer dienen und lebenswichtige Körperfunktionen übernehmen. Allerdings weisen die Forscher darauf hin, dass die Zelle durch die Fettpolster zwar einen gewissen Ausgleich schaffen kann und die Zellmembran geschützt ist, doch bei zu viel Übergewicht ist diese Balance gefährdet. Dann drohen Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen.

Fettreduktion ohne Skalpell - Kältetherapie friert den Hüftspeck schmerzlos weg

Abnehmen - Speckfalte vom Bauch zwischen den Fingern
Kleine Speckfalte © Stefan Redel - www.fotolia.de

Ob Bauch, Hüfte oder Oberschenkel - manche Fettpolster entziehen sich hartnäckig jeder Diät und jedem Training. Wer sie dennoch loswerden möchte, musste bisher eine Operation über sich ergehen lassen. Amerikanische Wissenschaftler haben jedoch ein neues und schmerzfreies Verfahren entwickelt, mit dem sich die Speckröllchen einfach wegfrieren lassen.

Die mittlerweile auch in den Deutschland zugelassene Kryolipolyse macht sich den Umstand zunutze, dass Fettzellen kältempfindlicher sind als Haut und Bindegewebe. Sinkt ihre Temperatur für längere Zeit unter fünf Grad Celsius, sterben sie den Kältetod. Anschließend werden die abgestorbenen Zellen über die Leber abgebaut.

Wie funktioniert die Kältetherapie?

Damit die Pölsterchen optimal herunterkühlen, werden sie mit Unterdruck zwischen zwei waffeleisenähnliche Platten gesogen und kontrolliert gefrostet. Die ganze Prozedur dauert durchschnittlich 60 Minuten, danach braucht das Gewebe eine Viertelstunde, um wieder aufzutauen.

In dieser Zeit wird die behandelte Körperstelle massiert, so dass die abgestorbenen Zellen schneller vom Stoffwechsel abgebaut werden. Bis Ergebnisse zu sehen sind, dauert es rund drei Monate.

Schmerzen leidet der Patient nicht. Durch den Unterdruck können jedoch kurzfristig Schwellungen oder Hämatome auftreten. Auch leichter Druckschmerz und vorübergehendes Taubheitsgefühl sind möglich.

Für wen ist das Verfahren geeignet?

Während der einstündigen Behandlung sterben rund 25 Prozent der tiefgekühlten Zellen. Für massives Übergewicht ist das Verfahren daher nicht geeignet. Wer hartnäckige, kleine Fettpölsterchen hat, kann diese jedoch gezielt zerstören. Um den Speck komplett wegzueisen, kann die Behandlung mehrfach wiederholt werden. Die Kosten liegen je nach Körperregion zwischen 600 bis 1200 Euro.

Da die Zellen über die Leber abgebaut werden, sollten Personen mit Leberproblemen vorher ihren Arzt fragen. Für Schwangere oder Personen mit Hautkrankheiten ist die Kryolipolyse generell nicht empfehlenswert.

So funktioniert der Fettabbau: Forscher analysieren ein entscheidendes Enzym

Das Enzym "Adipose Triglyceride Lipase" ist für die Aktivierung von Depotfett verantwortlich

Grafische Darstellung Fettzellen
fettzellen © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Der Stoffwechsel des Menschen ist sehr komplex und daher noch nicht komplett erforscht. Wissenschaftler aus Österreich haben nun ein neues Puzzlestück gefunden, das dem Fettabbau in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Sie haben sich einem Eiweiß gewidmet, das den Namen "Adipose Triglyceride Lipase", kurz ATGL, bekam. Dieses Protein dient im Körper als Enzym und spielt eine entscheidende Rolle, wenn Fett im Organismus abgebaut wird.

Enzym "ATGL" aktiviert den Fettabbau

Es ist ein natürlicher Prozess, dass ein Körper überschüssiges Fett in kleinen Depots einspeichert. Die Evolution hat es dadurch möglich gemacht, dass man in Zeiten mit geringem Nahrungsangebot für eine Weile von diesen Reserven zehren kann.

Das Fett wird entsprechend bei Nahrungsüberschuss gespeichert und bei geringem Angebot aktiviert. Genau diesen Schritt der Aktivierung erledigt das Enzym ATGL.

Hemmung des Enzyms verhindert die Mobilisierung von Körperfett

Ist dieses Enzym jedoch durch irgendwelche Einflüsse gehemmt, dann können die Fettreserven nicht abgebaut werden und verbleiben im Körper. Diese Erkenntnis ist natürlich besonders interessant für die Bekämpfung von Adipositas.

Bei Fettleibigkeit sind viel zu viele Fettspeicher im Körper und lagern sich unter anderem um Organe wie Leber oder Herz. Das kann lebensgefährlich werden.

Bei Lipase-Mangel bleiben Fettdepots inaktiv

Bei betroffenen Menschen wird offenbar nicht genügend des Proteins ATGL hergestellt und daher bleiben die Fettdepots inaktiv. Würde man diesen Menschen jedoch ATGL zuführen, würde das Fett verbrannt werden und die überschüssigen Kilos verschwinden.

Weitere Forschungen nötig

Bis diese Idee im medizinischen Alltag Einzug hält, ist es freilich noch ein langer Weg. Erst müssen die biochemischen Prozesse im Hintergrund komplett analysiert werden.

Bisher kennt man noch zwei weitere Eiweiße, die damit im Zusammenhang stehen. Eines davon, "G0S2", ist bereits dafür bekannt, dass es das Enzym ATGL hemmen kann und daher wohl für die Fettspeicherung mitverantwortlich ist.

Schlaues Fett? Forscher finden im Fettgewebe aktive Nervenzellen

Sympathische Nervenzellen könnten stimuliert werden und so die Fettverbrennung begünstigen

Grafik mit Neuronen (Nervenzellen) im Gehirn, rot markiert
Neurons in the brain © SSilver - www.fotolia.de

Wer zu viel davon hat, ist beim Blick in den Spiegel schnell unglücklich und möchte es am liebsten sofort loswerden. Fettgewebe ist für den Organismus zwar lebensnotwendig, sollte aber nie in zu großen Mengen vorhanden sein. Die Wissenschaft untersucht schon seit vielen Jahren, wie genau das menschliche Fettgewebe arbeitet und wie man es bei Übergewicht auf ein gesundes Maß reduzieren kann.

Nervenzellen im Fettgewebe können stimuliert werden

Bereits vor einiger Zeit haben Forscher herausgefunden, dass es innerhalb des Fettgewebes tatsächlich Nervenzellen gibt. Unklar war allerdings, ob diese Neuronen für die vorhandenen Blutgefäße wichtig, oder tatsächlich im Fettgewebe aktiv sind. Eine aktuelle Studie bestätigt, dass wir "schlaues Fett" haben und die Nervenzellen darin den Abbau von überschüssigen Kilos steuern.

Sympathische Nervenfasern in Mäusen entdeckt

Die Erkenntnis stammt aus Versuchen mit Tieren. Die US-Forscher hatten Mäuse genommen und sie genetisch so verändert, dass ihre Nervenzellen bei Lichteinfluss aktiv und bei Dunkelheit inaktiv wurden. So konnte man die Nervenzellen unmittelbar im Fettgewebe sichtbar machen. Es handelt sich dabei um sogenannte sympathische Nervenfasern, deren Aktivität das umliegende Gewebe stark beeinflusst. Sehr aktive Neuronen regen dabei den Fettabbau an und diese Erkenntnis könnte für die Medizin interessant werden.

Wissenschaftler untersuchen jetzt, ob man die Neuronen bei Adipositas-Patienten gezielt stimulieren kann, um so die Fettverbrennung anzukurbeln. Erste Versuche im Labor haben bereits gezeigt, dass es einige Wirkstoffe gibt, die aktivierend auf die sympathischen Nervenfasern wirken. Sie könnten demnach als Medikamente zum Einsatz kommen.

Bislang haben all diese Wirkstoffe jedoch zu starke Nebenwirkungen und kommen daher für den Praxiseinsatz nicht infrage. Prinzipiell weiß die Medizin aber immerhin, in welche Richtung sie weitergehen kann.

Lipom und Liposarkom

Manchmal kann es im Fettgewebe zur Bildung eines Lipoms kommen. Dabei handelt es sich um eine gutartige Fettgeschwulst. In den meisten Fällen bilden sich Lipome im Unterhautfettgewebe:

  • des Rückens
  • des Nackens
  • der Arme
  • der Oberschenkel
  • der Bauchmitte

Ihr Wachstum ist sehr langsam und kann sogar Jahrzehnte dauern. Lipome sind immer gutartig und entarten nur in den seltensten Fällen. Daher bedürfen sie, solange es zu keinen Bewegungseinschränkungen kommt, keiner medizinischen Behandlung.

Ist die Wucherung jedoch bösartig, spricht man von einem Liposarkom. Dieses macht sich durch Schmerzen und schnelles Wachstum bemerkbar.

Behandlung

Bei gutartigen Lipomen ist eine medizinische Therapie nur dann erforderlich, wenn es zu Druckbeschwerden auf Nerven oder Sehnen kommt. Ansonsten erfolgt eine Behandlung lediglich aus kosmetischen Gründen. In diesem Fall ist stets eine Operation zur Entfernung des Lipoms erforderlich.

Die Bildung von überschüssigem Fettgewebe ist oftmals auch der Grund für Schönheitsoperationen. Dabei wird zumeist eine Liposuktion (Fettabsaugung) durchgeführt, um die unerwünschten Fettzellen zu entfernen.

Wasserstrahl-Liposuktion die beste Behandlung beim Lipödem

Operation, Fettabsaugung
complex laparoscopic operation is carried out in f © Cosmic - www.fotolia.de

Als Lipödem bezeichnet man eine Krankheit des Fettgewebes, welche nur Frauen betrifft. Dabei werden vor allem die Beine sehr dick, da sich zu viel Wasser im Gewebe ansammelt.

Eine wirksame Behandlung der Erkankung stellt die radikale Liposuktion dar, um den Wasserspeicher zu entfernen. Doch wie Erfahrungen bisher gezeigt haben, führt ein Antrag auf Kostenübernahme durch die Krankenkassen zu einem erschwerlichen Kampf.

Eine Klinik in Blankenese möchte betroffene Patientinnen dabei so gut es geht unterstützen. Seit vielen Jahren führt der Chefarzt Dr. Schikorski diese Behandlung durch. Wie er im Laufe der Zeit feststellen musste, kann man das Lipödem nur durch eine Wasserstrahl-Liposuktion erfolgreich behandeln, mit einer Lymphdrainage oder Stützstrümpfen könne man bei diesem Krankheitsbild nichts erreichen.

Fettgewebsnekrose

Bei der Fettgewebsnekrose kommt es zum Absterben von Fettzellen. Die Lipidtröpfchen, die sich darin befinden, gelangen in das umliegende Bindegewebe, was dazu führt, dass sich so genannte Scheinzysten bilden.

Vor allem die weibliche Brust ist von der Nekrose betroffen. Als Ursache gilt in der Regel eine Verletzung oder Quetschung des Brustgewebes.

Lipodystrophie

Bei der Lipodystrophie liegt eine Veränderung des Unterhautfettgewebes vor. Hierbei wird zum einen die Lipohypertrophie unter Insulintherapie unterschieden, welche entsteht, wenn sich mit der Zeit Fett an der Einstichstelle sammelt.

Es kommt zu einer schlechteren Aufnahme und Verstoffwechselung des Insulins. Spart man die Injektionsstelle aus, kommt es zu einer Rückbildung.

Die Lipodystrophiesyndrom unter antiretroviraler Therapie führt zu einer Erhöhung der Blutfette; zudem wird das Fettgewebe umverteilt. Besonders der Gesichtsbereich sowie die Extremitäten sind von Fettauszehrungen betroffen. Ein erhöhtes Risiko stellt die HIV-Infektion bzw. deren Behandlung dar.

Schließlich gibt es noch die familiäre Lipodystrophie-Syndrome, die genetisch bedingt ist, sowie nicht familiäre Syndrome, wie das Barraquer-Simons-Syndrom, bei dem es zu einem Verlust des Unterhautfettgewebes kommt. Beim Parry-Romberg-Syndrom kommt es zu einer halbseitigen Verkrümmung des Gesichts.

Schutz vor Krankheiten durch Fett

Körperfett an bestimmten Stellen und im geringen Ausmaß gilt als Schutz vor Erkrankungen

Ansicht von oben: Mann mit dickem Bauch auf Waage
Big Belly © Martti - www.fotolia.de

Wie amerikanische Forscher glauben, ist Fett am Anfang sogar ein Schutz vor Krankheiten und nicht der Auslöser von den Symptomen eines beispielsweise zu hohen Cholesterin-Spiegels, Herzproblemen oder auch Diabetes.

Hierbei muss sich das Fett aber an den richtigen Stellen, nämlich im Fettgewebe absetzen, aber wenn es zu viel wird, dann kommt es eben zu den Ablagerungen an den einzelnen Organen, was zu den obigen Krankheitsbildern führt, die man auch als sogenanntes "Metabolisches Syndrom" bezeichnet.

Die Bedeutung von Leptin

Eine entscheidende Rolle spielt bei den Ablagerungen von Fett das Hormon Leptin, das einmal für den Appetit zuständig ist und zum zweiten für die Stelle, an der sich das Fett ablagern soll. Bei manchen Menschen kommt es trotz einer Fettleibigkeit nicht zu den bekannten Syndromen, weil sie genetisch bedingt besser auf das Leptin reagieren. Aber im Laufe der Jahre nimmt auch diese Reaktion ab, so dass man im Alter auf jeden Fall auf die Ernährung und Bewegung achten sollte.

Vor fünfzig Jahren litten noch nicht so viele Menschen an Übergewicht wie heute, weil sie damals nicht so häufig zu viele Kalorien zu sich nahmen und sich auch mehr bewegten.

Xanthelasmen - Die kleinen Fetteinlagerungen können auf Herz-Kreislauf-Probleme hindeuten

3-D-Grafik des Herz-Kreislaufsystems einer Frau mit Venen und Arterien
Frau mit Herz-Kreislauf © psdesign1 - www.fotolia.de

Bei Xanthelasmen handelt es sich um kleine Fetteinlagerungen im Bereich der Augenlider. Diese Cholesterinablagerungen sammeln sich in der Haut an und bewirken so eine leichte Schwellung des Areals.

Eine Studie hat nun ergeben, dass die Xanthelasmen an sich zwar harmlos sind, jedoch ein wichtiger Indikator auf andere Krankheiten sein können. Demnach deuten die Einlagerungen auf eventuelle Herz-Kreislauf-Probleme hin; auch dann, wenn im Blut ein normaler Cholesterinwert vorliegt.

Die Zahlen der Studie sind dabei durchaus beunruhigend. So steigt das Risiko auf einen akuten Herzinfarkt um ganze 48 Prozent, also um beinahe das Doppelte. Um 39 Prozent erhöhte sich das Risiko auf eine ischäme Herzkrankheit und das allgemeine Sterberisiko stieg insgesamt um 14 Prozent. Untersucht wurde eine Probandengruppe von 12.745 Menschen. Die Xanthelasmen galten auch dann noch als Risiko-Faktor, wenn andere bekannte Faktoren wie Alter, Gewicht und Alkohol- beziehungsweise Nikotinkonsum statistisch heraus gerechnet wurden.

Neueentdeckte Biomarker im Fettgewebe erleichtern die Diabetes-Diagnose

Stethoskop und Spritze auf einem blauen Blatt mit der Aufschrift "Diabetes"
Diabetes concept © Minerva Studio - www.fotolia.de

In der Januar-Ausgabe der Fachzeitschrift "Molecular & Cellular Proteomics" berichten Forscher des Deutschen Diabetes Zentrums (DDZ) in Düsseldorf von der Entdeckung neuer Biomarker für Diabetes.

Stefan Lehr ist Leiter der Arbeitsgruppe für Proteom-Analyse am DDZ. Das Proteom ist das Fettgewebe im Körper eines Menschen. Darin befinden sich bestimmte Proteine, sogenannte Adipokine. Diese Proteine sind an der Kommunikation des Fettgewebes mit anderen Organen beteiligt. Wenn sich diese Proteine verändern, ist die Kommunikation zwischen den Organen gestört und es kann zu Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Adipositas kommen.

Lehr berichtet von 40 Adipokinen, an deren Veränderung man die Entstehung einer Stoffwechselerkrankung schon frühzeitig erkennen könne. Somit gibt es 40 neue Biomarker für die Diabetes-Diagnose.

Wissenschaftler identifizieren Gene, die Fettspeicherung begünstigen

Forscherin schnibbelt mit einer Schere an einem blauen DNA-Modell
gen schere 1 © Gernot Krautberger - www.fotolia.de

Im Fettgewebe stark übergewichtiger Menschen konnten Forscher der Universitätklinik in Leipzig und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung zwei Gene identifizieren, die eine besonders hohe Aktivität zeigten und damit wahrscheinlich die Fetteinlagerung begünstigen.

Zudem fanden sie heraus, dass durch die gesteigerte Aktivität dieser Gene ein Enzym freigesetzt wird, welches die Bildung von Cortisol steuert.

Stress und Übergewicht können ein tödliches Paar werden - Risiko für Herzinfarkt steigt

Alter Mann im Krankenhaus wird von Ärzten wiederbelebt, Herzinfarkt
Patient being treated for a heart attack © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Jeder Mensch hat ein individuelles Risiko auf einen Herzinfarkt. Neben der Veranlagung spielt die alltägliche Lebensführung eine ganz zentrale Rolle. Dass Stress schlecht für das Herz sein kann, ist allgemein bekannt und auch Übergewicht ist nicht der beste Freund des Herzens. Nun haben Forscher aber herausgefunden, warum beide Faktoren zusammen als besonders gefährlich angesehen werden müssen.

Der Mensch schüttet am Tage in verschiedenen Situationen unterschiedliche Botenstoffe aus. Endocannabinoide gehören dazu und sind in ihrem Aufbau sehr eng mit psychoaktiven Substanzen verwandt, wie man sie zum Beispiel in Cannabis findet. Sie wirken nicht nur als Stresshormon auf das Gehirn, sondern entfalten ihre Wirkung auch im Herzen. Der Grund dafür sind die Rezeptoren, an denen die Hormone andocken. Diese sind in den Gefäßen des Gehirns ähnlich wie jene in den Kranzgefäßen des Herzens. Daher sind beide Orte Andockstellen. Im Herzen aber können die Botenstoffe einen Infarkt begünstigen. Dies kann geschehen, da die Endocannabinoide in diesen Spezialgefäßen die Elastizität der Wände verringern können. Dadurch sinkt auch der maximal erreichbare Blutfluss, da die Gefäße nicht mehr weit gestellt werden können.

Diese Hormone werden also bei Stress ausgeschüttet, aber damit sie überhaupt erst einmal in den Körper abgegeben werden können, müssen sie produziert werden und dies geschieht ausgerechnet im Fettgewebe. Das bedeutet, dass Menschen, die zu viel Fettgewebe besitzen, auch schnell zu viele Endocannabinoide herstellen können. Übergewichtige können dann in stressigen Situationen schnell größere Mengen der Hormone im Blut haben als es bei Normalgewichtigen der Fall ist. Bewiesen wurde das im Experiment mit 111 Probanden.

Diabetesrisiko hängt mit der Verteilung der Fettzellen zusammen

Diabetes Teststreifen auf weißem Hintergrund
Diabetes test strips © yeti - www.fotolia.de

Während das so genannte Bauchfett sehr gesundheitsschädlich sein kann, könnten braune Fettzellen sogar beim Abnehmen helfen. Aus der Verteilung dieser beiden Fettarten im Körper lässt sich ermitteln, ob eine Person bei starkem Übergewicht einen Diabetes Typ 2 entwickeln kann.

Hierfür untersuchten US- Mediziner der UT Southwestern Medical Center in Dallas die Entwicklungen von rund 730 Diabetes-Patienten über einen Zeitraum von sieben Jahren. Nachdem die Verteilung des Fettgewebes bei den damals noch nicht erkrankten Studienteilnehmern gemessen wurde, stellten die Mediziner fest, dass das Fettgewebe bei den meisten Probanden im Körperinneren und nicht in der Nähe der Haut gespeichert war.

Von diesen Patienten erkrankten im Laufe der Jahre wesentlich mehr, was unter anderem daran liegt, dass das Fettgewebe in Organnähe weitaus aktiver als das Fett unter der Haut ist. Daraus könnte man auch schlussfolgern, dass Gefäßverkalkungen sowie Herzinfarkte und Diabetes durch das gefährliche Bauchfett begünstigt werden.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: fettzellen © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

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