23. Januar 2009
Von Andreas Hadel
Die Erkenntnis, dass eine fettreiche Ernährung, die nicht wie LowCarb-Diäten auf eine verringerte Kalorienzufuhr abzielt, zu Übergewicht und daraus resultierenden Folgeerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck führen kann, hat sich weitestgehend durchgesetzt. Israelische Forscher fanden nun heraus, dass eine solche Lebensweise auch die innere Uhr aus der Balance werfen kann.
Unsere innere Uhr reguliert die Ausschüttung und Aktivität von Hormonen und Enzymen, die eine wichtige Rolle für unseren Stoffwechsel spielen. Störungen dieses biologischen Taktgebers kann zu hormonellen Ungleichgewichten, psychologischen Störungen, Schlafproblemen und unter Umständen auch zu Krebs führen.
Während bisher immer das Licht als maßgebender Faktor für die Biologische Uhr galt, haben Dr. Oren Froy und sein Team von der Hebräischen Universität in Jerusalem in Experimenten mit Mäusen eine direkte Beziehung zur Ernährung nachweisen können.
Um ihre Aussage zu untermauern, maßen Dr. Froy und seine Kollegen, der Doktorand Maayan Barnea und Zecharia Madar, seines Zeichens Professor für landwirtschaftliche Biochemie, die Parameter, die für auf die Aktivität der inneren Uhr hinweisen. Dazu gehörte unter anderen der Adiponectin-Metabolismuspfad der Leber. Sie untersuchten außerdem, wie Fasten und kalorienreiches Essen den Stoffwechselpfad beeinflussten. Adiponectin wird von differenzierten Adipozyten (spezielles Fettgewebe) ausgeschieden und ist am Glukose- und Fettstoffwechsel direkt beteiligt. Es erhöht die Rate der Fettverbrennung und erhöht die Insulinsensivität. Zwei überaus wichtige Funktionen für einen ausgewogenen und optimal arbeitenden Stoffwechsel.
Die Wissenschaftler gaben den Mäusen entweder eine fettarme oder eine fettreiche Futtermischung zu fressen und ließen einen Fastentag folgen. Anschließend untersuchten sie die Werte des Adiponectin-Pfades bei unterschiedlichen Aktivitätsgraden (ruhend, laufend im Laufrad etc.) der Mäuse. Die Tiere, die fettarm ernährt wurden, zeigten keine ungewöhnlichen Änderungen. Weder im Verhalten noch anhand der Adiponectin-Werte.
Bei den Mäusen, die eine fettreiche Futtermischung erhielten, konnten die Forscher jedoch eine signifikante Veränderung der Stoffwechsel-Parameter beobachten. Während nach einem fettreichen tag die Adiponectin-Werte sanken, erhöhten sie sich wieder am Fastentag. Damit hatte das Wissenschaftlerteam einen stichhaltigen Hinweis gefunden, dass die Ernährung die biologische Uhr eindeutig beeinträchtigen kann. Sowohl in negativer wie auch positiver Hinsicht.
Die Forscher um Dr. Froy werden ihre Erkenntnisse in einem Artikel im "Journal für Endokrinologie" veröffentlichen und dabei konstatieren, dass eine fettreiche Ernährungsweise die biologische Uhr behindern kann. Sie werden außerdem in ihren Bericht schreiben, dass dieser Zusammenhang womöglich die Erklärung dafür liefern kann, warum bei Übergewicht auch andere von der biologischen Uhr abhängige Stoffwechselsysteme, wie zum Beispiel der Blutdruck, in Mitleidenschaft gezogen werden.
Als weitere Schlussfolgerung aus den Ergebnissen des Experiments lässt sich jedoch auch ziehen, dass bei Schlafproblemen ein Blick auf die gegenwärtige Ernährung helfen könnte.
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