Der Biorhythmus - Gilt als die innere Uhr oder auch Organuhr des menschlichen Körpers

Ausschnitt Uhr zeigt fünf vor zwölf

Die Phasen des Biorhythmus haben unterschiedliche Auswirkugen auf den Körper - Je nach Uhrzeit unterscheidet sich z.B. unser Schmerzempfinden oder die Verdauung

Unter dem Biorhythmus versteht man Vorgänge des Organismus, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin spielt dabei die innere Organuhr eine wichtige Rolle.

Phasen des Biorhythmus

Unter dem Biorhythmus versteht man die so genannte innere Uhr des menschlichen Körpers. Nach Ansicht verschiedener Wissenschaftler unterliegt der menschliche Organismus einem individuellen Rhythmus, der sich in unterschiedliche Phasen einteilen lässt. So gibt es nach der Biorhythmik-Lehre:

  1. einen körperlichen Rhythmus der 23 Tage dauert
  2. einen geistigen Rhythmus von 33 Tagen
  3. einen emotionalen Rhythmus mit einer Periode von 28 Tagen

Ablauf und mögliche Probleme

Diese individuellen Rhythmen beginnen bereits bei der Geburt. Dabei verlaufen sie zunächst positiv.

Nach der halben Periodenlänge überqueren sie die Null-Linie und gehen dann in eine negative Phase über. Zum Ende der Periode verläuft der Biorhythmus wieder positiv, womit sich der Kreis schließt.

Die Übergänge zwischen den Phasen gelten als kritische bzw. schlechte Tage. Nach Meinung der Biorhythmik-Lehre kann es sogar schlimme Folgen haben, wenn alle drei Phasen an einem Tag ineinander übergehen. Umgekehrt kann das Zusammentreffen von positiven Tagen besonders gute Tage hervorbringen.

Wunderwerk innere Uhr - Funktionen und mögliche Beeinflussung

Dunkelhaarige, schlafende Frau in weißer Bettdecke liegend
Beautiful woman lying and sleep on the snowy bed © Valua Vitaly - www.fotolia.de

Tag für Tag leben wir nach unserer inneren Uhr. Sie teilt uns mit, wann wir müde sind, wie lange wir schlafen möchten, sie regelt unsere Verdauung, sorgt für Momente, in denen unsere Muskeln die größte Leistungsfähigkeit haben und bestimmt die Ausschüttung verschiedener Hormone.

Viele Körperfunktionen werden also von unserem Biorhythmus gesteuert, darunter Körpertemperatur, Blutdruck, Verdauung und Herzschlag. Die ersten genannten Bereiche - Müdigkeit und Schlafenszeiten - kennen viele sicherlich unter den Namen "Eule" und "Lerche". Dabei werden Menschen, die abends erst spät müde werden und dafür morgens kaum aus dem Bett kommen als Eule und diejenigen, die früh zu Bett gehen und dementsprechend früh aufstehen, als Lerche bezeichnet.

Wodurch wird unsere innere Uhr beeinflusst?

Wird dieser gewohnte Rhythmus gestört, kann sich dies negativ auf unsere Gesundheit auswirken. Als typischer Störfaktor gilt dabei das Licht. So verbringen viele Menschen ihren Arbeitstag in nicht ausreichend hellen Büros. Die Anpassung an die eigentliche Helligkeit in Abhängigkeit der Tageszeit wird dadurch unmöglich, es sei denn, man hat einen Job, bei dem man sich draußen aufhält.

Experten raten dazu, am Vormittag so viel Licht wie möglich aufzunehmen, um Folgen wie Abgeschlagenheit, fehlende Motivation, Konzentrationsstörungen und Schlafprobleme zu vermeiden.

Ähnliche Symptome treten auch bei einem Jetlag auf, wenn man sich an die veränderten Zeiten nach einer Fernreise einstellen muss. Als Mini-Jetlag könnte die stündliche Zeitumstellung hierzulande - die Sommer- und Winterzeit - angesehen werden. Man hat herausgefunden, dass wir zeitlich bei Umstellung auf die Sommerzeit ganze drei Wochen zurückgeworfen werden - daran gewöhnen sich viele Menschen nur sehr langsam.

Und auch Schichtarbeiter haben mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die sich auf Dauer neben Schlafproblemen auch durch Verdauungsstörungen zeigt. Des Weiteren gilt Schichtarbeit als Risikofaktor für Diabetes, Schlaganfälle, Herzinfarkte und Übergewicht.

Blaues Licht bringt den Menschen wieder in Balance

Junge Frau sitzt im Restaurant im Wintergarten und hat Kopf nachdenklich auf Hand gestützt
Beautiful thoughtful girl sitting in a restaurant © Andrejs Pidjass - www.fotolia.de

Der Winterblues mit fehlendem Tageslicht bringt nicht nur die Laune auf einen Tiefpunkt, er kann auch zu massiven Schlafstörungen führen. Damit dieser Zustand nicht auf die Gesundheit schlägt, kann man etwas dagegen tun.

Damit die innere Uhr wieder richtig tickt, braucht man blaues Licht. Was sich auf den ersten Moment etwas skurril anhört, ist wissenschaftlich bewiesen. Eine Forschungsarbeit am Institut Inserm in Frankreich hat ergeben, dass Blauanteile im Licht die menschliche Balance normalisiert.

Was bewirkt blaues Licht?

Dies ist besonders für jene Regionen interessant, die durch ihre Nähe zum Polarkreis im Winter kaum Tageslicht erreicht. Auch spezielle Arbeitsplätze, die ausschließlich mit Kunstlicht ausgestattet sind, könnten von den Studienergebnissen profitieren.

Der benötigte Blauanteil ist relativ gering, um einen positiven Effekt zu erzielen. Das Licht wirkt durch die Veränderung des Spektrums nicht weniger weiß.

Mangelndes Tageslicht wirkt beim Menschen ausgesprochen vielschichtig. Neben den schon erwähnten Schlafstörungen, können Gedächtnisprobleme oder Schwierigkeiten mit dem Herz-Kreislaufsystem auftreten. Selbst die Körpertemperatur und der Hormonhaushalt werden durch die Art und Dauer von Helligkeit gesteuert.

Die innere Uhr reagiert auch auf Farben – Lichtwechsel allein reicht nicht

Die typische Lichtfärbung in der Dämmerung wird im Gehirn schneller verarbeitet

Junge Frau hält lustlos Uhr in der Hand, diese zeigt kurz vor 6 an
brunette with clock © Dash - www.fotolia.de

Der wichtigste Taktgeber für unsere innere Uhr ist das Licht. Bei Helligkeit kurbelt der Organismus den Stoffwechsel an und schüttet andere Hormone aus als im Dunkeln.

Damit das Gehirn den Tag-Nacht-Wechsel steuern kann, braucht es aber auch Farben. Wie eine britische Studie zeigt, liegt das entscheidende Signal in der typischen Lichtfärbung in der Dämmerung. Die Erkenntnisse könnten helfen, die negativen Auswirkungen von Schichtarbeit oder Jetlag zu reduzieren.

Dass die innere Uhr auf Hell-Dunkel-Wechsel reagiert, ist seit langem bekannt. Über die stäbchenförmigen Photorezeptoren in der Netzhaut gelangen die Informationen zu den suprachiasmatischen Nuklei – unsere Uhrenzentrale im Gehirn.

Der typische Wechsel von Hell und Dunkel allein reicht für ein präzises Timing aber nicht aus. Erst wenn auch die Lichtfarben sich ändern, kann der Organismus seine physiologischen Rhythmen präzise anpassen. In Experimenten konnten die Forscher feststellen, dass vor allem ein verändertes Verhältnis von Gelb zu Blau die suprachiasmatischen Nuklei zum Feuern anregt.

Präziseres Timing

Die Sonne muss der Mensch dazu nicht sehen. Die Zäpfchen in der Netzhaut können die spektrale Zusammensetzung des Lichts auch durch eine Wolkendecke wahrnehmen.

Im Mäuseversuch zeigte sich, dass die Tiere bei kombiniertem Farb- und Lichtwechsel ihre Körpertemperatur und die Aufwachphase präziser timen können. Wenn sich nur die Helligkeit verändert, haben sie größere Probleme ihre innere Uhr anzupassen.

Schichtarbeiter oder Reisende mit Jetlag könnten ihre physiologischen Rhythmen also mit speziellem Farblicht schneller wieder in Balance bringen. Praktische Studien stehen aber noch aus.

Schlummern oder Dösen am Mittag bringt Kindern die innere Ruhe

Kleiner Junge liegt mit Teddy im Arm im Bett und schläft
Sleeping little boy with a teddy bear.. © Ella - www.fotolia.de

Unser Biorhythmus hat ein mittägliches Tief, daher ist ein Nickerchen sinnvoll und gesund. „Bei Kindern verhindert es eine Überreizung“, erklärt der Kinderarzt Dr. med. Andreas Busse im Apothekenmagazin „BABY und Familie“.

Die Kleinen schliefen dann abends sogar besser ein und seien insgesamt ruhiger. Eltern sollten versuchen, ihrem Kind, das sich um die Mittagsruhe drücken möchte, diese schmackhaft zu machen. „Dafür dürfen sie etwas später ins Bett gehen“, rät Busse zum Beispiel. Es reiche auch, wenn das Kind mittags nur etwas döst.

Biorhythmus: Haare geben Schlafverhalten des Menschen Preis

Junge Frau in weißer Kleidung liegt im Bett und lächelt
Woman lying in bed smiling © Monkey Business - www.fotolia.de

Der Mensch hat eine innere Uhr, welche sehr genau und vor allem regelmäßig den Schlafrhythmus, den Hormonspiegel, die Körpertemperatur und die Organaktivitäten steuert. Hierfür verantwortlich sind die Uhrengene, welche neusten Forschungsergebnissen zu Folge, auch in den Haaren zu finden sind.

Wissenschaftler der Yamaguchi Universität entdeckten bei einer Genanalyse der Haare, dass sich das Schlafverhalten eines Menschen in ihnen abzeichnet. Bei Schichtarbeitern zeichnete sich ein unregelmäßiges Muster von Schlaf- und Wachphasen ab. Menschen ohne regelmäßigen Schlafrhythmus sind besonders anfällig für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da sie gegen den Biorhythmus ihres Körpers zu Zeiten aktiv sind, in denen die Organe ihre notwendige Ruhephase benötigen würden.

Wie genau die Uhrengene dazu in der Lage sind, den Takt vom Gehirn aus an den Körper zu übermitteln und die zirkadiane Rhythmik genau zu steuern, ist noch unbekannt.

Biorhythmus wirkt sich auch auf den Schlaf aus

Der Biorhythmus hat Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit, je nachdem, welcher Typ wir sind

Geschäftsfrau vor Notebook ist müde, hält Hand vor Gesicht
tired © DXfoto.com - www.fotolia.de

Wir alle wissen, dass es manche Menschen gibt, die ihre optimale Leistung am frühen Morgen, andere aber erst gegen Abend erbringen. Hierbei sprechen wir auch vom sogenannten Biorhythmus.

Einfluss auf die Leistungsfähigkeit

Aber dieser wirkt sich nicht nur auf die Leistung, sondern auch das Schlafbedürfnis der Menschen aus, wie auch der Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am Universitäts- und Bezirksklinikum in Regensburg, Jürgen Zulley erklärt. Bei den meisten Menschen stimmt der Biorhythmus auch mit den Schlafrhythmus überein, doch bei etwa 10 Prozent der Bevölkerung liegt eine Änderung vor, wo der Rhythmus nach vorne oder hinten verschoben sein kann.

So ist bei dem "Morgentyp" eine Verschiebung nach vorne zu registrieren, das heißt am frühen Morgen ist die Leistungsfähigkeit besonders hoch. Anders dagegen beim "Morgenmuffel", also den sogenannten "Abendtypen", so liegt bei dieser Gruppe Mitternacht erst gegen fünf bis sechs Uhr morgens, was dann die beste Schlafenszeit ist.

So sollte man versuchen, sich auch einen Beruf auszusuchen, der zu seinem persönlichen Biorhythmus passt.

Aber da dies ja nicht bei jedem ohne Weiteres möglich ist, so kann man ja versuchen in den sogenannten "schwachen" Zeiten Arbeiten verrichten, die nicht die volle Konzentration benötigen. Auch sollte man die Pausen nicht vergessen und wer die Möglichkeit hat, mittags vielleicht ein kleines "Nickerchen".

Zurückstellen der biologischen Uhr möglich

Junge Frau morgens im Bett, macht Wecker aus
Young woman with alarmclock on the bed at the morning © vgstudio - www.fotolia.de

Jeder Mensch verfügt über eine biologische innere Uhr, was sich besonders bei Vielfliegern in dem sogenannten "Jetlag" äußert. Jetzt haben Forscher in Amerika eine Substanz entdeckt, womit man diese innere Uhr beeinflussen kann und um bis zu zehn Stunden zurückdrehen könnte.

Dieser Substanz gab man auch den Namen "Longdaysin", die also drei Proteine beeinflusst, die für die interne biologische Zeitregulierung wichtig sind. Die biologische Uhr hat nicht nur auf unser Gehirn einen Einfluss, sondern auch auf die Organe und das Gewebe, wobei die Steuerung im 24-Stunden-Rhythmus erfolgt, wobei auch das Tageslicht eine große Rolle spielt. Innerhalb dieses Rhythmus werden somit bestimmte Gene aktiviert und deaktiviert, was mit Hilfe bestimmter Proteine, das sind Eiweiße, geschieht.

Bei ihrer Suche nach diesen Proteinen kamen die Forscher auch auf das "Longdaysin", das also die biologische Zeiteinstellung in den Zellen bis zu zehn Stunden zurückdrehen konnte. Den Nachweis dafür konnten die Wissenschaftlern bei Zebrafischen als Modelltieren liefern.

Die innere Uhr braucht Unterstützung von Augen und Ohren

Der persönliche Rhythmus des Menschen wird auch äußeren Veränderungen angepasst

Grafik Neuronen, die mit roten Lichtern leuchten
Neurons © ktsdesign - www.fotolia.de

Nicht nur bestimmte Hirnfunktionen, sondern auch Sinnesreize sind für die innere Uhr verantwortlich. Das fanden Misha Ahrens und Maneesh Sahani vom University College in London heraus.

Bisher dachte man, dass der Mensch ausschließlich durch eine Art Taktgeber im Gehirn Zeitspannen abschätzen könne. In der Fachzeitschrift "Current Biology" erläuterten die Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse. Zwanzig Probanden standen für einen Test zu Verfügung.

Korrekte Einschätzung fällt leichter bei zusätzlichen Informationen

Auf einem Monitor wurden ihnen hintereinander zwei Lichtpunkte gezeigt. Diese verloschen jeweils nach unterschiedlicher Dauer. Die Teilnehmer mussten einschätzen, welcher der Punkte länger zu sehen war. Beim zweiten Test waren zusätzlich zu den Lichtern Muster zu erkennen, die sich nach einiger Zeit wandelten. Die Abfolge war unregelmäßig, jedoch insgesamt rhythmisch.

Im Vergleich zeigte sich, dass den Beteiligten eine korrekte Einschätzung leichter fiel, wenn sie zusätzliche Informationen hatten. Allerdings erkannten die Wissenschaftler auch, wie leicht sich die innere Uhr überlisten ließ.

Bei einem weiteren Versuch ließen die Forscher die Lichtpunkte weg und zeigten nur noch die Muster. Dabei wandelten sie den Rhythmus ab. Die Probanden empfanden die Zeitspannen umso länger, je kürzer sie tatsächlich waren.

Der Mensch reagiert also nicht nur auf sein eigenes Empfinden, sondern passt seinen Takt auch äußeren Veränderungen an.

Die innere Uhr ist seit Millionen von Jahren gleich geblieben

Junge Frau mit braunen Haare hat verschlafen und wacht erschrocken auf, die Hand auf dem Wecker
Shocked woman waking up with alarm © Drobot Dean - www.fotolia.de

Bereits in früheren Studien konnte nachgewiesen werden, dass Menschen selbst bei völliger Dunkelheit einen nahezu 24-stündigen Rhythmus beibehalten, Arbeit in wechselnden Schichten dagegen krank machen kann. Nun glauben Forscher, dem Grund für dieses Phänomen auf die Spur zu kommen. Unsere innere Uhr ist genau die gleiche wie bereits bei den ersten primitiven Lebensformen auf dem Planeten.

In Studien von den Universitäten Cambridge und Edinburgh fanden Wissenschaftler heraus, dass rote Blutkröperchen einen 24-Stunden-Rhythmus haben - eine Tatsache, die unabhängig von der menschlichen DNA funktioniert. Gleichzeitig stellte sich heraus, dass selbst in einer niedrig entwickelten Algenform ein entsprechender Rhythmus zu finden war. Das führt die Forscher zu dem Schluss, dass unserere innere Uhr etwas ist, was schon seit Jahrmillionen in uns und unseren Vorfahren steckt.

Dieser Ansatz könnte dabei helfen, z.B. neue Therapien gegen Krebs, Depressionen und andere Krankheiten zu entwickeln, deren Ursache häufig ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen ist.

Der Mittagsschlaf gehört zum natürlichen Biorhythmus dazu

Das Leistungstief am Mittag durch Powernapping überwinden

Junger Mann im Wohnzimmer auf Couch eingeschlafen
Man asleep on sofa in living room © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Der Mensch braucht Schlaf, um Energie zu tanken, das ist klar. Doch wie Professor Göran Hajak, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Uni Regensburg sagt, bezieht sich dies nicht nur auf den nächtlichen Schlaf. Auch ein Mittagsschläfchen gehöre eigentlich zu unserem natürlichen Biorhythmus dazu.

Für viele ist es undenkbar, sich Nachmittags ins Bett zu legen und zu schlafen. Doch das ist auch gar nicht nötig, denn es hilft auch schon, sich auf die Couch zu legen; sogar ein Nickerchen auf dem Bürostuhl ist möglich. Denn lange sollte man gar nicht ausruhen - perfekt sind 15 bis 30 Minuten, andernfalls erholt sich der Körper nicht, sondern fühlt sich erschöpfter als vorher.

Studien zufolge kann der Mensch nach dem so genannten Powernapping bessere Leistungen erbringen und ist auch weniger anfällig für Infektionskrankheiten oder Depressionen. Wie Hajak weiterhin sagt, sei die richtige Zeit für ein kurzes Schläfchen zwischen 13 und 15 Uhr, da die meisten Menschen genau dann in ein Leistungstief fallen.

Zahnarzttermine lieber auf den Nachmittag verlegen

Zahnarzthelferin zeigt junger Patientin auf Zahnarztstuhl in Praxis das richtige Zähneputzen an Gebiss mit Zahnbürste
visit at the dentist © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Wer ein wenig unter Zahnarztangst leidet und sich fürchterliche Sorgen um eventuelle Schmerzen bei der Behandlung macht, der sollte seine Zahnarzttermine lieber auf den Nachmittag verlegen, denn dann ist die Schmerzwahrnehmung unseres Körpers geringer.

Wie das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber" berichtet, folgt unser Körper auch hinsichtlich des Schmerzempfindens einer inneren Uhr. Demnach ist die Schmerzschwelle in der Nacht am niedrigsten und am Nachmittag etwa um drei Uhr am höchsten. Zu dieser Zeit wirkt auch die örtliche Betäubung besser.

Schlaf-Wach-Rhythmus ist angeboren

Säugling mit Windel liegt auf dem Bauch mit angezogenen Beinchen und schläft auf weißer Decke
a sweet baby sleeping on a blanket © Gaby Kooijman - www.fotolia.de

Forscher von der University of Chicago stellten bei ihren Untersuchungen an Hamstern fest, dass der Schlaf-Wach-Rhythmus, also die sogenannte "innere Uhr" schon angeboren ist.

Als Beweis dafür wurden den neugeborenen Tieren ein Auge mit Hilfe einer Kontaktlinse abgedeckt, so dass sie also dort nicht sehen konnten, aber dann ganz normal im Hell-Dunkel-Rhythmus lebten. Nach einiger Zeit kontrollierten die Wissenschaftler die Funktion des abgedeckten Auges und das Gehirn konnte auch nicht die Bewegungen oder Nahrung erkennen, die dem "blinden" Auge gezeigt wurden.

Aber trotzdem reagierten die betroffenen Gehirnzellen auf den Hell-Dunkel-Rhythmus, das heißt die innere Uhr wurde nicht durch das "blinde Auge" beeinflusst.

Schon Säuglinge entwickeln ihren eigenen Schlafrhythmus

Nahaufnahme der Hand eines Säuglings, zugedeckt mit weißem Tuch mit grauen Sternchen
Petite main de bébé © Nastasia Froloff - www.fotolia.de

Wie Wissenschaftler herausfanden schlafen Säuglinge im Durchschnitt etwa elf Stunden pro Nacht und zwei Stunden am Mittag. Doch die individuelle Schlafdauer eines Kindes ist sehr starken Schwankungen unterlegen, wie Neuropädiaterin Dr. Evemarie Feldmann-Ulrich weiß. Demnach liegt die individuelle Schlafdauer von Säuglingen irgendwo zwischen neun und 13 Stunden pro Nacht und zwischen 20 Minuten und viereinhalb Stunden am Tag.

Selbst wenn ein Kind in den Augen der Eltern zu wenig schläft, brauchen sich diese keine Sorgen zu machen, da Kinder schon im Säuglingsalter ähnlich wie auch Erwachsene ihren eigenen Schlafrhythmus entwickeln, so Feldmann-Ulrich.

Wie wirkt sich ein längerer Aufenthalt im Weltall auf das Schlafverhalten aus?

Astronaut schwebt im Weltall, die Milchstraße und zwei Planeten im Hintergrund
Astronaut spaceman outer space. Elements of this image furnished by NASA © nikonomad - www.fotolia.de

Bei einer Studie wurden die Auswirkungen eines längeren Weltraumfluges auf das Schlafverhalten der Astronauten untersucht. Dabei stellte man fest, dass dieses Schlafverhalten mit denen von Polarforschern vergleichbar ist.

Für die Studie wurden die sechs Teilnehmer, die an dem Projekt "Mars500" im Jahr 2010/11 in Moskau beteiligt waren, dementsprechend befragt und untersucht. Die sechs Teilnehmer stammten aus Russland, Frankreich, China und Italien.

Während der 17 Monate, die die Männer sich in der Testkapsel aufhielten, hatten sie sich viel zu wenig bewegt, so dass sie auch die größte Zeit schliefen. Die Ursache dafür lag in der Hauptsache an der Monotonie und an einer schlechten Beleuchtung.

Durch die Schwerelosigkeit kommt es zu einem Muskel- und Knochenabbau und auch das Herz-Kreislauf-System wird belastet, was aber durch eine Passivität noch verstärkt wird.

Einer der Forscher berichtet, man sollte solche Tests besser noch in der Raumstation ISS durchführen, so lange sie noch existiert.

Sonnenaufgang ist Hähnen egal: Innere Uhr bestimmt das Krähen

Landschaftsbild in der Toskana im Sonnenaufgang
Tuscany at sunrise © sborisov - www.fotolia.de

Von wegen Hahnenschrei zum Sonnenaufgang: Den Gockeln ist es herzlich egal, wann die Sonne aufgeht. Sie krähen erst, wenn ihre innere Uhr sie dazu veranlasst. Dies ergab eine Studie der Nagoya University in Japan, die dafür vier Hähne in ein Labor steckten.

Zuerst bekamen die Tiere zwölf Stunden lang Tageslicht im Wechsel mit zwölf Stunden Dämmerung, später 24 Stunden Dämmerlicht. Trotzdem krähten sie auch dann genau zwei Stunden vor dem erwarteten Sonnenaufgang, der jedoch ausblieb.

Dadurch konnten die Wissenschaftler belegen, dass es den Hähnen egal ist, ob die Sonne morgens früher oder später aufgeht - sie krähen, wenn ihre innere Uhr ihnen sagt, dass es soweit ist. Daher krähen sie auch im Winter ähnlich früh wie im Sommer, obwohl es noch stockfinster ist.

Zudem stellten die Forscher fest, dass die Hähne auf das Krähen eines Artgenossen reagieren. Wenn morgens der erste Hahn mit dem Krähkonzert beginnt, stimmen die anderen bald ein. Abends dagegen reagieren sie weit weniger auf die Rufe anderer Gockel.

Unsere innere Uhr richtet sich nach der Sonne

Grüne Wiese mit Blumen unter blauem Himmel mit Sonnenschein
prairie paquerette bouton d'or soleil © free_photo - www.fotolia.de

Amerikanische Forscher haben festgestellt, dass ein Aufenthalt in der freien Natur schon nach einer Woche unsere sogenannte "innere Uhr" wieder umstellt. Dabei ging es um die Zeiten der Nachtruhe und des morgendlichen Aufstehen. Nach der biologischen "inneren Uhr" beginnt nach dem Sonnenuntergang die Nachtruhe und ist dann beim Sonnenaufgang vorüber.

Doch wegen des künstlichen Lichts verschiebt sich die Nachtruhe bei den meisten Menschen um einige Stunden und viele wachen aber auch schon früher auf, so dass es kein Wunder ist, wenn einige müde zur Schule oder zu ihrem Arbeitsplatz kommen.

Bei dem Test, an dem acht Männer und Frauen teilnahmen, wurden die Schlafzeiten einmal im normalen Leben erfasst und anschließend fuhren die Teilnehmer zu einem einwöchigen Camping-Urlaub in die Rocky Mountains. Dort gingen die Teilnehmer im Durchschnitt zwei Stunden früher zu Bett, das heißt mit dem Sonnenuntergang, und standen aber auch beim Sonnenaufgang wieder auf. Die Forscher haben bei diesem Test auch die Ausschüttung des Hormons Melatonin überprüft, das für den Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlich ist. Wenn die Konzentration steigt, so beginnt für den Körper die Nacht, beziehungsweise wenn der Hormonspiegel sinkt, werden wir wach.

Als Fazit raten die Forscher denjenigen sogenannten Nachteulen öfters morgens und mittags mehr Sonnenlicht zu tanken, damit die "innere Uhr" wieder richtig tickt.

Theorieentwicklung

Entwickelt wurde die umstrittene Theorie zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem deutschen Biologen und Mediziner Wilhelm Fließ (1858-1928) sowie dem österreichischen Psychologen Hermann Swoboda (1873–1963). Fließ entdeckte in den Krankenakten seiner Patienten übereinstimmende Regelmäßigkeiten.

Diese formulierte er in der so genannten Periodenlehre. Auf diese Weise sollte in den guten und schlechten Momenten des Lebens eine Gesetzmäßigkeit entdeckt werden.

Spätere wissenschaftliche Studien konnten die Relevanz der Periodenlehre jedoch nicht bestätigen. Heutzutage wird sie sogar zur Pseudowissenschaft gezählt. Dennoch hat die Biorhythmik nach wie vor eine große Anhängerschaft, die ihren Biorhythmus mit Hilfe von verschiedenen simplen Programmen ausrechnet.

Auswirkungen auf den Körper

Fakt ist jedoch, dass der menschliche Körper und seine Funktionen verschiedenen rhythmischen Veränderungen unterliegen. Ein Beispiel ist der Tag-Nacht-Rhythmus.

Je nach individuellem Biorhythmus wird ein Mensch am Abend früher müde oder morgens später wach. Auch die Temperatur oder das Sonnenlicht beeinflussen die innere Uhr.

Den eigenen Biorhythmus zu kennen ist durchaus von Vorteil, da man dann gut mit ihm in Einklang leben und seinen Tagesablauf nach ihm ausrichten kann. Wird man z.B. am Mittag häufig müde, ist es sinnvoll, wichtige Arbeiten bereits am Vormittag zu erledigen. Spezielle Biorhythmische Beratungen, die oftmals gegen Geld angeboten werden, gelten jedoch als wenig hilfreich und unseriös.

Wie die inneren Uhr unser Leben erleichtern kann

Unser Körper weiß manchmal eher als wir selbst, was uns gerade gut tun würde. Wer auf den eigenen chronobiologischen Rhythmus hört, kann in vieler Hinsicht effektiver und angenehmer leben.

Alles hat seine Uhrzeit
  • Wie aktiv gerade unsere Organe sind
  • wie hoch der Blutdruck ist und
  • wie stabil die Stimmung ist,

das hängt auch von der Tageszeit ab. So kann es ein cleverer Zug sein, einen ungangenehmen Zahnarzttermin auf den Nachmittag zu legen - zu diesem Zeitpunkt ist das Schmerzempfinden kleiner als am Morgen.

Ein Streit mit dem Partner ist dagegen eher abends zu ertragen, denn zwischen 19 und 22 Uhr ist der Blutdruck relativ niedrig. Denkaufgaben lassen sich vormittags am effektivsten lösen; so schreibt man die erfolgreichsten Prüfungen oft zwischen zehn und zwölf Uhr.

An welchen Zeiten wir besonders leistungsfähig sind, hängt aber auch davon ab, ob wir tendenziell eher Frühaufsteher (Lerchen) oder Langschläfer (Eulen) sind - zweischen diesen Typen verschiebt sich der natürliche Rhythmus um bis zu zwei Stunden.

Krankheiten vorbeugen und heilen

Oft können wir uns allerdings kaum nach den Bedürfnissen unseres Körpers richten. Wir leben in einer Welt des künstlichen Lichts, in der

Dabei ist es auch für die Gesundheit enorm wichtig, nicht zu stark gegen die innere Uhr zu leben. Verschiedene Erkrankungen wie

haben einen eigenen Rhythmus, an den die Behandlung angepasst werden sollte. Wenn zusätzlich mit Hormonen wie Melatonin gearbeitet wird, nennt sich das Chronotherapie.

Herzinfarkt durch Umstellung auf Sommerzeit?

3D Grafik menschlicher Körper mit Herzinfarkt
herzinfarkt © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Am 29. März 2009 werden die Uhren wieder eine Stunde vorgestellt (nachts von 2.00 auf 3.00 Uhr), es ist Sommerzeit. Wie die Krankenkasse DAK mitteilt, steigt an den ersten drei Tagen nach der Umstellung auch das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden, wie man anhand einer Studie aus Schweden feststellte.

Der Grund dafür könne die Änderung des Biorhythmus und weniger Schlaf sein. Der Rat der Experten, schon ein paar Tage vor der Umstellung der Sommerzeit etwas früher ins Bett gehen und vor allem abends nicht zu viel essen.

Grönland: Macht Serotonin im Überfluss depressiv?

Eisbär auf schwimmender Eisscholle
Polar Bear © lassedesignen - www.fotolia.de

Grönland besitzt eine der höchsten Selbstmordraten. Doch nicht die langen Polarnächte seien laut Meinung der Forscher Auslöser, denn nur 18 Prozent aller Suizide ereignen sich dann. Von März - April und September - Oktober gibt es einen Wechsel von Tag und Nacht, ansonsten ist es entweder 24 Stunden pro Tag hell oder dunkel.

Auswertungen ergaben: Jeder zweite Selbstmord wird in der hellen Jahreszeit verübt. 82 Prozent aller Selbstmorde geschehen zwischen März und Oktober. Somit ist die Suizidrate in den Wintermonaten geringer als im Sommer. Eine Studie dokumentierte 1351 Suizide in 34 Jahren.

Der Botenstoff Serotonin beeinflusst den Schlaf-Wach-Rhythmus des Menschen. In den langen Zeiten konstanten Tageslichts könne der Serotonin-Haushalt durch einen starken Anstieg so durcheinandergeraten und den Rhythmus beeinflussen, dass massive psychische Probleme als Folge von langanhaltendem Schlafmangel auftreten können.

Herzinfarkt oft in den Morgenstunden, weil da Blutplättchen am aktivsten sind

Grafik Mensch mit Herzschmerzen - Herzinfarkt
Herzinfarkt © psdesign1 - www.fotolia.de

Der britische Wissenschaftler Frank Scheer arbeitet am Brigham and Women´s Hospital. Dort hat er 12 junge gesunde Freiwillige beiderlei Geschlechts 240 Stunden lang in einem Labor mit gedämpften Licht beobachtet und untersucht. Es ging darum, anhand von Blutdrucksverläufen die Innere Uhr der Teilnehmer zu erkennen. Die Tageszyklen in diesem Labor wurden auf 10 20-stündige Zyklen umgestellt.

Es zeigte sich, dass die Aktivität der Blutplättchen (Thrombozyten) zwischen 8 und 9 Uhr morgens am höchsten ist. Dadurch erhöhe sich die Gefahr von Blutgerinnseln. Diese Erkenntnis erklärt unter anderem, warum es besonders häufig in den Morgenstunden zu kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt, sagt Scheer. Seine Studie ist in der aktuellen Ausgabe des US-Wissenschaftsmagazins "PLoS One" nachzulesen.

Übergewicht bei Jugendlichen durch zu zu spätes Schlafengehen

Jugendlicher mit Rucksack auf dem Schulweg, drei Jugendliche in der Nähe scheinen über ihn zu lästern
Teenage Boy Feeling Intimidated As He Walks Home © highwaystarz - www.fotolia.de

Australische Wissenschaftler von der Universität South Australia in Adelaide haben den Tagesrhythmus von Kindern und Jugendlichen einmal näher untersucht und stellten dabei fest, dass es einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und dem zu späten Schlafengehen gibt. So bewirkt die späte Abendzeit, in der sich die Kinder und Jugendlichen meistens weniger sportlich bewegen, dass dies mit eineinhalb-facher höheren Wahrscheinlichkeit bei vielen auch zu Übergewicht führt.

Diese Gruppe ist tagsüber nur halb so lange körperlich aktiv und sitzt dafür dreimal so häufig vor dem Computer oder Fernseher. Dagegen sind diejenigen schlanker, die früh zu Bett und morgens zeitig aufstehen, wobei im Fazit die Schlafdauer bei beiden Gruppen gleich lang ist. Für diese Auswertung hatten die Forscher 2.200 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen neun und 16 Jahren befragt.

Schichtarbeiter haben ein größeres Risiko an Diabetes zu erkranken

Stethoskop und Spritze auf einem blauen Blatt mit der Aufschrift "Diabetes"
Diabetes concept © Minerva Studio - www.fotolia.de

Amerikanische Wissenschaftler haben in der umfangreichsten Langzeitstudie, die bisher zu diesem Thema durchgeführt wurde, bewiesen, dass Schichtarbeit auf Dauer krank macht. Besonders häufig erkranken demnach Schichtarbeiter an Diabetes. Bei der Studie wurden 180.000 Krankenschwestern beobachtet. Es zeigte sich, dass bereits nach fünf Jahren in wechselnden Arbeitszeiten, die Chance zuckerkrank zu werden deutlich erhöht war. Sie stieg um jeweils fünf Prozent an. Bei mehr als 20 Jahren Schichtdienst hatte sich das Risiko auf über 40 Prozent gesteigert. Darüber hinaus legten die Krankenschwestern an Gewicht zu. Selbst wenn diese Zunahme aus den Risikofaktoren an Diabetes zu erkranken, berücksichtigt wurde, blieb die Rate eklatant hoch.

Da immer mehr Menschen zu verschiedenen Zeiten arbeiten müssen, besteht hier eine Gefahr für die allgemeine Volksgesundheit, erklärten die Experten. Wie die Zusammenhänge genau entstehen, ist nicht völlig klar. Es gibt verschiedene Theorien. Sicher ist, dass die Verschiebung des Biorhythmus drastische Auswirkungen auf Hormone wie Stoffwechsel hat.

Den Blutzucker senken - einfach die innere Uhr austricksen

Eine Hand hält eine andere mit Blutstropfen an Fingerkuppe für Glucoseschnelltest o. Blutzuckertest für Diabetiker
Glucose level blood test © evgenyb - www.fotolia.de

Menschen mit Diabetes müssen ständig auf ihren Blutzucker achten und diesen auch medikamentös regulieren. Forscher haben nun herausgefunden, dass auch ohne Medikamente und selbst ohne bewusste Ernährungsumstellung der Blutzucker zumindest in Maßen gesenkt werden kann. Alles was man dafür machen muss: ein wenig an der inneren Uhr drehen.

Der Mensch folgt einem klaren inneren Rhythmus. Wir sind auf das Durchleben von 24 Stunden eingestellt, wobei zwölf Stunden als Tag und zwölf Stunden als Nacht erlebt werden. Auch unser Stoffwechsel folgt dieser Regel strikt. US-Forscher haben diesen Rhythmus näher untersucht und wurden dabei auf eine Substanz aufmerksam. Diese entsteht in der Leber und senkt den Blutzucker.

Allgemein gilt die Regel: am Tag essen wir etwas und das sorgt für Glukose-Nachschub. Diesen brauchen wir auch, um die nötige Energie für alle Aktivitäten zu haben. Auch nachts wird Glukose benötigt, aber da wir schlafen, wird weniger genutzt und die Leber muss lediglich aufpassen, dass eine Notration vorhanden ist. Dafür ist die sogenannte Gluconeogenese verantwortlich, die durch zwei Moleküle gesteuert wird. Diese Moleküle nennt man „Cryptochrom 1“ und „Cryptochrom 2“.

Die Forscher fanden nun heraus, dass es ein weiteres Molekül gibt, das direkt auf diese beiden wirkt und sie hemmen kann. Es zügelt also die Aktivität, falls zu viel Glukose in der Nacht für den Körper bereitgestellt werden soll. Dies senkt den Blutzuckerspiegel. Könnte man sich dieses Molekül in der Medizin zu nutze machen, wäre ein neues Mittel für Diabetiker denkbar.

Wenig Schlaf und Nachtarbeit stören den Insulinhaushalt - mehr Diabetes und Übergewicht

Grafische Darstellung der Insulingewinnung in der Bauchspeicheldrüse, mit Beschriftung
Bauchspeicheldrüse. Insulingewinnung © Henrie - www.fotolia.de

Viele Menschen müssen aufgrund ihrer Arbeit des Nachts arbeiten oder sind einfach eher Nachtmenschen und bekommen daher nach einem langen Arbeitstag durch viele Hobbys wenig Schlaf. In beiden Fällen kommt die innere Uhr durcheinander, denn der Mensch lebt von Natur aus nach einem festen 24-Stunden-Rhythmus und auch sein Hormonhaushalt ist danach gestellt.

Diese Sicht wird einmal mehr bestätigt, nachdem Forscher aus den USA die Störung der inneren Uhr mit dem Gewicht in Zusammenhang bringen wollten. Sie arbeiteten dafür mit Labormäusen und brachten bewusst deren Biorhythmus durcheinander. Es wurde dabei schnell deutlich, dass es nicht nur darum geht, wie viel man isst. Das Gewicht wird maßgeblich davon beeinflusst, wie viel man schläft und auch wann man die Nahrung zu sich nimmt. Hier kommt der Faktor des Insulins mit ins Spiel.

Die Wirkung des Hormons ist davon abhängig, wie gut man nach dem eigenen Rhythmus lebt oder wie sehr man gegen die innere Uhr handelt. Eigentlich ist während der Ruhezeit wenig Insulin notwendig, weshalb man in dieser Zeit den höchsten Blutzucker hat und am ehesten insulinresistent ist.

Ist man nun aber während der inneren Ruhephase wach und gleicht damit den Nachtrhythmus an den Tagrhythmus an, wird es schwierig. Bei den Mäusen ging dies so weit, dass eine dauerhafte Störung des Tag-Nacht-Rhythmus dazu führte, dass die Tiere eine nachweisbare Insulinresistenz entwickelten. Mit anderen Worten: sie bekamen Diabetes.

Die Erkenntnis bringt Forscher dazu, mehr über bisher vernachlässigte Therapiekonzepte nachzudenken. Menschen mit Übergewicht oder mit Übergewicht und Diabetes sollten nicht nur mit Diäten, Sport und Diabetes-Medikamenten behandelt werden, sondern eine Verhaltenstherapie bekommen.

Die innere Uhr ist bei schwer depressiven Menschen gestört

Schwarz-weiß Bild Frau hockt im dunklem leeren Zimmer an kahler Wand Depression Borderline Trauer
Despair © Ella - www.fotolia.de

US-Forscher fanden nun in einer Studie heraus, dass bei schwer Depressiven die Innere Uhr gestört ist. Diese regelt verschiedene Funktionen des Körpers: Schlaf-Wach-Rhythmus, Körpertemperatur, Stoffwechsel und Hormonhaushalt werden durch sie gesteuert. Die Forscher belegten, dass die sogenannten Uhrgene von Depressiven außer Takt geraten sind. Dies erkläre laut den Forschern auch, warum depressive Menschen häufig an Schlafstörungen leiden. Die meisten der psychisch kranken Menschen können abends schwer einschlafen und kommen hingegen morgens nur schwer aus dem Bett.

Wie dies genau ausgelöst wird, entzieht sich momentan noch der Kenntnis der Forscher, denn sie können noch nicht belegen, welche Gene im Gehirn dies auslösen. Um dem auf die Spur zu kommen, untersuchten die Wissenschaftler die Gene im Gehirn von Toten, da bei diesen der letzte Stand der Genaktivität eingefroren ist.

Im Rahmen dessen wurden die Gehirne von 89 Toten untersucht, von denen 34 zu Lebzeiten an einer schweren Depression litten.55 Personen wurden als Kontrollgruppe eingesetzt, die keinerlei psychische Beschwerden hatten. Ergebnis war, dass der Rhythmus der Uhrengene von depressiven Personen außer Takt war.

Die Ergebnisse der Studie können den Forschern in Zukunft helfen, Menschen mit einer klinischen Depression besser zu behandeln. Wenn man über die gestörte Funktion einer inneren Uhr Bescheid weiß, so gelänge es auch leichter diese zu reparieren und den Betroffenen zu helfen.

Der Biorhythmus nach der inneren Organuhr

In der Anschauung der Traditionellen Chinesischen Medizin finden auch zeitliche Abläufe bei der Behandlung von Beschwerden und Erkrankungen Berücksichtigung. Dazu gehören vor allem

  • der Tagesrhythmus
  • die Jahreszeiten oder
  • die Mondphasen.

Diese Faktoren wirken sich auf das Befinden des Menschen aus, weswegen man sie in Diagnoseverfahren und Therapien miteinbezieht. Außerdem wird auch ein Zusammenhang zwischen der Tageszeit und der Funktion der Organe gesehen.

Um diesen Zusammenhang optisch darzustellen, dient eine so genannte innere Organuhr oder chinesische Uhr als Modell. Dabei ordnet man sämtliche Zwei-Stunden-Segmente einem Organ oder einer Energieleitbahn zu.

Das heißt, dass das jeweilige Organ zu einer bestimmten Zeit am aktivsten ist, weil es dann den höchsten Energiefluss hat. Gleichzeitig ist es während dieser Phase aber auch besonders störungsanfällig. Wenn also Beschwerden stets an bestimmten Tageszeiten auftreten, kann dies ein Hinweis auf eine Störung des zugeordneten Organs sein.

3 bis 5 Uhr

Zwischen 3 und 5 Uhr erwachen oft Menschen, die unter Herzschwäche leiden, da sie Atemprobleme haben. Zu dieser Zeit ist die Lunge stark tätig, worauf der Organismus mit Höchstleistung reagiert.

5 bis 7 Uhr

Bei gesunden Menschen ist die Darmtätigkeit zwischen 6 und 7 Uhr besonders ausgeprägt, sodass es in diesem Zeitabschnitt oft zum Stuhlgang kommt. Durch die Regelmäßigkeit des Stuhlgangs können Rückschlüsse gezogen werden, wann tags zuvor die letzte Mahlzeit verzehrt wurde.

7 bis 9 Uhr

In der Zeit zwischen 7 und 9 Uhr ist die Verdauung besonders gut. Daher wird empfohlen, in diesem Zeitraum ausgiebig zu frühstücken. Weniger gut geeignet für üppige Mahlzeiten ist die Zeit nach 19 Uhr, weil der Magen dann kaum noch arbeitet.

9 bis 11 Uhr

Zwischen 9 und 11 Uhr arbeitet die Bauchspeicheldrüse auf Hochtouren. Dabei wird eine Vielzahl an Fermenten und Enzymen freigesetzt. Aus diesem Grund gilt dieser Zeitabschnitt als ideal für geistige Aktivitäten.

11 bis 13 Uhr

Dieser Zeitabschnitt dient dem Herz als Regenerationsphase. Daher sollte man es zwischen 11 und 13 Uhr schonen und auf körperliche Aktivitäten und Stress möglichst verzichten.

13 bis 15 Uhr

Zwischen 13 und 15 Uhr ist der Bauch meist wegen des Mittagessens voll, weswegen der Dünndarm auf eine gute Blutversorgung angewiesen ist. Von zusätzlicher Muskelarbeit wird während dieser Phase abgeraten.

15 bis 17 Uhr

In dieser Zeit ist die Blase besonders aktiv. Das heißt, dass zwischen 15 und 17 Uhr der meiste Urin ausgeschieden wird.

17 bis 19 Uhr

In diesem Zeitabschnitt arbeiten vor allem die Nieren auf Hochtouren.

19 bis 21 Uhr

Der Zeitraum zwischen 19 und 21 Uhr ist die beste Zeit zum Entspannen der wichtigsten Organe, da sich der Kreislauf warmgelaufen hat.

21 bis 23 Uhr

Zwischen 21 und 23 Uhr regenerieren sich die endokrinen Drüsen.

23 bis 1 Uhr

Dieser Zeitabschnitt gilt als Maximalzeit der Gallenblase.

1 bis 3 Uhr

Zu dieser Zeit ist die Leber besonders aktiv.

Störungen des Biorhythmus

Durch verschiedene Störungen kann die innere Uhr des Menschen aus dem Takt geraten.

Schlafstörungen und Jetlag

Ein weit verbreitetes Problem sind Schlafstörungen. Häufig gestört wird der Rhythmus auch durch einen veränderten Tagesablauf. Dies kann z.B. nach einer Flugreise in eine andere Zeitzone der Fall sein.

Dabei kommt es zum so genannten Jetlag, was soviel wie Zeitlücke oder Zeitdifferenz bedeutet. Durch den veränderten Tagesablauf gerät der Biorhythmus aus seinem gewohnten Gang, da der Wechsel von Tag und Nacht, an den sich der Körper gewöhnt hat, nicht mehr stimmt.

Ursachen

Verursacht wird diese Störung vor allem durch das Schlafhormon Melatonin, das der Organismus besonders bei Dunkelheit herstellt. Das Melatonin hat eine beruhigende Wirkung und senkt die Aktivität des Menschen.

Aber auch Glukokortikoide, die an der Steuerung des Herz-Kreislaufsystems, des Nervensystems und des Stoffwechsels beteiligt sind, spielen dabei eine Rolle.

Tipps um dem Jetlag zu trotzen

Fernreisen – das hilft gegen Jetlag

Reife Frau in weißer Bluse und rotem Rock auf Sitzplatz in Flugzeug, Fensterplatz, besorgter Blick
flugangst © Udo Kroener - www.fotolia.de

Die Ferien sind da und für viele geht es in die weite Ferne. Doch die Flüge in entfernte Urlaubsgebiete bedeuten für den Körper Stress. Wer mehrere der Längengrade überquert, wird anschließend mit dem so genannten Jetlag Bekanntschaft machen. Je weiter der Weg, desto deutlicher kommt die innere Uhr aus dem Rhythmus.

Neben körperlichen Vorgängen, wie Herzschlag, Blutdruck oder Hormonstatus gerät besonders der Takt für Schlafen und Wachsein durcheinander. Das kann dazu führen, dass man sich einerseits sehr müde fühlt, andererseits jedoch keinen erholsamen Schlaf findet. Ist man zudem gesundheitlich geschwächt oder psychisch belastet, kann der Jetlag das Wohlbefinden stark beeinträchtigen.

Dem Jetlag vorbeugen

Am sinnvollsten ist es daher, bereits im Vorfeld auf einige Faktoren zu achten. Damit kann man den negativen Einwirkungen von Fernreisen eine Menge Schrecken nehmen.

So hilft es, sich bereits beim Start auf die Uhrzeit des Zielortes einzustellen. Nach dieser Zeit sollte man seine Ruhepausen, aber auch die Einnahme der Mahlzeiten richten. Ist man auf Medikamente angewiesen, bespricht man günstigerweise mit dem Arzt, wie die Umstellung am besten gelingt.

Wer bei Tageslicht fliegt, ist ebenfalls im Vorteil. Der Körper ist im Hellen flexibler, als er es bei Flügen in der Nacht ist. Nach dem Flug sollte man sich eine Weile schonen, um dem Körper Gelegenheit zu geben, sind an die geänderten Zeiten anzupassen.

Stress bei Jetlag vermeiden

Ein Jetlag fordert den Körper ohnehin, Stress wirkt wenig förderlich bei der Gewöhnung an den üblichen Rhythmus

Geschäftsmann am Flughafen schaut auf Armbanduhr, hinter ihm Flugzeug
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Nach der Rückkehr aus dem Auslandsaufenthalt fühlen sich viele Reisenden oft matt und in ihrem Tagesrhythmus gestört. Leidet man unter dem Jetlag, so sollte man trotz der Müdigkeit nicht einfach einen Tag durchschlafen, sondern die gewohnten Schlaf- und Wachzeiten beibehalten.

Das bedeutet: Zu den regulären Zeiten ins Bett gehen und aufstehen. Um den Körper dennoch wieder an die neue bzw. alte Zeit zu gewöhnen, empfiehlt es sich, anstrengende Aktivitäten und Arbeiten direkt nach der Rückkehr zu vermeiden. Stress und Anstrengung wirken sich nur negativ auf den Jetlag aus. Wäsche, Post, Haushalt und andere scheinbar wichtige Erledigungen dürfen also gerne für ein paar Tage beiseite geschoben werden.

Entspannung und Snacks statt Schlaf und Mahlzeiten

So wird dem Körper ausreichend Zeit und Erholung gegeben, die dieser für die Zeitumstellung benötigt. Abgesehen davon, dass Stress dem Jetlag-geschädigten Körper nicht gut tut, ist es aufgrund der Jetlag-Symptome wie Kopfschmerzen und verringerte Reaktionsfähigkeit auch nicht sehr effektiv, zu arbeiten. Ein Antreten am Arbeitsplatz sofort nach der Rückkehr sollte daher vermieden werden.

Stattdessen lieber erst ein oder zwei Tage zu Hause entspannen – so kann anschließend auch mit genügend neuer Energie an die Aufgaben herangegangen werden. Doch nicht nur Stress wirkt sich auf den Jetlag aus, sondern auch die Ernährung. Hier gilt ebenfalls: die gewohnten Zeiten einhalten.

Wer Hunger zu einer Zeit verspürt, zu welcher er am Urlaubsort aß, sollte sich höchstens einen kleinen Snack gönnen, um den Körper nicht noch mehr aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Der berühmte Jetlag - wie lange Flüge unseren Hormonhaushalt verwirren

Beim Jetlag benötigt der Mensch bis zu zwei Tagen bis der Hormonhaushalt ausgeglichen ist

Passagierflugzeug bei Abflug von unten mit Blick in Himmel
aeroplane © Eray Haciosmanoglu - www.fotolia.de

Den Begriff Jetlag hat inzwischen jeder schon einmal gehört. Bei längeren Flügen durch verschiedene Zeitzonen leidet der menschliche Körper. Oft kommen Reisende in der neuen Zeitzone nicht gut zurecht, fühlen sich überdreht oder extrem müde und sind gereizt. Oft treten auch Kopfschmerzen und Schwindel auf und viele leiden für einige Nächte an Schlafstörungen.

Auswirkung auf Stimmung und Funktion der Organe

Doch warum macht uns der Jetlag so zu schaffen? Der menschliche Körper folgt einem festen 24-Stunden-Rhythmus. Auch alle komplizierten hormonellen Vorgänge orientieren sich an diesem Rhythmus. Reisen wir durch Zeitzonen, bringen wir diesen Kreislauf durcheinander. Diese Hormone steuern nicht nur unsere Stimmung, sondern auch die Funktionen einzelner Organe. So kann der Herzschlag oder die Körpertemperatur durch den Jetlag ebenfalls negativ beeinflusst werden.

Studien haben ergeben, dass unser Hormonhaushalt circa zwei Tage braucht, bis er seinen Rhythmus wiedergefunden hat; solange kämpft man also mit den vielen Symptomen des Ungleichgewichtes.

Menschen, die zu regelmäßigen Zeiten Medikamente einnehmen müssen, sollten übrigens bei der Zeitumstellung daran denken, ihren 24-stündigen-Rhythmus der Einnahme dadurch nicht zu unterbrechen.

Neue Pille gegen Jetlag?

Flugzeug von vorne, auf einer braunen Landebahn
Boing on runway © Mikael Damkier - www.fotolia.de

Wer beruflich viel fliegen muss und damit durch die Zeitzonen wandert, der kann ein Lied davon singen: Jetlag.

Das ständige Aufwachen in einer anderen Zeitzone ist nicht nur gefühlt furchtbar, es schlägt uns tatsächlich auf die Gesundheit. Alle unsere Zellen funktionieren nach einem 24-stündigen Biorhythmus, wobei immer zwölf Stunden für den Tag und zwölf für die Nacht reserviert sind. Fliegen wir um den Globus, verschiebt sich unsere Wahrnehmung und die innere Uhr kommt aus dem Takt. Ständige Müdigkeit und Stimmungstiefs sind die Folge.

Für alle Leidgeplagten ist aber Hoffnung in Sicht: eine neue Pille gegen Jetlag. Zwar können sich bereits seit einem Jahr Piloten und auch alle Privatleute in Deutschland mit einer Pille voller Melatonin selbst versorgen, doch ganz unumstritten ist die Einnahme nicht. Ohne Rezept gibt es die Kapseln, die gegen den Jetlag helfen sollen, als Nahrungsergänzung zu kaufen.

Nach der Einnahme wird man müde und kann auch in der fremden Zeitzone zum passenden Zeitpunkt schlafen. Ein neuer Wirkstoff soll in naher Zukunft noch besser und vor allen Dingen sicherer helfen.

Forscher aus Deutschland testen einen neuen Wirkstoff bereits an Tieren, der die innere Uhr schonend wieder ins Gleichgewicht bringen soll. Der Tag-Nacht-Rhythmus soll durch eine Beeinflussung des Hormons Kortikosteron schneller eingependelt werden. Wann der Wirkstoff mit Namen „Metyrapon“ als Medikament erhältlich sein wird, bleibt aber noch abzuwarten.

Medikament gegen Jetlag - Forscher entwickeln neue Substanzen

Rezeptpflichtige Medikamente (blau-weiße Kapseln) vor weißem Hintergrund
Prescription medication in pharmacy vials © kenwnj - www.fotolia.de

Forscher haben zwei neue Wirkstoffe entwickelt, die eventuell als Medikamente gegen Jetlag zum Einsatz kommen könnten.

Man setzt auf die beiden Moleküle „REV-ERB-α“ und „REV-ERB-β“. Dies sind Rezeptormoleküle, die für unseren Tag-Nacht-Rhythmus mitverantwortlich sind. Sie überwachen die Funktion wichtiger Gene, die unsere Aktivität am Tag und die Müdigkeit am Abend steuern. An diesem Punkt will man ansetzen und aktiv in den Stoffwechsel eingreifen. Bei Mäusen hat man so bereits die innere Uhr einige Stunden vor oder zurückgedreht. Man benutzte dafür Wirkstoffe, die auf die beiden Moleküle wirkten. In diesen Wirkstoffen sind zwei andere Moleküle enthalten, die sich an „REV-ERB-α“ und „REV-ERB-β“ binden.

Das Ergebnis war, dass man die innere Uhr von außen neu stellen konnte. Dabei zeigte sich noch ein weiterer Aspekt der neuen Wirkstoffe. Auch Übergewicht konnte auf diese Art reduziert werden, da der angekurbelte Stoffwechsel mehr Energie verbrannte. Selbst fettgefütterte Tiere, die man auch nach der Behandlung weiter extrem fütterte, verloren Gewicht. Ein dritter positiver Aspekt: der Cholesterinspiegel wurde auf ein gesundes Maß reguliert. Wären all diese Ergebnisse auch beim Menschen anwendbar, hätte man ein bedeutendes neues Medikament entdeckt.

Fernreisen und der Jetlag: Sonnenlicht hilft bei der Zeitumstellung

Blauer Himmel mit Wolken und strahlend heller Sonne
Sky © Sergey Tokarev - www.fotolia.de

Wer auf der Langstrecke unterwegs ist, kennt das Problem des Jetlag: Durch die Zeitverschiebung gerät die innere Uhr völlig aus dem Takt. Dies führt dazu das Reisende nachts hellwach im Bett liegen und tagsüber todmüde durch den Urlaubsort schlurfen. Dabei lässt sich der Jetlag mit einigen Vielfliegertricks leicht in den Griff bekommen.

So hilft es, in den Tagen vor der Reise die innere Uhr auf die neue Zeit vorzubereiten Wer gen Osten fliegt, also bei Reisen nach Asien, sollte schon etwas früher ins Bett gehen als gewöhnlich, wer nach Westen fliegt, also in die USA oder in die Karibik, sollte dagegen länger aufbleiben. Wichtig ist auch, die Armbanduhr umzustellen, sobald der Flieger startet. So hat die innere Uhr schon während des Langstreckenflugs Zeit sich auf die neue Zeit am Ankunftsort einzustellen.

Wer dann in die USA fliegt, wo es erst Nachmittag und noch taghell ist, obwohl es zuhause längst Schlafenszeit ist, sollte so lange wie möglich aufbleiben bis es auch vor Ort Schlafenszeit ist. Dies ist immerhin leichter als bei Reisen in den Osten, die häufig am frühen Morgen ankommen: Hier heißt es, einen ganzen Tag wach durchzustehen, ehe wieder Schlafenszeit ist. Sonnenlicht und der Aufenthalt im Freien hilft dabei.

Zeitumstellung

Doch nicht nur lange Reisen können den Biorhythmus durcheinanderbringen. Auch die alljährliche Umstellung von Winterzeit auf Sommerzeit und umgekehrt, sorgt häufig dafür, dass der Biorhythmus gestört wird, da es dabei zu einem Mini-Jetlag kommt.

Die innere Uhr wird durch die Zeitumstellung aus dem Takt gebracht

Zeitumstellung bringt unseren Schlafrhythmus durcheinander - das können Sie dagegen tun

Wecker zeigt sieben Uhr, Hand schaut aus Bettdecke hervor und macht ihn aus
don't want to wake up © svetlana larina - www.fotolia.de

Zweimal im Jahr wird der Rhythmus der Menschen aus dem Takt gebracht. Die Zeitumstellung von Winter auf Sommerzeit ist hierbei noch etwas beschwerlicher, denn statt eine Stunde zusätzlich fehlt eine Stunde und birgt gerade bei Menschen mit Schlafstörungen eine zusätzliche Belastung.

Damit nicht genug, fällt die Zeitumstellung auch zumeist mit der Frühjahrsmüdigkeit zusammen und erschwert sowohl das morgendliche aus dem Bett kommen als auch das Ein- und Durchschlafen. Beachtet man einige Tipps, dann lässt sich sowohl die Umstellung der Zeit als auch die Müdigkeit zum Frühjahresbeginn etwas leichter gestalten.

Tipp's für besseres Schlafen

So empfiehlt es sich regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen, auf eine Reduzierung des Alltagsstress zu achten und auch auf eine vitaminreiche Ernährungsweise umzustellen.

Die Anwendung unterschiedlicher Schlafhygieneregeln, wie etwa drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen auf Essen, Nikotin und Alkohol zu verzichten, sowie das Erlernen einer Entspannungsmethode können für einen gesunden und tiefen Schlaf, sowie einem Fitsein am Tag ausschlaggebende Faktoren darstellen.

Mehrheit der Deutschen ist gegen die Zeitumstellung

Nahaufnahme Ausschnitt Wanduhr, zeigt Uhrzeit viertel vor elf
Clock © Lai Leng Yiap - www.fotolia.de

Eine repräsentative Umfrage zeigte, dass große Teile der deutschen Bevölkerung gegen die Zeitumstellung sind. So plädierten 55 Prozent der Befragten dafür, die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit sofort abzuschaffen. Dagegen wollen 41 Prozent der Deutschen die Zeitumstellung beibehalten.

Interessant ist, dass sich innerhalb der unterschiedlichen Altersgruppen verschiedene Meinungen auftun. So sprachen sich bei den 40- bis 49-Jährigen insgesamt 77 Prozent gegen die Umstellung aus, bei den 14- bis 29-Jährigen waren es lediglich 41 Prozent.

Am 29. März begann in Deutschland wie in fast allen anderen europäischen Ländern die Sommerzeit, wobei die Uhren um eine Stunde von 2.00 auf 3.00 Uhr umgestellt wurden.

Wer schlecht schläft, freut sich nicht auf die Winterzeit-Umstellung

Die Zeitumstellung verwirrt die innere Uhr und gestaltet das Einschlafen nochmals schwieriger

Frau liegt im Bett, müde, hat Augenringe, Schlafstörungen
Sleepless woman © Galina Barskaya - www.fotolia.de

Alle Jahre wieder, so werden im Herbst die Uhren um eine Stunde zurückgestellt, so auch dieses Jahr in der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2009. Viele freuen sich auf eine Stunde mehr Schlaf, doch diejenigen, die schon immer Schlafprobleme haben, trifft die Zeitumstellung besonders hart, weil der Bio-Rhythmus gestört wird, wie auch ein Arzt der Techniker Krankenkasse (TK) bestätigt.

Wie auch eine Umfrage von "Forsa" ergab, leiden 50 Prozent der Frauen und 25 Prozent der Männer unter Schlafproblemen, was man aber mit Hilfe von einigen Ratschlägen abstellen kann. Hierbei ist ein gleichmäßiger Rhythmus besonders wichtig, so dass man bei der Zeitumstellung nicht unbedingt eine Stunde länger im Bett verbringen, sondern auf seine innere Uhr hören soll. In den Tagen danach kann man dann sich schrittweise an die neue Zeit gewöhnen, indem man langsam das Aufstehen hinauszögert.

Ein großes Problem stellt aber meistens schon das Einschlafen dar, so dass abends koffeinhaltige Getränke, aber auch fette Kost vermieden werden sollten. Für das Durchschlafen ist auch frische Luft und die Raumtemperatur wichtig, nicht mehr als 18 Grad.

Zeitumstellung - Jungs besonders betroffen

Zwei Armbanduhren mit schwarzem Lederarmband und schwarzem bzw. weißem Ziffernblatt
Watch. © BillionPhotos.com - www.fotolia.de

Eine Forsa-Umfrage, bei welcher 1.500 Eltern mit Kindern bis 16 Jahren befragt wurden, ergab, dass Jungen viel sensibler auf die Zeitumstellung reagieren. Jeder vierte Junge und jedes sechste Mädchen brauche demnach mehrere Tage für die Umgewöhnung.

Unter 3 Jahren ist jedes zweite Kind betroffen. Bei den 4 bis 6-jährigen traten bei 25 Prozent der Kinder Probleme auf.

Die Umstellung des besonders gefestigten Tag- und Nachtrhythmus von Babys und Kleinkindern sollte daher schrittweise erfolgen, um Schlafstörungen und Quengeln zu mindern.

Bei Erwachsenen hatten 13 Prozent der Frauen und 9 Prozent der Männer mit der Verarbeitung der Zeitumstellung zu kämpfen.

Mini-Jetlag durch Zeitumstellung

Besonders bei Babys und Kleinkindern kommt es durch den Mini-Jetlag zu Beschwerden

Ausschnitt Uhr zeigt fünf vor zwölf
Time is Money © Alex - www.fotolia.de

Die Zeitumstellung von zwei Uhr auf drei Uhr am Sonntag, den 28.03.2010, bedeutet für den Menschen mehr, als dass alle Uhren umgestellt werden müssen. Sie bedeutet auch eine Strapaze für den Biorhythmus und den menschlichen Körper. Der natürliche Rhythmus gerät durcheinander, wodurch ein kleiner Mini-Jetlag entsteht.

Dass auch Tiere darunter leiden, sieht man daran, dass Hühner weniger Eier legen und auch Kühe weniger Milch geben. Babys und Kleinkinder trifft es aber besonders; ihr Organismus ist noch nicht ausgereift, sodass sie durch die Umstellung an Appetitmangel und schlechtem Schlaf leiden können.

Tipps gegen den Mini-Jetlag

Jedoch kann man mit einigen kleinen Tricks diesen Mini-Jetlag verhindern, oder zumindest verringern. Wem es möglich ist, der sollte in der Nacht der Zeitumstellung einfach eine Stunde länger schlafen. Menschen, die sich gerne einen Mittagsschlaf gönnen, sollten dies in der Woche der Umstellung sein lassen, damit sich der natürliche Rhythmus wieder neu auf die Umstände einrichten kann.

Sollte es doch zu Schlafschwierigkeiten kommen, so rät die Techniker Krankenkasse, nicht zu Schlafmitteln zu greifen. Sollte es trotzdem nicht ohne gehen, so sollte man mit natürlichen Mitteln wie Hopfen, Melisse und Baldrian vorlieb nehmen.

Umstellung auf Sommerzeit bereitet vielen Menschen Probleme

Bei Schlafstörungen und Appetitlosigkeit durch Zeitumstellung können schon Spaziergänge helfen

Blonde Frau liegt im Bett und gähnt
Frau liegt im Bett © Meddy Popcorn - www.fotolia.de

Viele Menschen reagieren kaum auf die Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit. Andere haben teilweise große Probleme, ähnlich wie beim sogenannten "Jetlag", so dass sie sich an die neue "Zeit" echt gewöhnen müssen, was bei den einen vier Tage bei anderen sogar bis zu zwei Wochen andauert. Die Zeitumstellung ist ein großer Eingriff in den menschlichen Biorhythmus, so dass man je nach Natur morgens eher fit werden soll, was eben nicht jedem liegt.

Mögliche Folgen der Zeitumstellung

Die Folgen der Zeitumstellung können sich in der ersten Zeit in Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Gereiztheit oder auch in Appetitlosigkeit widerspiegeln.

Linderungsmöglichkeiten

Für die einzelnen Probleme der Betroffenen gibt es vielfältige Möglichkeiten diese zu bewältigen, so können unter anderem die progressive Muskelentspannung oder autogenes Training beim Einschlafen helfen. Was auch hilfreich ist, sind Spaziergänge am Abend an der frischen Frühlingsluft.

Wer besonders empfindlich reagiert, sollte vor dem Schlafengehen vielleicht doch einmal auf das Fernsehprogramm verzichten und auf keinen Fall Kaffee oder schwarzen Tee trinken.

Bei großen Problemen kann auch der Apotheker weiterhelfen, der das richtige Mittel empfehlen kann, was auch nicht abhängig macht.

Besonders in der ersten Woche der Winterzeit passieren auf den Straßen mehr Unfälle

Verkehrsunfall mit Unfallwagen, kurz nach Crash, silberner Ford und Renault, auf Straße
PKW Unfall © Daniel Bujack - www.fotolia.de

Alle Verkehrsteilnehmer sollten nächste Woche, nach der Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit, besonders vorsichtig fahren, denn dann geschehen bekanntermaßen die meisten Unfälle.

So liegt es zum Teil daran, dass viele mit der Zeitumstellung nicht richtig klarkommen, so braucht der Körper bis zu einer Woche um sich daran zu gewöhnen. Am Sonntag, dem 31.10.2010 wird in der Nacht die Uhr von drei auf zwei Uhr zurückgestellt, so dass wir eine Stunde länger schlafen können.

Aber durch die Zeitumstellung ist es abends auch schon eher dunkel, so dass viele Arbeitnehmer dann erst in der Dämmerung nach Hause kommen. Weiter müssen die Autofahrer jetzt im Herbst mit rutschigen Fahrbahnen durch das Laub der Bäume rechnen. Aber auch Fahrradfahrer sollten jetzt noch einmal die Beleuchtung und Reflektoren an ihren Rädern kontrollieren.

Zeitumstellung steht bevor

Klingelwecker, dahinter gähnende Frau, die ihr Kopfkissen über ihre Ohren hält
morning routine © diego cervo - www.fotolia.de

Am kommenden Wochenende wird wieder die Uhr zurückgedreht. Somit wird die Nacht von Samstag auf Sonntag die längste diesen Jahres. Um 3.00 Uhr wird die Zeit auf 2.00 Uhr umgestellt - eine geschenkte Stunde?

Eigentlich nicht, denn im Grunde kehren wir nur zur normalen Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) zurück. Das bedeutet eine Stunde mehr Schlaf, jedoch auch, dass es in Zukunft wieder eine Stunde früher dunkel wird.

Die Sommerzeit wurde vor 30 Jahren ursprünglich eingeführt, um das Tageslicht möglichst effektiv zu nutzen und Energie für Beleuchtungskosten einzusparen. Laut einem Sprecher des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bringt die Sommerzeit konkret jedoch keine messbaren Energieeinsparungen mit sich.

Aus für die Winterzeit in Russland

Russland verzichtet auf Winterzeit, um körperliche und psychische Belastungen zu vermeiden

Großes Ziffernblatt zeigt Uhrzeit fünf vor zwölf
Fünf vor Zwölf © Bernd_Leitner - www.fotolia.de

Sommer das ganze Jahr: Das gibt es jetzt in Russland, denn das Land verzichtet in diesem Jahr auf die Umstellung zur Winterzeit.

Russlands Präsident Medwedew erklärte, dass die Sommerzeit 2011 das ganze Jahr gelte. Wenn das übrige Europa im Herbst die Zeiger eine Stunde zurückstellt, gehen die Uhren im größten Staat der Erde anders. Dmitri Medwedew begründete seine Pläne mit den körperlichen und geistigen Belastungen vieler Menschen sowie den Problemen, die die Zeitumstellung in der Landwirtschaft hervorrufe.

Ausführungsmethode des neuen Plans noch ungewiss

Ob der Präsident ein Dekret erlassen oder das Parlament ein Gesetz verabschieden werde, ist allerdings noch offen. Nachdem Medwedew bereits dafür gesorgt hat, dass es in der Russischen Föderation nur noch neun Zeitzonen gibt und nicht mehr wie früher elf, steht ihren Bewohnern nun die nächste Änderung bevor.

So wäre die Hauptstadt Moskau durch das Aus für die Winterzeit zwischen Ende Oktober und Ende März Deutschland drei statt wie bisher zwei Stunden voraus. Die Zeitumstellung ist immer wieder Thema von Diskussionen. 1980 erfolgte in Deutschland, wie in fast allen europäischen Staaten außer Island, die Einführung der Sommerzeit, verbunden mit der Hoffnung, Energie einzusparen.

Ob dieser Effekt wirklich eingetreten ist, ist allerdings fraglich und bis heute umstritten.

Wer hat an der Uhr gedreht? Die Sommerzeit beginnt

Was bei der Umstellung auf Sommerzeit zu bedenken ist

Weiße Wanduhr mit schwarzer Aufschrift, zeigt Uhrzeit fünf vor halb zwei
clock © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Am Sonntag fängt der Sommer an, genauer gesagt: die Sommerzeit. In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag wird in Europa die Uhr eine Stunde vorgestellt. Allein die Deutsche Bahn muss um 2.00 Uhr rund 120.000 Zeitmesser um eine Stunde vorstellen. Dies gab das Unternehmen am Dienstag bekannt.

Vorkehrungen und Gefahren

Zu diesem Zeitpunkt fahren etwa 50 Nachtzüge auf deutschen Gleisen. Nach Angaben der Bahn sollen alle pünktlich an ihrem Zielort eintreffen. Zuständig für den einwandfreien Ablauf der Uhrenumstellung ist seit dem Jahre 1980 die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Dies ist geregelt im Zeitgesetz von 1978. Die PTB betreibt zur Zeitmessung mehrere Atomuhren.

Mit der Umstellung auf die Sommerzeit am Wochenende erhöht sich auch wieder die Gefahr von Wildunfällen. Grund dafür ist das Einsetzen des morgendlichen Berufsverkehrs zu Beginn der Dämmerung, so der Deutsche Jagdverband. Gerade dann sind verschiedene Tierarten, wie beispielsweise Rehe, unterwegs, um Futter zu suchen. Das Unfallrisiko steige dadurch schlagartig an.

Autofahrer sollten deshalb besondere Vorsicht walten lassen, wenn sie durch Waldgebiete oder an Feldern vorbeifahren.

Tipps, um sich an die Sommerzeit zu gewöhnen

Mit diesen Tipps gewöhnen Sie sich schneller an die Sommerzeit

Junge Frau hält lustlos Uhr in der Hand, diese zeigt kurz vor 6 an
brunette with clock © Dash - www.fotolia.de

Die Zeitumstellung auf die Sommerzeit hat uns wieder mal eine Stunde geklaut und Statistiken zufolge bringt dies zehn Prozent mehr Menschen zum Arzt als sonst. Es wird über Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen geklagt. Wie Schlafmediziner sagen, dauert es vier bis vierzehn Tage lang, bis der Körper sich an diesen neuen Rhythmus gewöhnt hat.

Tipps, wie die Umgewöhnung beschleunigt werden kann

Vor allem diejenigen, die generell spät ins Bett gehen, haben größere Probleme, weil sie nun noch eine Stunde eher aufstehen müssen. Doch es gibt ein paar Tipps und Tricks, wie man die Umgewöhnung etwas beschleunigen kann. Nach dem Aufstehen wird empfohlen, sich mit hellem Licht zu umgeben, wie zum Beispiel im Bad beim Zähneputzen. Dadurch kann das Schlafhormon Melantonin schneller abgebaut werden.

Auch gibt es spezielle Lampen, die das Sonnenlicht imitieren und am frühen Morgen anfangen zu leuchten und dabei immer heller werden. Vor dem Schlafengehen sollte man auf schweres Essen und Alkohol verzichten, denn damit sind Schlafstörungen sowieso vorprogrammiert.

Wem dies möglich ist, der sollte Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration fordern, auf später am Tag verlegen und nicht bereits Morgens damit beginnen.

Die Zeit der Herzinfarkte - Risikofaktor Zeitumstellung

Zeitumstellung schlägt sich auf die Gesundheit nieder - Nachweislich mehr Herzinfarkte

Nahaufnahme Wecker zeigt Uhrzeit fünf vor zwölf
fünf vor zwölf © pmphoto - www.fotolia.de

Jetzt war es wieder soweit, am letzten Wochenende wurde die Zeit umgestellt. Nun bleibt uns durch das Vorstellen der Uhr in der Nacht eine Stunde weniger Schlaf. Das Umstellen der Zeit zwei Mal im Jahr ist schon länger umstritten, denn einen wirtschaftlichen Nutzen hat das Hin-und-Her auf der Uhr nicht.

Verschiedene Studien haben sogar ergeben, dass wir durch das Verändern der Zeit unsere Gesundheit riskieren, denn wir schaden unserer inneren Uhr.

Faktische Auswirkungen

Eine aktuelle FORSA-Studie hat ermittelt, dass es in Deutschland immer mehr Herzinfarkte gibt, die auf die Zeitumstellungen zurückzuführen sind. In den Wochen nach einer Umstellung der Uhr ereignen sich tatsächlich 25 Prozent mehr Infarkte. Werden sonst durchschnittlich 40 Menschen pro Tag mit einem Infarkt ins Krankenhaus gebracht sind es einige Tage nach der Umstellung 50 Menschen am Tag.

Die Studie ergab auch, dass jeder Vierte hierzulande schlechter schläft, da die innere Uhr schlecht mit der Uhr an der Wand synchronisiert werden kann. Ganze 21 Prozent leiden an Müdigkeit, da ihr gewohnter Schlafrhythmus gestört wird. Das bringt nachweislich den Hormonhaushalt durcheinander und kann auch zu Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen und Gereiztheit führen.

Winterzeit – Körperliche Beschwerden durch die Zeitumstellung

Manche Menschen brauchen länger als andere um sich nach der Zeitverschiebung einzupendeln

Dunkelhaarige, schlafende Frau in weißer Bettdecke liegend
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Die Zeit ist umgestellt und nun spüren wieder viele von uns, dass der eigene Rhythmus durcheinander kommt. Besonders das Schlafen bringt Probleme mit sich. Den sogenannten Nachtmenschen kommt das Zurückstellen der Uhr zwar entgegen, die Frühaufsteher leiden jedoch sehr darunter.

Die Anpassungszeiten an die neuen Gegebenheiten variieren bei allen Personen. Was dem einen schon nach wenigen Tagen gelingt – sein Leben auf die verschobenen Hell- und Dunkelphasen einzustellen – braucht beim andern mehrere Wochen. Man rechnet, dass 20 Prozent der Deutschen körperliche Auswirkungen nach der Zeitumstellung verspüren.

Schlaffachmann Günther W. Amann-Jennson weiß, dass laut einer Studie eine Veränderung der Zeit zweimal pro Jahr für den Körper zu viel ist. Die innere Uhr, die bereits mit dem Jahreszeitenwechsel beschäftigt ist, wird durch die Winter- und Sommerzeitverschiebung erheblich aus dem Tritt gebracht.

Unterstützende Tricks zum Einpendeln des Biorhythmus

Für Menschen mit Schwierigkeiten beim Beginn der Winterzeit gibt es unterstützende Tricks, die sie wieder in Balance bringen. So sollte man erst ins Bett gehen, wenn man auch wirklich müde ist. Abends ist es besser, auf helles Licht zu verzichten.

Man weiß, dass blaues Licht, wie es vermehrt von Laptops oder Monitoren abgegeben wird, die Einschlaffähigkeit beeinträchtigt. Darum ist es sinnvoll, nicht noch unmittelbar vor dem Schlafengehen am Computer zu sitzen.

Gerade in den ersten Tagen ist ein Mittagsschlaf zu vermeiden. Er zögert die abendliche Müdigkeit hinaus. Kleine Pausen helfen, wenn der Kopf nicht so leistungsfähig wie sonst ist oder der Kreislauf schlapp macht.

Abschaffung der Winterzeit in Russland führt zu Problemen

Frau hält sich hand auf Kopf und schaut gefrustet auf die Uhr, Uhrzeit 8:10
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Im Oktober letzten Jahres hat Russland die Winterzeit abgeschafft. Durch die Einführung der durchgehenden Sommerzeit leiden allerdings immer mehr Russen unter der Neuerung.

Wie Regierungschef Putin nun verlauten ließ, sei die Zeitumstellung wohl nicht richtig durchdacht gewesen. Der Agentur Itar-Tass versicherte Putin, dass er mit dem Staatschef Dimitri Medwedew noch einmal über die Zeitumstellung sprechen werde.

Durch die Sommerzeit sind zahlreiche Probleme entstanden, mit denen die Regierung wohl nicht gerechnet hatte. Demnach fällt es mehr als einem Drittel der Russen deutlich schwerer, einen an ihre Arbeitszeiten angepassten Rhythmus zu finden. Doch nicht nur Verspätung zur Arbeit nehmen immer mehr zu, sondern auch die Fußballfans beschwerten sich über die Änderung. Ihrer Meinung nach sei es nicht tragbar, dass der Spielbeginn bei internationalen Fußballmatches mittlerweile nah an Mitternacht liege.

Als die Regierung beschloss, nicht auf Winterzeit umzustellen waren 73 Prozent der russischen Bevölkerung für diese Maßnahme. Mittlerweile hat ein Großteil der Befragten seine Meinung allerdings geändert. Rund 36 Prozent der Russen gaben an, unter der fehlenden Winterzeit zu leiden.

Noch bis Ende März ist Moskau Deutschland um drei Stunden voraus. Dies führt dazu, dass es in Russland morgens deutlich länger dunkel bleibt und das Aufstehen den meisten Russen schwer fällt.

Geschenk zum Ende der Sommerzeit - Wir bekommen am Wochenende eine Stunde

Nahaufnahme Uhr zeigt fünf vor zwölf
5 vor 12 © Silvia Bogdanski - www.fotolia.de

Alle Bundesbürger erhalten am Wochenende eine Stunde mehr Freizeit! Denn die Uhren werden umgestellt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird die Uhr um 3.00Uhr auf 2.00 Uhr zurückgestellt. Damit haben wir wieder die „richtige“ Zeit. Unser Gewinn: Wer früh raus muss, darf eine Stunde länger schlafen und wird mit mehr Helligkeit belohnt. Nachteil: Abends wird es schneller dunkel. Am letzten Märzwochendende nächsten Jahres gibt es das gleiche Spielchen umgekehrt: Die Uhren werden vorgestellt.

Wer eine Funkuhr zu Hause hat, braucht sich um nichts zu kümmern. Denn das Signal von der Atomuhr in Mainflingen bei Frankfurt am Main, programmiert durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig, stellt die Uhr automatisch um.

Die Sommerzeit wurde ursprünglich aus Gründen der Energieeinsparung eingeführt. Hintergedanke war, das Tageslicht besser zu nutzen und Energiequellen später einzuschalten. Die Überlegung resultierte aus der Zeit der Ölkrise 1973. Außerdem wollte man mit den europäischen Ländern gleichziehen, die ebenfalls ihre Zeit umstellten.

Leider funktionierte die Idee der Energieeinsparung nicht wirklich. Denn die Energie, die am Abend nicht benötigt wird, fließt morgens in die Heizung. Durch das geänderte Freizeitverhalten wird ebenfalls mehr Energie verbraucht, wie durch Elektrogrills, oder Heizstrahlern im Außenbereich.

Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin benötigen Haushalte für Licht etwa 8 Prozent der Gesamtenergie, durch Energie-Sparlampen wird dieser Verbrauch weiter reduziert und wirkt dem Spareffekt der Zeitumstellung weiter entgegen.

Die Uhr wird umgestellt - Den Körper für die Sommerzeit fit machen

Geschäftsmann hält Uhr vor seinen Kopf, fünf vor zwölf
Zeit ist Geld © Aamon - www.fotolia.de

Am Wochenende ist es wieder soweit, in Deutschland wird der Wechsel von der Winterzeit auf die Sommerzeit vollzogen. In der Nacht vom 30. zum 31. März geht dann eine Stunde verloren, die Uhr wird von zwei auf drei Uhr vorgestellt.

Die fehlende Stunde kann sich negativ auf den Körper auswirken, da der Schlafrhythmus ähnlich wie bei einem Jetlag durcheinandergerät. Ärzte raten daher dazu, sich bereits einige Tage vorher auf die Zeitumstellung einzustellen, etwa durch früheres zu Bett gehen.

Spürt man die Folgen der Uhrumstellung dennoch, können halbstündige Ruhepausen am Nachmittag Wunder wirken. Im Frühjahr kommt es im Stoffwechsel ohnehin zu einer Veränderung, was sich in der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit äußert. Dieser kann man zum einen mit einer Ernährungsumstellung hin zu mehr Obst und Gemüse begegnen.

Zum anderen sind gerade im Frühjahr vermehrte Spaziergänge an der frischen Luft zu empfehlen. Durch die Sonnenstrahlen wird im Körper das Schlafhormon Melatonin abgebaut, zudem ist UV-Strahlung für den Körper unabdingbar, um Vitamin D zu produzieren.

Umstellung auf Sommerzeit – fast jeder Zweite leidet unter gesundheitlichen Folgen

Älterer Mann liegt auf seinem blauen Kissen und schaut auf den Wecker neben ihm
Man can not sleep and looked at the alarm clock © Edler von Rabenstein - www.fotolia.de

Wenn am Wochenende die Uhren auf Sommerzeit gestellt werden, wirkt das auf den Körper wie ein kleiner Jetlag. Während der Wecker morgens einfach eine Stunde früher klingelt, steckt die innere Uhr noch in der alten Zeit fest.

Fast jeder zweite Deutsche reagiert mit gesundheitlichen Problemen. Mit ein paar Tricks kann man sich die Umstellung erleichtern.

Darum trifft die Zeitumstellung uns so

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bräuchten die meisten Menschen für optimales Wohlbefinden einen 24,5 Stunden Tag. Wer gern die Nacht zum Tage macht, könnte sogar genetisch auf einen 25 Stunden Tag programmiert sein.

Mit 23 Stunden kommen dagegen nur wenige aus. Doch gerade dies müssen wir bei der Umstellung auf Sommerzeit alle. Ausgeprägte Nachteulen benötigen mehrere Wochen, um ihren Biorhythmus anzupassen.

Die Zeitumstellung trifft uns in einer ohnehin kritischen Phase. In der dunklen Jahreszeit bildet der Organismus große Mengen des Schlafhormons Melatonin, die Speicher für Vitamin C, D und Zink sind dagegen leer. Mit den ersten Sonnenstrahlen fährt die Produktion von Vitaminen wieder hoch, ebenso wie das Gute-Laune-Hormon Serotonin. Solange das Wetter instabil ist, schwanken jedoch die Hormonwerte und damit auch die Stimmung.

So kämpft man gegen die Macht der Zeitumstellung an

Wer seinen Körper bei der Umstellung unterstützen möchte, kann schon mit einfachen Tricks viel erreichen. Neben einer vitaminreichen Ernährung mit viel Obst und Gemüse helfen ein paar Verhaltensregeln: an den Abenden vor der Zeitumstellung früher schlafen gehen, um den Organismus an den neuen Takt zu gewöhnen.

Zu Beginn der Sommerzeit morgens und tagsüber möglichst viel Licht an den Körper lassen. Abends dagegen das Licht meiden. Statt Spaziergängen oder Grillen unter freiem Himmel empfehlen sich etwa Kino- oder Theaterbesuche.

Die Zeitumstellung bringt Müdigkeit: Mittagsschläfchen macht uns wieder fit

Müder, abgeschlagener Geschäftsmann sitzt auf den Arm gestützt am Schreibtisch
Tired middle aged businessman © Aurelio - www.fotolia.de

In der Nacht vom 29. auf den 30. März ist es wieder so weit: Die Uhren werden umgestellt. Oftmals hat die Zeitumstellung die Frühjahrsmüdigkeit im Gepäck. Die eine Stunde früher fehlt den ganzen Tag. Ein Mittagsschläfchen hilft gegen die Dauermüdigkeit.

Schlüsselbund als Orientierung für die optimale Schlafdauer

Am besten nimmt man dazu einen Schlüsselbund in die Hand. Wenn sich die Hand so entspannt, dass der Schlüsselbund herausgleitet, ist der Punkt erreicht, wo man lange genug geschlafen hat. Auf diesen Trick wies Hans-Günter Weeß vom Interdisziplinären Schlafzentrum am Pfalzklinikum in Klingenmünster (Rheinland-Pfalz) hin.

Denn ein paar Minuten Schlaf sind völlig ausreichend. Da man normalerweise nicht weiß, wieviel Zeit man bis zum Einschlafen benötigt, hilft hier der Schlüsselbund.

Kurzes Powernapping

Beim Nachlassen der Muskelspannung ist das Schlafstadium N2 bereits erreicht worden und man ist wieder frisch. Wenn der Schlüsselbund herunterfällt, klirrt er und man erwacht.

Bei längeren Schlafperioden beginnt der Traumschlaf, der uns jede Lust zum Weiterarbeiten nimmt. Das Powernapping kann dagegen sogar auf einem Stuhl im Büro in die Praxis umgesetzt werden.

Eine weitere Möglichkeit gegen die Müdigkeit anzukämpfen, liegt darin, schon frühmorgens den Kreislauf anzuregen, etwa mit Frühsport, oder auch mit einer Wechseldusche, oder einer Bürstenmassage.

Wirkungsweise eines Lichtweckers

Eine zusätzliche Hilfe kann ein Lichtwecker darstellen, der das Zimmer in sonnenlichtähnliches Licht taucht. Dadurch wird kein Melatonin produziert, wir wachen schneller auf und gewöhnen uns problemloser an die neue Aufwachzeit. Koffein in gesteigerter Form wirkt eher kontraproduktiv. Eine vorübergehende bessere Wirkung hat meist ein schnelles Nachlassen zur Folge.

Für den Ersten Weltkrieg: Wissenswertes rund um die Zeitumstellung

Zum Beginn der Sommerzeit verlangt die Zeitumstellung unserer inneren Uhr wieder einiges ab

Nahaufnahme Taschenuhr
pocket watch © Richard Blaker - www.fotolia.de

1916 wurde in Deutschland zum ersten Mal am letzten Wochenende im März auf Sommerzeit umgestellt. Das bedeutet, dass in der Nacht von Samstag auf Sonntag jede Uhr eine Stunde vorgestellt werden muss. Sobald es zwei Uhr nachts wird, wird eine Stunde übersprungen und es ist entsprechend schon drei Uhr.

Die Nacht wird durch das Vorstellen der Uhr also 60 Minuten kürzer. Beste Eselsbrücke in diesem Zusammenhang: Im Sommer holt man die Gartenmöbel hervor, im Winter kommen sie wieder in den Schuppen zurück.

Kriegsvorteile und Energieeinsparung?

Der ursprüngliche Grund für die Sommerzeit war tatsächlich der Erste Weltkrieg. Damals versprach sich der deutsche Kaiser Wilhelm II. einen Kriegsvorteil davon. Durch mehr Tageslicht sollte sich die Arbeitszeit für die Menschen verlängern und dies sollte der Rüstungsindustrie Vorteile bringen. Diese Regelung galt nur bis 1918, sodass bis 1939 keine Zeitumstellung erzwungen wurde.

Die Sommerzeit trat erst 1940 - erneut aus Kriegsgründen - in Kraft. Wieder ausgesetzt wurde sie 1950 bis 1979 und ab 1980 war sie wieder beschlossene Sache. 1980 begründete die Bundesrepublik diese Entscheidung mit dem Argument des Energiesparens. Allerdings ist inzwischen bewiesen, dass die Sommerzeit den erhofften Vorteil gar nicht hat.

Auswirkungen und Vorsorge

Sie bringt im Gegenteil einen schweren Nachteil mit sich: Durch die Zeitumstellung wird der Biorhythmus durcheinander gebracht. Viele Menschen haben mehrere Tage mit der Umstellung zu kämpfen, es kommt zu

Wer weiß, dass er Probleme haben wird, sollte nach Möglichkeit wichtige Termine in den kommenden Tagen nicht in die Morgenstunden verlegen. Da es durch die Zeitumstellung morgens wieder dunkel ist, entspricht das nicht dem natürlichen Tagesrhythmus des Menschen und macht Entscheidungen schwer. Hilfreich ist es auch, am Samstag etwas früher ins Bett zu gehen und die verlorene Stunde Schlaf so aufzuholen.

Umstellung auf Sommerzeit senkt laut Studie Lebenszufriedenheit

Der körperliche Jetlag wirkt sich auf unterschiedliche Weise auf Frauen und Männer aus

Junge, dunkelhaarige Frau mit Kopfschmerzen hält  Hand auf Stirn
terrible headache © Renee Jansoa - www.fotolia.de

In der Nacht vom 28. auf den 29. März ist es wieder soweit: Die Uhren werden in Europa um eine Stunde auf Sommerzeit umgestellt. Doch seit Jahren nimmt der Unmut in der Bevölkerung gegen diese Maßnahme zu. So sinkt einer aktuellen Studie zufolge vorübergehend die Lebenszufriedenheit der Menschen.

Demnach komme zum körperlichen Jetlag das Gefühl, nicht selbst über die freie Zeit entscheiden zu dürfen. Dies berichten Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg.

Auswirkungen auf das Wohlbefinden

Das Unwohlsein hält letztlich eine Woche an. In der zweiten Woche nach der Zeitumstellung befindet sich die Zufriedenheit der Menschen wieder auf ihrem ursprünglichen Niveau. Besonders stark betroffen sind der Umfrage zufolge Eltern kleiner Kinder, weil diese ohnehin über wenig Zeit für sich verfügen. Frauen haben häufiger Probleme mit der Zeitumstellung als Männer (32 zu 23 Prozent).

  • Über Müdigkeit klagen drei Viertel der Betroffenen,
  • 62 Prozent berichten von Einschlafproblemen,
  • 36 Prozent über Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren.

Verspätungen und Depression

Nahezu jeder Fünfte ist schon einmal zu spät an seinem Arbeitsplatz erschienen. Bei zwölf Prozent hat die Zeitumstellung depressive Verstimmungen ausgelöst. Werden die Uhren im Herbst wieder zurückgestellt, habe das dagegen keine messbaren Auswirkungen auf die Zufriedenheit, heißt es in der Studie.

Sommerzeit: Biorhytmus von Schülern braucht etwa drei Wochen

Nahaufnahme weiße Uhr mit schwarzem Ziffernblatt zeigt vier Sekunden vor Zwölf
clock at midnight © Andres Rodriguez - www.fotolia.de

Die Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit belastet nicht nur Erwachsene, sondern auch Jugendliche. Bis zu drei Wochen leiden die Pubertierenden unter einer akuten Müdigkeit, ein Umstand der zu den üblichen "Nachteulen"-Gepflogenheiten erschwerend hinzu kommt.

Experten empfehlen deshalb, dass Lehrer innerhalb ersten zwei Wochen nach einer Zeitumstellung keine Klassenarbeiten oder Prüfungen schreiben lassen sollten. Insgesamt zeigt sich das deutsche Schulsystem nämlich eher auf die "Lerchen" zugeschnitten, die sich als Jugendliche zeigen, die morgens leicht und auch früh aus dem Bett kommen. Doch in der Regel sind diese "Lerchen" eine Minderheit unter den Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren.

Fettreiche Ernährung

Darüber hinaus kann sich auch eine fettreiche Ernährung negativ auf die innere Uhr auswirken. Unsere innere Uhr reguliert die Ausschüttung und Aktivität von Hormonen und Enzymen, die eine wichtige Rolle für unseren Stoffwechsel spielen. Störungen dieses biologischen Taktgebers können zu

führen.

Eine Studie klärt auf

Während bisher immer das Licht als maßgebender Faktor für die biologische Uhr galt, haben Dr. Oren Froy und sein Team von der Hebräischen Universität in Jerusalem in Experimenten mit Mäusen eine direkte Beziehung zur Ernährung nachweisen können.

Um ihre Aussage zu untermauern, maßen Dr. Froy und seine Kollegen, der Doktorand Maayan Barnea und Zecharia Madar, seines Zeichens Professor für landwirtschaftliche Biochemie, die Parameter, die für auf die Aktivität der inneren Uhr hinweisen. Dazu gehörte unter anderen der Adiponectin-Metabolismuspfad der Leber.

Sie untersuchten außerdem, wie Fasten und kalorienreiches Essen den Stoffwechselpfad beeinflussten. Adiponectin wird von differenzierten Adipozyten (spezielles Fettgewebe) ausgeschieden und ist am Glukose- und Fettstoffwechsel direkt beteiligt.

Es erhöht die Rate der Fettverbrennung und erhöht die Insulinsensivität. Zwei überaus wichtige Funktionen für einen ausgewogenen und optimal arbeitenden Stoffwechsel.

Durchführung und Ergebnis

Die Wissenschaftler gaben den Mäusen entweder eine fettarme oder eine fettreiche Futtermischung zu fressen und ließen einen Fastentag folgen. Anschließend untersuchten sie die Werte des Adiponectin-Pfades bei unterschiedlichen Aktivitätsgraden (ruhend, laufend im Laufrad etc.) der Mäuse.

Die Tiere, die fettarm ernährt wurden, zeigten keine ungewöhnlichen Änderungen, weder im Verhalten, noch anhand der Adiponectin-Werte. Bei den Mäusen, die eine fettreiche Futtermischung erhielten, konnten die Forscher jedoch eine signifikante Veränderung der Stoffwechsel-Parameter beobachten.

Während nach einem fettreichen Tag die Adiponectin-Werte sanken, erhöhten sie sich wieder am Fastentag. Damit hatte das Wissenschaftlerteam einen stichhaltigen Hinweis gefunden, dass die Ernährung die biologische Uhr eindeutig beeinträchtigen kann - sowohl in negativer wie auch positiver Hinsicht.

Fazit

Die Forscher um Dr. Froy werden ihre Erkenntnisse in einem Artikel im "Journal für Endokrinologie" veröffentlichen und dabei konstatieren, dass eine fettreiche Ernährungsweise die biologische Uhr behindern kann. Sie werden außerdem in ihren Bericht schreiben, dass dieser Zusammenhang womöglich die Erklärung dafür liefern kann, warum bei Übergewicht auch andere von der biologischen Uhr abhängige Stoffwechselsysteme, wie zum Beispiel der Blutdruck, in Mitleidenschaft gezogen werden.

Als weitere Schlussfolgerung aus den Ergebnissen des Experiments lässt sich jedoch auch ziehen, dass bei Schlafproblemen ein Blick auf die gegenwärtige Ernährung helfen könnte.

Biorhytmus bei anderen Lebewesen

Auch Schimmelpilze leben nach einer inneren Uhr und erleiden Jetlags

Jetlag beim Schimmelpilz: durch verändertes Licht kommt der Organismus aus dem Gleichgewicht

Nahaufnahme Schimmelpilze auf roten Untergrund
schimmelpilze - serie 04 © Kevin Steffgen - www.fotolia.de

Wer hätte gedacht, dass es auch einfacheren Organismen wie Schimmelpilzen passieren kann, dass sie einen Jetlag erleiden können.

Den kennt man eigentlich eher von Menschen, die beim Reisen in eine andere Zeitzone Probleme mit der inneren Uhr bekommen. Der neue und ungewohnte Tag-Nacht-Rhythmus kann zu großer Unruhe, Schlafstörungen und Gereiztheit führen. Aber scheinbar ist der Mensch damit nicht allein.

Lichtveränderungen bringen Schimmelpilz aus dem Gleichgewicht

Experimente mit dem roten Schimmelpilz zeigten, dass andere Lichtverhältnisse auch die Pilze aus dem Gleichgewicht bringen. Das Genom dieser Pilzart ist seit einigen Jahren lückenlos entschlüsselt, daher wird er gern für Versuche genutzt. In dieser Studie verkürzten oder verlängerten die Forscher den normalen 24-Stunden-Rhythmus im Labor und beobachteten die Reaktion des roten Schimmelpilzes.

Für die Anpassung werden einige Tage benötigt

Es zeigte sich, dass das Genom die Veränderung nicht nur wahrnahm, sondern auch mit einem echten Jetlag reagierte. Er versucht den inneren Rhythmus anzupassen, kann dies aber wie der Mensch nicht sofort, sondern benötigt einige Tage.

Während der Zeit der Umstellung steht der Organismus unter enormen Stress. Die eigentlich alle 24 Stunden stattfindende Sporenbildung kommt vollkommen durcheinander.

Symbiose mit leuchtenden Bakterien schützt Zwergtintenfisch und beeinflusst seine innere Uhr

Taucherin mit Taschenlampe beobachtet Fisch
Female diver exploring colorful reef fishes © uwimages - www.fotolia.de

Der Hawaiianische Zwergtintenfisch schützt sich vor seinen Feinden mit Hilfe einer raffinierten Symbiose. In der Nacht erhellen ihn leuchtende Bakterien derart stark, dass seine Form gegen die helle Wasseroberfläche fast unsichtbar erscheint. Allerdings sind die Bakterien weit mehr als nur eine Beleuchtung, da sie die innere Uhr des Tintenfisches stark beeinflussen und somit tief in die Genaktivität des Tieres eingreifen.

Im Zuge zahlreicher Experimente kamen Forscher der University of Wisconsin in Madison zu dem Ergebnis, dass es der bislang erste Bericht über Bakterien sei, welche die Tagesrhythmen ihres Wirts steuern. Das dafür verantwortliche Uhrengen "escry1" besitzen alle Tiere und auch Menschen, weshalb der Fund für die Wissenschaft äußerst spannend ist.

Höhlenfisch hört nicht auf seine innere Uhr und verzichtet auf typischen Wach- und Schlaf-Rhythmus

Taucher vor dunkler Höhle unter Wasser mit Taschenlampe, Foto aus Höhle geschossen
Taucher am Höhleneingang © Frank Waßerführer - www.fotolia.de

Menschen, Tiere und Pflanzen haben eine innere Uhr, nach der sie im Wach- und Schlaf-Rhythmus leben. Diese Uhr läuft auch dann noch weiter, wenn das Licht als Taktgeber ausfällt. So bekommen Flugreisende einen Jetlag, da ihre Lichtwahrnehmung nicht mit der inneren Uhr übereinstimmt.

Der Blinde Höhlensalmler (Astyanax mexicanus) in den finsteren Höhlen Mexikos ist das einzige bekannte Tier, das zwar eine innere Uhr besitzt, aber nicht auf sie hört. Er spart mit seinem Verzicht auf aktive und passive Lebensphasen Energie.

Energiesparmodus als Anpassung an den Lebensraum

Nach Ansicht von Biologen sei dies sinnvoll, da der Stoffwechsel die Fische nicht auf einen hellen Tag vorbereiten müsse, da dieser niemals kommt. So spart der Blinde Höhlensalmler im Vergleich mit Artgenossen, die in der Nähe der Wasseroberfläche leben, rund 30 Prozent Energie.

Dies ist von großer Bedeutung, da in seinem Lebensraum Nahrung fast so selten ist wie Licht. Bei dem rosa-schimmernden Tier haben sich die Augen und Hautpigmente vollständig zurückgebildet.

Da jedoch nicht alle Höhlen völlig lichtlos sind, gibt es graduelle Abstufungen bei der Ausprägung der Pigment- und Augenreduzierung. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich künftig weitere Tiere finden lassen, die ihre innere Uhr abschalten, um in feindlicher Umgebung Energie zu sparen.

Grundinformationen zum Biorhythmus

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Time is Money © Alex - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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