Der Biorhythmus - Gilt als die innere Uhr oder auch Organuhr des menschlichen Körpers

Unter dem Biorhythmus versteht man Vorgänge des Organismus, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin spielt dabei die innere Organuhr eine wichtige Rolle.

Die Phasen des Biorhythmus haben unterschiedliche Auswirkugen auf den Körper - Je nach Uhrzeit unterscheidet sich z.B. unser Schmerzempfinden oder die Verdauung

Phasen des Biorhythmus

Unter dem Biorhythmus versteht man die so genannte innere Uhr des menschlichen Körpers. Nach Ansicht verschiedener Wissenschaftler unterliegt der menschliche Organismus einem individuellen Rhythmus, der sich in unterschiedliche Phasen einteilen lässt. So gibt es nach der Biorhythmik-Lehre:

  1. einen körperlichen Rhythmus der 23 Tage dauert
  2. einen geistigen Rhythmus von 33 Tagen
  3. einen emotionalen Rhythmus mit einer Periode von 28 Tagen

Ablauf und mögliche Probleme

Diese individuellen Rhythmen beginnen bereits bei der Geburt. Dabei verlaufen sie zunächst positiv.

Nach der halben Periodenlänge überqueren sie die Null-Linie und gehen dann in eine negative Phase über. Zum Ende der Periode verläuft der Biorhythmus wieder positiv, womit sich der Kreis schließt.

Die Übergänge zwischen den Phasen gelten als kritische bzw. schlechte Tage. Nach Meinung der Biorhythmik-Lehre kann es sogar schlimme Folgen haben, wenn alle drei Phasen an einem Tag ineinander übergehen. Umgekehrt kann das Zusammentreffen von positiven Tagen besonders gute Tage hervorbringen.

Theorieentwicklung

Entwickelt wurde die umstrittene Theorie zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem deutschen Biologen und Mediziner Wilhelm Fließ (1858-1928) sowie dem österreichischen Psychologen Hermann Swoboda (1873-1963). Fließ entdeckte in den Krankenakten seiner Patienten übereinstimmende Regelmäßigkeiten.

Diese formulierte er in der so genannten Periodenlehre. Auf diese Weise sollte in den guten und schlechten Momenten des Lebens eine Gesetzmäßigkeit entdeckt werden.

Spätere wissenschaftliche Studien konnten die Relevanz der Periodenlehre jedoch nicht bestätigen. Heutzutage wird sie sogar zur Pseudowissenschaft gezählt. Dennoch hat die Biorhythmik nach wie vor eine große Anhängerschaft, die ihren Biorhythmus mit Hilfe von verschiedenen simplen Programmen ausrechnet.

Auswirkungen auf den Körper

Fakt ist jedoch, dass der menschliche Körper und seine Funktionen verschiedenen rhythmischen Veränderungen unterliegen. Ein Beispiel ist der Tag-Nacht-Rhythmus.

Je nach individuellem Biorhythmus wird ein Mensch am Abend früher müde oder morgens später wach. Auch die Temperatur oder das Sonnenlicht beeinflussen die innere Uhr.

Den eigenen Biorhythmus zu kennen ist durchaus von Vorteil, da man dann gut mit ihm in Einklang leben und seinen Tagesablauf nach ihm ausrichten kann. Wird man z.B. am Mittag häufig müde, ist es sinnvoll, wichtige Arbeiten bereits am Vormittag zu erledigen. Spezielle Biorhythmische Beratungen, die oftmals gegen Geld angeboten werden, gelten jedoch als wenig hilfreich und unseriös.

Wie die inneren Uhr unser Leben erleichtern kann

Unser Körper weiß manchmal eher als wir selbst, was uns gerade gut tun würde. Wer auf den eigenen chronobiologischen Rhythmus hört, kann in vieler Hinsicht effektiver und angenehmer leben.

Alles hat seine Uhrzeit

  • Wie aktiv gerade unsere Organe sind
  • wie hoch der Blutdruck ist und
  • wie stabil die Stimmung ist,

das hängt auch von der Tageszeit ab. So kann es ein cleverer Zug sein, einen ungangenehmen Zahnarzttermin auf den Nachmittag zu legen - zu diesem Zeitpunkt ist das Schmerzempfinden kleiner als am Morgen.

Ein Streit mit dem Partner ist dagegen eher abends zu ertragen, denn zwischen 19 und 22 Uhr ist der Blutdruck relativ niedrig. Denkaufgaben lassen sich vormittags am effektivsten lösen; so schreibt man die erfolgreichsten Prüfungen oft zwischen zehn und zwölf Uhr.

An welchen Zeiten wir besonders leistungsfähig sind, hängt aber auch davon ab, ob wir tendenziell eher Frühaufsteher (Lerchen) oder Langschläfer (Eulen) sind - zweischen diesen Typen verschiebt sich der natürliche Rhythmus um bis zu zwei Stunden.

Krankheiten vorbeugen und heilen

Oft können wir uns allerdings kaum nach den Bedürfnissen unseres Körpers richten. Wir leben in einer Welt des künstlichen Lichts, in der

Dabei ist es auch für die Gesundheit enorm wichtig, nicht zu stark gegen die innere Uhr zu leben. Verschiedene Erkrankungen wie

haben einen eigenen Rhythmus, an den die Behandlung angepasst werden sollte. Wenn zusätzlich mit Hormonen wie Melatonin gearbeitet wird, nennt sich das Chronotherapie.

Der Biorhythmus nach der inneren Organuhr

In der Anschauung der Traditionellen Chinesischen Medizin finden auch zeitliche Abläufe bei der Behandlung von Beschwerden und Erkrankungen Berücksichtigung. Dazu gehören vor allem

  • der Tagesrhythmus
  • die Jahreszeiten oder
  • die Mondphasen.

Diese Faktoren wirken sich auf das Befinden des Menschen aus, weswegen man sie in Diagnoseverfahren und Therapien miteinbezieht. Außerdem wird auch ein Zusammenhang zwischen der Tageszeit und der Funktion der Organe gesehen.

Um diesen Zusammenhang optisch darzustellen, dient eine so genannte innere Organuhr oder chinesische Uhr als Modell. Dabei ordnet man sämtliche Zwei-Stunden-Segmente einem Organ oder einer Energieleitbahn zu.

Das heißt, dass das jeweilige Organ zu einer bestimmten Zeit am aktivsten ist, weil es dann den höchsten Energiefluss hat. Gleichzeitig ist es während dieser Phase aber auch besonders störungsanfällig. Wenn also Beschwerden stets an bestimmten Tageszeiten auftreten, kann dies ein Hinweis auf eine Störung des zugeordneten Organs sein.

3 bis 5 Uhr

Zwischen 3 und 5 Uhr erwachen oft Menschen, die unter Herzschwäche leiden, da sie Atemprobleme haben. Zu dieser Zeit ist die Lunge stark tätig, worauf der Organismus mit Höchstleistung reagiert.

5 bis 7 Uhr

Bei gesunden Menschen ist die Darmtätigkeit zwischen 6 und 7 Uhr besonders ausgeprägt, sodass es in diesem Zeitabschnitt oft zum Stuhlgang kommt. Durch die Regelmäßigkeit des Stuhlgangs können Rückschlüsse gezogen werden, wann tags zuvor die letzte Mahlzeit verzehrt wurde.

7 bis 9 Uhr

In der Zeit zwischen 7 und 9 Uhr ist die Verdauung besonders gut. Daher wird empfohlen, in diesem Zeitraum ausgiebig zu frühstücken. Weniger gut geeignet für üppige Mahlzeiten ist die Zeit nach 19 Uhr, weil der Magen dann kaum noch arbeitet.

9 bis 11 Uhr

Zwischen 9 und 11 Uhr arbeitet die Bauchspeicheldrüse auf Hochtouren. Dabei wird eine Vielzahl an Fermenten und Enzymen freigesetzt. Aus diesem Grund gilt dieser Zeitabschnitt als ideal für geistige Aktivitäten.

11 bis 13 Uhr

Dieser Zeitabschnitt dient dem Herz als Regenerationsphase. Daher sollte man es zwischen 11 und 13 Uhr schonen und auf körperliche Aktivitäten und Stress möglichst verzichten.

13 bis 15 Uhr

Zwischen 13 und 15 Uhr ist der Bauch meist wegen des Mittagessens voll, weswegen der Dünndarm auf eine gute Blutversorgung angewiesen ist. Von zusätzlicher Muskelarbeit wird während dieser Phase abgeraten.

15 bis 17 Uhr

In dieser Zeit ist die Blase besonders aktiv. Das heißt, dass zwischen 15 und 17 Uhr der meiste Urin ausgeschieden wird.

17 bis 19 Uhr

In diesem Zeitabschnitt arbeiten vor allem die Nieren auf Hochtouren.

19 bis 21 Uhr

Der Zeitraum zwischen 19 und 21 Uhr ist die beste Zeit zum Entspannen der wichtigsten Organe, da sich der Kreislauf warmgelaufen hat.

21 bis 23 Uhr

Zwischen 21 und 23 Uhr regenerieren sich die endokrinen Drüsen.

23 bis 1 Uhr

Dieser Zeitabschnitt gilt als Maximalzeit der Gallenblase.

1 bis 3 Uhr

Zu dieser Zeit ist die Leber besonders aktiv.

Störungen des Biorhythmus

Durch verschiedene Störungen kann die innere Uhr des Menschen aus dem Takt geraten.

Schlafstörungen und Jetlag

Ein weit verbreitetes Problem sind Schlafstörungen. Häufig gestört wird der Rhythmus auch durch einen veränderten Tagesablauf. Dies kann z.B. nach einer Flugreise in eine andere Zeitzone der Fall sein.

Dabei kommt es zum so genannten Jetlag, was soviel wie Zeitlücke oder Zeitdifferenz bedeutet. Durch den veränderten Tagesablauf gerät der Biorhythmus aus seinem gewohnten Gang, da der Wechsel von Tag und Nacht, an den sich der Körper gewöhnt hat, nicht mehr stimmt.

Ursachen

Verursacht wird diese Störung vor allem durch das Schlafhormon Melatonin, das der Organismus besonders bei Dunkelheit herstellt. Das Melatonin hat eine beruhigende Wirkung und senkt die Aktivität des Menschen.

Aber auch Glukokortikoide, die an der Steuerung des Herz-Kreislaufsystems, des Nervensystems und des Stoffwechsels beteiligt sind, spielen dabei eine Rolle.

Zeitumstellung

Doch nicht nur lange Reisen können den Biorhythmus durcheinanderbringen. Auch die alljährliche Umstellung von Winterzeit auf Sommerzeit und umgekehrt, sorgt häufig dafür, dass der Biorhythmus gestört wird, da es dabei zu einem Mini-Jetlag kommt.

Fettreiche Ernährung

Darüber hinaus kann sich auch eine fettreiche Ernährung negativ auf die innere Uhr auswirken. Unsere innere Uhr reguliert die Ausschüttung und Aktivität von Hormonen und Enzymen, die eine wichtige Rolle für unseren Stoffwechsel spielen. Störungen dieses biologischen Taktgebers können zu

führen.

Eine Studie klärt auf

Während bisher immer das Licht als maßgebender Faktor für die biologische Uhr galt, haben Dr. Oren Froy und sein Team von der Hebräischen Universität in Jerusalem in Experimenten mit Mäusen eine direkte Beziehung zur Ernährung nachweisen können.

Um ihre Aussage zu untermauern, maßen Dr. Froy und seine Kollegen, der Doktorand Maayan Barnea und Zecharia Madar, seines Zeichens Professor für landwirtschaftliche Biochemie, die Parameter, die für auf die Aktivität der inneren Uhr hinweisen. Dazu gehörte unter anderen der Adiponectin-Metabolismuspfad der Leber.

Sie untersuchten außerdem, wie Fasten und kalorienreiches Essen den Stoffwechselpfad beeinflussten. Adiponectin wird von differenzierten Adipozyten (spezielles Fettgewebe) ausgeschieden und ist am Glukose- und Fettstoffwechsel direkt beteiligt.

Es erhöht die Rate der Fettverbrennung und erhöht die Insulinsensivität. Zwei überaus wichtige Funktionen für einen ausgewogenen und optimal arbeitenden Stoffwechsel.

Durchführung und Ergebnis

Die Wissenschaftler gaben den Mäusen entweder eine fettarme oder eine fettreiche Futtermischung zu fressen und ließen einen Fastentag folgen. Anschließend untersuchten sie die Werte des Adiponectin-Pfades bei unterschiedlichen Aktivitätsgraden (ruhend, laufend im Laufrad etc.) der Mäuse.

Die Tiere, die fettarm ernährt wurden, zeigten keine ungewöhnlichen Änderungen, weder im Verhalten, noch anhand der Adiponectin-Werte. Bei den Mäusen, die eine fettreiche Futtermischung erhielten, konnten die Forscher jedoch eine signifikante Veränderung der Stoffwechsel-Parameter beobachten.

Während nach einem fettreichen Tag die Adiponectin-Werte sanken, erhöhten sie sich wieder am Fastentag. Damit hatte das Wissenschaftlerteam einen stichhaltigen Hinweis gefunden, dass die Ernährung die biologische Uhr eindeutig beeinträchtigen kann - sowohl in negativer wie auch positiver Hinsicht.

Fazit

Die Forscher um Dr. Froy werden ihre Erkenntnisse in einem Artikel im "Journal für Endokrinologie" veröffentlichen und dabei konstatieren, dass eine fettreiche Ernährungsweise die biologische Uhr behindern kann. Sie werden außerdem in ihren Bericht schreiben, dass dieser Zusammenhang womöglich die Erklärung dafür liefern kann, warum bei Übergewicht auch andere von der biologischen Uhr abhängige Stoffwechselsysteme, wie zum Beispiel der Blutdruck, in Mitleidenschaft gezogen werden.

Als weitere Schlussfolgerung aus den Ergebnissen des Experiments lässt sich jedoch auch ziehen, dass bei Schlafproblemen ein Blick auf die gegenwärtige Ernährung helfen könnte.

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