9. Oktober 2009
Haben Sie Angst, von Ihrem Partner betrogen zu werden? Oder haben Sie vielleicht sogar die Befürchtung, dass Sie selbst einfach gar nicht treu sein können, weil Sie die Veranlagung zum Flirten haben? Möchten Sie die Signale für Untreue besser deuten können und sind Sie sich oft unsicher, ob Sie nicht vielleicht einfach nur das Gras wachsen hören? Wo Untreue anfängt und was noch okay ist, dazu geben wir Ihnen hier einige Denkanstöße.
Es ist nicht nur ein Spruch, dass Untreue im Kopf beginnt. Denn bevor ein Mensch einen Treuebruch begeht, hat er sich mehr oder weniger bewusst, aber in jedem Fall aus freiem Willen dazu entschlossen. Niemand wird gegen seinen Willen zum Treuebruch gezwungen. Dies bedeutet aber nicht, dass jemand, der sich Gedanken über Treue und Untreue macht, auch gleich als Schuldiger überführt werden kann. Relativ normal ist es sogar, dass man sich zum Beispiel einen Seitensprung ausmalt, möglicherweise sogar mit einer tatsächlich bekannten und erreichbaren Person, sich dann aber dafür entscheidet ihn zu unterlassen. Solche Überlegungen können getrost als normale Phantasien angesehen werden und müssen nicht hinterfragt werden.
Was aber ist tatsächliche Untreue und wo beginnt sie? Was kann ich meinem Partner noch durchgehen lassen, und wo sollten meine Alarmglocken schrillen? Nun, diese Frage kann immer nur individuell beantwortet werden. Wenn Sie zum Beispiel wissen, dass Ihr Partner beim anderen Geschlecht sehr gut ankommt und gerne ein wenig flirtet, so kann dies völlig in Ordnung sein, solange es bei einem verbalen Flirt bleibt. Es kommt auch immer ganz darauf an, wie Sie sich dabei fühlen. Können Sie ihm den kleinen Spaß ohne schlechte Gefühle gönnen, so ist sicher nichts dabei, und Ihr Vertrauensverhältnis in Ordnung. Kommen Ihnen jedoch dabei negative Gedanken und müssen Sie Sorge haben, was wohl passieren würde, wenn Sie jetzt nicht dabei wären, so ist der Fall bereits grenzwertig.
Viele Menschen definieren Untreue in Verbindung mit sexuellen Handlungen. Dieser Fall ist natürlich eindeutig. Liegen sexuelle Handlungen vor, ist die Untreue ganz klar in die Tat umgesetzt. Ein Kuss dagegen lässt sich in beide Richtungen auslegen. Handelt es sich um ein freundschaftliches Küsschen, liegt vermutlich keine Untreue vor. Steckt jedoch mehr dahinter, so kann es ein Ausdruck von Untreue sein, selbst wenn es sich um einen harmlosen und nicht um einen leidenschaftlichen Kuss handelt. Auch so etwas wie verbale Untreue gibt es. Ein Vertrauensbruch kann auch ohne das tatsächliche Vorliegen sexueller Handlungen stattfinden, zum Beispiel dann, wenn er sich im emotionalen Bereich eines Paares abspielt.
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