12. September 2009
Von Viola Reinhardt
Ein Seitensprung als generell verwerflich zu betrachten ist schon lange nicht mehr eine aktuelle Meinung. Denn viele haben bereits die Vorteile für sich erkannt. Dabei gibt es kaum noch erkennbare Unterschiede hinsichtlich der Anwendung und Häufigkeit bezüglich des Geschlechts. Als Tabu war er immer schon nur im persönlichen Partnervertrag verzeichnet. Man denke nur an die siebziger Jahre. Ob dieser Trend wiederkehrt? Wohl kaum. Dennoch steigt die Tendenz zum Seitensprung immer mehr an. Selbst das Internet und Agenturen bieten bereits Ihre Hilfe dazu an.
Eindeutig für den Seitensprung spricht der Reiz den er beim einzelnen ausübt. Die Abwechslung zum alltäglichen, die für eine Art Ausgleich sorgen oder zur Erfüllung eines bisher nicht erlangten Wunsches führen kann. Ebenso kann ein Seitensprung dazu beitragen, die Beziehung aufzufrischen und so der aufkommenden Langeweile in der Beziehung Einhalt zu gebieten. All diese Gründe könnten sogar eine Rettung der Beziehung bewirken, die darüber hinaus sogar die Scheidungswelle und die Anzahl der Ehelosen Kinder eindämmen könnte.
Gegen den Seitensprung spricht wiederum der ganz klare Vertrauensbruch. Das gegenseitige behandeln untereinander könnte dadurch von ständigen Anspielungen und Vorwürfen begleitet werden. Der Partner kann dem anderen nicht mehr trauen, was dazu führt das jede Handlung grundsätzlich in Frage gestellt wird. Das harmonische Miteinanderleben ist in weite Ferne gerückt und dessen Aufbau kann eine lange Zeit in Anspruch nehmen, wenn nicht sogar zu einem Ding der Unmöglichkeit werden. Eine Beendung der Beziehung oder gar eine Scheidung dürfte nach all diesen Vorkommnissen nicht weiter verwunderlich sein.
Um die Beziehung aufzufrischen und sie nicht gleichzeitig zu gefährden, wenden bereits viele Männer und Frauen das Motto an: "Seitensprung ja, gestehen nein." Um so die Vorteile nutzen zu können ohne die Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Natürlich alles im Sinne der Beziehung und ohne diese zu gefährden, da das eigene Leben dadurch negativ beeinträchtigt werden könnte und man trotz allem auch dem Partner nicht unnötig Kopfzerbrechen und Herzschmerzen bereiten möchte.
Ob man weiterhin auf die Erfüllung seiner Wünsche verzichtet, sie nur imaginär erlebt, sie unter Stillschweigen auslebt oder eine Gefährdung der Beziehung riskiert und ob dies nun richtig oder falsch ist, sollte jedem selbst überlassen sein. Denn eine pauschal richtige Antwort hierauf gibt es nicht. Es erfordert das Fingerspitzengefühl eines jeden Einzelnen um zu wissen was notwendig, erträglich, verantwortbar oder auch untragbar für einen selbst und den Partner ist.
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