Esskultur Artikel
Schwarz, Rot, Wurst - so gesund isst Deutschland!
Trotz gestiegener Preise müssen Bundesbürger auf gutes Essen nicht verzichten. DAK nimmt deutsche Esskultur unter die Lupe.
Steigende Lebensmittelpreise, "dicke Deutsche" und fettleibige Kinder – die öffentliche Diskussion um gesunde Ernährung ist derzeit in vollem Gange. Die DAK sieht hier vor allem eine Chance: "Noch nie wurde das Thema für so wichtig angesehen. Das begrüßen wir als Kasse sehr, denn in Deutschland haben wir in punkto gesunde Ernährung immer noch viel Nachholbedarf", erklärt DAK-Ernährungswissenschaftlerin Hanna-Kathrin Kraaibeek. Grund: In Deutschland isst man gerne deftig. Das belegt auch ein aktuelles DAK-Gesundheitsbarometer*. 43 Prozent der Befragten essen mit Vorliebe Braten, Würstchen, Eintopf und Co. – möglichen Gesundheitsrisiken zum Trotz.
Stilvoll speisen oder schnell was spachteln?
Gutes Essen ist für die meisten Deutschen ein Muss, und zwar quer durch alle Bevölkerungsgruppen. Laut der DAK-Befragung verzichten die Menschen eher auf Auto, Reisen oder schicke Kleidung als auf eine leckere Mahlzeit. Trotz der steigenden Lebensmittelpreise ist Deutschland im europäischen Vergleich immer noch Preis-Schlusslicht. Und auch eine gesunde Ernährung muss nicht unbedingt teuer sein: "Wer beispielsweise saisonale Lebensmittel zubereitet, schont die Haushaltskasse", rät Kraaibeek. "Fleisch sollte aus gesundheitlichen Gründen eher sparsamer verzehrt werden, dafür lieber mehr Gemüse." Fertiggerichte gehen schnell ins Geld und bringen zudem ordentlich Minuspunkte in Sachen gesunder Ernährung.
Hauptsache, es schmeckt!
Die aktuelle Umfrage macht zudem deutlich: Es gibt einen Widerspruch zwischen Wissen und Handeln. Zwar geben neun von zehn Befragten an, dass sie wüssten, wie ausgewogenes und gesundes Essen aussehen soll. Doch nur 69 Prozent ernähren sich nach eigenen Angaben tatsächlich gesund. Jeder Vierte macht sich generell wenig Gedanken über gesunde Ernährung. "Hauptsache, es schmeckt!" – finden vor allem Männer und jüngere Befragte. "Auch in unseren Köpfen muss sich etwas ändern", zieht DAK-Expertin Kraaibeek Bilanz. "Wer gesundem Essen eine Chance gibt, stellt schnell fest, dass es auch lecker ist."
Gemeinsam aktiv werden
"Gesunde Ernährung und eine entsprechende Qualität der Lebensmittel sollten ein gesellschaftliches Anliegen sein", fordert Kraaibeek. Dazu gehören für die DAK beispielsweise verbindliche Standards für das Essen in öffentliche Einrichtungen wie auch eine einfache und klare Kennzeichnung von Lebensmitteln im Supermarkt.
*Quelle: DAK-Gesundheitsbarometer: Repräsentative Forsa-Befragung, Juli/August 2007.