Rund um die Meerschweinchenhaltung - Tipps und Tricks für das Wohlbefinden des Nagers

Zwei Meerschweinchen nebeneinander auf weißem Hintergrund

Hinweise zur Pflege, Ernährungsweise, Beschäftigung und Krankheitserkennung und -behandlung bei einem Meerschweinchen

Innerhalb der Gattungen des Meerschweinchens wird das Hausmeerschweinchen gerne als Haus- und Heimtier gehalten. Ausgewachsene Tiere wiegen oftmals mehr als ein Kilogramm. Damit es dazu kommt, muss der Tierhalter um ein dauerhaftes Wohlbefinden des kleinen Fellkneuls besorgt sein.

Das Hausmeerschweinchen, umgangssprachlich einfach als Meerschweinchen bezeichnet, wurde bereits mehrere Jahrtausende vor Christi Geburt domestiziert. Innerhalb der Tiersystematik gehört es zu den Nagetieren. Das Geburtsgewicht von etwa fünfzig bis hundertfünfzig Gramm erhöht sich sowohl bei Weibchen als auch bei Männchen auf bis zu mehr als einem Kilogramm.

Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bis zu acht, in Ausnahmefällen bis zu zehn Jahren. Der Geruchssinn des Meerschweinchens ist deutlich ausgeprägter als der des Tierhalters, und sein Tastsinn wird über Schnurrhaare besonders in der Dunkelheit gekonnt gesteuert.

Auch aufgrund ihrer geringen Größe sind Meerschweinchen bei kleinen Mädchen und Jungen als Haustiere besonders beliebt. Sie sind umgänglich, verspielt und, wie es heißt, einfach pflegeleicht.

Beliebtheit von Meerschweinchen und Kaninchen in Deutschland stark rückläufig

Mädchen in lila Kleidung kuschelt mit einem kleinen Kaninchen
Girl is holding a little rabbit © Serhiy Kobyakov - www.fotolia.de

Kaum zu glauben: Laut einer aktuellen Umfrage des Industrieverbandes Heimtierbedarf ist das Halten von Meerschweinchen und Kaninchen in der Beleibtheitsskala der Deutschen deutlich gesunken. Während die Anzahl der in deutschen Haushalten lebenden Kleintiere im Jahre 2009 auf insgesamt 5,6 Millionen gesunken ist, erfreuen sich dagegen insbesondere Katzen und Hunde weiterhin größter Beliebtheit, gefolgt von Ziervögeln.

Vor allem ältere, alleinlebende Menschen legen sich der Studie zufolge gerne ein Haustier als Mittel gegen die Einsamkeit zu. So besitzt knapp ein Drittel der Senioren in Deutschland ein Haustier.

Neuer Mitbewohner Meerschweinchen: Vertrauen zu dem Tier aufbauen

Meerschweinchen sind schreckhafte Tiere, die sich zunächst gerne in ihrem Häuschen verstecken

Braunes Meerschweinchen isst Futter aus einem Napf
Cavy eats © Alexander Mozymov - www.fotolia.de

Meerschweinchen gehören neben Hunden und Katzen zu den beliebtesten Haustieren der Deutschen. Besonders Kinder heben oftmals den Wunsch nach einem solchen Mitbewohner. Ist dieser dann schließlich eingezogen, beschweren sich die Kleinen darüber, dass man ihn ja gar nicht zu Gesicht bekommt, da sich das Tier nur in seinem Haus verkriecht.

Tatsächlich sind Meerschweinchen sehr schreckhafte Tiere. Um Vertrauen zu ihnen aufzubauen, braucht man Geduld.

Das Meerschweinchen locken und zum Gewöhnen Zeit geben

Die kleinen Nager können nach einiger Zeit unterscheiden, ob sich ein Mitglied der Familie oder ein Fremder dem Käfig nähert. Man sollte das Meerschweinchen am besten mit Namen ansprechen und dies immer wieder wiederholen.

Wichtig ist es, stets ruhig mit dem Tier zu sprechen. Um es aus seinem Haus zu locken, kann es helfen, ein Leckerli davor zu legen - wegnehmen sollte man die Rückzugsmöglichkeit auf keinen Fall, denn so fühlt sich das Tier nur bedroht.

Nach und nach wird sich das Meerschweinchen an die ruhige Stimme gewöhnen, sodass es seinem Besitzer auch irgendwann das Futter aus der Hand fressen wird.

Die größten Unterschiede zwischen domestizierten und wildlebenden Meerschweinchen

Zwei Meerschweinchen nebeneinander auf weißem Hintergrund
Guinea pigs, 3 years old, lying in front of white background © Eric Isselée - www.fotolia.de

Meerschweinchen zählen hierzulande zu den beliebtesten Haustieren überhaupt. Außerdem gelten die possierlichen Tierchen, die in Südamerika schon seit 3000 bis 6000 Jahren gehalten werden und ihren Weg bereits im 16. Jahrhundert nach Westeuropa fanden, als ideal für Kinder, die erstmals ein eigenes Haustier bekommen sollen.

Ein Grund dafür, dass Meerschweinchen so gut für Kinder geeignet sind, ist ihre friedliebende, gesellige und ruhige Art, für die die zumeist farbenfrohen und leicht pummeligen Freunde aus dem Tierreich bekannt sind.

Nach Auffassung von Forschern der Universität von Münster, die typische Hausmeerschweinchen (Cavia porcellus form. Domestica) mit Wildmeerschweinchen (Cavia aperea), die gewissermaßen die Urform der knuddeligen Nager sind, verglichen, ist besagter Grund aber allein das Ergebnis Jahrtausende langer Domestizierung.

Der Grund für ihr unterschiedliches Verhalten

Wie sich im Verlauf diverser Verhaltenstest nämlich gezeigt habe, seien Wildmeerschweinchen unter anderem weit weniger gesellig, aber dafür viel mutiger als ihre domestizierten Artgenossen. Diese und weitere Verhaltensunterschiede scheinen wiederum im Zusammenhang mit dem Testosteronspiegel, der bei Hausmeerschweinchen deutlich höher als bei ihren wild lebenden Pendants sei, zu stehen.

Dank des höheren Testosteronspiegels käme es bei Hausmeerschweinchen zu einer verringerten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, wodurch wiederum ein harmonisches Zusammenleben mehrerer Tiere auf engem Raum begünstigt würde. Wildlebenden Meerschweinchen würde eine erhöhte Cortisolausschüttung hingegen helfen, schnell auf Bedrohungen zu reagieren und mutig neue Lebensräume zu erkunden.

Artgerechte Haltung

Doch auch das Meerschweinchen ist als Säugetier ein Lebewesen, das artgerecht gehalten werden muss. Dazu gehören

  • die Unterkunft in einem Käfig
  • die tägliche Ernährung sowie
  • eine regelmäßige hygienische Pflege.

Wenn dann noch für viel Abwechslung des kleinen Nagers gesorgt wird, dann fühlt er sich in seiner Umgebung so richtig wohl.

Rudeltiere

Meerschweinchen sind von der Natur her Rudeltiere. Das einzeln gehaltene Tier vermisst schon nach kurzer Zeit einen oder mehrere Artgenossen. Sein Wohlbefinden lässt sich ganz einfach dadurch verbessern, dass zwei Tiere gemeinsam in einem ausreichend großen Käfig gehalten werden.

Die Notwendigkeit dazu erkennt der besorgte Tierhalter an einem vernehmlichen "muigen". Es ist ein Laut, mit dem sich die Tiere untereinander verständigen und suchen.

Wenn sie einander vermissen, dann muigen sie. Der junge Tierhalter sollte das richtig deuten und spätestens jetzt dafür sorgen, dass sein Haustier einen Spielgefährten bekommt.

Mietkumpels für einsame Meerschweinchen

Meerschweinchen sind ausgesprochen gesellige Tiere. Sie leben in freier Wildbahn in großen Gemeinschaften zusammen. Umso schlimmer ist es für den kleinen Nager, wenn er als Haustier alleine sein Leben fristen muss. Selbst wenn vorher keine Einzelhaltung stattfand, kommt doch der Augenblick, dass einer - nach dem Tod der anderen - zurück bleibt.

Damit das Schweinchen keine Depressionen bekommt, hat sich eine Schweizer Züchterin etwas Pfiffiges einfallen lassen. Sie vermittelt Mietschweinchen. Haben sich also zuhause die Tiere durch Altersschwäche dezimiert, braucht das letzte seiner Art nicht traurig zu werden. Ein gemieteter Kumpel hilft ihm, zumindest entfernt artgerecht zu wohnen. Das Mietschweinchen kostet soviel wie ein gekauftes. Nach der Mietzeit gibt es bei Rückgabe einen Teilbetrag erstattet. Die Nachfrage scheint groß zu sein. Nicht nur aus der Schweiz, wo solche Tiere nicht mehr einzeln gehalten werden dürfen, sondern auch aus Deutschland bemühen sich Tierfreunde um einen Kumpel auf Zeit für ihr Haustier.

Meerschweinchen mögens gesellig - Einzelhaltung in der Schweiz verboten

Zwei Meerschweinchen nebeneinander auf weißem Hintergrund
Guinea pigs, 3 years old, lying in front of white background © Eric Isselée - www.fotolia.de

Als erstes Land hat die Schweiz schon 2008 offiziell das Halten von einzelnen Meerschweinchen oder Kaninchen verboten. Die geselligen Rudeltiere leiden unter Psychostress wenn sie alleine sind und sollten daher nur paarweise gehalten werden. Dies führte jedoch häufig bei Besitzern zu Problemen, beispielsweise wenn ein Meerschweinchen verstorben war und nicht wieder ein neues Jungtier gekauft werden sollte, das den Zyklus ewig weitergeführt hätte.

Findige Schweizer erkannten hier eine Geschäftslücke und bieten seitdem Meerschweinchen und Kaninchen zum Verleih an: Die "Meersäuli" können wochen- oder gar monatelang gemietet werden um dem verbleibenden Haustier Gesellschaft zu leisten. Vertragen sie sich nicht mit dem Haustier oder verabschiedet sich dieses ebenfalls in die ewigen Jagdgründe, kann das geliehene Tier zurückgegeben werden. Oft genug wird es aber auch zum neuen Familienmitglied.

Allerdings achten die Verleiher auch darauf, ihre Gesellschaftsdamen und -herren nicht zuviel Stress auszusetzen, in dem sie immer wieder neue Besitzer bekommen: Jedes Meersäuli wird maximal zweimal verliehen, ehe es eine feste Bleibe findet.

Der richtige Käfig

So wie sich der Mensch ein angenehmes Zuhause wünscht, so geht es auch dem Meerschweinchen.

Käfiggröße

Die Grundfläche des Käfigs für ein Tier muss mindestens eineinhalb Meter lang und halb so breit sein. Werden zwei Meerschweinchen darin gehalten, sollte der Käfig dementsprechend größer sein, wobei er nicht doppelt so groß sein muss.

Bei ausreichendem Platz im Haus oder in der Wohnung kann der Käfig zweistöckig gestaltet werden. Die kleinen Nager haben so die Möglichkeit, in Ihrer Behausung treppauf trepprunter hin und her zu wuseln. Das tut ihnen körperlich gut und erhöht die Spielfreude im Alltag.

Meerschweinchen sind ausgesprochen bewegungsfreudig. Ein großer Käfig animiert sie zu körperlicher Aktivität, während sich der zu kleine Käfig eher hemmend auswirkt.

Käfigplatzierung

Für den Käfig sollte ein ruhiger Standort gewählt werden. Zugluft ist für das Tier ebenso unangenehm wie für seinen Halter.

Geradezu ideal ist eine sonnen- sowie lärmgeschützte Örtlichkeit. Die Platzierung des Käfigs sollte festsehen und nicht verändert werden. Das Tier gewöhnt sich an seine Umgebung und empfindet es als Stress, wenn es sich immer wieder umgewöhnen muss.

Einstreuarten

Zum dauerhaften Wohlfühlen in seinem Käfig benötigt das Meerschweinchen die richtige Einstreuart. Jede Einstreu muss geruchsbindend, saugfähig und von ihrer Beschaffenheit her angenehm sein.

  • Buchenholzgranulat in unterschiedlichen Granulatgrößen
  • Hanfstreu
  • Maisgranulat oder
  • Pflanzenfaserpellets

sind eine Auswahl der gängigen Einstreu. Auch ein Vermischen einzelner Einstreue ist möglich. Der Tierhalter kennt sein Meerschweinchen und sieht, welche Einstreu ihm besonders gut gefällt.

Regelmäßige Reinigung

Damit sich das Tier auf diesem Untergrund wohlfühlt und hygienisch gesund bleibt, muss der Käfig regelmäßig gereinigt werden. Der umsorgende Tierliebhaber erneuert alle zwei Tage die Einstreu und sorgt so für eine dauerhaft frische Umgebung im Käfig.

Diese Reinigung bezieht sich auch auf den Futternapf sowie auf die Tränke. Alles im Käfig muss sauber und frisch sein.

Designerin entwirft Luxuszuhause für Meerschweinchen

Ab 700 Euro aufwärts - besondere "Käfige" für Meerschweinchen und andere Nager

Eine Designerin hat sich für Meerschweinchen und Co. etwas Besonderes einfallen lassen, so entwarf sie jetzt anstelle der üblichen Käfige sogenannte Luxushäuser für die kleinen Nager. Diese Häuser kann der jeweilige Tierhalter farblich noch selber gestalten.

Stadthaus, Penthouse oder Maisonette

Es stehen verschieden Holzarten und Größen zur Verfügung, so gibt es auch drei Varianten: Stadthaus, Maisonette und Penthouse in den Größen S, M und L, die man über einen Online-Shop bestellen kann. Anstatt der Gitterstäbe wurde mit Glas gearbeitet, was stilvoller aussieht und den kleinen Tieren mehr Ruhe bringt. Zudem lassen sich die Nager somit leichter beobachten.

Nach oben hin sind die Produkte offen; eine hohe Wand verhindert das Ausbüchsen. Die "Käfige" bestehen aus mehreren Etagen, sodass die Nager auch genügend Bewegungsraum haben. Die Bodenwannen lassen sich zur Reinigung ganz leicht herausnehmen.

Wer seinem Haustier also etwas Gutes tun will, der muss allerdings tief in die Tasche greifen, denn unter 700 Euro geht nichts - und dafür bekommt man auch erst die kleinste Größe, versteht sich.

Das richtige Futter

Für das Meerschweinchen ist eine regelmäßige und ausgewogene Ernährung ebenso wichtig wie für seinen Halter. Abgesehen von dem Trockenfutter, das im Fachhandel am Ort sowie in Internet angeboten wird, freut sich das Tier jederzeit über frisches Grün- und Saftfutter.

Grünfutter

Grünfutter sind Pflanzen, die auf der grünen Wiese wachsen. Zu ihnen gehören

Das Grünfutter muss trocken sein, bevor es dem Tier angeboten wird. Feuchtigkeit im Futter erzeugt Blähungen, Durchfall und Koliken. Saftfutter sind Gemüse und Obst, mit dem der Vitaminbedarf des Tieres sinnvoll ergänzt wird.

Das Grünfutter muss sorgfältig ausgesucht werden. Rasenschnitt ist ein No-Go, während die einzelnen Pflanzen sehr nahrhaft sind.

Frisches Heu gehört ebenfalls zu den wichtigen Nahrungsmitteln. Das Tier mümmelt sich buchstäblich durch das Heu mit seinem gesunden und hohen Rohfaseranteil.

Heu zu nagen tut dem Zahnabrieb gut. Das Kauen ist eine Vor-/Rückwärtsbewegung, mit der das Heu zerrieben wird. Auch das Heu muss absolut trocken sein.

Saftfutter

Saftfutter geht vor Grünfutter. Die Fütterung mit einer abwechslungsreichen Auswahl an Saftfutter sollte zwei- bis dreimal täglich erfolgen. Mögliche Reste der vorherigen müssen vor der nächsten Fütterung entfernt werden.

Bei der Aufteilung des Saftfutters gehört das Gemüse zur täglichen Ernährung, während Obst ein- bis zweimal wöchentlich hinzugefügt wird. Es enthält Fruchtzucker mit den dazugehörigen Kalorien. Im Interesse des Meerschweinchens sollte der Tierhalter auf eine ausgewogene Kalorienzufuhr achten.

Eine regelmässige und ausgewogene Ernährung ist für das Meerschweinchen wichtig
Eine regelmässige und ausgewogene Ernährung ist für das Meerschweinchen wichtig

Flüssigkeitsbedarf decken

Der Flüssigkeitsbedarf des Meerschweinchens beträgt etwa 100 ml täglich. Der Tierliebhaber erkennt recht bald, ob sein Meerschweinchen lieber aus einer Nippeltränke, aus einem Napf oder aus einer Tränke mit Metallstiften trinkt.

Der Wasserbehälter sollte etwas erhöht platziert werden, um eine Verunreinigung durch umherfliegende Einstreu zu verhindern. Der heruntergedrückte Stift bei der Tränke mit Metallstift sorgt für fließendes Wasser, während bei Napf und Nippeltränke die Flüssigkeit nur tropfenweise aufgenommen werden kann. Für das Tier ist es allemal besser und gesünder, seinen Flüssigkeitsbedarf auf möglichst einfache Weise decken zu können.

Die richtige Pflege von Tier und Lebensraum

Zur Pflege gehören sein Lebensraum sowie das Nagetier selbst. Die Situation ist mit der des Menschen vergleichbar, der sein Lebensumfeld wie Haus oder Wohnung pflegt und sich selbst hygienisch sauber hält, also wäscht, badet oder duscht.

Käfighygiene

Der Aufenthaltsort des Meerschweinchens ist sein Käfig. Der Käfigboden wird mit der Einstreu ausreichend bedeckt. Als Untergrund dafür eignet sich Papier. Zu den gängigen Einstreuarten gehören Pflanzenfaserpellets, Maisgranulat, Hanfstreu, und natürlich auch trockenes Heu.

Pflegen heißt, diesen Lebensraum hygienisch sauber zu halten. Für den Halter bedeutet das den regelmäßigen Austausch der Einstreu im Abstand von höchstens zwei Tagen, besser noch täglich. Bei einem Zweitagesrhythmus verkommt das Tier zwar nicht, es fühlt sich jedoch in einem Käfig mit frischem und gut riechendem Heu oder mit Pflanzenfaserpellets deutlich wohler. Es hat dann ganz einfach ein schöneres Tierleben.

Bei der täglich mehrmaligen Tierfütterung sollten sowohl der Futternapf als auch die Tränke gereinigt werden. Das sind nur wenige Handgriffe, mit denen konstant für Sauberkeit und Hygiene gesorgt wird. Das abgestandene wird gegen frisches Wasser ausgetauscht.

Körperpflege

Die Körperpflege des Tieres ist ebenso wichtig. Meerschweinchen pflegen sich, erreichen mit ihren Pfoten jedoch nicht jede Körperstelle. Mit einer weichborstigen Bürste wird das Fell immer mit, nicht gegen den Strich gebürstet.

Rückstände der Einstreu sowie verlorene Haare werden auf diese angenehme Weise entfernt, das Fell wird insgesamt gereinigt. Hier findet der Tierliebhaber seinen ganz eigenen Rhythmus. Zum Spielen und Schmusen gehört ganz automatisch auch die Fellpflege.

Ernst genommen werden muss die hygienische Reinigung der Perinealtasche sowie der Kaudaldrüse. Beides sind empfindliche Körperstellen und Kalkdrüsen am Tierunterkörper, die durch eine regelmäßige Pflege erst gar nicht verunreinigen dürfen.

Mit Waschlappen und besonders mildem Shampoo werden diese Körperstellen gereinigt, anschließend gekämmt und trockengerubbelt. Selbst wenn sich das Tier etwas sträuben sollte, darf darauf nicht verzichtet werden. Die natürliche Abnutzung der Tierkrallen ist durch die Käfighaltung nicht ausreichend gut - die Krallen müssen regelmäßig geschnitten werden, damit sie nicht in die Pfoten einwachsen und zu Entzündungen führen.

Niemals baden

Ein Baden des Meerschweinchens wäre der Pflege zu viel. Das Vollbad ist für das Tier ungesund bis hin zu gesundheitsschädlich.

Die natürliche Fettschicht würde dadurch ausgewaschen - die Haut trocknet schneller aus und macht das Tier für Krankheiten wie den Parasitenbefall deutlich anfälliger. Bei einer regelmäßigen und gewissenhaften Pflege von Tier und Käfig erübrigt sich jeder Gedanke an ein Baden des Meerschweinchens.

Erkennung und Behandlung von Erkrankungen

Obwohl das Meerschweinchen nicht besonders krankheitsanfällig ist, so kann es, ebenso wie andere Lebewesen auch, von heute auf morgen erkranken. Da sich das Tier nicht verbal äußern kann, muss der Tierhalter sein Meerschweinchen recht genau kennen und an seinem Verhalten ablesen können, ob es erkrankt ist, und was die Ursache sein könnte.

Grundsätzlich ist es das Beste, einen Tierarzt aufzusuchen. Als studierter Mediziner kennt er das Tier und kann mit wenigen Handgriffen eine Erkrankung diagnostizieren, die für den Tierhalter als Laien nicht erkennbar ist.

Das betrifft insbesondere innere Erkrankungen wie

Äußerliche Erkrankungen wie

sind auch für den Tierhalter sichtbar. Um ganz sicher zu sein, sollte er sich seine eigene Diagnose fachärztlich bestätigen lassen. Die anschließende Behandlung nimmt er selbst vor, wobei der tierärztliche Rat so hilfreich wie notwendig ist.

Milben

Milben gehören zu den gängigen Parasiten des Meerschweinchens, die konsequent bekämpft werden müssen. Grabmilbe und Pelzmilbe sind die häufigsten Parasitenarten. Als eine Unterart von kleinen Spinnentieren leben sie auf dem Tierkörper und sind dann besonders krankheitserregend, wenn sie sich über das normale Maß hinaus vermehren.

Nach der eindeutigen Diagnose lassen sie sich vom Tierhalter medikamentös entfernen. Milben sind so lange nicht krankheitserregend, wie das gesunde Immunsystem des Tieres mit ihnen, wie es heißt, fertig wird. Die Medikamente verordnet der Tierarzt, und eine abschließende Untersuchung bestätigt den Erfolg der Behandlung.

Lippengrind

Der Lippengrind ist eine häufig auftretende Erkrankung. Aufgrund eines Mangels von Vitamin A und C bilden sich kleine Risse in der Mundpartie, in denen sich Pilze und Bakterien absetzen. Das Gewebe entzündet sich, das Tier erkrankt und verweigert die Nahrungsaufnahme.

Zur Verbesserung sollte der Tierhalter vitaminhaltiges Frischfutter anbieten. Lokal lässt sich der Lippengrind mit Salbe behandeln. Auf säurehaltiges Obst muss vorübergehend verzichtet werden, weil die Säure den Heilprozess behindert.

Eine angenehme Sonnenwärme tut der Wundstelle in dieser Situation gut. Auch hier führt der erste Weg hin zum Tierarzt, dessen Anweisungen anschließend befolgt werden.

Pilzbefall

Mit einem Pilzbefall des Meerschweinchens kann sich auch sein Halter infizieren. Nach jedem direkten Kontakt mit dem Tier müssen die Hände übergründlich gewaschen bis hin zu desinfiziert werden.

Typische Symptome für einen Pilzbefall sind Kahlstellen im Tierfell mit schorfiger und schuppiger Haut. Hinzu kommt ein auffälliger Juckreiz.

Der Tierarzt muss zunächst die Pilzkultur feststellen. Therapiert wird der Pilzbefall durch ein Betupfen der betroffenen Körperstelle mit einer Lösung oder einer Salbe. Die Behandlung kann mehrere Wochen dauern.

Meerschweinchen stecken sich untereinander nicht an, sodass das erkrankte Tier auch beim Pilzbefall in seiner vertrauten Umgebung bleiben kann. Als Ursachen gelten

  • Stress, beispielsweise aufgrund der Einzeltierhaltung
  • Unsauberkeit im Käfig mangels hygienischer Pflege oder
  • eine falsche respektive unzureichende Ernährung.

Verstopfung

Verstopfung kann auch beim Meerschweinchen zum Darmverschluss führen. Der Tierarzt muss umgehend aufgesucht werden, um das Schlimmste zu vermeiden. Für den Tierhalter erkennbare Symptome sind

  • Appetitmangel
  • allgemeine Trägheit sowie
  • Schwierigkeiten beim Kot absetzen wie starkes Pressen, Schmerzlaute sowie eine Unregelmäßigkeit.

Zur ersten Hilfe gehört das Verabreichen von 0,5 ml Paraffinöl per Spritze in den Mund. Trinkt das Tier überhaupt nicht, muss ihm das Wasser mit einer Spritze eingeflößt werden. Bei allgemeinem Flüssigkeitsmangel verabreicht der Tierarzt eine Infusion.

Frakturen

Das Tier fügt sich selbst so gut wie nie eine Fraktur zu - Ursache dafür ist meistens der Sturz vom Arm des Tierhalters auf den Erdboden. Es kann sich allerdings in seinem Spielzeug verhaken und ein Bein verdrehen, das dadurch an- oder durchbricht.

Der Tierhalter erkennt diese Situation an den Schmerzlauten sowie an der auffälligen Stellung der jeweiligen Extremität. Das betroffene Körperglied muss bei Erkennen sofort ruhig gestellt, und dann muss ein Tierarzt aufgesucht werden.

Die Gliedmaßen werden für mehrere Wochen eingegipst und auf diese Weise ruhig gestellt. Zehen wachsen auch ohne ein Schienen wieder zusammen. In dieser Heilphase darf das Meerschweinchen nicht getragen werden.

Den richtigen Tierarzt wählen

Tierärzte haben zwar eine allgemeine Veterinärausbildung, dennoch sind sie auf das eine oder andere Tier besonders fixiert und spezialisiert. Das Meerschweinchen gehört oftmals nicht dazu. Der umsorgende Tierhalter sollte sich, auch aus diesem Grunde, von Beginn an einen für sein Meerschweinchen geeigneten Tierarzt, also einen Arzt des Vertrauens suchen.

Lernen und spielen - die Intelligenz des Meerschweinchens fördern

Beim Spielen und einem damit verbundenen Lernen muss unterschieden werden in die Selbstbeschäftigung des Tieres sowie in das gemeinsame Beschäftigen mit seinem Halter. Wie bei anderen Haustieren, so ist auch beim Meerschweinchen das Lernen mit einer gewissen Regelmäßigkeit und Gewöhnung verbunden.

Durch das stetige Wiederholen prägen sich Vorgänge ein, das Tier lernt dazu. Das geschieht immer spielerisch.

Zur Förderung der Intelligenz des kleinen Nagers besonders gut geeignet sind:

  • Farbentest
  • Stimmentest
  • Futtertest

Farbtest

Meerschweinchen sind lediglich etwas kurzsichtig - sie können jedoch von Nahem unterschiedliche Farben erkennen und auseinanderhalten. Bei dem Farbentest werden mehrere gleiche Futternäpfe in unterschiedlichen Farben im Käfig platziert. Nur in einem von ihnen befindet sich die Nahrung.

Im Laufe eines oder mehrerer Tage wird die Nahrung in immer demselben Napf angeboten, wobei die Plätze der Näpfe ausgetauscht werden - also von links nach rechts, in die Mitte, und wieder zurück.

Jetzt lohnt es sich zu beobachten, wie lange es dauert, bis das Tier zielgerichtet auf den Napf zusteuert, in dem sich das Futter befindet. Geschieht das häufiger bis hin zu regelmäßig, dann hat das Meerschweinchen zweifelsfrei farblich erkannt und behalten, wo es sein Futter findet.

Stimmtest

Mit dem Stimmentest lässt sich feststellen, ob und wie sehr sich das Tier an seinen vertrauten Halter gewöhnt hat. Durch das täglich oftmals mehrfache Miteinander ist das relativ schnell der Fall. Es kennt dessen Stimme sowie die Zurufe.

Der Stimmentest beinhaltet das Rufen und Locken einer anderen Person, zunächst auch vom anderen Geschlecht. An der Nichtreaktion des Tieres lässt sich ablesen, dass ihm diese Stimme fremd und nicht vertraut ist.

Der Schwierigkeitsgrad des Tests wird anschließend durch Zurufe einer Person gleichen Geschlechts erhöht. Wenn darauf das Meerschweinchen ebenfalls nicht reagiert, wohl aber auf den Halter, dann ist der Beweis erbracht, dass es sehr wohl hört und erkennt, wer mit ihm kommuniziert. Der Tierhalter fühlt sich besonders dadurch bestätigt, dass das Meerschweinchen schon beim ersten Zuruf zielstrebig zu ihm hinflitzt.

Futtertest

Zum so genannten Futterspiel gehört ein kleines Tasteninstrument des jungen Tierhalters. Es wird im Käfig platziert, und auf eine der Tasten wird ein kleiner Merschweinchen-Snack platziert.

Das Tier wird sich postwendend um sein Leckerli kümmern und durch das Berühren der Taste einen Ton auslösen. Dieser Vorgang wird mehrere Male wiederholt.

Ziel dieses Spiels ist es, dass der Snack auf der Taste fehlt. Dem Tier ist inzwischen das Instrument vertraut, und in Erwartung seiner Belohnung bedient es die Taste. Wenn es dieselbe ist wie bei den Proben zuvor, dann hat sich das kleine Tier genau diejenige gemerkt, auf der es seinen Snack vermutet, den es direkt anschließend dann auch bekommen sollte.

Futtersuche

Meerschweinchen spielen von Haus aus gerne. Der Tierhalter kann sich das für die Futtersuche zunutze machen. Das in einer raschelnden Papiertüte oder in einer Papierrolle versteckte Futter muss erst einmal gefunden werden. Solange das Tier nicht fündig geworden ist, lässt es nicht locker, was zu einer abwechslungsreichen Beschäftigung führt.

Im Fachhandel werden Futterbälle angeboten. Sie haben nur eine Öffnung und rollen im Käfig umher. Der Nager hat seinen Spaß daran, diese Futterbälle zu bewegen und ihr Inneres zu erkunden.

Im Käfig befestigte kleine Tücher sind für das Tier ein reines Vergnügen. Es rennt hindurch, verheddert sich darin oder zieht an ihnen herum. Zu einer Hängematte geformt, kann das Tuch mit weichem Heu aufgefüllt werden.

Frische Äste und Zweige sorgen ebenfalls für Unterhaltung im Käfig. Das Kleintier kann daran nagen und sie nach Belieben überspringen.

Streicheleinheiten

Für die liebevolle Zuwendung nimmt der Tierhalter das Meerschweinchen auf den Arm und streichelt es. Das lässt sich gut mit einer Fellpflege verbinden. Das Fell wird gebürstet, und dabei gilt auch ein kritischer Blick dem gesunden Zustand von Haut und Fell.

Das Tier spürt buchstäblich die Körperwärme seines Halters. Es hat selbst eine Körpertemperatur von siebenunddreißig bis neununddreißig Grad Celsius, und seine Herzfrequenz beträgt im Durchschnitt dreihundert Schläge je Minute. Spätestens wenn jetzt der Pulsschlag steigt, sollte der fürsorgliche Tierhalter sein Meerschweinchen wieder in die vertraute Umgebung seines Käfigs entlassen.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Guinea pigs, 3 years old, lying in front of white background © Eric Isselée - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Cavy eats © Alexander Mozymov - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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