Gespräche können sehr ergiebig sein und oft sind es Begegnungen und Themen mit anderen Menschen, die unser Innerstes ansprechen, uns zu eigenen Gedanken anregen und zu neuen Erkenntnissen und positiven Veränderungen unserer Persönlichkeit beitragen.

Doch nicht immer laufen Gespräche mit positiven Effekten ab und nicht jedes Gespräch und jeder Gesprächspartner tun einem gut. Es liegt an einem selbst, darauf zu achten nicht, in zu viele aufeinanderfolgende Gespräche zu geraten, in denen man selbst hinterfragt wird oder veranlasst wird, eigenes stark zu be- und verurteilen.
Wenn Sie sich in Gespräche begeben, die Ihren Lebensstil oder Ihre Persönlichkeitsstruktur streifen oder thematisieren, dann achten Sie darauf, dass Sie sich nicht aus Ihrer stabilen Position bringen lassen.
Es ist eine Sache, sich einem Gespräch zu widmen und Anregungen zu hören - eine andere, mit diesen so konfrontiert zu werden, dass man sich in der Verteidigungsposition sieht oder sich selbst hinterfragt, warum man so ist oder entsprechende Eigenschaften hat.
Behalten Sie ein starkes Rückgrat und passen Sie auf sich auf, dass Sie sich nicht zu sehr auf die Themen einlassen. Veränderungen brauchen ihre Zeit und vor allem ein stabiles Umfeld in sich selbst. Zu viele Gespräche dieser Art können dazu führen, dass Sie Ihre eigene Stimme hinterfragen und sich im Gespräch mit anderen immer weniger zutrauen. Sie fühlen sich mitunter unsicher, über den Mund gefahren oder naiv.
Jedes Gespräch, in dem Sie diese oder ähnliche Gefühle an sich bemerken, sollten Sie in direkter Konsequenz beenden und sich stärken. Unterlassen Sie es, das Gespräch durchzustehen, nur um dem anderen gegenüber höflich zu sein.
Passen Sie auf sich auf und beenden Sie Gespräche, bei denen Sie sich unwohl fühlen, so früh wie möglich. Viele Gesprächspartner bemerken gar nicht, wie angreifend bestimmte Aussagen sein können.
Es besteht die Gefahr, dass Sie bei mehrmaligem Übergehen Ihrer eigenen Gefühle und Warnsignale immer weniger Lust haben mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen – ganz egal, um welches Thema es geht. Sie konditionieren angstvolle Gefühle im Zusammensein und in der Unterhaltung mit anderen Menschen, wenn Sie sich nicht in entsprechenden Situationen zu schützen wissen.
Um gar nicht erst ein negatives und aushaltendes Verhalten zu konditionieren, ist es wesentlich, dass Sie bei dem nächsten unangenehmen Gespräch klare Zeichen setzen und sich höflich zu erkennen geben, dass Sie dem Gespräch im momentanen Verlauf nicht weiter beiwohnen können. Sie haben das Recht und tragen die eigene Verantwortung, auf sich aufzupassen und Ihre inneren Signale zu verstehen und für sich zu handeln.
Je mehr Sie über Ihre Grenzen gehen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich mehr und mehr von Gesprächen mit anderen Menschen zurückziehen, aus Angst wieder verletzt oder erneut destabilisiert zu werden.
Es ist daher förderlich, wenn Sie lernen auf Ihre körpereigenen Signale zu hören und dementsprechend eine selbstbestimmte Entscheidung für die Fortsetzung oder für die Beendigung des Gesprächs einsetzen. Hierbei bezieht sich das Vorgehen nicht nur auf Gespräche mit Fremden, Arbeitskollegen oder Freunden, sondern auch mit dem Partner oder den eigenen Kindern.
Lernen Sie die Spielregeln Ihrer Kommunikation kennen und setzen Sie sich für sich ein.
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27.04.13 | |
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