Ostsee - Geographie, Besonderheiten und Urlaubsmöglichkeiten

Warum in die Ferne schweifen, wenn es doch auch an der Ostsee zahlreiche Strände gibt, die gut und gerne als Postkartenmotiv herhalten könnten? Ob für einen Familienausflug oder ein romantisches Wochenende zu zweit, die Ostsee bietet eine große Auswahl an Urlaubsmöglichkeiten für jeden Zweck und vor allem für jeden Geschmack. Denn auch wenn die Sonne einmal nicht vom Himmel knallt, kann man an der Ostsee einiges erleben. Wissenswertes zur Ostsee - Lesen Sie über Geographie, Besonderheiten und Urlaubsmöglichkeiten.

Besonderheiten der Ostsee

Die Ostsee - Generelle Merkmale

Die Ostsee wird auch als Baltisches Meer bezeichnet. Es handelt sich um ein Binnenmeer mit einer Fläche von 412.500 Quadratkilometern. Damit ist es das weltweit größte Brackwassermeer.

Durch die Ostsee werden die Festländer, die in Nord-, Nordost- sowie Mitteleuropa zusammenhängen, von der Skandinavischen Halbinseln getrennt. Die Lage des Meeres lautet wie folgt:

  • im Westen der Flensburger Förde liegt die westlichste Stelle
  • am Bottnischen Meerbusen an der schwedis-Finnischen Grenze liegt die nördlichste Stelle
  • bei Sankt Petersburg liegt die östlichste Stelle
  • bei Stettin im Süden des Stettiner Hafens liegt die südlichste Stelle

Zu den angrenzenden Staaten zählen

Im Süden der Ostsee herrscht gemäßigtes Klima; dabei weist der Raum Dänemark maritime Züge auf, während es in Richtung Osten zum Kontinentalklima übergeht. Im Norden trifft man auf kaltes Klima. Im Winter kommt es teils und manchmal auch vollständig zur Vereisung.

Zu den größten Flüssen, die in die Ostsee münden, zählen folgende:

  • Newa
  • Weichsel
  • Düna
  • Düna
  • Kemijoki
  • Oder
  • Lule älv
  • Narwa
  • Torne älv

In der Ostsee können verschiedene Küstenformen gefunden werden. Diese sind durch die Gletscherbewegungen sowie der Geländehebung entstanden. Eine Beeinflussung erfolgt auch durch die Westwindzonen-Lage. Man unterscheidet:

  • die Schärenküste: kleine feslige Inseln mit Kuppenform
  • die Kliffküste: schroff und steil
  • die Fördenküste: schmal und lang
  • die Boddenküste: Boddenlandschaften, bestehen hauptsächlich aus Sand
  • die Ausgleichsküste: glaziale Küstenformen, beinahe gerader Verlauf
  • die Haffküste: lang gestreckte Halbinseln mit Rinne zum Meer
Blick auf Dünen am Sandstrand, im Hintergrund Meer
Blick auf Dünen am Sandstrand, im Hintergrund Meer

Die schönsten Küsten und Strände der Ostsee

Die Auswahl fällt schwer: Schließlich bieten zahlreiche Küsten der Ostsee Meer und Strand, einzigartige Naturlandschaften und idyllische Orte, die es zu entdecken gilt. Einige sind ausgewiesene Familienparadiese, andere genau das richtige für Erholungssuchende.

Und so mancher Strand eignet sich hervorragend für alle, die Sport und Action suchen. Unsere kleine Auswahl ist deshalb keineswegs abgeschlossen - soll Ihnen aber schon einmal einen Vorgeschmack auf den nächsten Ostsee-Urlaub geben.

Mit rund 78 Kilometern Küstenlinie bietet die deutsche Ostseeinsel Fehmarn seinen Besuchern Abwechslung pur. Feiner Sandstrand und steile Kliffe sind genau die richtige Kulisse für Sport und Action. Ob Beachvolleyball, Kitesurfen oder Drachen steigen lassen: Hier ist für Jeden das Richtige dabei.

Größere Strände sind im Sommer DLRG-bewacht - Sicherheit geht schließlich vor. Und auch Ruhesuchende finden hier immer ein abgelegenes Plätzchen. Eigene FKK-Abschnitte stehen Fans der Freikörperbadekultur zur Verfügung.

Die Schlei

Quer durch das Schleswig-Holsteinische Hügelland zieht sich die Schlei. Ob Fjord bzw. Förde oder nicht, ist umstritten - doch ganz gleich, wie der Küstenstreifen geographisch einzuordnen ist: Eine Entdeckungstour lohnt hier allemal.

Auf rund 42 Kilometern finden sich

  • kleine Fischerdörfchen
  • ausgezeichnete Segelreviere und
  • idyllische Landschaften,

die schon so mancher Serie als Kulisse dienten.

Die Schlei ist nicht nur Lebensraum für den ausschließlich hier beheimateten Schleischnäpel, sondern bietet darüber hinaus zahlreiche kleine, unbewohnte Inselchen. Ein perfekter Ort für Ruhesuchende, Segler und Familien mit Kindern.

Der Timmendorfer Strand

Ein echter Klassiker in Sachen Ostseeurlaub ist der Timmendorfer Strand. Noch heute bietet Timmendorf mit seinen über sechs Kilometer Sandstrand das Flair eines historischen Kurorts - mit allen modernen Annehmlichkeiten, die man sich nur wünschen kann.

Neben edlen Boutiquen, Highclass-Hotels und erstklassiger Gastronomie bietet die Küste auch für Naturhungrige genau das Richtige: Aufgeteilt in Abschnitte, ist hier für jeden Besucher der richtige Strand dabei.

An der Küste rund um Timmendorf haben Sie die süße Qual der Wahl. Der Timmendorfer Strand eignet sich bestens für ausgedehnte Strandspaziergänge, bei denen man einfach die Zeit vergessen kann. In den Sommermonaten ist der Strand mit Massen an Sonnenschirmen gespickt, so dass man von oben schnell den Eindruck gewinnt, man wäre auf Mallorca und nicht etwa an der Ostsee.

Allerdings braucht der Timmendorfer Strand keine 30 Grad im Schatten, um ein absoluter Besuchermagnet zu sein. Das wissen vor allem auch deutsche Promis, die sich hier regelmäßig in ausgewählten In-Kneipen zeigen.

Entlang der Promenade findet man eine Auswahl wirklich exklusiver Cafés und Restaurants, bei denen man zwar einen großen Geldbeutel haben, aber kein Promi sein muss, um einen Tisch zu bekommen. Unterbrochen wird die Zeile aus Nobelboutiquen, Schmuckgeschäften und Edelimbissen durch stilechte norddeutsche Bauernhäuschen, die der Promenade einen bestechenden Charme verleihen.

Strandkorb am Meer
Strandkorb am Meer

Strand auf Usedom

Obwohl der Timmendorfer Strand in Länge schon einiges vorlegt, wird er doch von einem Strandabschnitt der Insel Usedom auf seinen Platz verwiesen. Insgesamt acht stolze Kilometer misst der Strand zwischen Bansin und Ahlbeck.

Zwischen den beiden Ortschaften befindet sich noch das Dörfchen Heringsdorf, das in Sachen Idylle viel zu bieten hat. Auch als Einheit gesehen sind die drei Orte unübertroffen in Sachen norddeutsches Flair.

Klein, aber fein lautet hier die Devise. Urlauber finden hier alles, was sie brauchen, ohne auf kleine Katen und Dünen verzichten zu müssen.

Strand auf Hiddensee

Der schönste aller Ostseestrände befindet sich jedoch auf der Insel Hiddensee. Das Angenehme hierbei ist, dass man nicht einmal einen bestimmten Strandabschnitt aufsuchen, sondern einfach landauswärts aufs Meer zulaufen muss

Egal, wo auf Hiddensee man sich auch befinden mag, die Strände sind immer weiß, sanft abfallend und größtenteils auch sehr sauber. Zudem kann man hier klare Luft atmen, denn auf der Insel sind Autos verboten.

Beliebte deutsche Inseln in der Ostsee

Feine Sandstrände, historische Städtchen und eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt: Die deutschen Ostseeinseln präsentieren sich besonders idyllisch. Neben zahlreichen Sehenswürdigkeiten finden sich hier auch tolle Restaurants, komfortable Hotels sowie zahlreiche Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Wir stellen die beliebten Inseln vor - vielleicht ist ja auch Ihr nächstes Urlaubsziel dabei.

Rügen

Mit einer Fläche von über 900 Quadratkilometern ist Rügen die größte deutsche Insel. Hier gibt es immer etwas zu entdecken - Kunst und Kultur, herrliche Strände und Meer bieten für jeden Geschmack das passende Urlaubserlebnis.

Baugeschichtlich interessant: Die klassischen Kurstädte Binz, Sellin, Göhren und Prora mit ihren historischen Fassaden der Bäderarchitektur. Und während in den Städten insbesondere zur Sommersaison das pure Leben pulsiert, bietet die weitläufige Landschaft Ruhe und Abgeschiedenheit für Naturfreunde.

Der Nationalpark Jasmund mit seinem idyllischen Buchenwald und den berühmten Kreidefelsen sind hier nur ein Highlight, das es zu entdecken gilt. Und wer einmal auf den Spuren des berüchtigten Piraten Störtebecker wandeln möchte, der sollte den gleichnamigen Festspielen einen Besuch abstatten - Abenteuer garantiert.

Übrigens: Wer ein wenig Zeit mitbringt, der sollte auch der Nachbarinsel Hiddensee einen Besuch abstatten. Deutlich ruhiger und kleiner als ihr "großer Bruder", ist sie genau der richtige Ort für Ruhesuchende mit Sinn für Romantik.

Seebrücke Sellin im Ostseebad Sellin auf der Insel Rügen
Seebrücke Sellin im Ostseebad Sellin auf der Insel Rügen

Fehmarn

Sanfte Dünen auf der einen, steile Kliff-Felsen auf der anderen Küstenseite: Fehmarn, die zweitgrößte deutsche Ostseeinsel, ist ein Ort voller Gegensätze. Dabei scheint die Sonne hier im Durchschnitt öfter als anderswo - wohl mit ein Grund, wieso zur Sommersaison die zahlreichen Strände der Insel besonders viele Badegäste anlocken und die Hotels ausgebucht sind.

Naturliebhabern bietet Fehmarn eine faszinierende und abwechslungsreiche Landschaft, zu der auch Binnenseen und ausgewiesene Vogelschutzgebiete zählen. Denn trotz allem Trubel verströmt die Insel noch immer eine ausgesprochene Idylle. Einen guten Eindruck hiervon bekommt man auch bei einem Besuch der wunderschönen Kleinstädte, zum Beispiel Burg auf Fehmarn mit imposanter Backsteinkirche und historischem Fachwerk.

Usedom

Streng genommen zählt Usedom nur teilweise als deutsche Ostseeinsel - ein Teil hiervon ist polnisches Staatsgebiet. Seit dem Mauerfall also eine perfekte Gelegenheit, im Urlaub gleich zwei interessante Länder zu besuchen.

Usedom selbst besticht durch imposante Bäderarchitektur in den klassischen Kurorten wie Heringsdorf oder Ahlbeck. Zahlreiche Sandstrände bieten im Sommer ausreichend Platz für Sonnenhungrige und Wasserratten.

Und auch im Hinterland hat die Insel mit Süßwasserseen, historischen Schlössern und Städtchen eine Menge zu bieten. Besonders interessant: Ein Besuch in klassischen Handwerkerbetrieben wie der Strandkorbmanufaktur, wo die Produkte noch heute auf traditionell überlieferte Weise hergestellt werden.

Doch dies sind längst nicht alle sehenswerte Inseln der Ostsee - informieren Sie sich hier ausführlicher über weitere lohnenswerte Ziele.

Strand auf Usedom in Bansin mit Strandkörben, dahinter Häuser/Hotels
Strand auf Usedom in Bansin mit Strandkörben, dahinter Häuser/Hotels

Bäderarchitektur an der deutschen Ostseeküste

Die Bäderarchitektur ist ein regionaler Baustil, der im später 18. Jahrhundert entstand und bis etwa 1918 vorrangig an der mecklenburgischen und pommerschen Ostseeküste verwendet wurde. Das erste Gebäude im Bäderstil wurde 1793 in Heiligendamm erstellt.

Kurz darauf wurden Architekten auf den neuen Baustil aufmerksam und bauten in den folgenden 25 Jahren fast ausschließlich Villen und Hotels auf den Inseln Rügen und Usedom im Bäderstil. Dank einer sorgsamen Sanierung und Renovierung sind bis heute mehr als 800 wertvolle Gebäude aus der Gründerzeit entlang der ostdeutschen Ostseeküste erhalten und unter Denkmalschutz gestellt.

Merkmale

Die Bäderarchitektur ist durch eine sehr elegante Mischung verschiedener Elemente geprägt. Typisch sind mehrgeschossige Holzbauten mit

und der sogenannte Kapitellschmuck. Bei diesen aufwendigen Holzschnitzereien an Fassaden, Fenstern und Balkonen wurden häufig florale Motive realisiert. Verspielte Leichtigkeit erreichten die Architekten durch eine typische weiße Farbe und große Fensterfronten.

Durch den Bau der Villen, die vermögende Familien aus Berlin vorwiegend als Sommerhäuser nutzten, wurde die Ostseeküste zu einem frühen touristischen Zentrum. Es entstanden

  • Seebrücken
  • Kasinos
  • Restaurants und
  • lange Strandpromenaden,

die bis heute das Bild der Ostseebäder prägen.

Berühmte Bauten

Zu den bekannten Bäderstil-Ensembles an der mecklenburgischen Ostseeküste gehören die weißen Villen am Strand von Heiligendamm. Auf der Insel Rügen ist der Bäderstil vor allem in Saßnitz, Putbus und Binz vertreten. Zu den bekannten Gebäuden, die original erhalten sind, gehören das Kurhaus Binz und der Fürstenhof mit mehreren Nachbargebäuden in Saßnitz.

Die Insel Usedom ist besonders von der Bäderarchitektur geprägt. In den Kaiserbädern Bansin, Ahlbeck und Heringsdorf stehen Villen entlang der Promenaden und im Innenstadtbereich.

Die meisten Häuser wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut. Berühmte Beispiele in Heringsdorf sind

  • die Villa Oechsler (1833)
  • die Villa Achterkerke (1845) und
  • die Villa Ikarus.

Die Seebrücke in Ahlbeck wurde 1998 im Bäderstil errichtet und ist die älteste Seebrücke an der deutschen Ostseeküste. Auch im Bernsteinbad Zinnowitz finden Besucher sehr schöne Bäderarchitektur in der ersten Reihe vor dem Strand und versteckten Seitenstraßen.

Quellen:

  • Dirk Schories und Ute Wilhelmsen: Die Ostsee - Tiere und Pflanzen, Kosmos (Franckh-Kosmos), 2006, ISBN 3440102246
  • Christoph Neidhart: Ostsee: Das Meer in unserer Mitte, Mareverlag, 2007, ISBN 3866480547

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