Unterschiedliche Lerntechniken im Überblick

Mädchen mit Brille, Stift und orangem Pullover grübelt über einer Aufgabe

Lernmethoden für Kinder und Erwachsene

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  • von Paradisi-Redaktion

Etwas zu lernen, ist jedem Menschen angeboren. Mithilfe von effektiven Lernmethoden bzw. Lerntechniken lässt sich das Lernen noch besser und intensiver gestalten. Dabei können sowohl Kinder als auch Erwachsene auf unterschiedliche Lernmethoden zurückgreifen. Hilfreich ist die vorherige Bestimmung des eigenen Lerntyps. Informieren Sie sich über unterschiedliche Lerntechniken, um das Lernen noch effektiver zu gestalten.

Lerntechniken: eine Definition

Unter Lernmethoden bzw. Lerntechniken versteht man Hilfsmittel oder Werkzeuge, die das Lernen erleichtern sollen. Auf diese Weise kann der Lernende zu mehr Wissen gelangen und seine Fähigkeiten verbessern.

Grundsätzlich ist Lernen eine Fähigkeit, die dem Menschen bereits angeboren ist. Lernmethoden verfolgen das Ziel, Lernprozesse so zu gestalten, dass sich der Schüler dem Lernprozess umfangreich und effizient widmen kann. Eine wichtige Rolle für effektives Lernen spielt natürlich auch die Motivation des Lernenden.

Außerdem ist es sinnvoll, erst einmal zu bestimmen, zu welchem Lerntyp der Schüler gehört, um festzustellen, welche Lernmethode sich für ihn am besten eignet - denn unterschiedliche Verfahren gibt es viele. Dazu zählen unter anderem die Kennworttechnik, die Bisoziation sowie das Blended Learning.

Genauere Informationen zu den unterschiedlichen Lerntypen erhalten Sie hier. Im Folgenden widmen wir uns diversen effektiven Lerntechniken.

Zunächst einmal unterscheiden wir zwischen Lernmethoden für Menschen unterschiedlichen Alters...

Genrelle Tipps für Grundschüler

Der Leistungsdruck auf Kinder und Jugendliche ist so groß wie nie zuvor. Früher konnten die Kleinen sich in der Grundschule noch voller Spaß auf das Lesen und Schreiben konzentrieren, heute müssen sie bereits mindestens eine Fremdsprache lernen und werden schon frühzeitig mit Noten konfrontiert.

Als Elternteil möchte man natürlich, dass der Sprössling sich gut macht, um nachher vielleicht sogar auf das Gymnasium überwechseln zu können. Durch bloßes Anhalten zum Lernen kommt der Erfolg jedoch garantiert nicht. Grundschüler müssen das Lernen erst lernen.

Als Erwachsener weiß man in der Regel, was man zu tun hat, wenn man sich einen bestimmten Sachverhalt einprägen soll. Man liest den Text ein paar Mal durch, versucht dann ihn zu verstehen und sagt sich das Wesentliche in Gedanken so oft vor, bis man es mühelos wiedergeben kann.

Doch solch ein Verhalten ist keineswegs angeboren. Ein Kind weiß nicht, wie man etwas aktiv lernt. Deshalb ist es überaus wichtig, dass die Eltern in diesem Stadium gute und durchdachte Lernstrategien präsentieren. Das Kind wird sie vielleicht für den Rest seines Lebens beibehalten.

Nun kann man bei einem 7-Jährigen nicht einfach hergehen und ihm sagen, er solle die oben aufgeführten Lernschritte durchführen. Grundschüler lernen solch elementare Dinge, dass sie wirklich perfekt elaboriert werden müssen. Das hat mit einer Prüfungsvorbereitung beispielsweise wenig zu tun.

Von Mind-Maps bis zu Karteikärtchen

Häufig sind Kinder in der Grundschule noch damit beschäftigt, die Welt kennenzulernen und saugen Informationen in dieser Richtung auf wie ein Schwamm. Soll der Nachwuchs daher zum Beispiel lernen, was es für verschiedene Tiere gibt und wie sich diese in Klassen unterteilen lassen, so ist eine Mind-Map gleichzeitig hilfreich wie auch unterhaltsam.

In der Mitte stehen die verschiedenen Klassen (Säugetiere, Reptilien usw.). Von dort aus gehen dann Striche zu den dazugehören Arten und Stämmen bis man schließlich bei den einzelnen Tieren angelangt ist. Darf der Schüler ein Bild zu jedem Tier malen, wird er die Unterteilung bestimmt nie wieder vergessen.

Beim Schreibenlernen hilft der Wiedererkennungseffekt. Wenn das Kind nicht weiß, wie etwas geschrieben wird, schreibt es alle in Frage kommenden Lösungen auf ein Blatt und wählt dann diejenige, die intuitiv am "besten" aussieht.

So kann Wissen abgerufen werden, das zwar bereits vorhanden ist, aber gerade nicht abgerufen werden kann. Auch mit Karteikärtchen können Grundschüler ausgezeichnet lernen.

Lernen, lernen, lernen – schlafen, schlafen, schlafen

Dunkelhaarige schlafende junge Frau liegt in weißem Bett auf Kuscheltier-Eisbär in Zimmer
Beauty-sleep © NiDerLander - www.fotolia.de

Gut schlafen nach dem Lernen verankert das neue Wissen im Gedächtnis. Das haben Lernforscher in den vergangenen Jahren herausgefunden.

Nun stellen sie fest: Leider reicht es nicht, nur die Nacht gleich nach dem Lernen gut zu schlafen. Man muss sich schon regelmäßig Nächte mit ausreichendem Schlaf gönnen. Das sagt Prof. Dr. Jan Born, Neuroendokrinologe von der Medizinischen Universität Lübeck im Interview mit der Apothekenzeitschrift Gesundheit.

Nach heutiger Erkenntnis legt das Gehirn das frisch erworbene Wissen zunächst in einem „Pufferspeicher“ – dem Hippocampus – ab und sendet es in der Nacht, wenn im Gehirn Ruhe herrscht, in die Gehirnrinde, wo es langfristig verankert wird. Damit sie dort dauerhaft gespeichert wird, sind Bedingungen nötig, die nur im Schlaf auftreten. Damit ein Langzeitgedächtnis entstehen kann, muss dieser Mechanismus viele Nächte hintereinander ablaufen.

Anders bei Fertigkeiten, wie etwa Ski fahren oder Maschine schreiben. Hier entscheidet die erste Nacht danach: Wer dann gut schläft, holt sich einen Vorteil.

Lerntipps: Zweimal zehn Minuten Vokabeln lernen reicht aus

Schülerin greift sich an den Kopf und runzelt die Stirn, Stress beim Lernen
Frust und Kopfschmerzen bei Hausaufgaben © runzelkorn - www.fotolia.de

Bloß keine Lernorgien! Zweimal am Tag zehn Minuten Vokabeln pauken ist effektiver als eine lange Sitzung, rät der Neurobiologe und Lernforscher Prof. Manfred Spitzer aus Ulm im Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau. Die gute alte Eselsbrücke sollte noch viel mehr genutzt werden.

Das Gehirn funktioniert genau so: Neu Gelerntes wird mit Bekanntem verknüpft. Nervenzellen bilden dabei Brücken – Synapsen genannt – zu Nachbarzellen. Zum Vertiefen des neuen Wissens rät Spitzer, anderen davon zu berichten: „Wer lehrt, lernt selbst.“ Erfolgserlebnisse beim Lernen schütten Glückshormone im Gehirn aus – aber nur, wenn man sich den Spaß daran erhält, nicht zu lange büffelt und sich realistische Ziele setzt.

Erwachsene müssen sich darauf einstellen, dass sie langsamer lernen als Kinder. Doch weil sie mehr wissen, können sie Neues schneller und besser mit vorhandenem Wissen verknüpfen.

Was Gedächtnistrainer raten, um Namen besser behalten zu können

Händeschütteln weiße und farbige Hand zweier Männer im Anzug, weißer Hintergrund
hand-shake © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Bilder und Geschichten kann unser Gedächtnis besser speichern als abstrakte Begriffe. Deshalb raten Gedächtnistrainer, neue Namen, die man sich gern zuverlässig einprägen möchte, sofort mit entsprechenden Assoziationen zu verknüpfen.

„Denken Sie an irgendetwas, das sie kennen“, erklärt Gedächtnistrainer Gregor Staub im Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau. Er rät, danach zu suchen, was das Auffällige an dem Menschen und den Umständen ist, unter die man sie kennen gelernt hat.

Vincent etwa fasste sich öfter ans Ohr – Vincent van Gogh, der sich ein Ohr abschnitt, kann dann die Assoziation sein. Wer das trainiert, gewinnt Selbstsicherheit im Umgang mit anderen Menschen und verhindert, dass er schon in jede Begegnung mit Stress hineingeht.

Damit sei die Methode gleichzeitig „ein herrlicher Stresskiller“, so Staub.

Mehr Lernbegeisterung bei Schülern durch Netbooks

Blondes, kurzhaariges Mädchen neben rosa Kissen mit Laptop auf dem Schoß
girl at the computer © Phototom - www.fotolia.de

Durch den Einsatz von Netbooks konnte bei einer Studie bei Schülern in der Sekundarstufe die Lernbegeisterung erhöht werden. Bei dieser Studie, die durch den Prozessorhersteller Intel unterstützt wurde, und durch die Universität in Hamburg durchgeführt wurde, nahmen 452 Schüler aus 26 Schulklassen teil.

Zu Anfang zeigten sich etwa 92 Prozent der Schüler begeistert von der neuen Lernmethode, aber auch noch am Ende des einen Schuljahrs wollten immer noch 80 Prozent mit Computerunterstützung weiter lernen. Leider gibt es aber noch nicht genügend Konzepte für das Lernen, beziehungsweise auch Lehren mittels der Computer.

Aber eins konnte die Studie zeigen, dass es sich bei der Begeisterung mit dem Lernen eines Netbooks bei den Schülern nicht um eine Eintagsfliege handelte und somit auch langfristig ausgebaut werden könnte.

Grundschulen arbeiten mit neuer Lernmethode - Kinder leiden dadurch an einer Rechtschreibschwäche

Rückansicht, Schüler in Klasse zeigen auf, vorne Lehrerin an Tafel
School children raising hands. View from behind. © kristian sekulic - www.fotolia.de

Viele Erwachsene denken beim Erinnern an ihre Grundschulzeit an das Lesebuch, mit dem sie das Lesen und das Schreiben erster Wörter gelernt haben. Die „Fibel“ zeigte alle Buchstaben, die man nach und nach lernte, zu benutzen. Kinder der heutigen Zeit kennen diese Art des Lernens kaum noch. In den Grundschulen hat sich weitgehend eine neue Lernmethode durchgesetzt: das Schreiben nach Gehör.

Das Konzept nennt sich „Lernen mit der Anlauttabelle“. Dabei wird jedem Laut der deutschen Sprache ein Bild zugeordnet. Für den Laut „A“ steht zum Beispiel das Bild eines Apfels und neben dem Foto eines Apfels ist das schriftliche „A“ zu sehen. So können die Kinder sich ganz eigenständig erschließen, wie ein Laut im Schriftbild aussieht. Hören sie das „A“ beim Sprechen, dann denken sie an den Apfel und schreiben das „A“, wie es auf dem Bild daneben dargestellt war.

Diese Methode funktioniert tatsächlich schneller, als das umständliche Lernen mit der Fibel, wo jedes Wort gelesen und dann Buchstabe für Buchstabe aus dem Buch abgemalt wird. Doch auf diese altmodische Art lernten Kinder wenigstens noch die korrekte Schreibweise. Damit ist es durch die neue Methode vorbei. Die Grundschüler heute müssen nach Gehör schreiben und so kommt es zu Rechtschreibschwächen, die Eltern zum Weinen bringt. Der „Zoo“ wird dann als „Tso“ geschrieben, denn so hört man es ja.

Die ersten Jahre ist es Lehrern auch verboten, die Fehler zu korrigieren. Erst ab der dritten Klasse soll der Rotstift zum Einsatz kommen. Für Kritiker der neuen Methode ist das viel zu spät.

Neue Fähigkeiten lassen sich leichter aneignen, wenn zuvor ein Lernvideo dazu angeschaut wird

Grafik weiß, menschliches Gehirn von der Seite
gehirn von der seit © fotoflash - www.fotolia.de

Eine kleine Studie aus Italien zeigt, dass vor allem Erwachsene neue Fähigkeiten schneller und besser erlernen, wenn diese zuvor ein Lernvideo dazu sehen.

Positive Veränderungen der Gehirnstruktur durch Lernvideo

Untersucht wurden dafür zum einen die Gehirnströme als auch die eigentlichen Handlungen der Probanden. Diese wurden in zwei Gruppen gegliedert. Der einen Gruppe wurde ein Lernvideo vorgespielt, auf dem zu sehen war, was anschließend selber gemacht werden sollte. Die andere Gruppe hingegen bekam nur Landschaftsaufnahmen zu sehen.

Nicht nur das die Gruppe mit dem Lernvideo schneller und besser mit der neuen Fähigkeit umgehen konnte, bei ihnen zeigte sich auch eine positive Veränderung in der Gehirnstruktur.

Einsatz als Therapieform für schwere Erkrankungen

Für die Forschung sei das ein großer Schritt, denn mit dieser Erkenntnis könnte man zukünftig Patienten nach einem Schlaganfall oder mit Multiple Sklerose viel effektiver helfen, dass diese sich schneller wieder verlernte Fähigkeiten aneignen.

Angesichts der Tatsache, dass derartige Videos per Internet und Smartphone überall verfügbar sind, kann das tatsächlich zu neuen Therapieformen führen.

Generelle Tipps für Studenten

In Zeiten des Bologna-Prozessen haben Studenten meist keine Zeit mehr zum Bummeln. Sobald das neue Semester angefangen hat, ist es Zeit, sich auf die bis zu zehn Prüfungen vorzubereiten, die kurz vor oder während der Ferien anstehen. Um diese riesige Menge an Lernstoff zu bewältigen, benötigt man sehr effektive Lernmethoden.

Besonders Erstsemestler haben es oft schwer, sich richtig auf die Prüfungen vorzubereiten. Sie sind es noch aus der Schule gewohnt, einen Hefteintrag zu haben, in dem alles steht, was für die Klausur relevant ist.

Im Studium ist der Stoff jedoch weit weniger gut eingegrenzt. Man hat nicht nur die Skripte und Mitschriften aus den Vorlesungen, es gibt dazu auch noch jede Menge Pflichtliteratur, die der Professor bei der Prüfung als bekannt voraussetzt.

Wer nun anfängt, jedes dieser Bücher von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen, wird nicht einmal für eine einzige Prüfung ausreichend vorbereitet sein, geschweige denn gut abschneiden. Studenten müssen so lernen, dass sie aus einer großen Menge an Informationen das Wesentliche herausziehen, den Sinn dabei verstehen und wirklich nur die Kernpunkte auswendig lernen, wenn überhaupt.

Auf die richtige Struktur kommt es an

Eine Struktur zu haben ist deshalb die halbe Miete. Wer hier und da ein paar Informationen aufnimmt, bekommt sicherlich keinen Durchblick. Daher sollte jedes Stoffgebiet so durchgegliedert werden, dass man genau weiß, was im Semester behandelt wurde. Erst dann kann man sich daran machen, die einzelnen Punkte mit Infos aus der Vorlesung und aus Büchern zu füllen.

Fragen stellen und einen Fließtext aus den Antworten erstellen

Eine besonders gute Methode, um den Inhalt aus Büchern zusammenzufassen ist folgende: Man verschafft sich erst einen Überblick über das jeweilige Kapitel, liest die Überschriften und überfliegt den Text kurz. Anschließend notiert man sich einige Fragen, zu denen man aus dem Text Antworten haben möchte. In manchen Büchern speziell für's Studium stehen solche Fragen am Ende des Fließtextes.

Nun liest man den Text ausführlich und notiert dabei jeweils diejenigen Informationen, die zur Beantwortung einer der Fragen dienlich sein könnten. Zum Abschluss schreibt man sich nun aus den Fragen und den dazugehören Antworten einen eigenen Fließtext. Meistens muss Stoff, der so elaboriert wurde, nicht einmal mehr durch wiederholendes Aufsagen gelernt werden, da er bereits einmal durch eigene Worte formuliert und verarbeitet wurde.

Strategisch lernen – Stress und Panik effektiv vermeiden

Beruf - Junge Frau in Bluse und Blazer sitzt mit einem roten Kulli konzentriert vor einem roten Buch
Büroarbeit © Kzenon - www.fotolia.de

Abiturprüfungen oder Führerscheintests lösen bei vielen Zeitgenossen Angstattacken aus. Auch an den Universitäten haben Studierende Probleme, die immer komplexer werdenden Aufgaben zu lösen. Doch wer strategisch lernt, kann Stress und Panik effektiv vermeiden. Die einen überfliegen ihre Lernaufgaben und legen eine perfekte Leistung hin, andere brüten wochenlang über dem Lernstoff mit dem Ergebnis, dass der Kopf leer ist. Mit neuen Methoden ist erfolgreiches Büffeln ohne großen Aufwand möglich.

Die richtige Taktik: Unterstützung durch elaboratives Lernen

Lernforscher weisen darauf hin, dass stures Auswendiglernen wenig Sinn macht. Prüflinge müssen den Stoff lesen und gleichzeitig verstehen. Dabei unterstützt die richtige Taktik. Kluge Köpfe von der Summer School in Havard haben Programme entwickelt, die das Lernen leichter machen.

Eine Technik ist das elaborative Lernen. Dabei stellen sich Lernende selbst Fragen und bringen persönliches Wissen ein. Die Fakten werden notiert, anschließend wiederholen die Prüflinge das Gelesene mit eigenen Worten.

Wer Probleme hat, sich Textinhalte zu merken, kann mithilfe von Bildern lernen. Lerninhalte als Skizzen oder Grafiken können sich viele Menschen einfacher einprägen. Die Routenmethode ist besonders beliebt. Dabei geht der Lernende in Gedanken einen Weg mit unterschiedlichen Stationen ab, die jeweils verschiedene Punkte des Lernstoffs darstellen.

Prüfungssituationen mit anderen durchspielen

Ohne Pauken geht es nicht – da sind sich Lernforscher einig. Doch das Wie ist entscheidend. Besonders hilfreich ist das Simulieren von Prüfungssituationen. Gerade bei mündlichen Befragungen kommt es auf eine gute Vorbereitung an. Freunde oder Kommilitonen können gezielte Fragen stellen, die in gewissen Abständen immer wieder beantwortet werden müssen, bis der Lernstoff im Gehirn gespeichert ist. Wiederholen gibt Sicherheit und unterstützt beim Formulieren. Auch regelmäßige Pausen sind wichtig.

Da das Gehirn sich nur 45 Minuten konzentrieren kann, sollten Lernende zwischendurch einen Break von etwa 30 Minuten einplanen. Und wer seinem Lehrer gut zuhört, erhält wichtige Hinweise, welche Schwerpunkte in der Prüfung vorkommen.

So sind Sie erfolgreich in der Prüfung - die individuelle Lerntechnik machts

Unterschiedliche Lerntechniken für jeden Lerntyp

Schülerin erschöpft vor ihrem Notebook, neben ihr Bücher, weißer Hintergrund
tired of studying © Ana Blazic - www.fotolia.de

Prüfungen sind für alle gleich. Beim Lernen kommt es jedoch auf Individualität an: was dem einen Erfolg beschert, lässt den anderen scheitern. Der Trick ist deshalb, für jede Persönlichkeit die passende Methode zu finden.

Die vier wichtigsten Lerntypen

1. Der spielerische Typ

Spieler brauchen Farben und Bilder. Statt klassischer Karteikarten oder Listen empfehlen Psychologen den Einsatz von Grafiken und Mindmaps, die den Lernstoff bildlich präsentieren. Um Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, dienen bunte Markierungen. Auch die einzelnen Themen können nach Farben unterteilt werden.

2. Der planende Typ

Sie schreiben gern Listen, setzen sich präzise Fristen und Ziele? Dann sind Sie ein Planer, der den Stoff möglichst detailliert einteilen und strukturieren muss, um ihn zu bewältigen. Mindmaps oder Bilder machen dagegen nervös.

3. Der kommunikative Typ

Während der Planer beim Lernen Ruhe braucht, blüht der kommunikative Typ in Gesellschaft auf. Er denkt gern laut und prägt sich den Stoff besser ein, wenn er ihn einem Partner erklären kann. Nebeneffekt: der Redner profitiert von der gegenseitigen Motivation in der Gruppe. Ist er allein, kann er sich oft schwer zum Lernen aufraffen.

4. Der beharrliche Typ

Der Fleißige lernt am liebsten mit Karteikarten. Denn bei keiner anderen Lernform kann er die einzelnen Schritte so beharrlich wiederholen. Er macht erst Schluss, wenn er den Stoff fest im Gedächtnis verankert ist.

Seine Schwäche: er lernt oft so lange, bis der Kopf gar nichts mehr aufnehmen kann. Stattdessen sollte er sich regelmäßig mit Pausen belohnen und in dieser Zeit gezielt etwas anderes machen. Permanente Ablenkungen wie Handy oder Radio sind für den Fleißigen dagegen gefährlich.

Sport und Ablenkung gegen Prüfungsangst

Für alle Lerntypen empfehlen die Psychologen viel Bewegung. Sport verbessert die Durchblutung und senkt den Adrenalinspiegel. Prüfungsangst hat so weniger Chancen.

Als Nächstes stellen wir bekannte Lerntechniken im Überblick vor...

Die Kennworttechnik

Die Kennworttechnik ist ähnlich aufgebaut wie die Locitechnik. So geht es auch bei der Kennwortmethode um Assoziationen und das Verbinden von bereits erlerntem Wissen mit neuem Wissen. Zur Anwendung kommen bei diesem Lernverfahren bestimmte Begriffe, deren Reihenfolge sich der Schüler gut merken kann.

Als geeignet gilt die Kennworttechnik für Lernstoffe, bei denen es wichtig ist, Informationen in einer bestimmten Reihenfolge wiederzugeben. Dabei kann es sich zum Beispiel um Formeln oder Gedichte handeln. Sogar Einkaufszettel lassen sich auf diese Weise leicht erstellen.

Am besten kann sich das Gehirn des Menschen neues Wissen und neue Begriffe durch eine Anknüpfung an bereits erlerntes Wissen merken. Dies ist vor allem bei Fremdsprachen hilfreich, die einem noch nicht vertraut sind. Durch die Kennworttechnik lässt sich vor allem die schwierige Anfangsphase erleichtern.

Prinzip der Kennworttechnik

Bei der Kennworttechnik erstellt man in alphabetischer Reihenfolge eine Liste und prägt sich Begriffe dazu ein. So zum Beispiel

  • Affe für A
  • Bär für B
  • Computer für C
  • Dinosaurier für D
  • Esel für E
  • Fisch für F
  • Gurke für G
  • Hund für H

und so weiter. Welche Wörter letztlich benutzt werden, kann jeder für sich selbst bestimmen. Wichtig ist allerdings, dass die Begriffe leicht zu merken sind und für den Lernenden Sinn ergeben.

Schließlich dient die Liste in erster Linie als Hilfe für den Stoff, der zu erlernen ist. Die Begriffe, die in die Liste aufgenommen werden, verknüpft man dann geistig mit einem spezifischen Bild.

Ist man zum Beispiel Fahrschüler und muss sich eine bestimmte Reihenfolge wie Auto aufschließen, Anschnallen, Motor anstellen usw. merken, kann man auf die Assoziationsliste schreiben: Ein Affe schließt das Auto auf, ein Bär schnallt sich an, der Computer summt wie ein Motor. Diese Wortkombinationen können ruhig absurd oder lustig sein, Hauptsache, sie helfen einem dabei, sich zu erinnern.

Die Bisoziation

Unter Bisoziation versteht man die kreative Verknüpfung von Begriffen, Vorstellungen oder Bildern. Auf diese Weise soll die Routine beim Denken durchbrochen werden.

Eingeführt wurde der Begriff "Bisoziaton", der sich an das Wort Assoziation anlehnt, von dem Schriftsteller Arthur Koestler (1905-1983). In der heutigen Zeit zählt die Bisoziation zu den Grundbegriffen der Kreativitätsforschung.

Assoziation und Bisoziation

Der Mensch hat die Eigenschaft, in Assoziationen zu denken. Auf diese Weise entstehen Verknüpfungen von Gedanken und Ideen. Durch einen einzelnen Gedanken können wiederum zahlreiche weitere Gedanken entstehen. Jeder Mensch nimmt seine Umwelt auf eigene Weise wahr, was zu individuellen Assoziationen führt.

Beim Assoziieren verwendet man Begriffe, die bereits im Gedächtnis gespeichert und daher bekannt sind. Ganz anders ist dies bei der Bisoziation. Dabei entsteht ein neuer Gedankengang aus Begriffen, die so unterschiedlich sind, dass scheinbar kein Zusammenhang zwischen ihnen besteht. Dieses unkonventionelle Denken ermöglicht es, zu neuen Ideen zu gelangen.

Der Mensch hat häufig das Problem, immer nach dem gleichen Muster zu denken, obwohl es ihm durchaus möglich wäre, auch andere Denkweisen einzunehmen, was jedoch meist aus Bequemlichkeit oder Mangel an Wissen unterbleibt. Mithilfe der Bisoziation kann der Mensch aus seinen üblichen Gedankenmustern ausbrechen und dadurch zu neuen Einfällen gelangen.

Anwendung der Bisoziation

Angeregt durch Arthur Koestlers Gedankengänge hat die Kreativitätsforschung Vorschläge zur praktischen Anwendung der Bisoziation ausgearbeitet. Dabei bringt die Methode ganz gezielt Begriffe und Dinge zusammen, obwohl diese nach dem rationalen Denken überhaupt nicht zueinander passen.

Eine Möglichkeit, die Bisoziation anzuwenden, ist das Zusammenlegen von fünf Bildern, die mit der eigentlichen Thematik oder Problematik eigentlich gar nichts zu tun haben. Denkt man jedoch einige Zeit über mögliche Zusammenhänge oder Gemeinsamkeiten nach, kommt man schließlich zu neuen Ideen.

Eine weitere Möglichkeit ist das Aufschreiben von Schlüsselwörtern zu unterschiedlichen Themengebieten. Anschließend versucht man, die Begriffe mit dem eigentlichen Thema zu verbinden und auf diese Weise zu neuen Gedanken oder Ideen zu kommen. Am Anfang mag diese Methode ungewohnt sein, doch je länger man sie anwendet, desto geübter wird man mit der Zeit.

Unterschiedliche Lerntechniken auch unter Geschwistern
Unterschiedliche Lerntechniken auch unter Geschwistern

Blended Learning

Als Blended Learning wird integriertes Lernen bezeichnet. Bei dieser Methode verbindet man klassische Lehrmethoden mit elektronischen Lernformen wie E-Learning.

Für das Lernen wird die moderne Technik immer wichtiger. Eine neue und effektive Lernmethode ist das so genannte Blended Learning.

Integriertes Lernen

Der Begriff "Blended Learning" stammt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie vermischtes oder integriertes Lernen. Das heißt, dass traditionelle Präsenzveranstaltungen mit modernen Methoden wie E-Learning miteinander verknüpft werden. Dabei finden

  • die Effektivität von elektronischen Lernformen
  • soziale Aspekte der Face-to-Face-Kommunikation und
  • praktisches Lernen

Berücksichtigung. Durch die effektive Kombination von verschiedenen Methoden und Medien, sollen deren Vorteile noch verstärkt werden, während man die Nachteile so weit wie möglich reduziert. Dazu ist es wichtig, die Online-Phasen und die Präsenz-Phasen gut aufeinander abzustimmen.

Mittlerweile kommt Blended Learning an zahlreichen Schulen und Universitäten erfolgreich zur Anwendung. Doch auch außerhalb des schulischen Bereichs lässt sich die effektive Lernmethode für die Ausbildung bzw. Weiterbildung von Firmenangestellten anwenden.

Anwendung des Blended Learning

Das Blended Learning setzt sich aus zwei Phasen zusammen, der Präsenz-Phase und der Online-Phase.

  • Sinn der Präsenz-Phase ist das Herstellen von Kontakten und das Kennenlernen von Kollegen. Alle am Lerninhalt beteiligten Personen arbeiten in der Gruppe zusammen und kommunizieren miteinander. Auf diese Weise können auch eventuelle Schwierigkeiten gelöst werden.

  • Im Gegensatz zur Präsenz-Phase wird in der Online-Phase alleine gearbeitet. Dies hat den Vorteil, dass sich der Lernende in seinem individuellen Tempo mit dem Lernstoff befassen kann. Außerdem hat er die Möglichkeit, den Ort und die Zeit des Lernens selbst zu bestimmen. Da in den Online-Phasen meist keine Kontrolle stattfindet, sind daher konsequentes Arbeiten sowie Selbstständigkeit unbedingt erforderlich.

Blended Learning ähnelt prinzipiell also Fernunterricht, wie man ihn in Internet-Kursen absolvieren kann. Allerdings werden beim integrierten Lernen auch die sozialen Gesichtspunkte berücksichtigt.

Außerdem findet regelmäßig eine Face-to-Face-Kommunikation mit der Klasse statt, in deren Rahmen man sich untereinander austauscht. Das Blended Learning hat den Vorteil, dass es selbstständiges und praktisches Lernen fördert.

Das Organigramm

Bei einem Organigramm bzw. Organisationsdiagramm handelt es sich um einen Organisations- oder Strukturplan. Dabei wird die Aufbauorganisation eines Unternehmens grafisch dargestellt, um die Verteilung der einzelnen Aufgaben sowie die Kommunikationsbeziehung innerhalb der Firma darzulegen.

Auf diese Weise erfolgt eine übersichtliche Abbildung der Leistungsbeziehungen, die zwischen den einzelnen Organisationseinheiten herrschen. Die erste Anwendung des Organigramms erfolgte im Jahr 1855 durch den Eisenbahnmanager Daniel Craig McCallum (1815-1878).

Organigramm beim Lernen

Neben Wirtschaftsunternehmen und Organisationen greifen auch immer mehr Schulen und Lehrer auf das Organigramm zurück. So dient es in diesem Bereich dazu, den Schülern Strukturen zu vermitteln und bestimmte Zusammenhänge besser zu verdeutlichen. So erhält das lernende Kind durch das Organigramm einen besseren Überblick über seine Lektionen und hat die Gelegenheit, den Lernstoff hierarchisch zu sortieren.

Beispiel Sauermilchkäse

Kinder können sich Zusammenhänge leichter merken, wenn deren Darstellung in einer bestimmten Struktur erfolgt, wie beispielsweise bei der Herstellung eines Produktes wie Sauermilchkäse.

Bei dessen Produktion setzt man Milchsäure-Bakterien zu. Dies hat die Trennung der festen Inhaltsstoffe wie Rahm und Eiweiß von flüssigen Inhaltsstoffen wie Molke zur Folge. Nach der Gerinnung des Eiweißes kommt es zur Verdickung der Milch, wodurch sich wiederum Sauermilchquark bildet.

Nächster Herstellungsschritt ist das Schneiden, Salzen und Formen des Quarks. Der Käse kann entweder klein und rund oder lang und schmal sein. Bis zur Entstehung einer geschlossenen Haut an der Oberfläche ruht der Käse noch zwei oder drei Tage.

Darstellung mit einem Organigramm

Um den Produktionsverlauf des Sauermilchkäses zu erlernen, kann der Text durchgelesen werden. Als Alternative kommt aber auch die Darstellung eines Organigramms infrage, bei dem es sich um ein Strukturschaubild handelt. Dies kann zum Beispiel so aussehen, dass Stichworte des Produktionsablaufs wie:

  1. Milch und Milchsäurebakterien,
  2. flüssige Molke,
  3. Trennung,
  4. durch festen Rahm und Eiweiß kommt es zu Sauermilchquark,
  5. Versetzung mit Geschmacksstoffen und Verkauf als Getränk,
  6. Salzen und formen
  7. nach zwei bis drei Tagen Ruhe entsteht fertiger Sauermilchkäse

strukturiert erstellt wird und auf diese Weise dem Lernenden das Geschehen besser veranschaulicht. Allgemein gültige Regelungen für die grafische Darstellung eines Organigramms gibt es nicht. Es ist jedoch üblich, die einzelnen Schritte mit einem Viereck oder Rechteck zu umhüllen und sie mit senkrechten Linien zu verbinden. Für die Zeichnung von Organigrammen werden mittlerweile auch spezielle Softwareprodukte angeboten.

Die Loci-Technik

Der Begriff "Loci" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt soviel wie "Ort". Die Loci-Technik zählt zu den mnemotechnischen Lernmethoden und Assoziationstechniken.

Sie hat den Vorteil, dass sie leicht erlernt werden kann. Vor allem Gedächtnissportler greifen auf die Loci-Methode zurück.

Vorgehen

Die Loci-Technik gilt als wenig aufwendig. So legt man bei diesem Lernverfahren bestimmte Punkte entweder in einem Raum, der nicht einmal real sein muss, oder am Körper fest. Dadurch entstehen Routenpunkte, an die der Lernende bestimmte Schlüsselwörter anhängt.

Außerdem werden die Schlüsselwörter zu einem heiteren Bild verknüpft. Auf diese Weise ist es möglich, sich den Lernstoff in einer speziellen Reihenfolge zu merken.

Zum Beispiel lässt sich mit der Loci-Technik ein Einkaufszettel einsparen. Gleichzeitig wird das Gedächtnis gut trainiert.

In der Loci-Technik entsteht für jeden Begriff ein eigener Platz. Dadurch schafft der Lernende Variablen, die sich mit unterschiedlichen Inhalten belegen lassen. Da die Variablen über eine feste, übergeordnete Struktur verfügen, ist das Einhalten der genauen Reihenfolge beim Wiedergeben möglich.

Loci-Technik vor Prüfungen

Die Loci-Technik lässt sich auch im Vorfeld von Prüfungen anwenden. Dazu merkt sich der Lernende auf einzelnen Routenplätzen die wichtigsten Punkte des Lernstoffes. Durch das Merken von einzelnen Stichwörtern ist es möglich, sich an die Dinge, die zu diesem Stichwort gehören, ebenfalls zu erinnern.

Als geeignete Fächer für den Einsatz der Loci-Methode gelten:

  • Deutsch
  • Erdkunde
  • Geschichte
  • Kunst
  • Chemie
  • Biologie

Besonders sinnvoll ist die Lerntechnik, wenn sich der Lernende an Namen oder Begriffe erinnern muss. Indem die einzelnen Routenpunkte abgewandert werden, kommt man in die Lage, sich auch die richtige Begriffsreihenfolge einzuprägen. Dies ist vor allem beim Erlernen von komplexen Zusammenhängen oder zeitlichen Abläufen hilfreich.

Plätze für die Loci-Technik

Es gibt zahlreiche Stellen, die sich als Routen für die Loci-Methode gut eignen. Dazu gehören beispielsweise:

Entstehung der Loci-Methode

Entstanden ist die Loci-Technik im antiken Griechenland. Da es seinerzeit kaum Bücher gab, mussten die Gelehrten sehr viel auswendig lernen. Aber auch zum Abhalten von Reden eignete sich die Loci-Methode.

Die Erfindung der Loci-Technik schreibt man dem Dichter und Redner Simonides von Keos (557/556 v. Chr. bis 468/67 v. Chr.) zu. So heißt es, dass Simonides auf die Idee zur Loci-Methode kam, als er während einer Feier ein Haus verließ, welches kurz darauf einstürzte und sämtliche Insassen in den Tod riss. Nur Simonides konnte die Leichen, die bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt waren, noch identifizieren.

Zu diesem Zweck visualisierte der Dichter die Ereignisse, bevor das Haus einstürzte und erinnerte sich dadurch wieder, an welchem Platz die einzelnen Personen zuvor gestanden hatten. Auf diese Weise erkannte Simonides, dass sich Informationen geordnet wiedergeben lassen, wenn man sie mit einem Raum verknüpft.

Die Loci-Technik um sich viele Begriffe merken zu können
Die Loci-Technik um sich viele Begriffe merken zu können

Die Mnemotechnik

Die Mnemotechnik dient dazu, sich Dinge zu merken. So werden von ihr Merkhilfen oder Eselsbrücken wie zum Beispiel

  • Grafiken
  • Reime
  • Schemata oder
  • Merksätze

entwickelt. Doch auch überaus komplexe Systeme zählen zu diesem Gedächtnistraining. Ihren Ursprung hat die Mnemotechnik bei den alten Griechen und Römern. Als Erfinder der Gedächtniskunst wird der griechische Dichter Simonides von Keos angesehen.

Methoden der Mnemotechnik

Die Mnemotechnik umfasst verschiedene Methoden, die alle miteinander gemeinsam haben, dass sich mit ihnen Dinge leichter merken und erlernen lassen. Dazu gehören u.a.:

Kettenmethode

Als typische Methode der Mnemotechnik gilt die Kettenmethode, auch Assoziationskette genannt. Dabei hängt man die Begriffe, die zu lernen sind, wie Kettenglieder derart aneinander, dass die richtige Reihenfolge zustande kommt. Dazu braucht sich der Lernende nur eine Geschichte auszudenken, die die Lernbegriffe beinhaltet.

Allerdings besteht die Gefahr eines Risses der ganzen Assoziationskette, wenn dabei ein einziges Kettenglied vergessen wird. Mithilfe von speziellen Methoden lässt sich dieses Risiko jedoch verringern.

Schlüsselwortmethode

Die Schlüsselwortmethode eignet sich gut zum Erlernen von Sprachen und Vokabeln. Als Schlüsselwort dient ein bekanntes Wort, dessen Klang der zu erlernenden Vokabel ähnelt. Geistig erstellt der Lernende aus dem Schlüsselwort sowie der Vokabelbedeutung ein Bild.

Alphabet-Methode

Unter der Alphabet-Methode versteht man das Verknüpfen von Buchstaben aus dem Alphabet mit einem Bild aus dem Gedächtnis. Dabei wandelt der Lernende die Wörter, die er sich merken muss, in Bilder um und verbindet sie mit je einem einzelnen Bild. Dieses Bild steht dann fest für einen bestimmten Buchstaben.

Loci-Methode

Zu den bekanntesten Methoden der Mnemotechnik zählt die bereits erwähnte Loci-Methode. Dieses Verfahren stammt aus der Antike und lässt sich ohne großen Aufwand durchführen.

So erfolgt dabei das Reservieren von eigenen Plätzen für bestimmte Begriffe. Diese Variablen werden vom Lernenden in einer festen, übergeordneten Struktur abgelegt. Auf diese Weise lässt sich die genaue Reihenfolge der Begriffe bei der Wiedergabe einhalten.

Gedächtnispalast

Unter einem Gedächtnispalast versteht man ein Gebilde, das fiktiv im Gehirn vorhanden ist. Dabei wird das Wissen langfristig abgespeichert.

Grundsätzlich beruht der Gedächtnispalast auf der Loci-Technik. Es bestehen jedoch größere Unterschiede beim Aufbau des Palastes.

Anwendung

Wichtig ist, bei der Anwendung der Mnemotechnik die Bilderkombinationen auf einer inneren Leinwand ablaufen zu lassen. Das heißt, dass man seine Augen schließt und dann mit den inneren Augen sieht. Auf diese Weise lassen sich gute Resultate erzielen.

Lernen mit Hilfe der Salamitaktik

Für viele Kinder zählt die Einschulung zu den Höhepunkten des noch jungen Lebens. Doch der anfänglichen Euphorie folgt im Regelfall der erste Frust. Neben dem Pensum, das im Unterricht zu absolvieren ist, muss auch daheim gelernt werden. Eine kleine Motivationshilfe kann indes die so genannte Salamitaktik darstellen.

Das große Problem in kleine Stücke zerlegen

Einem Schüler wird sehr viel abverlangt. In Mathe und Deutsch, Biologie und Sport werden bestimmte Leistungen von ihm eingefordert. Ist er nicht in der Lage, sich die Grundlagen des Wissens während der Unterrichtsstunde anzueignen, so muss er sich Zuhause noch einmal hinsetzen und den Stoff abermals bearbeiten.

Wohlgemerkt außerhalb jener Zeiten, die er ohnehin bereits für die Hausaufgaben investiert. Der gesamte Umfang, der am Nachmittag in den eigenen vier Wänden behandelt wird, kann dabei schnell einmal große Ausmaße annehmen.

Leichter fällt es jedoch, dieses Volumen wie eine Salami in kleine Teile zu schneiden und sich jedem von ihnen gesondert anzunehmen. Gelingt das, können sich aus dem Vorgehen diverse Vorteile für das Lernen ableiten.

Wer das Große betrachtet, übersieht das Detail

Ein wichtiger Punkt der Technik liegt in der Herangehensweise. Schüler, die gedanklich den gesamten Unterrichtsinhalt umfassen, besitzen zumeist keinen Sinn für die Grundlagenarbeit.

Das mag einerseits dazu führen, dass das Lernen oberflächlich betrachtet gelingt: Es zeigen sich schnelle Erfolge, die vielleicht auch im nächsten Diktat oder dem Mathetest abgerufen werden können. Viele Kinder schaffen es aber nicht, dieses Wissen systematisch im Gedächtnis zu behalten.

Die Salamitaktik soll hierbei Abhilfe schaffen. Wer sich jedem einzelnen Aspekt isoliert nähert, wird sich deutlich mehr Basiswissen aneignen und somit das Fundament seiner Bildung legen. Die Details werden hierbei also stärker gewichtet.

Die Salamitechnik verkleinert die zu bewältigende Aufgabe enorm
Die Salamitechnik verkleinert die zu bewältigende Aufgabe enorm

Einzelne Tage für jedes Unterrichtsfach einplanen

Sinnvoll erweist es sich, wenn die Lernerei zunächst ganz grob nach Wochentagen unterteilt ist. Gerade für Erstklässler und Schüler der unteren Klassen gelingt es ganz einfach, die Fächer entsprechend aufzugliedern.

In den höheren Stufen dürfte es dagegen notwendig werden, sich pro Tag zwei oder drei Fächern zu widmen. Wichtig ist es indes, diese Tage nicht willkürlich durcheinanderzubringen, sondern den Plan einzuhalten.

Das Gehirn erfährt somit den Nutzen der strukturellen Arbeit – und wird sich bald auch auf den wiederkehrenden Rhythmus einlassen können. Weiß der Schüler, dass er an jedem Montag um 16 Uhr Mathe lernt, so wird er dabei mehr Erfolge vorweisen als jener, der nach eigenem Ermessen die Zeiten bestimmt.

Den Stoff in seine Bestandteile aufgliedern

Doch nicht alleine der zeitliche Aspekt spielt bei diesem Lernsystem eine bedeutsame Rolle. Wichtig ist es ebenso, das große Ungetüm des gesamten Pensums zunächst in greifbare Stücke zu zerlegen. Im Deutschunterricht können das etwa die einzelnen Kapitel eines Buches sein, in der Mathematik die einzelnen Rechenarten oder im Musikunterricht das gerade besprochene Instrument.

Jedes dieser Themen wird für sich genommen betrachtet – und ein neues erst dann begonnen, wenn das alte vollständig verstanden wurde. Auch damit gelingt es, systematisch eine Ordnung des Lernens einzuführen und dem Kind auf diese Weise ein Vorgehen zu ermöglichen, bei dem es von den Grundlagen bis zum höchsten Niveau die Inhalte begreifen kann.

Trotz aller Planung flexibel bleiben

So ratsam das methodische Anwenden der Salamitaktik auch sein mag, so darf es doch nicht zu einem allzu starren Lernen führen. Immer wieder wird es Fächer geben, die der Schüler schneller verinnerlichen kann. Andere dagegen erfordern deutlich intensiver seine Konzentration.

Es ist daher auch möglich, die Lerneinheiten mit neuen Inhalten zu füllen. Lernt das Kind beispielsweise an jedem Montag um 16 Uhr Mathematik, so muss daran nicht stur festgehalten werden, wenn das Kind das Thema vollständig begriffen hat.

Liegen in einem anderen Unterricht noch Mängel vor, so ist es empfehlenswert, diese in der eigentlich für die Rechenkünste angesetzten Lernstunde zu behandeln. Der grundsätzliche Zweck der Salamitechnik sollte daneben aber natürlich beibehalten werden – von der ersten Klasse bis zum Abschluss.

Den Lernerfolg mit Leporellos erhöhen

Gerade die ersten Schuljahre sind für ein Kind sehr bedeutsam. Hier wird der Grundstein an Wissen, Intelligenz und Kommunikationsfähigkeit im Unterricht sowie für den Kontakt zu Freunden gelegt. Damit der Erfolg des Lernens ein hohes Niveau erreicht, können Eltern und Lehrer auf wertvolle Tipps zurückgreifen. Einer von ihnen besteht in der Nutzung eines Leporellos.

Was ist ein Leporello?

Bei einem Leporello handelt es sich um ein Heft oder sogar ein schmales Buch, dessen Seiten in einer bestimmten Weise miteinander verbunden sind. Diese lassen sich bei optimaler Verarbeitung wie eine Ziehharmonika öffnen und verschließen, woraus sich dem Lesenden eine Vielfalt an Inhalten offenbart.

Leporellos können im Schreibhandel erwoben werden – es lohnt sich allerdings, diese mit dem Kind selbst zu basteln. Oftmals geschieht das bereits in der Schule anhand der Anleitung einer Lehrerin. Wo das nicht der Fall ist, können die Eltern gemeinsam mit ihrem Sohn oder der Tochter aber gerne einmal einen kreativen Nachmittag einlegen und ihr Geschick bei der Erstellung des Heftes ausprobieren.

Mit dem Leporello planen lernen

Der erste Vorteil eines solchen Leporellos liegt in der Organisation des Schülers. Das Heft muss schließlich einen gewissen Umfang besitzen.

Doch wie viele Seiten werden wohl benötigt, um auch den gesamten Unterrichtsinhalt eines Halbjahres oder Jahres darin zu bewahren? Das Kind erhält dabei einen ersten Eindruck der Planung.

Die Lehrerin wird bei ihrer Anleitung im Regelfall eine sehr genaue Seitenzahl vorgeben, die sodann von den Kleinen umgesetzt wird. Im Übrigen sind falsche Kalkulationen kein Hindernis.

Im Zweifelsfall kann entweder ein zweites Leporello besorgt oder das Bestehende um zusätzliche Seiten ergänzt werden. Die einfache Handhabung des Heftes macht dabei vieles möglich.

Erste handwerkliche Schritte

Nicht alleine die weitere Nutzung des Leporellos erhöht den Lernerfolg. Vielmehr ist auch dessen Herstellung pädagogisch bedeutsam. Der Schüler lernt hierbei erste handwerkliche Griffe, wird mit Schere und Papier, mit Leim und Pappe, in einigen Fällen sogar mit Dekorationsmaterial umgehen. Der Kreativität kann oftmals freier Lauf gelassen werden – erlaubt ist, was gefällt.

Der Bezug des Kindes zu einem solchen selbst gebastelten Heft ist in der Regel auch deutlich höher als zu jenen, die als Massenartikel im Schreibhandel erworben werden können. Die Arbeit, die in dem eigenen Leporello steckt, fördert die Kreativität sowie das handwerkliche Geschick und führt im weiteren Verlauf dazu, dass das Heft gerne in die Hand genommen wird.

Das Verständnis logischer Zusammenhänge

Zudem erwirbt das Kind schnell ein Verständnis für die Sinnzusammenhänge des Unterrichtsinhalts. Durch die Anordnung der einzelnen Seiten des Leporellos ist eine Unterteilung in Kategorien möglich, die von den meisten Schülern auch gerne angenommen wird. Nach Anleitung der Lehrerin kann für eine gewisse Materie somit eine bestimmte Anzahl an Seiten eingeplant werden.

Der Vorteil für das Mädchen oder den Jungen liegt folglich darin, dass es den Lernstoff nicht als großes Ganzes betrachtet, sondern unterschiedliche Gewichtungen erkennt und damit oftmals besser lernen kann. Zudem ist durch den Aufbau des Heftes auch die isolierte Betrachtung eines Inhalts möglich, ohne dabei in andere Bereiche des Unterrichts zu geraten und somit abgelenkt zu werden.

Den eigenen Zugang finden

Wie gerne ein Kind lernt, ob es sich am Nachmittag freiwillig an den Schreibtisch setzt oder wie viele Inhalte es sich merken kann, hängt in der Regel mit der eigenen Gestaltung des Heftes zusammen. Das Leporello kann dabei je nach Wunsch verschönert werden.

Wichtige Unterrichtseinheiten lassen sich dabei ebenso farbig wie kreativ hervorheben, andere – die vielleicht bereits beherrscht werden – dagegen können etwas blasser ausfallen. Dem Einfallsreichtum des Schülers sind keine Grenzen gesetzt.

Je öfter er sich gedanklich mit seinem Heft auseinandersetzt, desto eher wird er bereit sein, mit ihm zu lernen und seine Inhalte zu schätzen. Darin liegt ein erheblicher Vorteil gerade in den ersten Jahren des Schulbesuchs.

Grundinformationen und Hinweise zu Lerntechniken

  • Unterschiedliche Lerntechniken im Überblick

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: kind beim lernen © Ramona Heim - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: genervte kinder beim lernen © Picture-Factory - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Cute little girl doing homework © Halfpoint - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Langeweile © Klaus Eppele - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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