Gut trainiert in's Schneegestöber: Die optimale Vorbereitung auf den Skiurlaub

Skifahrer mit Helm und Skibrille carvt unter blauem Himmel eine Piste hinunter

Wir zeigen, worauf es beim Training für das Skifahren ankommt - unmittelbar vor der Abfahrt sollte man sich durch ein wenig Gymnastik aufwärmen

  • ,
  • von Paradisi-Redaktion

Wer zum ersten Mal eine Skireise plant, sollte wissen, dass eine gewisse Vorbereitung auf den Skiurlaub sehr zu empfehlen ist. Auch wenn viele Menschen der Ansicht sind, das Hinabfahren der Pisten auf Skiern sei reine Erholung, so werden sie sich spätestens nach ein, zwei Tagen vom Gegenteil überzeugen lassen. Wer gut trainiert seinen Urlaub beginnt, wird mehr Freude daran haben können. Holen Sie sich Tipps für die optimale Vorbereitung auf den Skiurlaub.

Allgemeine Konditionierung

Gerade für Schnee-Unbedarfte ist es besonders wichtig, vor der ersten Ski-Begegnung in Form zu kommen. Körperlich halbwegs fit zu sein, führt nicht nur zu einer besseren Körperbeherrschung, sondern auch zu deutlich mehr Spass.

Um für die Ski-Saison in Form zu kommen, ist einiges an Willen und Disziplin nötig. Versuchen Sie nicht, den Ski-Urlaub selbst zu nutzen, um die schweren Gelenke auf Trab zu bringen. Erfahrungsgemäß würden Sie viel zu schnell ermüden und damit gerade als Anfänger zu Technikfehlern neigen, die in schweren Verletzungen münden können.

  • Falls Sie nicht sehr kurzfristig gebucht haben und es zeitlich noch möglich ist, sollten Sie mehrere Wochen, mindestens einen Monat und im Idealfall zwei Monate, für die Vorbereitung einplanen.

In erster Linie gilt es, in dieser Zeit ein gewisses Maß an Flexibilität, Muskelspannung, Balance-Gefühl und Ausdauer zu erreichen.

Krafttraining

Auf Ski und Snowboard ist es von besonderer Bedeutung, immer die korrekte Haltung beizubehalten, um nicht aus der Balance zu geraten. Kräftige Muskeln verleihen Ihnen die Fähigkeit, dass Sie in der leicht gehockten Grundhaltung locker und entspannt die Piste hinabwedeln können.

Ein gutes Kraftniveau erlaubt es Ihnen auch, schnell und effizient auf plötzliche Hindernisse zu reagieren und die nötige Spannung für einen spontanen Richtungswechsel bei Unebenheiten im Gelände aufzubringen. Da die Bein- und Rumpfmuskulatur die Hauptarbeit beim Skifahren leisten müssen, sollten sich Ihr vorbereitendes Training um Übungen wie

  • Kniebeugen
  • seitliche Ausfallschritte
  • Rumpfaufrichten und
  • Rumpfstützen

zentrieren.

Flexibilität

Neben Muskelkraft ist das der entscheidende Faktor, um das Verletzungsrisiko zu senken. Je beweglicher Sie sind, um so eher verträgen Ihre Sehnen, Bänder und Gelenke Verdrehungen im Grenzbereich, die bei Stürzen fast immer entstehen. Neben den Beinen sollten Sie sich beim Stretching auf die Hüfte und die Schultern konzentrieren. Diese Körperregionen sind besonders verletzungsanfällig.

  • Ausgewählte Yoga-Übungen können übrigens eine perfekte und sehr effiziente Kombination aus Stretching und Krafttraining darstellen.
Junge Frau auf Skipiste hält ihren Skier nach oben in den blauen Himmel
Junge Frau auf Skipiste hält ihren Skier nach oben in den blauen Himmel

Ausdauer

Sie werden wenig Spaß im Winterurlaub haben, wenn Sie sich immer nur für ein paar Minuten auf den Brettern halten können ohne ins Schnaufen und Schwitzen zu geraten.

  • Gehen Sie zwei- bis dreimal in der Woche laufen oder
  • verbringen Sie ein paar Einheiten auf dem Eliptical-Trainer.

Sofern es das Wetter erlaubt, wäre Inline-Skaten das Training der Wahl, um eine solide Ausdauer aufzubauen und gleichzeitig die Technik des Gleitens zu verinnerlichen. Damit haben Sie ihren Körper eine wichtige Grundlage für das Skifahren erarbeitet, ohne je Schnee gebraucht zu haben.

Snowboarder
Ohne vorheriges Kraft- und Ausdauertraining lassen sich keine großen Sprünge wagen

Die Übungen

Warum gerade ungeübte Skifahrer den ersten Winterurlaub nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten, haben wir nun erklärt. Jetzt's geht es um das konkrete Training.

Ski- und Snowboardfahren ist alles andere als ein Kinderspiel. Gerade für Erwachsene, die seit längerer Zeit nicht mehr regelmäßig Sport betrieben haben, kann das in froher Urlaubslaune geplante Aufeinandertreffen mit dem kalten Element schwerwiegende Konsequenzen haben.

Dass Sie sich gezielt auf Ihren Winterurlaub vorbereiten sollten, um nicht Gips und Krücken als Souvenir mit nach Hause zu bringen, wissen Sie seit der Lektüre des ersten Teils. Nun möchten wir Ihnen einie Übungen vorstellen, die Ihre Scheesause zu einer entspannten und spaßigen Zeit werden lassen.

Seitlich Liegendes Beinheben

Legen Sie sich auf eine weiche Unterlage und rollen Sie sich auf die Seite. Das untere Bein winkeln Sie leicht an, um Ihrem Körper in der Position etwas Halt zu geben. Heben Sie nun das obere Bein soweit wie möglich an. Senken Sie es dann zunächst hinter und anschließend vor Ihren Körper herab.

In der Mitte der Bewegung versuchen Sie stets das Bein so weit wie möglich von den Boden wegzubewegen. Wiederholen Sie den Vorgang für jedes Bein mindestens 10-mal und machen Sie davon insgesamt fünf Runden. Diese Übung zielt auf die Abduktoren. Diese Muskeln brauchen Sie, um die Ski seitlich nach außen zu drücken.

Kniebeugen

Die Kniebeuge ist schlichtweg die Königin unter allen Beinübungen, weil sie alle Muskeln Ihres Unterkörpers gleichermaßen stärkt. Stehen Sie aufrecht und nehmen Sie einen schulterbreiten Stand ein. Drehen Sie die Füße leicht nach außen. Gehen Sie nun soweit in die Hocke bis Ihre Oberschenkel mindestens parallel zum Boden sind.

  • Für Kniebeugen gilt: je tiefer, um so effektiver und vor allen Dingen auch schonender fürs Knie.

Achten Sie darauf, während der gesamten Bewegung den Rücken nicht zu runden. Wenn Sie Kniebeugen nicht korrekt ausführen können, weil es Ihnen an der nötigen Flexibilität fehlt, können Sie die Füße etwas breiter positionieren.

An Ihrer Flexibilität sollten Sie trotzdem arbeiten. Wenn Sie Knieschmerzen bei der Beuge verspüren, sollten Sie die Ursache von einem Arzt abklären lassen. Das Skifahren könnte die Probleme sonst verschlimmern. Absolvieren Sie 5 Runden zu je 10-20 Kniebeugen.

Wadenheben

Beim Skifahren müssen Ihre Unterschenkel mit jeder Menge Druck und Schwerkräften klar kommen. Das Wadenheben ist die perfekte Übung, um sie auf die kommende Belastung vorzubereiten.

Stellen Sie sich dafür aufrecht hin. Heben Sie sich nun mit der Kraft Ihrer Waden so an, dass Sie auf den Zehen stehen. Halten Sie diese Position für zwei Sekunden und senken Sie sich dann wieder ab.

Wiederholen Sie das ganze 15-20 mal für drei Runden. Um die Übung intensiver zu gestalten, können Sie sie am Rand einer Treppenstufe oder hohen Türschwelle ausüben, um die Wadenmuskulatur gleichzeitig zu dehnen.

Zehheben

Ähnlich wie die Waden muss auch die Schienbeinmuskulatur einen Großteil der Arbeit beim Skifahren leisten. Sie können diese gezielt trainieren, indem Sie sich ein schwerers Buch oder eine Hantelscheibe auf den Fuß legen und die Zehen nach oben anheben. Ihre Fersen bleiben dabei stets auf dem Boden. Zwei Durchläufe zu 15 Wiederholungen reichen vollkommen.

Skifahrer fährt steilen Hang in Bergen runter, blauer Himmel, Sonnenschein
Skifahrer fährt steilen Hang in Bergen runter, blauer Himmel, Sonnenschein

Seilspringen

Damit der gesamte Körper auch optimal abgefedert wird, eignen sich ganz ideal lockere Sprünge aus dem Stand, zum Beispiel beim Seilspringen. Wer seine Stabilität in unterschiedlichen Haltungen beim Skifahren trainieren will, sollte drei bis vier Minuten lang abwechselnd mit geschlossenen und geöffneten Beinen sowie mit leichten X-Beinen trainieren.

Für Bauch und Rücken

Der Klassiker für Bauch- und Rückenmuskulatur sind Sit-ups. Sie

  • stärken die Rumpfmuskeln
  • schützen vor Stößen und
  • entlasten die Wirbelsäule.

Drei bis fünf Minuten pro Trainingseinheit sollte man also den Sit-ups widmen. Der große Rückenstrecker lässt sich ideal trainieren, wenn man sich mit angewinkelten Beinen auf den Rücken legt. Danach den Po hochdrücken und anspannen und darauf achten, dass der Körper an keiner Stelle durchhängt. Kurz halten. 10 bis 15 Wiederholungen reichen aus.

Für die Körperspannung

Eine anstrengende, aber sehr wirksame Übung für die gesamte Körperspannung nennt sich Unterarmstütz. Zuerst auf den Bauch legen, die Beine gestreckt. Dann die Arme anwinkeln und den Körper anheben. Zehenspitzen und Unterarme berühren den Boden.

Am Anfang reicht es, die Körperspannung etwa zehn Sekunden lang zu halten. Dann sollte man die Übung allerdings öfter wiederholen. Wer auf diese Art einige Wochen vor dem Winterurlaub zu üben beginnt, wird nicht nur fitter auf den Brettern, sondern tut auch Gutes für seinen Körper, lässt den Winterspeck schmelzen und beugt Verletzungen vor.

Vor dem Skifahren Gymnastik nicht vergessen!

Skifahrer mit roter Hose und roten Stöcken bei einer schwungvollen Abfahrt
Mit unseren Tipps machen Sie sich fit für den nächsten Skiurlaub!

Was für eigentlich jede Sportart gilt, das gilt auch für's Skifahren: Starten Sie niemals mit kalten Muskeln und Gelenken in den Sport, sondern wärmen Sie Ihren Körper vorher sanft auf. Entgegen einer vielfach zu hörenden Meinung gelingt dies aber nicht mit einem Pistenschnaps, sondern viel effektiver durch eine sanfte und stimulierende Gymnastik. Ein paar grundlegende Übungen aus der Skigymnastik sind schnell erklärt und einfach umzusetzen.

1. Hüpfen

Wärmen Sie sich erst ein wenig durch Hüpfen auf. Das ist besonders effektiv, wenn Sie dabei bereits die Skistiefel tragen. Wählen Sie für diese Übungen aber einen schneeigen Untergrund; Asphalt würde Ihre Gelenke zu sehr belasten.

Sehr beliebt vor allem bei Kindern sind auch kleine Hüpfspiele, wie zum Beispiel das Herumhüpfen um einen Trainingspartner. Erwachsene freuen sich meist über Slalomhüpfen oder etwas anspruchsvollere Aufgaben.

  • Hüpfen Sie nicht so lange, bis Sie außer Atem oder ins Schwitzen kommen, sondern nur bis Sie das Gefühl haben, Ihr Kreislauf ist nun etwas gefordert.

2. Kniebeugen

Kniebeugen haben wir ja bereits erklärt; lassen sie diese in dem Fall sanft in eine etwas größere Belastung übergehen. Sehr beliebt bei der Skigymnastik ist der simulierte Abfahrtslauf, bei dem die Teilnehmer tief in die Hocke gehen und dort stark federn. Sehr unterhaltsam sind diese Übungen auch, wenn Sie sie durch eine zünftige Musik begleiten lassen können.

3. Armkreisen

Ist die Beinmuskulatur entsprechend aufgewärmt, dann sind Arme, Oberkörper und Rumpf an der Reihe. Durch kräftiges und raumgreifendes Armkreisen sorgen Sie dafür, dass Ihre Finger gut durchbluten.

Dies ist besonders bei sehr niedrigen Temperaturen wichtig, denn gut durchblutete Finger werden nur deutlich langsamer kalt. Schließlich soll es auf der Piste niemanden frieren. Dehnen Sie nun vorsichtig den Schulterbereich, indem Sie die Arme abwechselnd Richtung Himmel strecken.

4. Aufwärmspiele

Lachende Frau in Skimontur mit Skiern auf der Schulter unter blauem Himmel mit Sonne, im Hintergrund
Lachende Frau in Skimontur mit Skiern auf der Schulter unter blauem Himmel mit Sonne, im Hintergrund Berge

Um die Muskulatur am Rumpf aufzuwärmen, müssen Sie sich schon etwas mehr einfallen lassen. Hier bieten sich Spiele an, bei denen imaginäre Gegenstände, wie zum Beispiel die Skistöcke, vom Boden aufgehoben werden müssen.

Auch ein simulierter Schuhplattler unter schwierigen Bedingungen trägt meist sehr zur Erheiterung bei. Dazu sollten Sie aber nur Personen anleiten, die über eine ausgeprägt gute Körperbeherrschung verfügen.

5. Auslockerung

Zum Schluss wird noch die Muskulatur der Arme aufgewärmt, indem man zum Beispiel rhythmische Stockeinsätze simuliert. Diese Übung kann ideal mit Kniebeugen kombiniert werden. Am Schluss der Skigymnastik darf ein Auslockern nicht fehlen.

Präventive Maßnahmen für ein Mehr an Sicherheit auf der Piste

Mit der richtigen Skigymnastik und Ausrüstung Unfälle auf der Piste vermeiden

Frau mit Skiern über der Schulter, im Hintergrund Skipiste, Skigebiet
Portrait of cheerful blond woman at ski resort © goodluz - www.fotolia.de

Jedes Jahr mit dem Beginn der Skisaison steigen zeitgleich die Unfallzahlen mitunter rapide an. Verantwortlich für die Unfälle beim Skifahren sind unter anderem präparierte Pisten, die die Abfahrgeschwindigkeit deutlich erhöhen, die Zunahme von immer mehr Menschen auf den Pisten und den daraus oft resultierenden Kontaktunfällen, sowie eine schlechte Vorbereitung, die Unerfahrenheit von Anfängern und eine weniger gute Skiausrüstung.

Neben verschiedenen Brüchen kommt es zudem sehr oft zu Verletzungen an der Wirbelsäule, so etwa auch an den Bandscheiben. Damit man möglichst solche negativen Auswirkungen des winterlichen Fahrspaßes begrenzen kann, heißt es schon früh mit den Vorbereitungen zum Skifahren zu beginnen.

Worauf kommt es dabei an?

Hierzu zählen das regelmäßige Durchführen von einer aufbauenden Skigymnastik, der Stärkung der Rumpfmuskulatur, sowie die Wahl einer sicheren Skiausrüstung. Laut Expertenempfehlung sollte man gerade bei der Skikleidung darauf achten, dass diese über Rückenprotektoren verfügen, die bei einem Sturz die empfindliche Wirbelsäule schützen können. Abgedeckt werden sollte durch diese Protektoren vor allem das Rückgrat, weshalb ein korrekter Sitz der Kleidung zur Steigerung der Sicherheit unerlässlich ist.

Auch das Tragen eines Helms sollte Pflicht sein. Neue Materialien bergen hier einen hohen Schutz, ohne die Halswirbel zu belasten. Hält man sich dann noch an die Pistenregeln und überschätzt seine eigenen Fahrkünste nicht, steht einem sicheren und gesunden Skivergnügen kaum mehr etwas im Wege.

Die häufigsten Verletzungen beim Skisport - Knie besonders betroffen

Laut Statistik haben sich 49.000 Skifahrer in der Wintersaison 2008/2009 bei Pistenunfällen Verletzungen zugezogen. Erfreulicherweise sind die Zahlen rückläufig, da 55 Prozent aller Skifahrer ab 15 Jahren mittlerweile einen Sturzhelm tragen. Dennoch ziehen sich besonders Ski-Anfänger sehr oft Verletzungen zu, ebenso Fahrer, die es versäumt haben, mit geeigneten Aufwärmübungen ihre Muskeln und Sehnen vor Abfahrt zu dehnen.

Skifahren belastet besonders die Knie. Über 30 Prozent aller Unfälle gehen auf Kosten der Kniegelenke, berichtet die Stiftung Sicherheit im Skisport. Schulter und Oberarme werden ebenfalls oft in Mitleidenschaft gezogen, die Verletzungsquote liegt hier bei rund 29 Prozent. Zu jeweils 10 Prozent verwunden sich die Fahrer bei Unfällen an Hüfte, Oberschenkeln, Füßen, Händen, Unterarmen und Kopf.

Gute Kondition verhindert Ski-Unfälle

Körperlich fit und trainiert zu sein ist laut Medizinern eine gute Vorbeugung gegen Ski-Unfälle

Skifahrer mit roter Hose und roten Stöcken bei einer schwungvollen Abfahrt
skiing © bilderbox - www.fotolia.de

Um Unfälle zu vermeiden, sollten Skifahrer ausreichend Kondition besitzen. Dies rät Anton Wicker von der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie in Salzburg. So endet der Traum von der erfolgreichen Abfahrt häufig im Krankenhaus und das auch weil sich untrainierte Hobby-Sportler direkt vom Schreibtisch auf die Piste begeben und ihre eigene Verfassung und auch ihr Können falsch einschätzen.

Fitness von Skifahrern hat abgenommen

Die meisten Unfälle beim Skifahren geschehen durch Selbstverschulden, erklärte Oberarzt Clemens Hübner. Sein Kollege Wicker ergänzte, dass die Fitness von Skifahrern in den vergangenen Jahren unverkennbar abgenommen habe. Dabei sei es, so der Mediziner, eine gute Vorbeugemaßnahme, körperlich besser trainiert zu sein. Auch für Kinder sei dies empfehlenswert.

Kinder sind nach zwei bis drei Stunden Skifahren müde

Zufrieden zeigten sich die Ärzte damit, dass immer mehr Kinder einen Helm auf der Piste tragen würden. Doch gerade bei dem Nachwuchs sollten Eltern besonders aufpassen, denn Kinder sind bereits nach zwei bis drei Stunden ermüdet. Daher sei es auch nicht verwunderlich, so Günther Schimpl, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie, dass annähernd 60 Prozent aller Unfälle am Nachmittag vorkommen würden.

Passend zum Thema

    Wer in den Skiurlaub startet sollte sich rechtzeitig vorbereiten: Schon vorher Kondition trainieren

    Holzhütte in Winterlandschaft, im Hintergrund Berge
    châlet hiver © philippe Devanne - www.fotolia.de

    Wintersport ist nichts für Untrainierte. Wer also einen Skiurlaub plant, der sollte am besten zwei Monate zuvor sein Training beginnen. Sabine Kind von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie empfiehlt, am besten das ganze Jahr über mit Sport, die Ausdauer entsprechend einzuüben und sich Koordination und Kraft zu erhalten. Das beugt Verletzungsgefahren am Effektivsten vor.

    Langsam anfangen

    Gute Muskulatur und ausreichende Kondition sind für den Wintersport ein unbedingtes Muss. Denn auf der Piste sind die Wetterbedingungen manchmal eine zusätzliche Herausforderung, die körperlichen Einsatz erfordert. Zu Beginn sollte mit kürzeren Einheiten angefangen werden. Steigern kann man sich immer.

    Nach dem ersten Pistentag ist es empfehlenswert eine Pause einzulegen, eventuell einen Faulenzertag in der Saune und so richtig ausschlafen.

    Die richtige Ernährung

    Ein gesundes Frühstück mit Kohlenhydraten ist ein Muss für den Skifahrer. Dazu gehört ein Müsli, Vollkornbrot mit Schinken, Käse, oder auch Marmelade.

    Für den Hunger zwischendurch eignen sich Frucht- und Müsliriegen, oder Bananen. Auch an die Getränke sollten ausreichend gedacht werden. Dafür sind Wasser, oder Tee gut geeignet. Ganz schlecht ist Alkohol, da sich dadurch auch sehr leicht Unfälle ereignen.

    Vor dem Start in die Skisaison: Frauen sollten Skibindung gut einstellen lassen

    Laut dem Deutschen Skiverband (DSV) sollten Skifahrerinnen ganz besonders darauf achten, dass Funktion und Einstellung ihrer Skibindung stimmt. Denn Frauen fahren vorsichtiger. Das führt zu geringerem Tempo, wodurch sich die Skibindung bei einem Sturz nicht sofort löst und es dadurch häufig zu Drehverletzungen am Knie kommt.

    Fahrtechnik und Muskelaufbau wichtig

    Aus diesem Grund sollten Frauen auch auf den Aufbau einer kräftigen Muskulatur achten und sich die richtige Fahrtechnik aneignen. Vor allem Anfängerinnen neigen dazu, sich beim Skifahren nach hinten zu lehnen. Bei X-Beinen besteht die Gefahr, sich einen Riss am vorderen Kreuzband zuzuziehen.

    Schulterverletzungen bei Männern typisch

    Bei Männern sind Schulterverletzungen eine typische Verletzung. Sie sind mit einem höheren Tempo unterwegs, wodurch ein Sturz entsprechende Folgen haben kann. In der letzten Skisaison sind zwar die Krankenhausaufenthalte nach Skiverletzungen gesunken, trotzdem gab es mehr Verletzte als in der Vorsaison, was insbesondere an der Zunahme von Schulter- und Knieverletzungen lag.

    Unfallort Skipiste – welche Verletzungen drohen und wie lassen sie sich vermeiden?

    Vollgeschneite Skischuhe auf Skiern beim Fahren durch tiefen Schnee, im Hintergrund eine Gondel
    ski time © magdal3na - www.fotolia.de

    Der Unfall von Michael Schumacher hat wieder schlagartig bewusst gemacht, wie risikoreich der Wintersport ist. Selbst trainierte Fahrer können sich schwer verletzen. Wer sich und seine Familie schützen möchte, kann aber viele Gefahren vermeiden.

    Die wichtigsten Grundregeln

    Nur ausgewiesene Pisten nutzen und in angemessenem Tempo fahren. Schon Kinder sollten lernen, ihre Geschwindigkeit dem eigenen Können, dem Wetter und der Situation auf der Piste anzupassen. Und für die Erwachsenen gilt, Alkohol erst beim Après Ski genießen.

    Vor dem Start machen Aufwärmübungen die Muskulatur geschmeidig. Auch nach einer längeren Fahrt mit dem Lift, sollten die Muskeln aufgewärmt werden. Dadurch werden auch die Bänder elastischer, so dass sich die häufigsten Verletzungen auf der Skipiste reduzieren lassen, Kreuz- und Seitenbandrisse.

    Längst nicht jeder Skiunfall endet mit einem Beinbruch. Stürze verursachen viel öfter Zerrungen und Prellungen, etwa an der Schulter. Kopfverletzungen sind dagegen selten. Wenn der Fahrer keinen Helm getragen hat, können sie jedoch dramatische Folgen haben.

    Helme und Protektoren

    Kinder sollten deshalb nur mit entsprechenden Protektoren auf die Piste. Neben einem Helm mit EN-Norm 1077 ist bei Skianfängern und Snowboardern ein Rückenprotektor empfehlenswert. Da Sturzopfer sich instinktiv mit dem Händen abstützen, raten Sportmediziner zu Handgelenksprotektoren.

    Achtung, die bei Jugendlichen beliebten Schneesporthelme (EN-Norm 1078) sind weniger sicher als reguläre Skihelme. Eltern sollten beim Kauf deshalb nicht nur auf die richtige Größe sondern auch auf die Norm-Ziffer achten.

    Skiunfälle vermeiden – so schützen Wintersportler sich vor Verletzungen

    Junge Snowboardfahrerin mit Helm und Skibrille
    Young skier © Orange Line Media - www.fotolia.de

    Volle Pisten und schnelle Skier – die Zahl an Skiunfällen steigt von Jahr zu Jahr. Noch nie gab es so viele Zusammenstöße wie in der letzten Saison. Meist bringen die Alpinsportler sich aber durch mangelhafte Ausrüstung, unzureichende Fitness und Selbstüberschätzung selbst zu Fall.

    Dass ein Helm zur Ausstattung gehört, haben mittlerweile viele Skifahrer begriffen. Mehr als die Hälfte aller Wintersportler setzt freiwillig den Kopfschutz auf. Zusätzlich sollte eine Sonnen- oder Schneebrille dabei sein. Nur so behalten Pistenflitzer den Durchblick - bei starkem Sonnenschein ebenso wie bei schlechten Sichtverhältnissen.

    Ein Rückenprotektor reduziert die Verletzungsgefahr an der Wirbelsäule. Tipp: wenn der Protektor in die Jacke oder Weste eingearbeitet ist, trägt er kaum auf. Das weiche Material steht den hartschaligen Protektoren sicherheitstechnisch in nichts nach. Schutz vor Verletzungen der Handgelenke bieten Handschuhe mit integrierten Verstärkungen.

    Ebenfalls wichti ist, vor jeder Saison die Bindung der Skier prüfen lassen. Falls diese verschmutzt oder rostig ist, stimmt die Einstellung nicht mehr. Im Gefahrenfall kann die Bindung sich dann nicht lösen. Oder sie sitzt locker und löst schon beim Fahren aus.

    Die häufigsten Unfallursachen sind jedoch mangelnde Fitness und Selbstüberschätzung. Wer eine Skireise plant, sollte schon zwei Wochen vorher mit Skigymnastik beginnen und auf der Piste ausreichend Pausen einlegen. Statistisch passieren die meisten Unfälle am Nachmittag – wenn Kraft und Konzentration schwinden.

    Die neuen Trends im Wintersport: leichter, sicherer und mehr Komfort

    Skifahrer mit roter Hose und roten Stöcken bei einer schwungvollen Abfahrt
    skiing © bilderbox - www.fotolia.de

    Auf der Sportartikelmesse Ispo haben die Hersteller wieder einmal gezeigt, dass die technische Entwicklung auch im Sport rasant ist. Wer gern mit Ski oder Snowboard unterwegs ist, kann sich auf leichtere und komfortablere Ausrüstung freuen. Neue Helme und Bindungen machen den Wintersport außerdem sicherer.

    Mehr Leichtigkeit im Schnee

    Fangen wir von unten an: Für mehr Leichtigkeit im Schnee setzen die Hersteller auf Skilatten aus Pappelholz, Skispitzen mit Löchern oder gewichtssparender Honigwabenstruktur. Manche Modelle nutzen das High-Tech-Material Graphen, wie man es bereits von Tennisschlägern kennt.

    Aufstieg für Snowboarder wird leichter

    Aus eins mach zwei: Beim Aufstieg auf den Berg sind Snowboarder bisher benachteiligt. Der Trend geht deshalb zu Splitboards, die man bei Bedarf zu zwei Tourenski verwandeln kann. Um vollends flexibel zu sein, bietet Dahu Sports einen Skischuh aus zwei Teilen. Schlüpft der Skifahrer aus der äußeren Hülle, kann er mit dem Innenschuh bequem auf der Straße marschieren.

    Schumachers Unfall sorgt für Nachfrage nach Skihelmen

    Seit dem Unfall von Michael Schumacher ist die Nachfrage nach Skihelmen deutlich gestiegen. Die Hersteller machen den Sportlern das Tragen auch immer angenehmer. K2 stellte auf der Ispo das Modell "Route" vor – ein Leichtgewicht von nur 320 Gramm. Salomon setzt auf "Autocustom Fit", eine Technologie, bei der neuartige Luftkammern eine individuelle Passform ermöglichen.

    War der Artikel hilfreich?

    Fehler im Text gefunden?

    Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

    Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

    Quellenangaben

    • Bildnachweis: the skier © Ilja Masík - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: skiing © bilderbox - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Airborne © Elena Semenova - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Happy winner girl holding ski against the blue sky. © kristian sekulic - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Skier in high mountains © Ilja Masík - www.fotolia.de
    • Bildnachweis: Frau trägt Ski © Jonas Glaubitz - www.fotolia.de

    Autor:

    Andreas Hadel - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

    Weitere Artikel zum Thema