Die Grundausrüstung zum Klettern - vom Sicherheitsgurt bis zum Klettergriff

Sicherheitsgurt, Kletterseil und Helm - diese Dinge gehören zur Grundausrüstung beim Klettern. Je nach Klettervariante benötigt man unterschiedliches Equipment, um in der Halle oder am Fels seine Kletterroute absolvieren zu können. Lesen Sie, welche Bestandteile zur Grundausrüstung eines Kletterers gehören, und wofür diese eingesetzt werden.

Kletterer benötigen zahlreiche Ausrüsrungsgegenstände - wir stellen die verschiedenen Utensilien vor

Vorbereitung in der Halle

Bevor man sich in steile Felswände begibt, sollte man erst ein paar Mal in der Halle üben, um die Bewegungsabläufe kennenzulernen. Draußen im Gelände hat man nämlich meist mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, so dass man nicht viel Zeit hat, um sich auf die Technik zu konzentrieren. Erst wenn die Griffe in Fleisch und Blut übergegangen sind, sollte man sich auch nach draußen wagen.

Für die ersten Versuche in der Halle benötigt man zumindest ein paar spezielle Kletterschuhe. Normale Sportschuhe sind zu groß und zu hart, um Halt auf den Vorsprüngen zu finden. Zusätzlich sind ein Gurt sowie ein Karabinerhaken von Nöten.

Ausrüstung ausleihen

Wer sich nicht sicher ist, ob er auch in Zukunft beim Klettersport bleiben möchte, der kann in der Halle nachfragen, ob es dort Ausrüstung zum Leihen gibt. Viele Sportzentren bieten Schnupperstunden für Anfänger an, bei denen auch das Material gestellt wird. So kann man austesten, ob einem das Klettern überhaupt Spaß macht, bevor man Unmengen von Geld für Ausrüstung ausgibt.

Klettern im Gelände

Mit der Zeit bekommt man immer mehr Übung und kann sich auch einmal raus ins Gelände wagen. Allerdings benötigt man dazu immer einen erfahrenen Kletterpartner, der den Vorstieg übernimmt. Solche "alten Hasen" verfügen meist über alle nötigen Materialien, nach und nach kann man dann beginnen, auf Empfehlung des Kletterpartners eine eigene Sammlung anzulegen.

Erste-Hilfe-Set und Proviant

Beim Klettern im Gelände muss immer auch ein Erste-Hilfe-Set im Rucksack Platz finden. Hierbei darf man sich nicht einfach auf den Kletterpartner verlassen. Auch ausreichend Proviant sollte Teil des Gepäcks sein, denn wer keine ausreichende Energie zum Klettern hat, bringt sich und andere in große Gefahr.

Der Sicherheitsgurt

In der Regel wird sich der Sportler mit einem Seil an der Wand befestigen. Dieses wiederum kann er sich nicht einfach um den Körper binden. Die Schnittstelle zwischen beiden Seiten bildet gewissermaßen der Sicherheitsgurt, den der Kletterer am Leib trägt und an dem er das Seil einhängen kann.

Damit wird zunächst zwei Aspekten gedient:

  1. Ist das Seil stets korrekt montiert, kann der Betroffene in nahezu keiner Situation allzu tief hinabfallen - er wird immer gehalten werden.
  2. Kommt es zu Stürzen, so lastet aber eine erhebliche Wucht auf dem Körper. Diese wird durch den Gurt und die damit gewährleistete Verteilung der Druckstellen auf dem Leib indes etwas angenehmer gestaltet.

Worauf man achten sollte

Je länger die Tour, desto leichter sollte der Gurt sein
Welches Gewicht?

Vor dem Kauf des Gurtes muss der Einsatzzweck für diesen ermittelt werden. Je länger und beschwerlicher sich die Klettertour gestaltet, desto leichter sollte das Material ausfallen. Ein Gewicht zwischen 300 und 400 Gramm pro Gurt ist dabei in der Lage, ebenso sicher wie komfortabel am Körper getragen zu werden.

Etwas anders sieht das bei solchen Modellen aus, die eine Polsterung aufweisen und damit seltener zu Druckstellen führen: Auch sie lassen sich angenehm tragen, doch fällt ihr Gewicht in der Regel deutlich höher aus - was sich gerade bei längeren Touren auch bemerkbar machen dürfte.

Das Kletterseil

Zwei Kletterseile unterschiedlicher Stärke
Zwei Kletterseile unterschiedlicher Stärke

Der Sportler ist oft nur mit einem Seil in der Wand verankert. Doch den dünnen Fasern kommt auch der Aspekt zu, nahezu alle Bestandteile der Gruppe zu sichern: Alle Teilnehmer des Zuges sind zuweilen untereinander mit dem Seil verbunden. Kommt es an einer Stelle zu einem Riss, drohen also schwerwiegende Folgen.

Kam es bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts daher bei der Verwendung von Hanfseilen häufiger zu Unfällen, so lassen sich diese durch den Einsatz moderner Materialien wie dem Polyamid vermeiden.

Allerdings sollte der Sportler vor dem Kauf genau wissen, welches Seil er erwirbt. Von ihnen lassen sich unterschiedliche Ausführungen finden, die jeweils einem eigenen Zweck dienen. Gleiches gilt für die Dicke des Seiles, die auf die auftretenden Lasten ausgelegt sein muss.

Entscheidend ist es daher, sämtliche zu beachtenden Fragen zu klären und lieber das Risiko eines höheren Gewichtes in Kauf zu nehmen, statt am Ende ein Seil erworben zu haben, das nicht allen Kriterien der Sicherheit genügt.

Die Kletterschuhe

Im Idealfalle spürt sie der Sportler nicht an seinen Füßen. Doch wenn die Schuhe

  • sich negativ bemerkbar machen
  • als zu schwer empfunden werden
  • keine Sicherheit bieten oder
  • anderweitig auffallen,

wurde beim Kauf falsch vorgegangen. Egal, ob Stiefel oder herkömmliche Schuhe, ein jeder Interessent sollte sich der Sorgfalt hingeben und einige ausgewählte Paare auf Herz und Nieren prüfen.

Das Tragen auf einer Teststrecke hilft, mögliche Beschwerden aufzuzeigen
Kletterschuhe kaufen

Gute Ausrüster sind dabei mit eigenen Teststrecken ausgestattet, auf denen die unterschiedlichen Belastungen betrachtet werden können. Kommt es hierbei zu Schmerzen oder Blasen, mag das unangenehm sein. Käme es jedoch am Berg dazu, würde eine Vielzahl an Gefahren daraus resultieren.

Die Schuhe sollten so erworben werden, dass sie beim Kauf eng anliegen, aber dennoch nicht zu Beschwerden führen. Durch das Laufen und Klettern können sich die Materialien allerdings unterschiedlich weiten.

Dieses Kriterium muss folglich beachtet werden. Entscheidend ist daneben die Sohle, die rutschige Stellen, lockeres Gestein und ähnliche Gefahrenherde überstehen muss. Für den Käufer empfiehlt es sich daher, dem Preis des Schuhs nur eine geringe Bedeutung beizumessen, dagegen aber dessen Qualität in den Vordergrund zu rücken - denn auch an ihnen hängt das eigene Wohlbefinden.

Der Kletterhelm

Im Gegensatz zum Schuhwerk behandeln viele Sportler den Helm noch immer etwas stiefmütterlich. Das ist allerdings falsch und kann selbst in leichtem Gelände zu schwerwiegenden Folgen führen.

Stürze lassen sich im Regelfall nicht vermeiden. Und selbst auf ebener Erde kann sich immer ein ungünstig liegender Stein im Wege befinden, der tödliche Verletzungen hervorzurufen imstande ist.

Insofern muss der Helm nicht nur bei schweren Herausforderungen vorliegen, sondern sollte bei jedem Einsatz getragen werden. Auch, wenn das nicht immer als komfortabel empfunden wird.

Der Auswahl der Materialien kommt dabei ein wichtiger Stellenwert zu. Gerade minderwertige Gurte und Riemen können schnell unangenehm auf der Haut wirken oder unter Einfluss von Schweiß sogar zu Entzündungen führen. Der Helm an sich muss dabei so gut passen, dass er zwar eng am Kopf anliegt, aber keine Druckstellen oder Schmerzen hervorruft.

Wird der Sitz nicht perfekt gewählt, kann es bei Stürzen zu fatalen Folgen kommen. Sie stellen sich meist dann ein, wenn der Helm vom Kopf rutscht oder sich derart verschiebt, dass er die Stirn oder den Hinterkopf freigibt - und sich dort die Verletzungen einstellen.

Die Abseil- und Sicherungsgeräte

Egal, ob

  • Abseilachter
  • Plates
  • Tuber
  • Halbmastwurfsicherung oder
  • der sogenannte Eddy:

Meist hängt das eigene Wohlbefinden sprichwörtlich an einem dünnen Seil. Ist der Sportler mit ihm befestigt, so müssen derartige Hilfsmaßnahmen vorliegen, um ein ebenso sicheres wie schnelles Vorankommen zu gewährleisten.

Die vorgenannten Geräte erweisen sich als besonders nützlich, um etwa beim Abseilen auch größere Distanzen zu überbrücken, dabei aber nie die Kontrolle über die eigene Sicherheit zu verlieren. Im Regelfall lassen sich diese einfach bedienen und können durch einen simplen Handgriff aktiviert werden.

Mag der Kletterer den Karabiner oder die Plates noch kennen und vermutlich stets bei sich tragen, so kann es je nach Einsatzgebiet und Herausforderung nötig sein, sich auch mit exotischen Sicherungsgeräten zu befassen. Spätestens damit wird das Hobby natürlich auf eine harte Probe gestellt, denn welches Zubehör welchem Zweck dient, muss im Ernstfall routiniert aus dem Gedächtnis abrufbar sein.

Aber so unscheinbar die kleinen Alleskönner auch wirken, so wichtig ist ihre Leistung, wenn es doch einmal zu Unwegsamkeiten kommt - und sie das Seil und damit den Sportler sichern.

Die Klettersteigausrüstung

Sicher am Berg und geschützt vor Witterungseinflüssen
Wichtige Kletterausrüstung

In einigen alpinen Regionen findet der Sportler bereits

  • Haken
  • Stiegen
  • Lifte oder sogar
  • Leitern

in der Wand befestigt. Diese kann er als vorgefertigten Weg benutzen, bietet sich hier doch ein hohes Maß an Sicherheit. Allerdings muss die Ausrüstung diesem Erfordernis angepasst sein. Der Klettergurt sowie der Helm sind also auch hier unabdingbar.

Daneben sollte ein so genanntes Klettersteigset vorliegen, das

  • Karabiner
  • Bremsen und
  • Seile

umfasst. Welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden, hängt aber auch mit dem Schwierigkeitsgrad des Klettersteiges zusammen. Je unwegsamer das Gelände, desto mehr Zubehör ist erforderlich.

Entscheidend ist es daneben, auch auf

  • eine solide Bekleidung sowie
  • den Schutz vor wechselnden Witterungseinflüssen

zu achten. So gehören selbst

zur allgemeinen Klettersteigausrüstung. Worauf genau abzustellen ist, sollte jedoch in einer Beratung durch den Ausrüster erörtert werden. Hier kommt es grundlegend auf die Beschaffenheit des Klettersteiges an und ebenso auf die Frage, welches Zubehör je nach Schwierigkeitsgrad zu wählen ist. Gleich fünf Klassen unterscheiden die Kletterer dabei, die Anforderungen steigen also mit dem Umfeld.

Der Karabiner

Karabinerhaken zur Verbindung von Seilen
Karabinerhaken zur Verbindung von Seilen

Im Regelfall wird der Kletterer ein Seil in der Wand befestigen und sich an diesem hängend vorantasten. Mindestens zwei Schwachstellen können also zu fatalen Folgen führen.

  • Einerseits muss der Haken im Gestein korrekt sitzen,
  • andererseits verbindet erst der Karabiner das Seil mit dem Haken.

Gerade Letztgenannte haben in den vergangenen Jahren einen Wandel durchgemacht: Leichtere Materialien wurden verwendet, die Größen fielen immer kleiner und schlanker aus. Am besten hat sich dabei das Aluminium als Ausgangsstoff erwiesen, dessen Oberfläche jedoch durch eine spezielle Legierung gehärtet werden kann.

Entscheidender ist jedoch die Beschaffenheit des Schnappers, der später das Seil fixiert. Er kann gerade oder gebogen daherkommen sowie als Schraube manuell justierbar sein. Der Kletterer sollte also vor seiner Tour genau ergründen, mit welchem Karabiner er am besten umgehen kann.

Der Haken

Auch der beste Karabiner ist nutzlos, wenn der Kletterer keinen Halt an der Wand findet. Meist wird er sich dabei eines Hakens bedienen, den er in den steinigen Untergrund einlässt.

Je nach Streckenführung kann es dabei natürlich vorkommen, dass sich auch die Hinterlassenschaften vorheriger Sportler hier finden lassen. Allerdings ist es wenig ratsam, sein Seil mit einem Haken zu verbinden, der vielleicht schon vor einigen Jahrzehnten gesetzt wurde.

Im Gegensatz zu früheren Zeiten erweist sich das Hilfsmittel heutzutage deutlich sicherer. So kann das Seil selbst unter erheblichen Bewegungen meist nicht die Öse verlassen. Es lohnt sich also, die Mühen und Kosten in Kauf zu nehmen und eigene Haken in die Wand zu schlagen.

Der Klemmkeil

Nicht immer ist es für den Kletterer indes möglich, einen sichernden Haken zu positionieren. Alternativ dazu bietet sich jedoch der Klemmkeil an. Er kann simpel in einen Felsspalt geschoben werden und verankert sich dort. Zudem ist er mit einem Stahlseil und einer Öse verbunden, in die anschließend unter Verwendung des Karabiners das eigentliche Seil gelegt wird.

Der Umgang mit den Klemmkeilen erweist sich zumeist aber gerade für Anfänger als sehr schwierig. Unterschiedliche Formen wie etwa

  • der Friend
  • der Rock oder
  • der Camalot

können in vielfältigen Größen auftreten. Nicht immer ist klar, welche von ihnen bei der Tour benötigt wird. Der Sportler tut folglich gut daran, über ein kleines Set aus drei bis fünf Keilen zu verfügen und diese bei jeder Wanderung im alpinen Gelände bei sich zu führen.

Die Schlinge

Schlingen in unterschiedlichen Größen
Schlingen in unterschiedlichen Größen

Im Regelfall wird sich der Sportler stets ein kleines Set an Bändern und Schlingen mitnehmen. Sie gestalten sich in der Handhabung sehr einfach, müssen als vorgefertigtes Hilfsmittel also nicht erst bearbeitet werden und können problemlos ihre Verwendung finden. Meist liegt diese in der Verbindung zweier Karabiner zu einem Expressset.

Derlei Schlingen lassen sich in unterschiedlichen Größen finden. Gegenwärtig werden sie beinahe ausschließlich aus modernem Polyethylen gefertigt, weisen folglich eine hohe Sicherung vor Brüchen und Rissen auf. Der Nachteil solcher Bänder liegt demgegenüber in dem geringen Schmelzpunkt der Fasern, der gerade bei ungeschützter Sonneneinstrahlung nicht unterschätzt werden darf.

Schlingen und Bänder lassen sich zudem in vielfältigen Formen finden. Sie können innen hohl sein, ebenso aber gänzlich flach geformt werden. Hierbei kommt es auf den Einsatzzweck an.

Werden gerade Laien mit der Vielfalt noch überfordert sein, so wird ein beratendes Gespräch mit dem Ausrüster die Wichtigkeit dieser kleinen und zumeist unscheinbaren Hilfsmittel erörtern. Hat der Kletterer diese an der Wand erst einmal verwendet, will er auch nicht mehr ohne sie agieren. Gerade die routinierten Handgriffe gelingen mit ihnen einfacher und schneller - das Maß der eigenen Sicherheit steigt.

Die Reepschnur

Nicht nur das Seil muss der Kletterer auf seinen Touren stets griffbereit haben. Auch der Einsatz der so genannten Reepschnur ist in vielen Fällen unablässig. Dabei handelt es sich um ein Seil, das einen relativ dünnen Durchmesser erreicht und eher für kleine Hilfsmaßnahmen eingesetzt wird.

So kann von der Hauptschnur aus ein Ableger geknüpft werden, um den Aufstieg oder das Abseilen sicherer zu gestalten. Im Gegensatz zum eigentlichen Seil ist die Reepschnur aber statisch, kann also keinerlei federnde oder dämpfende Wirkung zeitigen.

Allerdings erfordert die Verwendung der Reepschnur auch einiges Vorwissen. Der Kletterer muss im Umgang mit dem Setzen von Knoten und Schlaufen geübt sein. Zwar ist es ohnehin nicht empfehlenswert, der Schnur umfangreiche Aufgaben der Sicherung zu überlassen.

Aber selbst kleinere Aspekte des Kletterns können Gefahren hervorrufen, wenn dieses Hilfsmittel falsch eingesetzt wird. Gerade an kletterfreien Tagen sollte der Sportler also seine Fähigkeiten beim Binden der Schlingen erproben. Die Nutzung an der Wand erfolgt anschließend möglichst routiniert.

Die Seilrolle

Die Seilrolle ist ein kleines Gerät, das mühelos am Karabiner und Haken befestigt werden kann. Zumeist sind diese aus Metall gefertigt, verfügen in der Regel aber über einen kleinen zusätzlichen Schnurlauf, der - zur höheren Qualität - nicht selten auch aus modernen Kunststoffen hergestellt wird.

Über solche Rollen kann das Seil später wie bei einem Flaschenzug laufen. Die Gründe für die Verwendung sind vielschichtig.

  • Einerseits lässt sich auf diese Weise ein reibungsloser Ablauf der Schnur gewährleisten. Es kommt zu keinen Blockaden oder Kraftverlusten.

  • Andererseits bleibt die Faser der Schnur unbeschädigt, wogegen sie gerade am Karabiner schnell einmal kleine Risse erleidet.

Allerdings wird gerade bei umfangreichen Touren die Vielzahl an Material und Ausrüstungsgegenständen bereits ein hohes Gewicht hervorrufen. Viele Kletterer verzichten daher auf die Seilrolle und die zusätzlichen Belastungen, die damit verbunden sein können.

In solchen Fällen empfiehlt sich der Kauf des so genannten Petzl Ultralégère. Er besteht lediglich aus der Schnurrolle an sich, die am Haken oder dem Karabiner befestigt wird. Das spart Gewicht, lässt aber die Sicherheit von Mensch und Material unberührt. Aspekte also, die nicht zur Nebensache werden dürfen.

Die Steigklemme

Einen ähnlichen Zweck wie die Seilrolle verfolgt die Steigklemme. Sie ist aber mit einer Bremse ausgestattet und erlaubt somit eine Regulierung des Schnurlaufes.

Unter Belastung verschließt sich die Blockade, ohne Belastung bleibt sie geöffnet. Diese Vorgehensweise lässt sich gerade beim Aufstieg verwenden und kann dabei wertvolle Dienste übernehmen.

Mit geübten Handgriffen lässt sich unter Einsatz zweier Steigklemmen zudem eine Art Flaschenzug erstellen, mit dessen Hilfe der Kletterer sich schnell und schonend voranbewegt. Allerdings ist diese Möglichkeit nur geübten Sportlern zu empfehlen, kann es bei Missbrauch der Hilfsmittel doch schnell zu Unfällen kommen.

Um diese zu vermeiden, sollte das Material stets auf kleine Defekte und Beschädigungen überprüft werden. Gerade die Feder, die die Bremse letztendlich betätigt, erweist sich dabei häufiger als Schwachpunkt, kann insofern aber auch problemlos ausgetauscht werden. Selbst diese Tätigkeit sollte aber geübten Kletterern überlassen bleiben.

Gleiches gilt für die Frage, wie viele Klemmen auf einer Tour eingeplant werden oder wann diese zur Verwendung kommen. Es handelt sich hierbei um ein Zubehör, das dem Sportler beim An- und Abstieg diverse Tätigkeiten erleichtern kann - das aber ebenso enorme Gefahren hervorruft, wenn es unsachgemäß eingesetzt wird oder kleinste Defekte aufweist.

Chalk und Chalkbags

Für trockene Hände bei jedem Wetter und Einsatz
Einsatz von Chalk

Nicht immer gestaltet sich der Untergrund für den Kletterer angenehm. So kann es gerade nach einem Regen oder durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit zu rutschigen Stellen kommen. Gleiches gilt, wenn zwar das Gestein trocken ist, aber die Hände aufgrund der Belastung schwitzen.

Der Einsatz von Kreide und magnesiumhaltigem Pulver hat sich daher in den letzten Jahren durchgesetzt, um die eigenen Griffe korrekt zu setzen und sich im Ernstfall selbst an einem oder zwei Fingern an der Wand halten zu können.

Der Chalkbag stellt insofern eine kleine Tasche dar, die am Gurt befestigt wird und die mit dem Magnesiumkarbonat gefüllt ist. An ihr befinden sich zudem kleine Ösen, in die etwa eine Zahnbürste gesteckt werden kann. Natürlich will sich der Kletterer damit in luftigen Höhen nicht die Zähne putzen, vielmehr lassen sich dank ihr die Haken oder Karabiner reinigen, sofern das notwendig ist.

Das Tape

Wer sich auf steinigem Untergrund fortbewegt, riskiert Verletzungen der Haut. Diese können nicht nur schmerzhaft sein, sondern sich relativ schnell auch zu Entzündungen ausweiten. Genau darauf sollte der Kletterer aber verzichten. Als unterstützendes Zubehör kann er allerdings das Tape einsetzen.

Hierbei handelt es sich um ein Magnesiumkarbonat, das ihn an den Fingern und der Hand vor äußeren Einflüssen bewahrt und einen sicheren Griff ermöglicht. Darüber hinaus wird das Tape oft ebenso an

verwendet. Auf diese Weise sollen die Belastungen des Kletterns abgemildert werden, um den Bewegungsapparat nur geringfügig zu beeinträchtigen.

Die Klettergriffe

Starke Unterarme helfen für einen festen Klettergriff
Starke Unterarme helfen für einen festen Klettergriff

Befindet sich der Sportler in der Wand, so hat er nicht immer das Glück, sich an Felsvorsprüngen oder der Struktur des Steins festhalten zu können. Gerade steile Hänge erweisen sich daher schnell als unpassierbar.

Um sie trotzdem zu bezwingen, empfiehlt sich der Einsatz der Klettergriffe. Sie können in den Untergrund gebohrt werden und bieten dem Kletterer die Möglichkeit, sich fortzubewegen.

Allerdings gestaltet sich die Verwendung unter schwierigen Bedingungen oftmals sehr anspruchsvoll, weswegen die Griffe in der Regel an Übungswänden genutzt werden. An ihnen kann der Sportler auch den korrekten Griff an denkbar schlechten Gegebenheiten üben und somit die Fertigkeiten seiner Hände sowie die Kraft der Unterarme trainieren.

Quellen:

  • Pit Schubert: Alpine Seiltechnik für Anfänger und Fortgeschrittene, Bergverlag Rother, 2000, ISBN 3763360832
  • Garth Hattingh: Klettern, Delius Klasing, 2002, ISBN 3768813282
  • Irmgard Braun und Gerd Heidorn: Klettern - aber sicher!: Basiswissen zum Sportklettern und Bouldern. Erfolgreich zum DAV-Kletterschein, Südwest-Verlag, 2006, ISBN 3517069752
  • Georg Sojer: Klettern alpin: Von der Kletterhalle in die Natur - Physische und psychische Vorraussetzungen - Kletter-, Seil- und Sicherungstechnik - Tourenplanung, Bruckmann, 2005, ISBN 3765441554
  • Tony Lourens: Klettern. Vom Einsteiger zum Könner, Delius Klasing Verlag, 2007, ISBN 3768818594
  • Olaf Perwitzschky: Klettern: Alles über Ausrüstung, Technik. Training und Sicherheit, BLV Buchverlag, 2007, ISBN 3835402382
  • Guido Köstermeyer: Klettertechnik. Sicher und effektiv klettern., BoD GmbH, Norderstedt, 2002, ISBN 3831146896
  • Carles Albesa und Pere Lloveras: Klettertraining, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 2001, ISBN 340516110X
  • Arno Ilgner: Outdoor Praxis Mentaltraining für Kletterer: Rock Warriors Way, Bruckmann, 2010, ISBN 3765452300
  • Wolfgang Pohl, Christof Schellhammer und Georg Sojer: Seil- und Sicherungstechnik: Das Praxisbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene, Bruckmann, 2008, ISBN 3765447420
  • Michael Hoffmann: Sportklettern, Panico-Alpinverlag, 2008, ISBN 3926807881
  • Frank Schweinheim und Jürgen Schmied: Sportklettern: Das Praxisbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene, Bruckmann, 2006, ISBN 3765445428

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