10. Januar 2009
Von K. Schumann
Viele Frauen mit proportional zu großen Brüsten setzen ihre Hoffnungen in eine Brustverkleinerung (auch Mammareduktionsplastik) und versprechen sich davon eine höhere Lebensqualität. Doch auch eine Brustverkleinerung sollte wie jeder operative Eingriff gut überlegt sein.
Ist die Oberweite im Verhältnis zum Rest des Körpers bzw. zum Körpergewicht zu groß, kann dies bei den Betroffenen zu enormen Belastungen sowohl körperlicher als auch psychischer Art führen. Das hohe Gewicht der großen Brüste kann Verspannungen im Schulter- Nackenbereich sowie Rückenschmerzen oder sogar Haltungsschäden nach sich ziehen. Die körperliche Betätigung ist oft eingeschränkt, so dass Sport nur unter erschwerten Bedingungen oder im Extremfall gar nicht möglich ist.
Doch die körperlichen Beschwerden sind nur ein Aspekt. Hinzu kommt die hohe psychische Belastung. Jeder BH- und T-Shirt-Kauf wird zur Tortur. Oft sind schöne Kleidungsstücke nicht in der entsprechenden Größe vorhanden. Die Betroffenen empfinden ihre Brüste als zu groß und oft auch hängend, so dass sie sich selbst unattraktiv finden.
Das Ziel einer Brustverkleinerung ist, das Volumen der Brüste zu verringern. Eine Indikation aus gesundheitlichen Gründen besteht, wenn pro Brust mindestens 500g Gewebe entfernt werden. Vor der Operation wird die Brust exakt vermessen und die spätere Form mit dem Patienten abgesprochen.
Die Operation erfolgt unter Vollnarkose und dauert zwei bis drei Stunden. Je nach Operateur wird die Brustverkleinerung mit verschiedenen Schnitttechniken durchgeführt. Oft erfolgt im Zuge der Brustverkleinerung eine Bruststraffung (Mastopexie). Nach der Operation muss die Patientin sich einige Wochen schonen und einen Spezial-BH tragen.
Wie jeder operative Eingriff birgt auch die Brustverkleinerung Risiken und Nebenwirkungen. So treten in den ersten Wochen nach der Operation häufig Schmerzen oder Gewebsspannungen auf. Dauerhaft kann es zu Sensibilitätsstörungen oder zur Beeinträchtigung der Stillfähigkeit kommen. Im seltenen Fällen kann die Brustwarze absterben. Doch natürlich verbessert sich die Lebensqualität der Betroffenen enorm, weshalb diese die oben genannten Risiken gern in Kauf nehmen.
Eine Brustverkleinerung kostet um die 5.000 Euro. Ist die Operation medizinisch notwendig sollten die Krankenkassen die Kosten des Eingriffs eigentlich übernehmen. Doch in Zeiten leerer Kassen verweisen sie immer häufiger auf Gewichtsreduktion oder Krankengymnastik, um die Beschwerden in den Griff zu kriegen. Betroffene sollten sich deshalb frühzeitig an ihre Krankenkasse wenden, um eine eventuelle Kostenübernahme zu klären.
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