9. Dezember 2009
Eine gebräunte Haut gilt in der modernen Zeit als Schönheitsideal und steht für Attraktivität und Fitness. Doch das war nicht immer so.
Wer heutzutage schön sein will und zugleich gesund und vital wirken soll, muss nach dem gängigen Schönheitsideal eine gebräunte Haut vorweisen. Doch in früheren Zeiten war es genau andersherum. So galt seit dem Mittelalter eine edle Blässe als Schönheitsideal. Zudem war eine blasse Haut auch ein Statussymbol, durch das sich die Adligen vom gemeinen, arbeitenden Volk abgrenzten. In der vermeintlich guten alten Zeit musste sich die arbeitende Bevölkerung oftmals auf den Feldern oder bei anderen Betätigungen im Freien abschuften, wodurch es leicht zu einer gebräunten Haut kam. Der Adel hingegen befasste sich nicht so gerne mit körperlicher Arbeit und hatte dies zumeist auch nicht nötig. Daher blieben die Reichen und Adligen blass, während das gemeine Volk meist über eine gebräunte Haut verfügte. So war also eine blasse Haut ein Anzeichen für Macht und Reichtum. Im Gegensatz zu heute versuchte man sogar mit speziellen Mitteln möglichst blass zu bleiben.
Dies änderte sich erst im 20. Jahrhundert. Ein wahrer Boom zu gebräunter Haut setzte vor allem in den 60er Jahren ein, als auch die Reichen und Schönen das Mittelmeer für ihre Urlaubsreisen entdeckten. Seitdem gilt eine gebräunte Haut als attraktiv und so versucht man mit den unterschiedlichsten Mitteln, wie zum Beispiel einem Solarium mit künstlicher UV-Quelle oder Bräunungsbeschleunigern, möglichst rasch zu einer gebräunten Haut zu kommen, um attraktiv zu sein. Doch dies hat auch seine Schattenseiten, was sich in zunehmenden Fällen von Hautkrebs oder Tanorexie (Bräunungssucht) zeigt. Zuviel Bräune ist also auch nicht gesund. So kann eine vornehme Blässe durchaus ihre Vorteile haben, denn die Haut bleibt dadurch unbeeinträchtigt. Zudem altert sie langsamer, wodurch auch weniger Falten oder Altersflecken entstehen. In der heutigen schnelllebigen Zeit ist es sogar durchaus möglich, dass es erneut zu einem anderen Schönheitsideal kommt und eines Tages wieder ein Trend zur mittelalterlichen edlen Blässe einsetzt, wofür es bereits einige Anzeichen gibt. Denn seit einigen Jahren ist die Nachfrage zu Sonnenstudios eher rückläufig, was auf ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein zurückgeführt wird. Dabei gilt zunehmend das Motto: Lieber blass und gesund als gebräunt und krank. Ganz auf die Sonne sollte man aber trotz allem nicht verzichten. Wie so oft im Leben, ist das richtige Maß entscheidend.
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