10. Juli 2009
Von Viola Reinhardt
Das Streben und Suchen nach dem Sinn des Lebens hat oft eine Antwort: Glück soll es sein, der Sinn des Lebens. Nur die Frage ist: Was ist Glück, wo kommt es her und wo finde ich es? Kann ich Glück erzwingen oder erkämpfen? Oder ist Glück etwas ganz anderes?
Was ist Glück? Ist Glück ein Lottogewinn oder beruflicher Erfolg? Ist es Gesundheit oder eine funktionierende Beziehung? Oder ist es etwas ganz anderes? Es gibt einen Unterschied zwischen "Glück haben" und "glücklich sein". Wer Glück hat, dem geht es meist gut im Leben, ihm fallen die Dinge in den Schoß: der Erfolg, die Gesundheit, die Beziehung. Aber auch diese Menschen sind nicht immer glücklich.
Wer glücklich ist, muss nicht zwangsläufig reich sein oder erfolgreich. Sehr viele sehr arme Menschen sind glücklich. Weil sie zu schätzen wissen, was sie haben, weil sie sich an den kleinen Dingen erfreuen. Weil sie zufrieden sind mit dem, was sie haben. Ist Glück also gleichzusetzen mit Bescheidenheit?
Zum Glücklichsein gehört mehr als nur die Zufriedenheit mit dem eigenen Dasein. Wirkliche Glücksgefühle wird nur haben, wer zum einen in sich selbst ruht, also mit sich im Reinen ist und zum anderen an dieser Zufriedenheit aktiv arbeitet. Diese aktive Arbeit kann man beispielsweise mit Yoga unterstützen. Yoga verbessert nicht nur die Beweglichkeit und trainiert so die Muskeln. Yoga kann viel mehr.
Heutzutage hat auch die Schulmedizin längst die umfassende Wirkung von Yoga für den gesamten Kreislauf, den Stoffwechsel und die Psyche anerkannt. Es ist bekannt, dass bestimmte Atemtechniken helfen können, Schmerzen zu lindern und dass Yoga insgesamt dazu verhilft, sich wohl und geborgen zu fühlen. Fortgeschrittene können mit Yoga nicht nur ihren Körper sondern auch ihre Emotionen und Gedanken beeinflussen. Großer Stress, psychische Anspannungen oder Trauer lassen sich mit Yoga "in Fluss" bringen und können so abgebaut werden. Das Ergebnis ist: Glück.
Doch dieses Glück erreicht nur, wer akzeptieren kann, dass "unglücklich sein" ebenso zum Leben gehört wie Glücksgefühle. Viele Menschen mit chronischen Schmerzen, psychosomatischen Leiden oder gar Depressionen können von Yoga profitieren. Weil es sie lehrt, ihr Leiden anzunehmen, ohne es hinzunehmen. Weil es sie lehrt, dagegen anzugehen, ohne sich selbst nicht leiden zu können. Weil Yoga sie wieder in einen inneren Gleichklang bringt und so für echte Glücksgefühle sorgen kann.
Yoga, als eine der ältesten bekannten Entspannungs- und Körperübungen, kann bei genauerer Betrachtung tatsächlich zu einer veränderten Einstellung im Denken und Handeln führen. Das geht zwar nicht von gleich auf jetzt, aber mit einer fachkundigen Anleitung, regelmäßigem Üben und das damit verbundene Beschäftigen mit sich selbst und dem eigenen Tun, wirkt dann wirklich als Glücksfaktor im Leben.
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