8. Januar 2009
(sra) In Deutschland werden jedes Jahr rund 7.000 Kinder wegen Verbrennungen stationär behandelt. Kleinkinder verbrühen sich meist an heißen Flüssigkeiten, während die Größeren sich durch Flammen verletzen. Die Erste Hilfe bei Verbrennungen jeglicher Art ist zunächst gleich: Kühlen ist das Gebot der Stunde. Doch gerade bei Kindern wird oft zu lange oder zu intensiv gekühlt. "Auch darin liegen Gefahren", weiß Klaus Afflerbach, Experte für Haushaltsunfälle vom Deutschen Grünen Kreuz e. V. in Marburg.

Die Brandwunde am besten unter den Wasserhahn halten und mit kaltem Wasser längere Zeit kühlen
Das Kühlen von thermischen Verletzungen soll Schmerzen lindern, der Histaminausschüttung entgegenwirken und damit Schwellungen vermeiden. Am besten ist es, die geschädigte Haut mindestens 20 Minuten unter einen Wasserhahn mit etwa 15 bis 20 Grad Celsius kaltem Wasser zu halten.
Bei Brandsalben gibt es Hitzestau
"Eiswasser und Kühlbeutel kühlen meist viel zu stark", meint Afflerbach. Durch starkes Kühlen ziehen sich die Blutgefäße zusammen. "Es kann dadurch zu zusätzlicher Gewebszerstörung kommen", erläutert der Marburger Fachmann. Das stört die Wundheilung. Hausmittel wie Butter, Puder, Fett und Zahnpasta, aber auch Brandsalben sollten nicht auf die Wunden aufgetragen werden. Dadurch wird die Hitze festgehalten oder sie müssen unter Schmerzen wieder entfernt werden. Außerdem: Niemals Brandblasen öffnen.
Kinder haben eine dünnere Haut als Erwachsene. Verbrennungen führen deshalb zu sehr tiefen Verletzungen, obwohl die sichtbare Fläche nicht sehr groß sein muss. Gleichartige Verletzungen bei Kindern sind daher meist schwerer als bei Erwachsenen.
Nach dem Kühlen beginnt meist das eigentliche Problem der Behandlung. Wie tief ist die Verletzung? Wie groß ist das Infektionsrisiko? Welche Schmerzmittel werden benötigt? Gerade bei Kindern ist der Grad der Verletzung häufig schwer einzuschätzen, weil sie oft – bedingt durch den Schreck – nicht angemessen reagieren. Wenn Sie unsicher sind, gehen Sie zum Arzt.
Generell sollten Verbrennungen oder Verbrühungen zweiten Grades, also Rötungen der Haut mit Blasenbildung, die größer als eine Handfläche des Kindes sind, vom Arzt behandelt werden. Je jünger das Kind, um so dringender ist der Arztbesuch.
Leichte bis mittelschwere Verbrennungen lindert man am Effektivsten dadurch, dass man die verbrannte Stelle so nah es auszuhalten ist, am Best...
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