24. November 2008
Von K. Schumann
Zu einer Unterkühlung (Hypothermie) kommt es wenn die körpereigenen Schutzmechanismen gegen Kälte wie Muskelzittern zur Wärmeproduktion oder eine Engstellung der Gefäße, um Wärmeverlust zu vermeiden, nicht mehr greifen.

Unterkühlungen können auftreten bei Bewusstlosen, im Wasser, bei starkem Wind, unter Alkoholeinwirkung oder bei alten Menschen. Besonders Säuglinge und kleine Kinder sind gefährdet, da sie noch nicht aktiv Wärme produzieren können.
Kommt es zu einem Absinken der Körperkerntemperatur unter den Normwert von ungefähr 36,5°C verlangsamt der Körper den Stoffwechsel. Der Herzschlag verlangsamt sich und das Schmerzempfinden nimmt ab.
Die Unterkühlung ist in drei Stadien gegliedert. In Stadium I (Körpertemperatur 37-34°C) kommt es zu Muskelzittern und Schmerzen. Der Patient ist bei Bewusstsein, seine Haut ist blass und kalt. Liegt die Körpertemperatur bei 34-30°C wird der Patient schläfrig und teilnahmslos. Er hat keine Schmerzen mehr. Die Haut wird bläulich und Puls sowie Blutdruck sind verlangsamt. Bei einer Körpertemperatur unter 30°C ist der Puls nicht mehr tastbar. Sinkt die Temperatur unter 27°C spricht man vom Scheintod. Es sind keine Reflexe mehr vorhanden, die Pupillen sind lichtstarr. Es kann zum Kältetod durch Herzstillstand kommen.
Eine schnelle Reaktion bei Unterkühlungen kann Leben retten. Rufen Sie den Notarzt und kontrollieren sie regelmäßig Bewusstsein, Atmung und Puls. Verhindern Sie unbedingt einen weiteren Wärmeverlust. Falls Atmung oder Puls aussetzen, beginnen sie sofort mit einer Atemspende oder Herz-Kreislauf-Wiederbelebungsmaßnahmen. Entfernen sie nasse Kleidung und wickeln Sie den Betroffenen wenn möglich in warme Decken.
Bei einer Körpertemperatur über 32°C können Sie auch warme Getränke verabreichen. Eine aktive Wiedererwärmung zum Beispiel durch Wärmeflaschen oder ähnlichem sollte vermieden werden, da es zu Komplikationen wie Herzflimmern kommen kann.
Bewegen Sie wenn möglich nicht die Extremitäten und massieren Sie auch niemals die Haut des Betroffenen. Kaltes Blut aus den Gliedmaßen und der Haut könnte in die Körpermitte gelangen und dort die Temperatur weiter absenken.
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