Haushaltsunfälle, Arbeitsunfälle, Verkehrsunfälle und Co. - Unfallarten im Überblick

Angeschaltete Herdplatte, darauf liegt Teddy

Zu einem Unfall kann es z.B. im Haushalt, beim Sport, im Straßenverkehr oder während der Arbeit kommen

Bei einem Unfall handelt es sich um ein plötzlich auftretendes Schadensereignis. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Unfallarten. Die meisten Unfälle ereignen sich ausgerechnet dort, wo sich die Menschen am sichersten fühlen: In den eigenen vier Wänden. Besonders betroffen sind Kinder und ältere Menschen.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Von einem Unfall ist die Rede, wenn es plötzlich und unerwartet zu einem von außen einwirkenden Schadensereignis kommt. Der Schaden kann dabei sowohl bei Gegenständen als auch bei Menschen auftreten. In erster Linie werden jedoch unter Unfällen eher Körperschäden als Sachschäden verstanden.

Mögliche Verletzungen und Risikogruppen

Unfälle sind in Deutschland leider keine Seltenheit. So kommt es hierzulande nach Angaben der BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) pro Tag zu mehr als 20.000 Unfällen mit Verletzungen. Vor allem in den eigenen vier Wänden ist die Unfallgefahr groß.

Zu den erlittenen Verletzungen gehören in erster Linie

aber auch Knochenfrakturen und Vergiftungen. Besonders stark betroffen von Unfällen sind ältere Menschen sowie Frauen und Kinder. Bei etwa 80 Prozent aller Verunglückten handelt es sich um Menschen über 65 Jahre.

Nach Unfall können lockere Zähne mit Hilfe einer speziellen Schiene wieder anwachsen

Rechts Zahnarzt mit Mundspiegel und Kürette, links Helferin mit Sauger
dental attendance © nyul - www.fotolia.de

Nach einem Unfall, beispielsweise beim Fußballspielen oder Fahrradfahren, passiert es häufig, dass sich dann ein Zahn lockert. In diesem Fall heißt es sofort zum Zahnarzt, denn der kann mit Hilfe einer speziellen Schiene aus Titan versuchen, dass der Zahn nach einiger Zeit vollkommen wieder anwächst.

Beim betroffenen Patienten werden durch diese Schiene, die man fast nicht sieht der gelockerte Zahn an den Nachbarzähnen befestigt und so fixiert, dass er auch anwachsen kann. Wie lange dies dauert hängt von der Schwere der Verletzung ab, so kann es eine Woche aber in anderen Fällen auch vier Wochen dauern. Nach der Zeit ist es gut möglich, dass der Zahn erhalten bleibt. Der Patient muss aber während dieser Zeit auf besondere Mund- und Zahnpflege achten und harte Speisen meiden.

Nach Unfall abgebrochene Zähne in H-Milch einlegen

Sofort zum Zahnarzt - einen abgebrochenen Zahn kann man auch einfach im Mund behalten

Junge Frau mit schmerzverzerrtem Gesicht hält sich beide Hände an Wange, Zahnschmerzen
Young Woman With Toothache © Martin Allinger - www.fotolia.de

Wenn man sich einen Zahn beziehungsweise ein Stück davon abbricht, sollte man die Teile in jedem Fall suchen und damit dann schnellstmöglich zum Zahnarzt gehen. Es ist sehr viel leichter möglich, einen Zahn wieder einzusetzen beziehungsweise die fehlende Ecke anzukleben, als allgemein gedacht.

Der Zahn darf nicht austrocknen

Dabei sollten jedoch einige Dinge beachtet werden: "Wichtig ist, dass man die Stücke oder ausgeschlagenen Zähne weder reinigt noch austrocknen lässt", erklärt Dietmar Oesterreich, Zahnarzt und Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Wenn möglich, solle man den Zahn in H-Milch einlegen. Eben so gut könne man das Stück Zahn aber auch im Mund behalten.

Der schnelle Gang zum Arzt ist auch dann wichtig, wenn nur ein kleiner Teil des Zahns abgesplittert ist. Nur so kann gewährleistet werden, dass im Zahn keine weiteren, unsichtbaren Schäden entstanden sind. "Mit Hilfe der Untersuchung und gegebenenfalls mit Röntgenbildern kann der Zahnarzt weitere Schäden zum Beispiel an der Zahnwurzel ausschließen. Das sollte auf jeden Fall abgeklärt werden", so Oesterreich.

Zahnrettung durch Replantation - wie man ausgebrochene Zähne wieder einpflanzen kann

Wer einen Zahn bei einem Unfall verliert, sollte wissen, wie dieser am besten aufbewahrt wird

Zähne eines Kindes mit fehlendem Schneidezahn im Unterkiefer
Missing Tooth Smile © Rocio23320 - www.fotolia.de

Man spielt leidenschaftlich Fußball oder Hockey, liebt es mit dem Rad durch die Natur zu fahren, oder auf den Ski-Pisten zu sein. Bei all diesen Sportarten kann es leider auch einmal zu einem Zusammenprallen und Stürzen kommen. Es ist die Alptraumvorstellung vieler, aber dabei kann man auch einen Zahn verlieren.

Sollte Ihnen dies einmal passieren, ist ruhig Blut gefragt. Wer geistesgegenwärtig die richtigen Sofortmaßnahmen ergreift, kann in vielen Fällen den verlorenen Zahn noch retten.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Replantation

Die Zahnmedizin ist inzwischen so weit, dass oft eine sogenannte Replantation möglich ist. Durch eine Replantation kann ein ausgebrochener Zahn wieder eingesetzt werden. Damit der Zahnarzt diese Wiedereinpflanzung durchführen kann, müssen Sie vor Ort aber einiges beachten.

Besonders wichtig ist der Zeitfaktor. Je länger der Zahn aus dem Mund heraus ist, desto schwieriger wird es. Auch wie der Zahn bis zur Replantation gelagert wird, ist wichtig. Die Wurzelhaut des Zahnes stirbt nach etwa 30 Minuten ab, wenn sie nicht feucht gehalten wird.

Allerdings nützt Wasser allein da wenig. Besser ist eine Schüssel mit einer Kochsalzlösung. Darin bleibt die Wurzelhaut etwa drei Stunden vital. Ungewöhnlich aber noch besser ist eine Schale Milch. Die Nährstoffe in der Milch können dafür sorgen, dass der Zahn auch noch nach sechs Stunden eingepflanzt werden kann.

Inzwischen gibt es auch Zahnrettungsboxen. Ihr Material erlaubt eine Aufbewahrung für bis zu 25 Stunden. Zahnärzte legen Sportvereinen nahe, wenigstens eine Box für den Notfall zu haben, um ihren Mitgliedern bei Unfällen effektiv helfen zu können.

Unfallarten

Unfälle lassen sich in verschiedene Arten einteilen. So spricht man zum Beispiel von einem Arbeitsunfall, wenn es bei der Ausübung der Berufstätigkeit zu einem Unfallereignis kommt. Um einen Haushaltsunfall handelt es sich, wenn der Unfall in den heimischen vier Wänden passiert, während ein Straßenverkehrsunfall, wie ein Autounfall, im Rahmen des Straßenverkehrs geschieht. Weitere häufige Unfallarten sind

  • Badeunfälle
  • Flugunfälle
  • Gefahrgutunfälle und
  • Sportunfälle.

Im Folgenden gehen wir genauer auf die möglichen Ursachen, Ausprägungen und Folgen unterschiedlicher Unfallarten ein.

Haushaltsunfälle - Häufige Unfälle im Haushalt

Das alte Sprichwort, das besagt, dass die meisten Unfälle zu Hause passieren, trifft zweifellos zu. So gibt es mittlerweile mehr Tote durch Unfälle im Haushalt als im Straßenverkehr.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kommt es Jahr für Jahr zu mehr als 5 Millionen Unfällen in den eigenen vier Wänden. Die meisten davon gehen zwar glimpflich aus, doch oft genug enden sie auch mit tragischen Folgen. So sterben mittlerweile mehr Menschen an Haushaltsunfällen als an Unfällen im Straßenverkehr.

Der Haushaltsunfall in den eigenen vier Wänden geschieht beim Ausüben von ganz alltäglichen Dingen wie zum Beispiel

Als Hauptursache von Haushaltsunfällen gilt Leichtsinn. So werden aus Bequemlichkeit nicht selten simple Vorsichtsmaßnahmen außer Acht gelassen. Häufig überschätzen die Betroffenen schlicht und einfach ihre Fähigkeiten oder gehen falsch mit bestimmten Werkzeugen um.

Die Palette an Verletzungen reicht von leichten Blessuren wie

  • Prellungen
  • Schnittwunden und
  • stumpfen Verletzungen bis hin zu
  • schweren Stürzen
  • Vergiftungen
  • Verbrennungen
  • Verätzungen und
  • tödlichen Stromunfällen.

Verbrühungen, Elektrounfälle und Vergiftungen

Die häufigsten Opfer von Haushaltsunfällen sind Kinder und ältere Menschen über 65 Jahren. Vor allem kindliche Neugier, Unkenntnis, Hast oder Übermut hat oftmals gefährliche Situationen zur Folge. So kann bei kleinen Kindern schon ein Wasserkocher, an dem sie ziehen, zu schlimmen Verbrühungen führen.

Auch Elektrounfälle passieren immer wieder, wenn Kinder mit schlecht isolierten elektronischen Geräten oder nicht gesicherten Steckdosen spielen. Eine weitere häufige Gefahrenquelle für Kinder bilden frei herumliegende Medikamente, Chemikalien und Reinigungsmittel, da kleine Kinder gerne alles Mögliche in den Mund stecken. So können schon Rückstände auf den Verschlusskappen von Reinigungsmitteln eine leichte Vergiftung hervorrufen.

Verbrühung als häufiger Haushaltsunfall
Verbrühung als häufiger Haushaltsunfall

Stürze

Als Unfallursache Nummer 1 im Haushalt gelten Stürze. Vor allem beim Saubermachen von Schränken kann rasch ein Sturz von der Leiter oder von einem Stuhl passieren, wenn man das Gleichgewicht verliert. Sturzunfälle machen sogar 80 Prozent aller tödlichen Haushaltsunfälle aus.

Um einen schweren Sturz zu vermeiden, wird empfohlen, nur eine stabile Leiter zu verwenden, die einen festen Halt hat und auf ebenen Boden steht. Wichtig ist zudem, die Leiter mit festem Schuhwerk zu besteigen und auf wagemutige Turnübungen zu verzichten.

Aber auch Stürze von der Treppe stellen keinen Seltenheit dar, wovon vor allem ältere Menschen betroffen sind. Neben Prellungen, Gehirnerschütterungen und Knochenbrüchen hat ein Sturz von der Treppe mitunter sogar tödliche Folgen.

Um Treppenstürzen entgegenzuwirken, sollten die Treppen mit Geländern und Handläufern gesichert werden. Überaus wichtig ist zudem eine gute Beleuchtung.

Treppenkanten, die schlecht zu sehen sind, kann man mit einer Markierung versehen. Durch das Anbringen von Gummistreifen oder Teppichmatten lässt sich zudem die Gefahr, auf der Treppe auszurutschen, reduzieren. Auch in der Wohnung selbst empfiehlt es sich, Stolperfallen wie zum Beispiel Kabel aus dem Weg zu räumen.

Schnittwunden und Verbrennungen

Schnittwunden als häufiger Haushaltsunfall
Schnittwunden als häufiger Haushaltsunfall

Ebenfalls zu den häufigsten Unfällen im Haushalt zählen Schnittwunden. Diese kann man sich leicht beim Schneiden von Fleisch oder Gemüse, beim Öffnen einer Dose oder beim Aufsammeln von Scherben zuziehen.

Auch beim Abwaschen läuft man Gefahr, sich an einem Messer zu verletzen, wenn man dieses im schäumenden Wasser übersieht. Eine weitere Verletzungsquelle ist der Herd, der besonders für Kinder gefährlich werden kann, wenn diese nach heißen Herdplatten oder Töpfen greifen.

Dieser Gefahr lässt sich jedoch durch das Anbringen eines speziellen Schutzgitters entgegenwirken. Beachtet man ein paar wichtige Regeln und greift auf sichernde Hilfsmittel zurück, lassen sich Unfälle in den eigenen vier Wänden vermeiden.

Toilette als Penis-Falle – mehr Verletzungen durch zuschnappende Klodeckel

Ansicht von oben: Toilettenschüssel mit hochgeklapptem Sitz und Deckel
Toilettenschüssel © Alterfalter - www.fotolia.de

Wenn der Klodeckel zuschnappt – eine amerikanische Studie legt offen, was hinter verschlossenen Türen passiert: immer mehr Männer ziehen sich auf dem stillen Örtchen Penisverletzungen zu. Innerhalb der letzten acht Jahre brauchten in den USA mehr als 13.000 Toilettenopfer medizinische Hilfe.

Am häufigsten sind Quetschungen durch ungeschicktes Herunterrutschen von der Toilette. Vor allem Toiletten-Anfänger im Alter bis fünf Jahren müssen das richtige Urinieren hier schmerzhaft lernen. Bei den Stürzen vom WC sind aber auch viele Erwachsene beteiligt.

Durch Übergewicht oder abrupte Bewegungen reißen sie den Toilettensitz aus der Verankerung – und klemmen ihr bestes Stück zwischen Sitz und WC-Rand ein. Neben Quetschungen können solche Unfälle auch zu Frakturen und Verletzungen der Harnröhre kommen. Wenn das Malheur passiert ist, sollte "Mann" deshalb einen Arzt aufsuchen. Unbehandelt kann die Läsion zu Impotenz und dauerhaften Problemen beim Urinieren führen.

Selbstaufblasende Luftmatratze explodiert und hebt Hausdach an

Am vergangenen Samstagabend ist es im rheinland-pfälzischen Ramstein aufgrund eines explodierenden Luftbettes zu einem Schaden von rund 70.000 Euro gekommen. Mit Hilfe des eingebauten Kompressors wollte eine 23-Jährige in ihrer Dachgeschosswohnung die Luftmatratze aufpumpen, woraufhin sich dieser jedoch nicht automatisch abschaltete und ein enormer Überdruck entstand.

Kurze Zeit später hielt das Material der aus Kunststoff bestehenden Luftmatratze dem Druck nicht mehr stand und explodierte. Die ausgelöste Druckwelle war nach Angaben der Polizei derart heftig, dass Wände einrissen, die Fenster barsten und sich sogar das komplette Hausdach etwas anhob. Wie durch ein Wunder trug die Bewohnerin nur leichte Verbrennungen im Kopfbereich davon.

Arbeitsunfälle - Häufige Unfälle während der Arbeit

Ein Arbeitsunfall wird auch als Betriebsunfall oder Berufsunfall bezeichnet. Um einen Arbeitsunfall handelt es sich, wenn ein Versicherter im Rahmen eines Arbeits-, Ausbildungs- oder Dienstverhältnisses einen Unfall erleidet, der zu gesundheitlichen Schäden oder sogar zum Tod führt.

Unter den Begriff "Arbeitsunfall" fallen sowohl sämtliche innerbetrieblichen als auch außerbetrieblichen Berufsunfälle. Dabei kann es sich um Tätigkeiten in Verwaltung und Produktion oder um Dienstwege und Montagen handeln. Aber auch Wegeunfälle, also Unfälle beim Hinweg zur Arbeitsstelle oder auf dem Rückweg nach Hause, gelten als Arbeitsunfälle.

Damit ein Arbeitsunfall auch entsprechend eingestuft wird, muss eine versicherte Tätigkeit bestehen. Außerdem darf der Unfall nicht absichtlich verursacht worden sein.

Jahr für Jahr geschehen auf der Welt ca. 270 Millionen Arbeitsunfälle. Durch Betriebsunfälle oder berufsbedingte Erkrankungen sterben pro Jahr rund 2,2 Millionen Menschen.

Auch in Deutschland passieren jährlich 1 bis 2 Millionen Arbeitsunfälle, von denen mehrere hundert mit tödlichen Folgen enden. In den meisten Fällen ließen sich diese Unfälle vermeiden.

Wegeunfall

Als Wegeunfall bezeichnet man einen Unfall, der auf dem Weg zum Arbeitsplatz oder auf dem Heimweg nach Hause passiert. Er fällt unter die Kategorie Arbeitsunfall, wenn sich der Unglücksfall auf dem direkten Weg zur Arbeit oder auf dem Nachhauseweg ereignet.

Kommt es jedoch zu einem Umweg oder zu einer Unterbrechung des Weges, gilt dies in der Regel nicht mehr als Wegeunfall und steht nicht mehr unter dem Schutz der Sozialversicherung.

Besonders oft treten Arbeitsunfälle an Montagen auf. Allerdings verlaufen die Unfälle an diesem Wochentag weniger schwer. So geschehen die schwersten Arbeitsunfälle vor allem an Samstagen. Es gibt verschiedene Risikofaktoren für Arbeitsunfälle. Zu den häufigsten gehören:

SRS-Unfälle

Zu den häufigsten Arbeitsunfällen zählen die so genannten SRS-Unfälle. Mit der Abkürzung SRS sind Stolpern, Rutschen und Stürzen gemeint. Mit einem Anteil von rund 25 Prozent bilden sie nach Angaben von Berufsgenossenschaften bereits seit Jahren den Löwenanteil bei Arbeitsunfällen.

Hauptursachen für SRS-Unfälle sind vor allem Stolperfallen wie lockere Bodenbelege, hochstehende Teppichkanten oder nasse Fußböden. Als besonders gefährlich gelten Stürze von einem Baugerüst oder in eine Baugrube, da sie tödlich enden können.

Um Stürze im Büro zu verhindern, empfehlen Sicherheitsingenieure des TÜV nasse Fußböden zu meiden, nasse Schuhe auszutauschen und verschüttete Flüssigkeit umgehend aufzuwischen. Stürze auf glatten Treppenstufen lassen sich durch das Aufkleben von speziellen Fliesen vermeiden. Bei Bodenbelägen wie Fliesen oder Laminat ist es wichtig, auf den Rutschhemmungsgrad zu achten.

Falsches Bedienen von Werkzeugen und Maschinen

Ebenfalls weit verbreitet sind Arbeitsunfälle durch die unsachgemäße Bedienung von Handmaschinen oder Werkzeugen. So kommt es vor allem bei vermeintlich leichten Arbeitstätigkeiten wie Hämmern, Schneiden oder Bohren immer wieder zu Unfällen mit schlimmen Verletzungen.

Zu den klassischen Verletzungen zählt dabei das Abrutschen einer Messerklinge. Daher sollte ein Messer beim Arbeiten niemals in Richtung des Körpers gehalten werden.

Missachtung von Sicherheitsvorschriften

Eine große Anzahl aller tödlichen Arbeitsunfälle passiert nach Angaben der BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin), weil Sicherheitsvorschriften missachtet oder der Einsatz von Arbeitsmitteln unsachgemäß oder unbefugt erfolgt. Teilweise werden die Sicherheitsvorschriften sogar mutwillig missachtet, wenn beispielsweise laufende Maschinen gewartet oder Schutzeinrichtungen abgeschaltet werden.

Experten raten Arbeitgebern, ihre Angestellten beim Arbeitsschutz besser zu schulen und ihnen die Folgen ihres Verhaltens deutlich klarzumachen.

Falsches Bedienen von Maschinen und Werkzeugen sowie fehlende Schutzbekleidung können schwere Folgen
Falsches Bedienen von Maschinen und Werkzeugen sowie fehlende Schutzbekleidung können schwere Folgen haben

Mangel an Erfahrung

Zahlreiche Arbeitsunfälle sind die Folge von mangelnder Erfahrung. So ist der Anteil an jungen Menschen unter 25 Jahren, die in Arbeitsunfälle verwickelt sind, etwa doppelt so hoch wie bei älteren Arbeitnehmern. Neben Unerfahrenheit spielt bei diesen Unfällen oft auch jugendlicher Leichtsinn eine Rolle.

Doch auch bei Zeitarbeitern ist das Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, relativ hoch, da auch ihnen die Vertrautheit mit dem Arbeitsplatz fehlt.

Höheres Lebensalter

Nicht nur bei jungen Menschen ist die Gefahr, dass es zu einem Arbeitsunfall kommt, groß, sondern auch bei älteren Arbeitnehmern. Als besonders gefährdet gelten Personen ab 55 Jahren, was darauf zurückgeführt wird, dass sich mit der Zeit bei ihnen Nachlässigkeiten einschleichen. So besteht bei vielen älteren Arbeitnehmern ein geringeres Gefahrenbewusstsein.

Experten empfehlen daher Arbeitgebern, nicht nur jüngere Arbeitnehmer in Sachen Arbeitsschutz zu schulen, sondern auch die routinierten Mitarbeiter, wobei man deren Erfahrungsschatz nutzen sollte.

Unfall bei betrieblichen Feiern sind mit versichert

Hinweise zur Versicherungssituation bei Unfällen während einer Betriebsfeier

Freunde feiern verkleidet eine Mottoparty
Eher abgefahrene Party mit Verkleidung © Kzenon - www.fotolia.de

Wenn jemand bei einer betrieblichen Feier, wozu auch die vergangenen Weihnachtsfeiern gehören, einen Unfall erleidet, so ist er dagegen in der Regel auch versichert, denn diese Feiern gehören zum Arbeitsleben. So kann dies als Arbeitsunfall bei der zuständigen Unfallkasse gemeldet werden, wie das Berliner Sozialgericht in einem aktuellen Fall entschieden hat.

Bei der Feier ist es aber wichtig, wer diese organisiert hat, so gilt dann die Teilnahme auch als Arbeitszeit. Bei dem Fall trafen sich auf Einladung der Teamleiterin eines Job-Centers von den gesamten 20 Mitarbeitern auch 17 in einem Bowling-Center, doch die Leiterin fehlte plötzlich. Nach dem Bowling stolperte eine der Kolleginnen auf dem Weg ins Restaurant und brach sich ein Bein, so dass sie monatelang fehlte und auch zur Kur kam.

In Sachen Organisation, Teilnahme und Einladungen

Die zuständige Unfallkasse wollte aber die anstehenden Kosten nicht übernehmen, denn sie hielt dies für eine private Feier unter Kollegen. Doch das Sozialgericht gab der Frau Recht, denn auch Unfälle bei Betriebsfeiern oder Ausflügen sind versichert.

Entscheidend sei lediglich die Tatsache, dass diese Feiern oder Ausflüge vom Chef gebilligt oder gefördert werden und er auch selber daran teilnehmen will, auch wenn bei dem Fall eine Verhinderung an der Teilnahme vorlag. Auch muss bei größeren Betrieben eine ganze Abteilung, beziehungsweise bei kleinen Betrieben die gesamte Belegschaft zu einer solchen Feier eingeladen werden.

Wie allerdings die Rechtslage aussieht, wenn beispielsweise Alkohol im Spiel ist, ist eine andere Sache.

Nach Dienstunfall Folgeschäden? Sofort dem Arbeitgeber melden

Wer nach einem Dienstunfall längerfristig an seiner Gesundheit geschädigt ist, sollte dies seinem Arbeitgeber umgehend melden. Denn nur, wenn die Folgeschäden innerhalb einer Zwei-Jahres-Frist gemeldet werden, haben Arbeitnehmer Anspruch auf Unfallfürsorge.

Anderes gilt nur, wenn die Folgeschäden erst nach Ablauf von diesen zwei Jahren erkennbar sind. Dann kann der Anspruch auf Unfallfürsorge auch nach Ablauf der Frist bestehen.

Berufsgenossenschaft muss bei Unfällen zu Hause zahlen – wenn sie betrieblich begründet sind

Wer zu Hause arbeitet, kann zwischendurch auch manche private Dinge erledigen. Das ist ein Vorteil. Bei Unfällen gibt es jedoch häufig Streit mit der Versicherung. In einem solchen Rechtsstreit hat das Sozialgericht Heilbronn nun entschieden, dass alle aus betrieblichen Gründen gemachten Wege über die Berufsgenossenschaft versichert sind.

Im konkreten Fall betrieb ein Unternehmer im Erdgeschoss seines Hauses eine Kfz-Werkstatt. Im ersten Stock lag das Büro. Als er nach Arbeitsende mit der Geschäftspost in sein Büro hinaufgehen wollte, zog er sich auf der Treppe komplizierte Brüche zu. Die Berufsgenossenschaft wollte nicht zahlen. Ihr Argument: Die betriebliche Tätigkeit sei bereits beendet gewesen. Daher habe der Mann keinen Anspruch auf Zahlungen.

Das Gericht mochte dieser Argumentation nicht folgen. Der Weg ins Büro sei aus betrieblichen Gründen erfolgt, der Sturz müsse deshalb als Arbeitsunfall gewertet werden.

Die Berufsgenossenschaft warnt: Der Arbeitsweg wird in der kalten Jahreszeit wieder gefährlicher

Parkweg am See im Herbst, Morgennebel
tiefurter park im herbst © Weimar - www.fotolia.de

Die schönen Sommertage sind nun definitiv vorbei und seit der Zeitumstellung wird es auch am Abend beträchtlich früh dunkel. Gerade in dieser Zeit ereignen sich vermehrt Unfälle und das sowohl unter den Autofahrern, als auch bei jenen die zu Fuß oder mit den Öffentlichen unterwegs sind.

Stürze und Verkehrsunfälle wieder häufiger

Die Berufsgenossenschaft nutzt daher derzeit die Medien, um die Menschen eindringlich auf dies Gefahren hinzuweisen. Durch frühe Dunkelheit kann man schnell Stürzen oder mit dem Auto einen Unfall haben. Auch auf den so vertrauten Wegen zur Arbeitsstelle und zurück ist daher viel Aufmerksamkeit angesagt. Im Herbst sorgen nasse Blätter auch schnell für eine unfreiwillige Rutschpartie und im Winter machen Schnee und Eis den Weg schwierig.

Licht am Fahrzeug testen und reflektierende Kleidung tragen

Um diese Gefahrenquellen, am Boden liegende Gegenstände oder vom Wind transportierten Müll zu sehen, ist es wichtig, auf ausreichend Licht zu achten. Autofahrer sollten daher frühzeitig testen, ob an ihrem Wagen alle Lichter einwandfrei funktionieren.

Fußgänger tun sich selbst einen Gefallen, wenn sie auf helle Kleidung oder am besten reflektierende Flächen achten. Diese müssen ja nicht an der Kleidung für den Tag sein, sondern an der Tasche oder an einer Mütze, die auf Arbeit schnell abgesetzt ist. Mit einer Taschenlampe zur Arbeit zu gehen, ist für Fußgänger oft keine Option, aber man könnte beispielsweise darauf achten, den Arbeitsweg so zu legen, dass möglichst viele Laternen oder Läden mit Beleuchtung am Wegesrand stehen.

Um Unfälle auch direkt auf Arbeit zu vermeiden, rät die Berufsgenossenschaft auch allen Arbeitgebern dazu, ihre Räumlichkeiten auf ausreichend Licht hin zu testen. Nicht nur Treppenhäuser, sondern auch Flure müssen gut beleuchtet sein, damit bei Feierabend jeder unfallfrei die Ausgangstür erreicht.

Berufsgenossenschaft zahlt nicht für Unfall beim Geldabheben

Richter Hammer auf Gesetzesbuch
Gavel and law book isolated on white background. Shallow DOF © Rafa Irusta - www.fotolia.de

Das Sozialgericht Osnabrück hat klargestellt, dass Geldabheben nicht zur Arbeit gehört. Wer auf dem Weg zum Job noch schnell am Bankautomaten stoppt, hat beim Unfall keinen Anspruch auf Zahlungen von der Berufsgenossenschaft.

Geldabheben ist eigenwirtschaftliche Tätigkeit

Im konkreten Fall war ein Berufskraftfahrer morgens vor der Bank von einem PKW angefahren worden. Er erlitt eine Trümmerfraktur im Unterschenkel, die ihn für lange Zeit arbeitsunfähig machte. Die Berufsgenossenschaft erkannte das Geschehen jedoch nicht als Arbeitsunfall an, denn das Geldabheben sei eine eigenwirtschaftliche Tätigkeit.

Dagegen klagte der Mann. In seiner Firma seien Kraftfahrer verpflichtet, immer ausreichend Bargeld bei sich zu tragen, um Ausgaben wie Toilettennutzung, Verpflegung oder kleinere Reparaturen zu bezahlen. Die Auslagen würden erst später vom Chef erstattet.

Vor Gericht konnte der Arbeitgeber jedoch nicht bestätigen, dass seine Mitarbeiter verpflichtet seien, Bargeld dabeizuhaben. Außerdem hatte der Kläger schon vor dem Besuch beim Geldautomaten 70 Euro in der Tasche. Die Richter konnten deshalb keinen beruflichen Zusammenhang des Unfalls erkennen. Folglich muss die gesetzliche Unfallversicherung nicht zahlen.

Unfall auf dem Arbeitsweg – viele Kosten lassen sich steuerlich absetzen

Verkehrsunfall mit Unfallwagen, kurz nach Crash, silberner Ford und Renault, auf Straße
PKW Unfall © Daniel Bujack - www.fotolia.de

Ein Autounfall ereignet sich schnell. Zum Ärger kommt meist noch ein finanzieller Schaden, denn die Versicherung zahlt längst nicht alle Rechnungen. Die Unfallkosten auf beruflich bedingten Fahrten können Steuerpflichtige sich aber teilweise vom Staat ersetzen lassen - als Werbungskosten.

Unfallkosten von der Steuer absetzen

Wer die Schuld am Unfall trägt, interessiert das Finanzamt dabei nicht. Der Fahrer sollte allerdings nachweisen können, dass er beruflich unterwegs war, als es krachte. Bei Unfällen auf direktem Weg zur Firma, zur Zweitwohnung am Arbeitsort, oder bei Kundenbesuchen ist das unstrittig. Private Umwege, etwa zum Arzt oder Supermarkt, werden vom Fiskus dagegen nicht anerkannt. Auch Fahrten unter Alkoholeinfluss oder absichtlich verursachte Unfälle finden beim Finanzamt keine Gnade.

Schäden, die durch grobe Fahrlässigkeit verursacht sind, werden jedoch genauso berücksichtigt wie Unfälle ohne eigene Schuld. Und zwar umfassend, denn neben der Werkstattrechnung lassen sich Krankheitskosten, Schadenersatz sowie Gebühren für Anwalt und Mietwagen steuerlich geltend machen. Sieht der Versicherungsvertrag eine Eigenbeteiligung vor, kann man auch diesen Betrag angeben.

Nicht immer ist es Ratsam die Versicherung in Anspruch zu nehmen

Im Zweifel sollten Versicherte jedoch nachrechnen. Oft ist es finanziell attraktiver, die Versicherung nicht in Anspruch zu nehmen, sondern kleinere Schäden an Fremdfahrzeugen aus eigener Tasche zu zahlen. Die Rechnung lässt sich absetzen – ein höherer Versicherungsbeitrag nicht.

Alkoholbedingter Sturz bei beruflicher Tagung ist ein Arbeitsunfall

Pflaster über Kreuz aufeinander gelegt, weißer Hintergrund
pflaster 2 © emmi - www.fotolia.de

Wer bei einer beruflichen Tagung betrunken zu Fall kommt, erleidet einen Arbeitsunfall. Das hat das Sozialgericht Heilbronn (Az.: S 6 U 1404/13 K.) entschieden. So zählt auch die Strecke in das eigene Hotelzimmer noch zum Arbeitsweg und fällt damit unter den Versicherungsschutz.

Schwerer Sturz auf dem Weg zum Hotelzimmer

Im aktuellen Fall hatte sich ein 58 Jahre alter Betriebsrat eines internationalen Konzerns aus Stuttgart bei einer dreitägigen Tagung in einem Hotel mit anderen Teilnehmern noch zu einem geselligen Beisammensein verabredet - nach dem offiziellen Teil. Dort wurde auch Alkohol konsumiert. Auf dem Weg in sein Zimmer stürzte der 58-Jährige um 1.00 Uhr in der Nacht und blieb fast drei Stunden im Treppenhaus liegen. Dabei hatte er fast zwei Promille Alkohol im Blut.

Alkoholkonsum auf einem Arbeitstreffen gehören dazu

Bei dem Unfall zog sich der Mann Kopf- und Lungenverletzungen zu, an denen er noch heute leidet. Das Sozialgericht wertete die abendliche Versammlung als Arbeitstreffen, da hier dienstliche Belange besprochen worden seien. Der Alkoholgenuss sei bei solchen Treffen nicht ungewöhnlich und habe daher keinen Einfluss auf die Wertung als Arbeitstreffen.

Bei beruflichen Tagungen sei keine Abgrenzung zwischen privatem und dienstlichem Teil möglich, entschieden die Richter. Zudem gebe es bei Fußgängern keine feste Promillegrenze.

Arbeitnehmer erhalten für Unfall während der Rufbereitschaft Schadensersatz vom Arbeitgeber

Verkehrsunfall mit Unfallwagen, kurz nach Crash, silberner Ford und Renault, auf Straße
PKW Unfall © Daniel Bujack - www.fotolia.de

Bei zahlreichen Berufen sind Arbeitnehmer neben ihrer Tätigkeit am eigentlichen Arbeitsplatz auch zu einer Rufbereitschaft verpflichtet. Kommt es bei diesem Dienst zu einem Verkehrsunfall mit dem Privatwagen, muss der Arbeitgeber Schadensersatz leisten. Das gilt jedenfalls dann, wenn der Einsatz des Fahrzeugs notwendig war. Dies hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz (Az.: 6 SA 559/12) entschieden.

Behandelter Fall

Im vorliegenden Fall hatte ein Fernmeldetechniker Rufbereitschaft. Auf der Rückfahrt von seinem Einsatzort prallte er mit seinem Auto bei glatter Fahrbahn gegen eine Betonwand. Seine Vollkaskoversicherung ersetzte den Schaden – bis auf die Selbstbeteiligung in Höhe von 500 Euro. Diesen Betrag forderte der Mann nun von seinem Arbeitgeber, der eine Zahlung jedoch ablehnte. Der Angestellte sei für die Fahrt zur Dienststelle selbst verantwortlich.

Das LAG entschied jedoch für den Fernmeldetechniker. Wer Rufbereitschaft hat, müsse sich bei Bedarf so schnell wie möglich auf den Weg zu seiner Arbeitsstelle machen. Der Gebrauch eines Privatautos sei dabei nichts Ungewöhnliches. Komme es dabei zu einem Unfall, sei das das Risiko des Arbeitgebers.

Unfall auf dem Weg zum Vereinsturnier - auch Nichtmitglieder sind versichert

Auch Nichtmitglieder haben laut des Oberlandesgerichts Anspruch auf Entschädigung

Nahaufnahme Autohaube mit Frontschaden
frontschaden © Thomas Weißenfels - www.fotolia.de

Fährt eine Oma ihre Enkelin zum Fußballturnier, hat sie bei einem Unfall Anspruch auf Entschädigung. Wie das Oberlandesgericht Celle entschied, muss die Sportversicherung des Vereins auch für Nichtmitglieder zahlen.

Der Anspruch auf Entschädigung besteht allerdings nur für materielle Schäden. Schmerzensgeld für die verletzten Nichtmitglieder gibt es nicht.

Wofür die Sportversicherung aufkommt

Im verhandelten Fall hatte die Großmutter auf dem Weg zum Hallenturnier ihrer Enkelin einen schweren Autounfall. Während das Mädchen nur leicht verletzt wurde, erlitt die Oma ein Schädel-Hirn-Trauma, Platzwunden und mehrere Brüche.

Für diese Schäden muss die Sportversicherung des Clubs aber nicht aufkommen. Lediglich der materielle Schaden am Auto ist zu ersetzen.

Straßenverkehrsunfälle - Häufige Unfälle im Straßenverkehr wie Autounfälle und Motorradunfälle

Von einem Straßenverkehrsunfall spricht man, wenn es zu einem Schadensereignis zwischen Verkehrsteilnehmern auf öffentlichen Straßen, Plätzen oder Wegen kommt. Zu den häufigsten Verkehrsunfällen zählen Autounfälle und Motorradunfälle. Aber auch Unfälle von Fahrradfahrern oder Fußgängern sind keine Seltenheit.

Ursachen

Zu Straßenverkehrsunfällen kann es aus den verschiedensten Gründen kommen. Laut Statistik gehören vor allem

  • zu hohe Geschwindigkeit
  • ein zu geringer Sicherheitsabstand zwischen Fahrzeugen
  • Alkoholeinfluss
  • riskante Überholmanöver
  • falsche Straßenbenutzung
  • Fehlverhalten gegenüber Fußgängern
  • Missachtung der Vorfahrt sowie
  • Unachtsamkeit bei Fahrmanövern wie Wenden, Abbiegen oder Rückwärtsfahren

zu den häufigsten Unfallursachen. Vor allem Unachtsamkeit führt immer wieder zu Verkehrsunfällen. So sind viele Autofahrer abgelenkt, weil sie

  • sich mit dem Beifahrer unterhalten
  • das Radio bedienen, oder
  • sich mit dem Navigationsgerät bzw. dem Handy befassen.

Letzteres kommt vor allem bei jüngeren Autofahrern häufig vor.

Verschiedene Unfalltypen

Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland über 2 Millionen Verkehrsunfälle, von denen mehrere tausend sogar tödlich enden. Hinzu kommen zehntausende von Schwerverletzen sowie hunderttausende Leichtverletzte.

Allgemein werden Verkehrsunfälle in verschiedene Unfalltypen unterteilt. Dazu gehören Alleinunfälle oder Fahrunfälle, bei denen es sich um Unfälle handelt, in die nur ein Teilnehmer verwickelt ist, und die durch technische Mängel oder individuelle Fehler entstehen. Von einem Unfall im Richtungsverkehr spricht man, wenn es zwischen zwei Verkehrsteilnehmern, die sich in die gleiche Fahrrichtung bewegen, zu einem Zusammenstoß kommt.

So genannte Auffahrunfälle entstehen beispielsweise im Herbst, wenn es zu vermehrtem Herbstlauf auf den Straßen kommt. Die Bremswege können sehr lang werden und häufig schätzt man die Kurven nicht richtig ein.

Es ist daher sehr wichtig, einen besonders großen Sicherheitsabstand zum Fahrzeug vor sich zu halten und die Geschwindigkeit entsprechend zu verringern. Weiterhin sind saubere Scheiben und einwandfrei funktionierende Scheibenwischer sehr wichtig, um bei Nebel und Nieselregen nicht die Sicht zu verlieren.

Unter Unfällen im Begegnungsverkehr versteht man Unfälle mit entgegenkommenden Verkehrsteilnehmern wie

  • Einbiegeunfälle
  • Abbiegeunfälle
  • Überschreitungsunfälle
  • Kreuzungsunfälle oder
  • Unfälle im Längsverkehr.

Diese drei Unfalltypen machen rund zwei Drittel sämtlicher Verkehrsunfälle aus. Zu den sonstigen Unfällen rechnet man Unfälle

  • mit Fußgängern
  • mit Verkehrshindernissen oder
  • bei ruhendem Verkehr.
Motorrad- und Fahrradunfälle

Doch nicht nur Autofahrer sind immer wieder von Unfällen im Straßenverkehr betroffen, sondern auch Motorradfahrer und Fahrradfahrer. Die meisten Motorradunfälle ereignen sich in den Monaten April und Mai, was auf den übermütigen Saisonstart vieler Hobbybiker zurückgeführt wird.

So passieren zahlreiche Unfälle mit dem Motorrad aus Selbstüberschätzung. Aber auch technische Mängel spielen eine erhebliche Rolle.

Während für Motorradfahrer Helmpflicht gilt, ist dies bei Fahrradfahrern jedoch nicht der Fall, obwohl die Verletzungsrisiken bei ihnen ähnlich groß sind. So besteht bei einem Fahrradunfall ohne Helm die Gefahr von erheblichen Schädelverletzungen. Aus diesem Grund sollte beim Fahrradfahren stets ein Helm getragen werden.

Beim Fahrradunfall ist es von Bedeutung dass ein Fahrradhelm getragen wurde
Beim Fahrradunfall ist es von Bedeutung dass ein Fahrradhelm getragen wurde

Bei einem Unfall nicht vor Ankunft der Polizei den Ort verlassen, sonst kein Schadensersatz

Zurücklassen des Autos sowie der Fahrzeugpapiere reicht nicht aus

Verkehrsunfall mit Unfallwagen, kurz nach Crash, silberner Ford und Renault, auf Straße
PKW Unfall © Daniel Bujack - www.fotolia.de

Wer bei einem Unfall vor dem Eintreffen der Polizei den Unfallort verlässt, hat keinen Anspruch auf Schadenersatz, wobei es auch keine Rolle spielt, ob er das Auto und die Papiere vor Ort lässt, wie das OLG in Saarbrücken entschieden hat.

Bei dem vorliegenden Fall hatte ein Autofahrer nachts die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und ist gegen eine Mauer eines Anwesens gefahren. Aber danach hat er den Unfallort, ohne auf das Eintreffen der Polizei zu warten, verlassen, ließ aber sein Auto und die Fahrzeugpapiere zurück. Seine Kaskoversicherung aber bezahlte den entstandenen Schaden nicht, worauf der Fahrer dagegen klagte und sagte, er sei unter Schock gewesen, weshalb er den Unfallort verlassen hatte.

Aber die Klage wurde abgelehnt, weil der Fahrer durch das vorzeitige Verlassen des Unfallortes die Aufklärung verhindert habe und so die Versicherung nicht für den Schaden aufkommen muss, denn der Unfallfahrer hätte auch unter Alkoholeinfluss stehen können, was aber durch das Verlassen der Unfallstelle nicht mehr festzustellen war.

Titanic und Lusitania - Wie verhalten sich Menschen bei Unglücken?

Menschenmassen und Todesangst - nur das eigene Überleben zählt bei wenigen Minuten Zeit

Luftschiff, Zeppelin über dem Meer, darunter Schiff
Zeppelin und Ozeandampfer © Michael Rosskothen - www.fotolia.de

Im Jahre 1912 versank das weltberühmte Passagierschiff Titanic nach der Kollision mit einem Eisberg im Nordatlantik. Nur drei Jahre später wurde im Zuge des Ersten Weltkriegs das britische Schiff Lusitania von einem deutschen U-Boot versenkt. In beiden Fällen starben jeweils über 1.500 Menschen.

Wissenschaftler an der Universität Zürich verglichen nun diese beiden Fälle, die in die Geschichte der Seefahrt eingingen, auf Gemeinsamkeiten. Ziel der Untersuchung war es, das Verhalten von Menschen im Katastrophenfall zu erheben. Als besonders bedeutend ergab sich der Faktor Zeit.

Panik macht das Befolgen von Befehlen schwierig

Denn während die Titanic über knapp drei Stunden hinweg sank, war die Lusitania schon nach 18 Minuten unter der Meeresoberfläche verschwunden. Obwohl die Kapitäne beider Schiffe den Befehl gegeben hatten, Schwächere zuerst zu retten, befanden sich unter den Überlebenden der Titanic deutlich mehr Frauen und Kinder als unter den Überlebenden der Lusitania.

Offensichtlich war bei der Lusitania durch das schnelle Sinken die blanke Panik ausgebrochen, so dass nur noch das eigene Überleben zählte. Auf der Titanic war hingegen mehr Zeit, um das Ereignis zu reflektieren.

Schaulustige werden in Deutschland allmählich zu einem echten Problem

Bei Unfällen wird lieber zugeschaut als geholfen

Verkehrsunfall mit Unfallwagen, kurz nach Crash, silberner Ford und Renault, auf Straße
PKW Unfall © Daniel Bujack - www.fotolia.de

Immer wieder sind sie bei schweren Unfällen oder Rettungseinsätzen ganz vorne mit dabei. Die Rede ist nicht etwa von den Rettungassistenten, der Polizei oder der Feuerwehr, es geht um die Menschen, die eigentlich überhaupt nicht am Geschehen beteiligt sind, aber unbedingt wissen wollen, was da gerade passiert ist: die Schaulustigen oder, abwertender bezeichnet, die Gaffer.

Gaffen statt helfen

Viele Rettungsärzte und Polizisten beklagen sich über die Leute, die im Weg stehen, anstatt zu helfen, oder einfach weiterzugehen, um die Helfer dort vernünftig ihre Arbeit machen zu lassen und gefährden dabei sogar Menschenleben. Nicht selten stehen die Schaulustigen dabei so gedrängt um den Ort des Geschehens, das für Rettungswagen und Helfer kaum ein Durchkommen ist.

Gefahr auf Autobahnen

Gerade auf Autobahnen kommt noch hinzu, das durch das Gaffen noch mehr Menschen gefährdet werden können. Hat sich auf einer Autobahn ein Unfall ereignet, bremsen vorbeifahrende Autos teilweise ganz plötzlich ab um ja nichts zu verpassen. Aber das es durch so ein Fahrmanöver zu Auffahrunfällen kommen kann vergessen die meisten.

Umfrage - Deutsche wollen Bestrafung von Schaulustigen

Passiert etwas Schlimmes, sind die Schaulustigen zur Stelle - sollte Bestrafung rechtens sein?

Junge Fotografin schaut durch professionelle Kamera
Cute female photographer with professional camera © Dragan Saponjic - www.fotolia.de

Sie sind immer und überall zur Stelle, wenn sich ein Unfall ereignet hat, die Schaulustigen. Was auch immer diese Menschen dazu treibt mit allen Mitteln das Geschehen zu verfolgen, egal auf welche Kosten, das weiß keiner. Oft schaffen es nicht einmal die, die wirklich Helfen wollen, sich einen Weg durch die gaffende Menge zu bahnen. Die deutschen Mitbürger fordern deshalb eine härtere Bestrafung von Schaulustigen.

Eine Umfrage unter 1.942 Personen zeigt, dass Leute, die lediglich am Unfallort sind, um zu gucken was dort passiert, einfach nur im Weg stehen und dort nichts verloren haben. 85,4% finden es besonders schlimm, wenn diese das Geschehen noch auf Video oder Fotos festhalten, die anschließend im Internet landen.

Auch dass manche Zeitungen die Leute bezahlen, damit sie ihnen diese Aufnahmen schicken, finden 80,7% der Befragten ein Unding und meinen es müsse gesetzlich verboten werden. Die Hälfte aller Befragten ist sogar der Meinung, dass die Polizei Anzeige gegen die Schaulustigen erstatten solle, weil sie den Opfern nicht zur Hilfe kommen.

Fangprämie erschwert Fahrerflucht

Verhältnismäßige Fangprämie bei Fahrerflucht muss vom Flüchtigen getragen werden

Verkehrsunfall mit Unfallwagen, kurz nach Crash, silberner Ford und Renault, auf Straße
PKW Unfall © Daniel Bujack - www.fotolia.de

Jedes Jahr ereignen sich auf deutschen Straßen zahlreiche Fälle von Fahrerflucht. Was ärgerlich für den Geschädigten ist, kann für den Täter sehr unangenehme Folgen haben und teuer werden. Eine neue Regelung macht es möglich eine ausgesetzte Fangprämie hinterher dem Schadensverursacher in Rechnung zu stellen. Mitwisser werden in Anbetracht einer Belohnung viel eher zum Komplizen für Recht und Ordnung.

Fälle von Fahrerflucht geschätzt bei einer halben Millionen

Aus der Jahresstatistik von 2009 lassen sich 27.000 Fälle von Fahrerflucht ableiten. Die Dunkelziffer liegt jedoch weit höher, da in die offizielle Statistik nur Fälle mit Personenschäden einfließen und so der Großteil der Delikte nicht angezeigt wird.

Laut Schätzungen des Auto Clubs Europa (ACE) gibt es in Deutschland pro Jahr mindestens eine halbe Million Fälle von Fahrerflucht. Auch wenn es sich dabei vorwiegend um so genannte Bagatellfälle handelt, ist solch ein Vorfall ärgerlich für den Betroffenen. Der bleibt dann nämlich auf den verursachten Schadenskosten sitzen.

Um der Anzahl der Fälle von Fahrerflucht vorzubeugen, kann der Geschädigte eine Fangprämie aussetzen, die nicht selten Wunder wirkt. Denn mit der Aussicht auf eine Belohnung werden so manche ansonsten schweigsame Mitwisser dann doch redselig. Das Urteil des Amtsgerichts Lemgo macht es nun sogar möglich, die Kosten für die Fangprämie hinterher vom Täter erstatten zu lassen. Im Rahmen der Verhältnismäßigkeit sollten diese jedoch nicht mehr als ein Viertel über dem Wert des Schadens liegen.

Mögliche Gründe für Fahrerflucht

Vermutlich wollen die Unfallflüchtigen einer Hochstufung bei den Versicherungen entgehen. Zudem mag auch die Vertuschung einer Trunkenheitsfahrt eine Rolle spielen oder der beim Täter durch den Unfall ausgelöste Schock. Allerdings verlangt der deutsche Gesetzgeber die Einhaltung einer angemessenen Wartefrist am Unfallort.

Wie lange diese im Einzelfall bemessen ist, wird durch die Gesetze nicht klar geregelt und hängt entscheidend von den jeweiligen Umständen wie Wetterlage, Tageszeit und schwere des Unfalls ab. Im Zweifelsfall sollte die Polizei informiert werden.

Aussagekräftige Bilder vom Unfall selber machen

Durch Fotos wird die Klärung von später eventuell auftretenden Streitigkeiten erleichtert

Verkehrsunfall mit Unfallwagen, kurz nach Crash, silberner Ford und Renault, auf Straße
PKW Unfall © Daniel Bujack - www.fotolia.de

Bei Verkehrsunfällen mit großem Sach- oder Personenschaden kommt die Polizei zum Unfallort und fertigt Bilder und Protokolle selbst an. Bei Bagatellschäden können dies die Beteiligten auf eigene Faust anfertigen, sollten dabei jedoch auf ein paar Details wie die richtige Perspektive achten.

Unfallort und Fixpunkte fotografieren

Als Richtlinie gilt, wenn auf die Hilfe der Polizei verzichtet wird, sollte der Unfall mit Bildern festgehalten werden. Denn mit aussagekräftigen Fotos wird die Klärung von später eventuell auftretenden Streitigkeiten erleichtert.

Dabei gilt zu beachten, dass sowohl Fotos vom gesamten Unfallort als auch Detailaufnahmen von Schäden und Positionen gemacht werden sollten. Ebenso gehören fixe Punkte wie

mit auf die Bilder, damit Entfernungen und Abstände später richtig eingeschätzt werden können.

Kennzeichen festhalten

Der Automobilclub Kraftfahrer-Schutz (KS) empfiehlt weiter eine möglichst gut zu erkennende Aufnahme von den betreffenden Kennzeichen. Lieber schießt man ein paar Bilder zu viel als zu wenig.

Für solche Fälle sollte jeder Autofahrer eine Kamera zur Verfügung haben. Eine integrierte Kamera im Handy sowie eine im Auto deponierte Einzelkameras eignen sich hierzu gleichermaßen.

Fußgängerunfälle

Eine weitere Personengruppe, die häufig durch Unfälle auf der Straße zu Schaden kommt, sind Fußgänger. Vor allem in Herbst und Winter passiert es immer wieder, dass Fußgänger auf rutschigen Böden verunglücken oder angefahren werden, was zu Verletzungen wie

führt. Das Herbstlaub birgt für Fußgänger eine echte Gefahr, da es in Verbindung mit Nässe sehr rutschig werden kann. Wer zu Fuß unterwegs ist, kann auch mit festen Schuhen auf dem Bürgersteig schnell stürzen und sich schlimmstenfalls etwas brechen. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass die Blätter eventuelle Unebenheiten auf den Wegen verbergen, die man dann erst beim Auftreten bemerkt - Verstauchungen können die Folge sein.

In manchen Fällen endet solch ein Unfall sogar tödlich für den Fußgänger. So weisen Fußgängerunfälle noch immer die höchste Sterberate auf.

Ursachen

Zu den Hauptgründen für die zahlreichen Unfälle zählen schlechte Sicht und dunkle Kleidung, weshalb Fußgänger von Autofahrern häufig übersehen werden. Experten raten daher Menschen, die bei Dunkelheit zu Fuß unterwegs sind, helle Kleidung zu tragen.

Im Winter droht Fußgängern zudem häufig Gefahr durch Glatteis, wodurch es immer wieder zu Stürzen auf das Handgelenk kommt, die nicht selten einen Unterarmbruch zur Folge haben. Als besonders gefährdet für Fußgängerunfälle gelten Kinder sowie ältere Menschen über 65 Jahre.

Seelische Belastung nach Verkehrsunfall unterschätzt: Mehr Hilfe für Trauma-Opfer gefordert

Verkehrsunfall mit Unfallwagen, kurz nach Crash, silberner Ford und Renault, auf Straße
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Nach schweren Verkehrsunfällen konzentriert sich die Medizin vor allem darauf, das Leben der Unfallopfer zu retten und körperliche Verletzungen zu heilen. Dass rund ein Viertel der Patienten auch unter psychischen Folgen wie Depressionen, Ängsten und der posttraumatischen Belastungsstörung leiden, wird dagegen viel zu selten beachtet, kritisieren Experten. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) fordert daher mehr Hilfe für diesen Personenkreis.

Handlungsbedarf

So sollten Mediziner und Pflegepersonal schon im Krankenhaus - lange ehe sich psychische Störungen bemerkbar machen - auf mögliche Risikofaktoren achten. Dazu gehört beispielsweise eine fehlende Familienanbindung oder eine vorausgehende psychische Erkrankung, die erneut aufflammen kann.

Die DGPPN kritisiert auch, dass Krankenhausaufenthalte aus Kostengründen immer weiter verkürzt werden, sodass psychische Probleme bis zur Entlassung gar nicht entdeckt werden können. Und selbst wenn später psychische Folgen diagnostiziert werden, dauert es häufig Monate, bis Kassenpatienten einen Therapieplatz bekommen.

Dabei hängt der Erfolg einer Therapie auch davon ab, wieviel Zeit seit dem Unfall und der Erkennung der Störung vergangen ist. Je mehr Zeit verstrichen ist, umso schwieriger ist es, sie erfolgreich zu therapieren.

Von Unfällen im Straßenverkehr sind vor allem Kinder betroffen...

Kinderunfallatlas: In welcher Region passieren die meisten Verkehrsunfälle?

Laut aktuellem Kinderunfallatlas sinkt die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder kontinuierlich, dennoch ist diese Personengruppe weiterhin besonders gefährdet. Das Bundesamt für Straßenwesen (BASt) veröffentlicht alle fünf Jahre einen neuen Kinderunfallatlas. Die Berichte ermöglichen eine bessere Einschätzung der Verkehrssituation in verschiedenen Regionen Deutschlands.

Starker Rückgang der Kinderverkehrsunfälle im Osten

In den Jahren zwischen 2006 und 2010 wurden 160.000 Verkehrsunfälle in Deutschland registriert, an denen Kinder beteiligt waren. Der Anteil der Kinder, die mit dem Fahrrad verunglücken, beträgt 35 Prozent, als Mitfahrer im Auto sind es 33 Prozent, bei den Fußgängern liegt der Anteil bei 25 Prozent. Weitere Kinderverkehrsunfälle fallen unter die Rubrik "Sonstige".

Die Quote der Kinder, die bei einem Unfall im Straßenverkehr verletzt oder getötet werden, beträgt acht Prozent. Im Vergleich zur deutschen Gesamtbevölkerung mit 13 Prozent Unfallbeteiligung liegt die Zahl der Kinderverkehrsunfälle unter dem Durchschnitt.

Im Frühjahr 2006 wurden 35.000 Unfälle mit Kindern registriert, im Frühjahreszeitraum 2010 waren es noch 29.000. Im zweiten Kinderunfallatlas wurden die Unfallzahlen von 2006 bis 2010 mit denen im ersten Atlas von 2001 bis 2005 verglichen. Einen besonders starken Rückgang der Kinderverkehrsunfälle verzeichnete die Polizei im Osten.

Seltener Unfälle im Süden Deutschlands

Jede Stadt und jedes Dorf birgt eigene Unfallgefahren. Kinder sind jedoch überall einem besonders hohen Risiko im Straßenverkehr ausgesetzt. Doch die Unterschiede im bundesweiten Vergleich sind erheblich. So ereignen sich im Süden Deutschlands weniger Verkehrsunfälle mit Kinderbeteiligung als im Norden der Republik.

Allerdings ist nicht nur entscheidend, in welcher Region Kinder unterwegs sind, sondern auch das Fortbewegungsmittel ist ein wichtiger Faktor. In Nordrhein-Westfalen verunglücken laut Kinderunfallatlas besonders viele kleine Fußgänger. Generell gilt das für alle Großstädte.

Dagegen ist das Radfahren vor allem in kreisfreien Städten und Kreisstädten gefährlich. In Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein passieren überdurchschnittlich viele Unfälle mit radfahrenden Kindern. Auffällig hoch ist auch die Zahl der verunglückten Kinder in ländlichen Gebieten, wenn sie als Beifahrer in einem Fahrzeug sitzen, insbesondere im Osten von Deutschland und in Bayern.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen wertete im aktuellen Kinderunfallatlas die bundesweiten Daten aus über 400 Kreisstädten und kreisfreien Städten sowie aus rund 11.000 Großstädten und Gemeinden aus. Der Vorteil der Berichte liegt auf der Hand: Jeder kann die Verkehrssicherheitssituation für Kinder an seinem Wohnort unkompliziert mit der in anderen Regionen vergleichen.

Zudem können Kommunen, Städte und Gemeinden gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen einfordern. Die Berechnungen für den Kinderunfallatlas werden im Fünf-Jahres-Rhythmus wiederholt.

Ärztliches Attest für Schmerzengeld nach einem Unfall

Schmerzensgeldforderungen müssen mit Attest belegt werden

Richter Hammer auf Gesetzesbuch
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Wie das Landgericht Coburg in einem Urteil entschied, muss jemand, der bei einem Unfall verletzt wurde und danach Schmerzensgeld verlangt, dies durch ein ärztliches Attest nachweisen können, dass die Schmerzen mit dem Unfall in Zusammenhang stehen.

Ein Beispiel

Bei einem Fall wurde ein Fahrradfahrer bei einem Autounfall verletzt, so erlitt der Radfahrer Verletzungen am Auge, Knie und am Unterkiefer sowie auch im Gebiss, so dass er zehnmal in Behandlung gehen musste. Die Haftpflichtversicherung des Autofahrers überwies dem Mann auch ein Schmerzensgeld von 3.000 Euro. Aber weil die Genesung schwierig verlief, behauptete das Unfallopfer auch noch monatelang Schmerzen und Schlafstörungen durch den Unfall gehabt zu haben und wollte noch mehr Schmerzensgeld in Höhe von 5.800 Euro.

Da aber die Richter hier nicht den direkten Zusammenhang zwischen dem Unfall und den nachfolgenden Beschwerden sahen, wurde dem Mann, er hatte noch eine Narbe am Kinn, die sich entzündet hatte, lediglich ein zusätzliches Schmerzensgeld über 1.000 Euro zugesprochen, aber die Kosten des Verfahrens musste er zum Teil selbst bezahlen.

Wie hoch ist das Schmerzensgeld bei einem Verkehrsunfall?

Schmerzensgeldzahlung hägt stark vom Ausgang des Unfalls ab

Verkehrsunfall mit Unfallwagen, kurz nach Crash, silberner Ford und Renault, auf Straße
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Wird bei einem Verkehrsunfall jemand verletzt, so steht dem Opfer in der Regel auch ein Schmerzensgeld zu. Die Höhe dafür ist natürlich abhängig von der Schwere der Verletzungen. Aber oft müssen Rechtsanwälte und Richter darüber entscheiden, wer Schuld daran hatte und somit zahlen muss. Für diese Zahlungen kommt die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers auf.

Das Schmerzensgeld variiert

Wer bei einem Unfall ein sogenanntes leichtes Schleudertrauma erleidet, der kann mit etwa 51 Euro Schmerzensgeld rechnen, wie auch die Zeitschrift "Auto Bild" schreibt. Bei einem Armbruch beispielsweise werden 800 Euro gezahlt, bei starken Verbrennungen zahlen die Versicherungen bis zu 76.694 Euro.

Sollte es sogar zu einem Pflegefall kommen, so kann zusätzlich zu einem Schmerzensgeld von 500.000 Euro auch noch eine monatliche Rente bezahlt werden, was aber ein Gericht entscheidet. Manchmal bieten auch die betroffenen Versicherungen im Vorfeld schon Zahlungen an, um eventuelle teure Prozesse zu vermeiden.

Aber Vorsicht ist geboten, wenn ein gegnerischer Versicherer eine schriftliche Abfindungsvereinbarung vorlegt, denn dann können eventuelle Folgekosten nicht mehr eingefordert werden.

Sollte ein Unfallverursacher nicht festgestellt werden können, so besteht für das Opfer trotzdem die Möglichkeit ein Schmerzensgeld zu erhalten, denn dann hilft oftmals der Verein für Verkehrsopferhilfe e. V., der im Jahr 1963 gegründet wurde und vom Gesamtverband der Deutschen Versicherer finanziert wird.

Unfallopfer: Achtung bei Kompromissen vor Gericht

Nicht selten werden Rechtsstreitigkeit mit einem Vergleich beendet. Das heißt, dass sich die Parteien auf eine Kompromisslösung einigen, mit der beide einverstanden sind. Aufpassen sollte man dabei jedoch, wenn man durch einen Unfall zu Schaden kam und mit der Versicherung des Gegners einen Vergleichsabschluss erzielt.

Denn dann kann es passieren, dass man bei Folgen, die erst später auftreten, aber in dem Unfall begründet liegen, leer ausgeht. Bei einem Vergleich gilt nämlich eine Frist von drei Jahren. Alles, was erst später auftritt, wird nicht mehr erstattet. Es ist aber möglich diese Frist individuell zu verlängern. Insbesondere für Unfallopfer ist das ratsam.

Keiner bekennt sich schuldig: Was, wenn nach einem Unfall die Schuldfrage nicht geklärt werden kann?

Nicht immer lässt sich die Schuldfrage nach Unfällen eindeutig klären. Das passiert vor allem dann, wenn Zeugen fehlen, keine eindeutigen Spuren als Beweise dienen und Aussage gegen Aussage steht. Wie das Amtsgericht München nun entschieden hat, bleibt dann nur die Lösung einer 50:50-Regelung. Das heißt, beide Parteien müssen sich die Kosten teilen. Im Fall ging es um einen Zusammenstoß zwischen einem Mercedes und einem Porsche.

Beide Fahrzeuge waren auf einer vierspurigen Straße in gleicher Richtung unterwegs, als es zu einem Zusammenstoß kam. An dem Porsche entstand ein Sachschaden in Höhe von über 3000 Euro, den die Eigentümerin von dem Mercedes-Fahrer erstattet haben wollte. Dieser soll laut ihrer Aussage ohne den Blinker zu betätigen einfach nach links ausgeschert haben.

Der Mercedes-Fahrer behauptete dagegen, dass die Frau einfach nach rechts gezogen sei und es so zu dem Unfall gekommen sei. Auch sonst ließen sich keine Beweise finden. Die Frau bekam daher nur die Hälfte des Schadensbetrags zugesprochen.

Fahrer trägt Mitschuld am Unfall bei nicht aufgestelltem Warndreieck

Autopanne - Mann beim Reifenwechsel auf der Straße, kleines Mädchen hockt davor neben Warndreieck
Happy family changing a car wheel © MNStudio - www.fotolia.de

Wenn ein Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn seinen Wagen stoppt, muss er unverzüglich ein Warndreieck aufstellen. Sollte er dies nicht tun, haftet er bei einem Unfall zur Hälfte mit für den entstandenen Schaden. Dies geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichtes Hamm hervor, womit deren vorsitzende Richter das Urteil des Landgerichts Münster aufhoben.

Im aktuellen Fall hielt ein Lkw-Fahrer mit seinem Laster an einem Autobahnstück des Berliner Rings, da er sich plötzlich übergeben musste. Obwohl er unverzüglich den Warnblinker einschaltete, hielt er es nicht für notwendig, ein Warndreieck auf die Fahrbahn aufzustellen. Daraufhin streifte ein anderer Lastwagen das stehende Fahrzeuggespann und verursachte einen Schaden in Höhe von knapp 30.000 Euro.

Die Haftpflichtversicherung des auffahrenden Fahrers übernahm lediglich 50 Prozent des Schadens und verweigerte die Zahlung der anderen Hälfte. Nach Ansicht des OLG zurecht, da der haltende Lkw in die Fahrbahn hineinragte und nicht ausreichend gesichert war, sodass von dem Laster eine erhöhte Betriebsgefahr ausging.

Verursacht ein Autofahrer wegen einer schweren Erkrankung einen Unfall, dann gibt es Ärger

Wie der Rechtsexperte der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV), Martin Diebold, erklärt, drohen Autofahrern, die sich trotz einer schweren Erkrankung hinter das Steuer ihres Wagens setzen und einen Unfall verursachen, strafrechtliche Konsequenzen.

Zudem kann es auch großen Ärger mit der Versicherung geben, denn der Fahrer hat sich grob fahrlässig verhalten, und dann muss der Autofahrer den entstandenen Schaden auch selber bezahlen.

Beratung beim Arzt

So sollten Autofahrer, die beispielsweise an einer Epilepsie oder an einem schweren Herzfehler leiden, sich vorher mit ihrem Arzt beraten. Da der Arzt der Schweigepflicht unterliegt, wird auch die Führerscheinstelle nicht informiert. Doch auch der Patient muss selber wissen, ob er auch in der Lage ist, am Straßenverkehr aktiv teilzunehmen. Im Zweifelsfall ist es besser, wenn er das Auto stehen lässt oder sogar seinen Führerschein freiwillig abgibt.

Schadensersatz und Schmerzensgeld - Wer zahlt bei Unfällen?

Verkehrsunfall mit Unfallwagen, kurz nach Crash, silberner Ford und Renault, auf Straße
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Wer bei einem Verkehrsunfall unverschuldet verletzt wird, hat Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadensersatz vom Verursacher. Dies reicht vom Ersetzen beschädigter Kleidung bis zur Zahlung einer lebenslangen Rente.

In der Regel kommt die private Haftpflichtversicherung sowohl für Personen- als auch für Sachschäden auf. Allerdings muss vorher die Schuldfrage geklärt sein. Nicht selten bleibt Geschädigten nur eine Klage vor Gericht.

Wann und was die Versicherung zahlt

Für Sachschäden erhalten Unfallopfer nur den Zeitwert, nicht den Neupreis. Die Aufwendungen für Arbeiten in Haushalt und Garten, die von anderen durchgeführt werden, werden erstattet. Ist eine Person für einen Schaden verantwortlich, die selbst nicht haftpflichtversichert ist und aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht zahlen kann, springt die Forderungsausfalldeckung dafür ein. Allerdings zahlt der Versicherer in der Regel erst ab einer bestimmten Schadenshöhe und wenn alle rechtlichen Mittel erschöpft sind, um vom Verursacher des Schadens eine Entschädigung zu bekommen.

Bei einem Verkehrsunfall mit dem Auto oder Motorrad hat der Geschädigte einen Ersatzanspruch auf die unfallbedingt erforderlichen Reparaturkosten, die in einer Fachwerkstatt anfallen. Verzichtet er jedoch darauf, sein Fahrzeug reparieren zu lassen, kann er sich auch die kalkulierten Reparaturkosten auszahlen lassen. Den Schaden sollte man immer von einem neutralen Gutachter untersuchen und schätzen lassen.

Unfälle auf dem Weg zur Arbeit

Bei einem Unfall auf dem Weg zum Arbeitsplatz zahlt die gesetzliche Unfallversicherung. Erster Ansprechpartner ist in solchen Fällen die zuständige Berufsgenossenschaft. Sie kommt für die Kosten der medizinischen Behandlung und Reha auf und zahlt bei dauerhaft eingeschränkter Erwerbsunfähigkeit eine Rente. Allerdings nur dann, wenn der Arbeitnehmer keinen Umweg gefahren ist, um etwa einen Geldautomaten oder einen Supermarkt aufzusuchen. Dann erlischt der Versicherungsschutz.

Kommt es zu einem Autounfall, bei dem man unversehrt bleibt, gilt es, sich sofort um ein Paar Angelegenheiten zu kümmern - besonders im Ausland sollte man wissen, wie man dabei vorgeht...

Autounfall im Ausland - Richtiges Verhalten am Unfallort und nach der Rückkehr aus dem Urlaub

Autounfälle sind stets ein Schock und die Betroffenen können von Glück sagen, wenn dabei nur Blechschaden entsteht. Passiert ein Unfall bei einer Reise ins Ausland, ist dies noch unangenehmer. Doch gerade dann sollten bestimmte Verhaltensregeln am Unfallort beachtet werden.

Verhalten am Unfallort
Warnwesten tragen

Was für einen Verkehrsunfall im Inland gilt, muss auch bei einem Unfall im Ausland beachtet werden. Dazu gehört vor allem das Absichern des Unfallortes. In bestimmten Ländern müssen Reisende dabei eine reflektierende Warnweste tragen. Zu diesen Staaten gehören

Tut man dies nicht, kann ein Bußgeld drohen. Für Spanienurlauber empfiehlt es sich, auch ein zweites Warndreieck dabei zu haben.

Erste Hilfe leisten

Kommt es durch den Verkehrsunfall zu verletzten Personen, muss bei diesen Erste Hilfe geleistet und ein Rettungsdienst alarmiert werden. In ganz Europa kann man dazu die Notrufnummer 112 verwenden.

Polizei hinzuziehen

Entsteht durch den Unfall Personenschaden oder hoher Sachschaden, ist die Polizei zu verständigen. In osteuropäischen Ländern wie

muss die Polizei auch bei geringen Schäden hinzugezogen werden. So gilt in diesen Staaten das Protokoll, das von der Polizei angefertigt wird, als Grundlage für die Regulierung des Schadens. Experten raten dazu, von der Polizei eine Durchschrift des Unfallprotokolls zu erbitten. In anderen Staaten, wie zum Beispiel den Niederlanden oder Italien, werden hingegen nur Verkehrsunfälle, bei denen es zu Personenschäden kommt, aufgenommen.

Fotos machen und Kontaktdaten notieren

Sofern es möglich ist, empfiehlt es sich, am Unfallort Fotos von den Schäden an den Fahrzeugen aufzunehmen. Dabei sollte auch auf Bremsspuren geachtet werden. Diese können später bei der Rekonstruktion und der Klärung der Schuldfrage hilfreich sein.

Wichtig ist auch, sich Namen und Adresse sowie die Autonummer des Unfallkontrahenten zu merken. Das Gleiche gilt für dessen Haftpflichtversicherung und die Versicherungsnummer. Gibt es Personen, die den Unfall bezeugen können, ist es ratsam, sich auch deren Adresse zu notieren.

Achtung vor fremdsprachigen Dokumenten

Von dem Unterschreiben von fremdsprachigen Dokumenten wird grundsätzlich abgeraten, wenn man die Landessprache nicht beherrscht. Außerdem sollte unmittelbar am Unfallort kein Schuldeingeständnis abgegeben werden.

Europäischer Unfallbericht

Bei einem Verkehrsunfall im Ausland gilt der europäische Unfallbericht als überaus wichtiges Hilfsmittel. Dabei handelt es sich um ein europaweites einheitliches Formular, in dem sowohl der Hergang des Unfalls als auch sämtliche Informationen zu den Beteiligten vermerkt werden.

Aus diesem Grund sollte man sich vor dem Antritt einer Auslandsreise ein solches Formular besorgen und es im Handschuhfach bereithalten. Der europäische Unfallbericht kann auch im Internet auf der Seite des ADAC heruntergeladen und ausgedruckt werden.

Grüne Versicherungskarte mitführen

Ebenfalls wichtig ist die grüne Versicherungskarte, die zusammen mit dem Unfallbericht bereitliegen sollte. Zwar besteht in der Europäischen Union keine Mitführungspflicht mehr, dennoch raten die Versicherungsunternehmen dazu, sie stets auf Reisen dabei zu haben.

Auf der Karte stehen die Versicherungsnummer sowie die Daten von ausländischen Gesellschaften, von denen man nach einem Unfall Hilfe zur Regulierung erhält. Außerhalb der EU muss die grüne Karte ohnehin mitgeführt werden.

Die grüne Versicherungskarte ist bei jedem Unfall aber besonders im Ausland wichtig
Die grüne Versicherungskarte ist bei jedem Unfall aber besonders im Ausland wichtig
Bei Verletzungen ein Attest verlangen

Hat man sich bei dem Unfall verletzt, wird empfohlen, gleich im Reiseland einen Arzt zu konsultieren und sich von diesem ein Attest geben zu lassen. Dadurch hat man später die Möglichkeit, Schmerzensgeld einzufordern. Wartet der Geschädigte mit dem Arztbesuch, bis er wieder zu Hause ist, kann es passieren, dass die ausländischen Haftpflichtversicherungen ein dort ausgestelltes Attest nicht anerkennen.

Nach der Rückkehr

Nachdem man wieder nach Deutschland zurückgekehrt ist, gilt es, sich um die Schadensregulierung zu kümmern. Geschieht der Unfall innerhalb der EU, lässt sich der Schaden in Deutschland regulieren.

Ansonsten ist es erforderlich, den Schaden unmittelbar beim ausländischen Haftpflichtversicherer geltend zu machen, wozu jedoch ein Anwalt vor Ort benötigt wird. Grundsätzlich gilt das Recht des Staates, in dem der Unfall geschehen ist.

Vorsicht bei Auffahrunfällen: Betrüger nutzen Autounfälle zum Abkassieren

Der vermeintliche Autounfall ist inzwischen zu einer professionellen Betrügermasche geworden

Verkehrsunfall mit Unfallwagen, kurz nach Crash, silberner Ford und Renault, auf Straße
PKW Unfall © Daniel Bujack - www.fotolia.de

Der Schrecken ist groß, wenn an der Ampel der Vordermann erst losfährt und dann plötzlich abbremst. Als Fahrer dahinter kann man das Auffahren in der Regel nicht mehr verhindern und schon ist der Autounfall geschehen.

Die wichtigste Erleichterung, nämlich das alle unverletzt sind, wird dann von Frust abgewechselt. Der Vordermann redet auf einen ein, man habe ja offensichtlich Schuld und könne sich das Rufen der Polizei ersparen. Viele gehen in der Hektik des Moments darauf ein und es soll lediglich Geld fließen.

Betrügermasche Verkehrsunfall

Die Zustimmung zur Schuldannahme und Zahlung der Auffahrschäden ist aber oft ein Fehler. Tatsächlich gibt es längst eine professionelle Betrügermasche, die mit vorsätzlich verursachten Auffahrunfällen bares Geld verdient.

Die Täter fahren an Ampeln an und bremsen absichtlich scharf ab, oder sie kommen schlagartig von rechts an einer gleichberechtigten Kreuzung. Gern werden auch Straßen genutzt, auf denen erst kürzlich die Vorfahrtsregeln geändert wurden. Die liebsten Opfer sind

  • Fahranfänger,
  • Senioren und
  • Ortsfremde.

Hier ist die Chance am größten, dass das eigentliche Opfer seine Rolle als Täter anerkennt und zahlt.

Immer die Polizei hinzurufen

Um den Betrügern nicht in die Falle zu gehen, gibt es eine klare Regel: Jeder sollte auf sein Recht bestehen, die Polizei zur Unfallstelle zu rufen. Ein fingierter Unfall kann so schneller aufgedeckt werden.

Auch erstellte Gutachten helfen dabei, den wahren Hergang des Auffahrens nachzuvollziehen. Tatsächlich zeigen Analysen des Gesamtverbandes der Versicherer (kurz GDV), dass mindestens einer von zehn Verkehrsunfällen klare Anzeichen einer Manipulation durch das vermeintliche Opfer zeigt.

Die HIS-Datei soll Betrügern ihr Vorgehen erschweren

Um es Betrügern schwerer zu machen wird seit 2011 die sogenannten HIS-Datei geführt. In diese Datei tragen die Versicherungsfirmen alle Fälle von Autounfällen ein, bei denen das Opfer zwar Geld für Reparaturen bekommen hat, der Wagen aber gar nicht zur Reparatur gebracht wurde.

Das ist an sich völlig legal, denn jeder Fahrer kann entscheiden, ob er die Beulen am Wagen in Kauf nimmt und das Geld entsprechend privat benutzt. Das an sich legitime Verhalten kann aber auch ein Hinweis auf Betrug sein; vor allen Dingen dann, wenn sich bei einer Person die Fälle häufen.

Bei Mietwagen nach einem Unfall auch auf den Preis achten

Wer im Zeitraum der Reperatur einen Mietwagen in Anspruch nimmt, sollte sich gut informieren

Nahaufnahme linker Seitenspiegel eines Autos
rear mirror © Franz Pfluegl - www.fotolia.de

Autofahrer, die nach einem nicht selbstverschuldeten Unfall das Recht auf einen Mietwagen für die Zeit der Reparatur des eigenen Wagens in Anspruch nehmen, sollten hierbei aber auf günstige Mietpreise achten. So gibt es neben der sogenannten Schwacke-Liste auch eine Mietpreisliste von dem Fraunhofer-Institut, die aber von wesentlich günstigeren Mietpreisen ausgeht. Diese Liste wurde vom Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) dem Institut als Auftrag erteilt.

Schwacke- und Mietpreisliste als Maßstab möglich

Wie jetzt auch der Bundesgerichtshof in Karlsruhe (BGH) entschieden hat, können zukünftig Richter beide Listen als Maßstab benutzen, wobei aufgrund von örtlichen Gegebenheiten Auf- oder Abschläge möglich sind.

Bei einem Fall hatte ein Autofahrer nach einem Unfall einen Mietwagen für 18 Tage genommen, für den die Mietwagenfirma 2.750 Euro verlangte.

Aber die Versicherung des Unfallverursachers wollte nur 2.000 Euro, wie die Liste des Fraunhofer-Instituts zeigte, bezahlen, so dass es zur Klage kam und jetzt muss noch ein Urteil erfolgen, ob die Autovermietung noch die restlichen 750 Euro erhalten wird.

Das richtige Verhalten bei einem Unfall im Tunnel

Passiert ein Autounfall in einem Tunnel, so gilt es einige Hinweise zu beachten, um mögliche Folgeunfälle und schlimmere Auswirkungen zu vermeiden.

Den Notruf sollte man über die Notfalltelefone, die sich an den Tunnelwänden befinden, tätigen. Auf diese Weise wird der genaue Standort des Anrufers automatisch übermittelt, was deutlich Zeit spart.

Erste Hilfe sollte wie an anderen Unfallstellen auch, direkt geleistet werden. Zusätzlich muss man auf mögliche Lautsprecheransagen achten.

Handelt es sich um ein brennendes Fahrzeug, ist es wichtig, sich so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen - die Fluchtwege sind im Tunnel markiert. Beim Verlassen des Autos sollte man den Schlüssel steckenlassen, sodass Rettungskräfte die Fahrzeuge leichter aus dem Tunnel schaffen können.

Bei einer Panne wenn möglich eine Nothaltebucht nutzen, ansonsten so weit wie es geht am Rand parken. Der Motor muss abgestellt und die Warnblinkanlange angemacht werden. Das Anlegen der Warnweste nicht vergessen! Auch um den Einsatzfahrzeugen Platz zu machen gilt, so nah wie möglich am Rand hinstellen.

Besonders im Tunnel ist es wichtig, den richtigen Abstand (halber Tachometer in Metern) und die vorgegebene Geschwindigkeit einzuhalten, um im Falle eines Unfalls rechtzeitig bremsen zu können.

Blechschäden auf der Autobahn - Wie muss man sich verhalten?

Im Durchschnitt kommt es auf deutschen Autobahnen alle vier Minuten zu Unfällen mit Blechschäden. Für die anderen Autofahrer bedeutet dies eine Geduldsprobe, wenn sie wegen ein paar kleinen Dellen teils kilometerlang im Stau stehen müssen. Schon aus diesem Grund sollten die Beteiligten des Unfalls ihr Fahrzeug so schnell wie möglich auf den Seitenstreifen oder einen nahen Parkplatz fahren, sofern durch den Crash keine schweren Schäden am Auto entstanden sind. Der Gesetzgeber schreibt solch ein Vorgehen sogar vor und auch die Versicherungen akzeptieren das Räumen der Fahrbahn anstandslos, sodass dadurch keine Differenzen bei der Regulierung des Schadens entstehen.

Falls die Unfallfahrzeuge nicht mehr fahren können, muss man die Unfallstelle absichern und gegebenenfalls auf die Polizei warten. Denn bis zu Reparaturkosten von 1.000 Euro und eindeutiger Schuldfrage sind die Unfallbeteiligten nicht verpflichtet die Ordnungshüter anzurufen und können den Schaden untereinander klären. Sofern jedoch mehrere Fahrzeuge in einen Unfall verwickelt sind, sollte man wegen der Schuldfrage sowie der Schadensregulierung auf jeden Fall die Polizei kontaktieren.

ADAC-Tipps zum richtigen Verhalten nach einem Autounfall

Nahaufnahme Autohaube mit Frontschaden
frontschaden © Thomas Weißenfels - www.fotolia.de

Der ADAC gibt einige Tipps zum richtigen Verhalten nach einem Verkehrsunfall. Zunächst sollte man die Unfallstelle absichern. Mit einer Warnweste bekleidet stellt man ein Warndreieck auf. Bei Landstraßen reichen 100 Meter vor der Unfallstelle, auf Autobahnen sollten es 200 Meter sein.

Wenn die Straße bergig oder kurvig ist, muss das Warndreieck vor der Kurve oder der Bergkuppe aufgestellt werden. Natürlich sollten die Unfallautos auch mit der Warnblinkanlage auf sich aufmerksam machen. Wenn es Verletzte gibt, sollte man zunächst den Rettungsdienst unter der Nummer 112 anrufen und danach die Polizei unter der Nummer 110. Man ist verpflichtet Erste Hilfe zu leisten.

Bei einem leichten Blechschaden sollte man die Unfallautos baldmöglichst aus dem Verkehrsfluss nehmen. Es ist aber in jedem Fall verboten, sich einfach so vom Unfallort zu entfernen. Erst müssen, auch bei kleinen Schäden, die Daten der Unfallbeteiligten und eventueller Zeugen aufgenommen werden. Von Schuldeingeständnissen am Unfallort rät der ADAC ab. Die Versicherung muss binnen einer Woche über den Schadensfall informiert werden.

Jeder achte Crash wird von Betrügern verursacht – so erkennen Sie provozierte Autounfälle

Verkehrsunfall mit Unfallwagen, kurz nach Crash, silberner Ford und Renault, auf Straße
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Jeder achte Unfall auf deutschen Straßen weist Anzeichen von Manipulationen auf. Nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verursachen "Autobumser" so einen jährlichen Schaden von rund zwei Milliarden Euro.

Aber wie erkennen Fahrer, dass sie Opfer von betrügerischen Machenschaften geworden sind?

Gründe des absichtlich verursachten Unfalls

Das Ziel der Autobumser ist es, möglichst viel Geld von der Versicherung des Gegners zu kassieren. Dazu provozieren sie in sowieso schon risikobehafteten Verkehrssituationen absichtlich einen Unfall – durch unerwartetes Bremsen an der Ampel oder am Zebrastreifen, durch Streifschäden beim Spurwechsel oder das "Draufhalten" bei Rechts-vor-links-Regelung.

Solche Unfälle treten zwar auch unbeabsichtigt auf, einige Anzeichen können jedoch daraufhin hindeuten, dass ein Versicherungsbetrug geplant ist: das gegnerische Fahrzeug hat bereits mehrere Schäden, das vermeintliche Opfer tritt sehr routiniert und fordernd auf, plötzlich auftauchende Zeugen versuchen Druck auszuüben. Meist suchen die Täter gezielt Fahrzeuge aus, in denen eine Person allein unterwegs ist.

Schaden für Opfer

Wer vorschnell die Schuld für einen provozierten Unfall übernimmt, erleidet mehrfache Schäden. Neben Bußgeldern und dem Verlust des Freiheitsrabattes kann ein Fahrverbot drohen. Falls sie Verletzungen erlitten haben, haben sie weder Anspruch auf Schmerzensgeld noch auf Verdienstausfall. Ohne Vollkaskopolice bleiben die Opfer von Autobumsern außerdem auf der Werkstattrechnung für ihren eigenen Wagen sitzen.

Betroffene sollten deshalb bereits um Unfallprotokoll der Polizei ihren Betrugsverdacht äußern. Auch die Kfz-Versicherung sollte informiert werden – sie verfügt über geschulte Gutachter, die den Unfallhergang genau prüfen. Wenn sich der Verdacht erhärtet, stellt die Versicherung Strafanzeige.

Juristisch handelt es sich bei provozierten Unfällen keinesfalls um einen Kavaliersdelikt. Der "gefährliche Eingriff in den Straßenverkehr" wird mit einer Freiheitsstrafe von ein bis zehn Jahren geahndet.

Kollision mit rollendem Einkaufswagen kein Verkehrsunfall

Bei einem Zusammenstoß zwischen Einkaufswagen und Kraftfahrzeug muss die Versicherung nicht zahlen

Einkaufswagen wird im Gang eines Supermarkts geschoben, im Hintergrund Regale mit Lebensmitteln
supermarket cart © Omar Kulos - www.fotolia.de

Auf dem Parkplatz von Supermärkten herrscht gerade an Wochenenden Hochbetrieb. Unfälle sind keine Seltenheit. Doch Kollisionen gibt es nicht nur zwischen Autos. Es kann auch schon mal passieren, dass die Karosserie eines Fahrzeugs unliebsame Bekanntschaft mit einem Einkaufswagen macht.

Dann handelt es sich aber nicht um einen Verkehrsunfall. Für einen Schaden muss daher nicht die Kfz-Versicherung, sondern der Verursacher des Unglücks aufkommen. Das hat jetzt das Amtsgericht München entschieden (Az.: 343 C 28512/12).

Kein Unfall bei Betrieb des Kraftfahrzeugs

Im konkreten Fall rollte auf dem Parkplatz einer Supermarktfiliale im Landkreis Starnberg (Bayern) ein Einkaufswagen gegen einen geparkten Kastenwagen. Die Geschädigte verlangte nun, den Schaden von 1638,43 Euro von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Verursachers ersetzt zu bekommen.

Das Gericht lehnte dies ab, da es sich nicht um einen Unfall bei Betrieb eines Kraftfahrzeugs gehandelt habe. Daher müsse der Schadensverursacher die Reparaturkosten in Höhe von 1519,91 Euro selbst tragen.

Nicht immer bleibt man bei einem Verkehrsunfall jedoch unversehrt und muss aus dem Auto geborgen werden - da ist es hilfreich, eine Rettungskarte bei sich zu haben...

Funktion und Bestandteile einer Rettungskarte (Rettungsleitfaden)

Bei der Rettungskarte handelt es sich um einen Leitfaden, mit dessen Hilfe sich Menschen nach einem Autounfall leichter aus dem beschädigten Fahrzeug bergen lassen. Sie wird auch

  • Rettungsdatenblatt
  • Merkblatt oder
  • Einsatzblatt

genannt.

Entwicklung der Rettungskarte
Die Rettungskarte ist wichtig für die Notärzte und kann Leben retten
Die Rettungskarte ist wichtig für die Notärzte und kann Leben retten

Im Laufe der Jahre legten die Automobilhersteller bei der Entwicklung ihrer Kraftfahrzeuge immer größeren Wert auf Sicherheit. Dies führte vermehrt zum Einbau von verstärkenden Elementen in die Karosserie des Fahrzeugs. Durch diese Elemente konnten die Sicherheit der Fahrzeuginsassen verbessert und die Anzahl der Todesopfer durch Autounfälle gesenkt werden.

Allerdings haben diese Elemente wiederum den Nachteil, dass sie die Arbeit der Rettungskräfte unter Umständen erschweren, wenn diese zum Beispiel versuchen, Zugang zum Inneren des Fahrzeugs zu bekommen. So hat sich Studien des ADAC zufolge die Bergungszeit während einer Rettung bei neueren Fahrzeugen deutlich erhöht.

Bei mehr als 50 Prozent aller zwischen 2005 und 2007 gebauten Fahrzeuge dauert es länger als 60 Minuten, bis der Verletzte ins Krankenhaus eingeliefert werden kann. Bei älteren Fahrzeugmodellen, wie zum Beispiel den Jahrgängen 1990 bis 1992, liegt diese Quote lediglich bei 20 Prozent. Mithilfe der Rettungskarte soll eine einheitliche Grundlage zur Gewinnung von Informationen über das jeweilige Fahrzeug geschaffen werden, damit Rettungskräfte wie die Feuerwehr die Bergungsarbeiten schneller und effizienter durchführen können.

Funktion und Bestandteile des Rettungsleitfadens

Durch die Rettungskarte bekommt die Feuerwehr wichtige Daten über das Unfallfahrzeug, was wiederum die Bergungsarbeiten erleichtert. So enthält der Rettungsleitfaden Angaben und Skizzen von Bauteilen, die für die Rettung wichtig sind. Dazu gehören vor allem

  • Kraftstofftank
  • Gurtstraffer
  • Airbag
  • Batterie sowie
  • Verstärkungen der Karosserie.

Durch diese Informationen hat die Feuerwehr die Möglichkeit, ihre Rettungsgeräte wie Rettungsschere oder Spreizer rasch und optimal einzusetzen. Viele Angaben in dem Rettungsdatenblatt enthalten Symbole, um möglichen Sprachproblemen entgegenzuwirken.

Rettungskarte richtig im Auto platzieren

Damit die Rettungskräfte im Notfall über das Rettungsdatenblatt verfügen können, empfehlen Feuerwehr und Kfz-Verbände den Fahrzeughaltern, es farbig auszudrucken und hinter der Fahrersonnenblende anzubringen. Allerdings gibt es noch nicht für alle Fahrzeugtypen Rettungskarten. Daher sollte das Vorhandensein einer Karte mit einem Ankündigungsaufkleber angezeigt werden.

Seit einigen Jahren setzt sich der ADAC für eine einheitliche Ausstattung sämtlicher Neufahrzeuge mit Rettungskarten ein, sodass inzwischen zahlreiche Autohersteller Rettungsleitfäden in unterschiedlicher Form zur Verfügung stellen. Mittlerweile versuchen Automobilclubs, Fahrzeugindustrie und Feuerwehr eine zentrale Verfügbarkeit von Rettungsdatenblättern durch Multimedia-Einsatz zu erreichen.

Auf diese Weise müssen die Rettungskräfte in Zukunft am Unfallort keine wichtige Zeit mehr mit der Suche nach der Rettungskarte oder deren Identifikation vergeuden. Seit Anfang 2013 stellt die Deutsche Automobil Treuhand ein entsprechendes System zur Verfügung.

Rettungskarte nachrüsten

Auch ältere Fahrzeuge lassen sich mit einer Rettungskarte nachrüsten. So werden von den Automobilherstellern entsprechende Rettungsleitfäden kostenfrei zum Herunterladen aus dem Internet angeboten. Das Merkblatt lässt sich am Computer ausdrucken und anschließend laminiert hinter der Fahrersonnenblende anbringen. Frontscheiben-Aufkleber sind gratis bei Automobilclubs, der GTÜ und der DEKRA erhältlich.

Eingebrochen ins Eis: So wird Erste Hilfe geleistet

Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen und diese Maßnahmen vom Ufer aus ergreifen

Nahaufnahme gefrorenes Wasser, blauer Hintergrund
frost © Nico Armbrust - www.fotolia.de

Im Winter sind viele Menschen wortwörtlich auf dünnem Eis unterwegs: Sie wagen sich auf zugefrorene Teiche und Seen, deren Eisfläche jedoch nicht dick genug ist um das Gewicht eines erwachsenen Menschen zu tragen. Bricht das Eis, ist schnelles Handeln angesagt.

Für den Betroffenen selbst ist es besonders wichtig, nicht in Panik zu geraten und nach Möglichkeit zu versuchen, das eiskalte Wasser schnell selbst zu verlassen. Durch die eisige Wassertemperatur kühlt der Körper schnell aus und schon bald setzt Bewegungsunfähigkeit ein.

Geschulte Hilfe anfordern

Begleiter sollten sofort die Feuerwehr über den Notruf 112 alarmieren und so geschulte Fachkräfte mit der richtigen Ausrüstung herbei holen. Auf keinen Fall sollten Begleiter auf den Eis stehend versuchen, den Hineingefallenen zu retten, denn dabei können sie selbst einbrechen.

Erste Hilfe-Versuche sollten stets nur vom Ufer unternommen werden, zum Beispiel auf einem Brett oder einer Leiter liegend. Im Idealfall ist am Ufer ein Rettungsring oder -ball vorhanden, der dem Verunglückten zugeworfen wird.

Wärme spenden und wach halten

Gelingt es, ihn aus dem Eis zu befreien, muss er unbedingt gewärmt und wach gehalten werden. Massagen oder Alkohol führen dagegen nur zu einem weiteren Wärmeverlust.

Falls möglich, sollte ein windstiller Ort aufgesucht werden, an dem die nasse Kleidung des Eingebrochenen entfernt wird. Stehen keine Decken zur Verfügung, kann die eigene Jacke Wärme spenden, bis die Feuerwehr oder der Krankenwagen vor Ort sind.

Einbruch im Eis - Richtiges Verhalten rettet Leben

Richtiges Verhalten und schnelles Handeln ist gefragt, wenn jemand ins Eis eingebrochen ist. Die erste Handlung muss sofortiges Anfordern von Hilfe mittels Notruf 112 sein, erklärt der Arbeiter-Samariter-Bund in Deutschland. Jede Sekunde zählt, denn innerhalb weniger Minuten lähmt das eisige Wasser den Verunglückten.

Es folgen Herzstillstand durch Unterkühlung oder Ertrinken. Laien-Helfer werden angehalten, dem Verunglückten vorsichtig Bretter, Äste oder einen umgedrehten Schlitten zuzuwerfen, an dem sich das Opfer aus dem Wasser ziehen kann. Nähern Sie sich erst dann bäuchlings und mit einem Seil gesichert der Einbruchstelle, wenn der Eingebrochene nicht in der Lage ist, sich selbst zu befreien. Zurück am Ufer muss der der Verunglückte schnell ins Warme gebracht werden. Er darf keinesfalls herumlaufen, da Herzrhythmusstörungen auftreten und zum Tod führen könnten.

Eis trägt erst bei einer Dicke von 15 Zentimetern und darf vorher nicht betreten werden. Bei fließenden Gewässern sogar erst ab 20 Zentimetern.

Eingebrochen – Maßnahmen beim Eisunfall

Das Betreten zugefrorener Seen kann lebensgefährlich sein: So verhalten Sie sich bei einem Einsturz

Nahaufnahme gefrorenes Wasser, blauer Hintergrund
frost © Nico Armbrust - www.fotolia.de

Landesweite Schneefälle und Dauerfrost wecken bei vielen Deutschen die Lust auf wintersportliche Aktivitäten. Vor allem die zugefrorenen Gewässer locken zum Schlittschuhlaufen und Spazierengehen. Die Eisdecke ist jedoch meist noch trügerisch dünn und das Betreten der Seen lebensgefährlich. Wie sollten Sie bei einem Unfall reagieren?

Nicht selber in Gefahr bringen

Wer beobachtet, wie eine andere Person im Eis einbricht, darf nicht überstürzt reagieren. Es ist keine gute Idee, selbst die Fläche zu betreten und sich so in Gefahr zu begeben. Stattdessen sollte ein schneller Notruf mit dem Hinweis auf einen Eiseinbruch getätigt werden.

Sofern es dem Helfer möglich ist, kann dieser vom festen Boden aus dem Eingebrochenen ein Stock oder andere Gegenstände zum Festhalten und Hinausziehen reichen.

Bei erfolgreicher Rettung muss der Betroffene schnellstmöglich mit warmen und trockenen Klamotten versorgt werden. Erste Hilfe-Maßnahmen wie stabile Seitenlage und Herz-Lungen-Wiederbelebung sollten bei Bewusstseinsverlust oder fehlender Atmung nach bestem Gewissen durchgeführt werden, bis der Notarzt eintrifft.

Verhalten im Wasser

Selber eingebrochen benötigt man in der Regel Hilfe von außen. Eine alleinige Befreiung ist schwer möglich. Schafft man es nicht, empfiehlt es sich, die Arme an den Rand der Eisfläche zu legen und um Hilfe zu rufen. Währenddessen dürfen sich die Personen nicht allzu stark bewegen, da ansonsten ein Herzstillstand die Folge sein könnte.

Einbruchgefahr auf dem Eis – Hinweise zur richtigen Verhaltensweise

Ausschnitt Beine in Schlittschuhen auf Eisfläche
Skater © Alexander Mirokhin - www.fotolia.de

In vielen Regionen haben Menschen das Glück, im Winter auch tatsächlich eine weiße Schneelandschaft vorzufinden. Auch gefrorene Gewässer, auf denen man beispielsweise Eislaufen kann, gehören dazu. Doch leider werden die Gefahren dieser natürlichen Eisflächen unter- und deren Tragfähigkeit überschätzt.

Gefahren zu dünner Eisschichten werden unterschätzt

So kommt es Jahr für Jahr zu Unfällen. Man sollte wissen, dass das Eis selbst bei einigen Tagen anhaltendem Frost nicht so dick sein muss, um mehrere Menschen tragen zu können. Generell sollte bei Flüssen und Bächen eine mindestens 20 Zentimeter, bei stehenden Gewässern 15 Zentimeter dicke Eisschicht vorhanden sein.

Generell wird empfohlen, sich lediglich auf solchen Flächen aufzuhalten, die zum einen zum Eislaufen freigegeben und zum anderen beispielsweise von der Wasserwacht überwacht werden.

Was tun, wenn es plötzlich unter den Füßen knackt?

Wer sich alleine aufs Eis gewagt hat, und plötzlich ein Knacken unter seinen Füßen hört, sollte die Ruhe bewagen und nicht in Panik geraten, auch wenn das schwerfällt. Stattdessen sollte man sich sofort flach hinlegen und versuchen ans Ufer zu robben. Wenn das Eis bricht, ist es unglücklicherweise so, dass eine Selbstrettung fast aussichtslos ist. Man sollte also sofort um Hilfe rufen – sobald man sich länger als etwa sieben Minuten im eiskalten Wasser aufhält, wird es gefährlich.

Wer beobachtet, wie jemand ins Eis einbricht, sollte sofort den Notruf verständigen. Dann muss abgewogen werden, ob man sich selbst in Gefahr bringen würde, wenn man aufs Eis geht – wenn möglich, sollte versucht werden, den Verunglückten vom Ufer aus mithilfe eines Astes, einer Leine oder ähnlichem aus dem Wasser zu ziehen. Wenn man die Bergung nicht vom Ufer aus durchführen kann, sollte man nur liegend aufs Eis und sich vorher mit einer Leine absichern.

Behandlung der Unfallopfer

Verläuft die Rettung erfolgreich, darf man das Unfallopfer nur langsam aufwärmen und so wenig wie möglich bewegen. Der Blutkreislauf zentralisiert sich bei Unterkühlung und beschränkt sich auf die Organe im Bauch. Bei zu viel Bewegung würde das kalte Blut aus den Extremitäten in die Körpermitte fließen, was gefährliche Folgen haben würde.

Badeunfall

Von einem Badeunfall spricht man, wenn sich ein Unfall beim Baden oder Schwimmen ereignet. Nach Schätzungen von Experten passieren allein in Europa Jahr für Jahr rund 20.000 tödliche Badeunfälle.

Bei den meisten Todesopfern handelt es sich um ältere Männer und Kinder. Besonders hoch ist die Anzahl der Badeunfälle in heißen Sommern.

Häufigste Ursache für Badeunfälle ist Unvorsichtigkeit. So unterschätzen viele Betroffenen die Gefahren, die in einem Gewässer lauern können oder wagen sich zu weit hinaus.

Viele Bundesbürger schwimmen auch gerne in Gewässern, die keine offizielle Badestelle haben oder die sie nicht kennen. Um Badeunfälle zu vermeiden, wird empfohlen, die Baderegeln konsequent zu beachten.

Kinder ertrinken schnell und leise - Eltern bemerken oft nichts

Im Gegensatz zu Erwachsenen strampeln und schreien Kinder nicht, wenn sie ertrinken, sondern gehen sofort leise unter

Kleines Mädchen mit Schwimmflügeln im Wasser
Swimming © Brebca - www.fotolia.de

Jeden Sommer müssen die Medien von ertrunkenen Kindern berichten. Bei Kleinkindern ist Ertrinken die zweithäufigste Todesursache – oft stehen Erwachsene daneben, und merken gar nicht, was passiert.

Der Tod im Wasser kommt schnell und leise. In 85 Prozent der Fälle könnte er vermieden werden.

Fünf Zentimeter reichen

Kein Schreien, kein Zappeln - Kinder ertrinken anders als Erwachsene. Da ihr Kopf überproportional groß ist, verlieren speziell Kleinkinder oft das Gleichgewicht. Fallen sie kopfüber ins Planschbecken oder die Badewanne, löst das einen gefährlichen Reflex aus: die Stimmritze schließt sich, das Kind kann nicht mehr atmen.

Ist das Gesicht erst mal im Wasser, können Kinder nicht mehr aufstehen. Statt sich frei zu strampeln oder mit den Armen zu wedeln, gehen sie ganz still unter.

Oftmals kommt dabei gar kein Wasser in die Lungen – das Kind erstickt unter Wasser. Dazu reicht bereits ein Wasserstand von fünf Zentimetern. Nicht selten sterben Kindern daher in

die von Eltern gar nicht als Gefahrenquellen erkannt werden.

Ertrinken geht schnell und still

Erwachsene können sich eine Weile über Wasser halten, auch wenn sie Nichtschwimmer sind. Kleine Kinder gehen dagegen sofort unter.

Da die Stimmritzen schockartig verkrampfen, können sie auch nicht schreien. Statt auf verdächtige Geräusche zu achten, sollten Eltern deshalb aufmerksam werden, wenn ihr Kind plötzlich still wird.

Schwimmhilfen schützen nicht

Schwimmflügel und Schwimmring bieten nur eine trügerische Sicherheit. Denn gegen die Schockreaktion können auch sie nichts ausrichten.

Eltern sollten ihren Nachwuchs deshalb in der Nähe von Wasser immer im Auge behalten. Das gilt für

ebenso wie für

  • Wasserbehälter, wie man sie im Garten verwendet.

Unbekannte Gefahr: sekundäres Ertrinken

Ob Springen, Tauchen oder Rutschen – dass Kinder beim Baden Wasser schlucken, ist normal. Jedes Beinahe-Ertrinken kann jedoch tödliche Folgen haben. Gelangt die Flüssigkeit in die Lunge, können sich Ödeme bilden, die den Gasaustausch stören.

Im Extremfall entwickelt sich eine starke Entzündungsreaktion, die immer weniger Sauerstoff in die Blutbahn gelangen lässt. Selbst wenn das Kind sich anscheinend erholt hatte, kann es Stunden nach dem Einatmen des Wassers ertrinken. Bereits zwei Milligramm Wasser pro Kilo Körpergewicht sind gefährlich.

Falls Ihr Kind nach einer beschwerdefreien Phase wieder

  • verstärkt hustet,
  • schnell und flach atmet oder
  • blaue Lippen bekommt,

sollten Sie schnellstmöglich in die kinderärztliche Notaufnahme fahren. Wichtig: Dem Kind nicht auf den Rücken klopfen oder die Beine in die Höhe halten. Das Wasser lässt sich so nicht aus der Lunge holen. Die Prozedur verschlechtert nur die ohnehin prekäre Sauerstoffversorgung.

Badeunfälle in der Ostsee - Mehrere Urlauber sterben im Meer

Kaum wird es wärmer gibt es schon die ersten Badeunfälle, und das in nur vier Tagen. An der Ostsee kamen ein Rentner und zwei Kinder ums Leben, eine weitere Frau befindet sich noch in Lebensgefahr und nach einem Mann wird noch immer gesucht, der schon am Dienstag mit einem Kajak auf Rügen in See stach und dabei ins Wasser fiel. Bis Mittwochabend blieb die Suche ergebnislos.

Die Wasserschutzpolizei beklagte das Fehlen der Rettungsweste und wies darauf hin, dass 80 Prozent der tödlich Verunglückten keine Rettungswesten getragen hätten. Ein Elfjähriger, der in der Nähe der Mole mit drei Kameraden im Wasser schwamm wurde unter Wasser gespült und ist dabei ertrunken. Er wurde am Mittwochabend tot bei Warnemünde an den Strand gespült. Die Staatsanwaltschaft entscheidet noch über eine Obduktion.

Eine 31-jährige Frau mit neunjährigem Sohn sind in Heringsdorf auf Usedom beim Schwimmen unter Wasser geraten. Das Unglück ereignete sich schon am Sonntag. Während die Frau noch um ihr Leben kämpft, ist der Junge bereits gestorben. Die Ursache ist noch nicht geklärt. Ein 72-jähriger kam bei Trassenheide im Wasser ums Leben. Auch hier ist noch unklar, wie es dazu kam.

Beim Aalfischen ins Meer gespült: Nichtschwimmer trieb 60 Stunden auf Sargdeckel durchs Meer

Tseng Lienfa ist ein Fischer, der im Osten von Taiwan in der Region Hualien am Strand Aale fischen wollte. Dabei haben ihn mehrere Wellen ins Meer gespült. Als Nichtschwimmer hatte er keine Chance gegen die Wellen, um das Ufer zu erreichen. Stattdessen wurde er immer weiter hinausgetrieben. Glücklicherweise schwamm ein Sargdeckel an ihm vorbei, an dem er sich verzweifelt festklammerte.

Er hoffte inständig auf ein vorbeifahrendes Schiff. 75 Kilometer und rund 60 Stunden trieb er so durch das Meer bis ihn endlich die Küstenwache entdeckte.

Bei einer ärztlichen Untersuchung wurden Geschwüre festgestellt, die durch das Salzwasser entstanden waren. Außerdem litt er unter Austrocknung. Der Arzt sah sein Überleben als Wunder an.

Der junge Mann wollte mit dem Aalfischen etwas dazuverdienen, da er demnächst Vater werden sollte.

Die Zahl der tödlichen Badeunfälle in Deutschland ist deutlich angestiegen

Junge beim Baden und Plantschen in einem See oder Fluss
the boy bathes in water. © Andrey Armyagov - www.fotolia.de

Im Jahr 2012 hatte die Zahl der tödlichen Badeunfälle in deutschen Gewässern mit 383 Ertrunkenen ein Rekordtief erreicht. Im vergangenen Jahr jedoch ist die Zahl der Ertrunkenen wieder deutlich angestiegen, wie die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft DLRG mitteilt. Im Jahr 2013 stieg die Zahl der tödlichen Badeunfälle demnach auf 446 Personen.

Viele Männer und ältere Menschen zählen zu den Badetoten

Die meisten von ihnen ertranken in unbewachten Binnengewässern, aber auch in Nord- und Ostsee, sowie in Schwimmbädern, Gartenteichen und privaten Pools starben mehrere Menschen. Die meisten von ihnen waren, wie auch in den Vorjahren, Männer und ältere Menschen über 50 Jahren, die ihre eigenen Fähigkeiten wohl überschätzt haben.

Tödlich verunglückte Kinder und Jugendliche

Laut DLRG ist der enorme Anstieg der Todesfälle vor allem auf den heißen Sommer des letzten Jahres zurückzuführen. Aber auch Einbußen beim Schwimmunterricht an Schulen hätten dazu beigetragen. Die Zahl der tödlich verunglückten Kinder und Jugendlichen beim Schwimmen ist im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr nämlich ebenfalls deutlich von 18 auf 34 angestiegen.

Kopfsprünge in unbekannte oder flache Gewässer können zu schweren Verletzungen führen

Sprung und Eintauchen ins Wasser eines Sees
sprung ins kalte wasser © Thaut Images - www.fotolia.de

Eltern sollten schon ihre Kinder beizeiten auf die Gefahren eines Kopfsprungs in unbekannte seichte Gewässer hinweisen, wie die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) empfiehlt.

Verletzungen an der Wirbelsäule nach Badeunfällen

In Deutschland werden jährlich im Durchschnitt vier Prozent der 1.600 Querschnittslähmungen durch Verletzungen der Wirbelsäule verursacht, die durch Badeunfälle geschehen. Das Durchschnittsalter der Betroffen liegt bei 28 Jahre und in den meisten Fällen spielen Leichtsinn und Selbstüberschätzung sowie auch Alkoholgenuss eine große Rolle.

Eine der schlimmsten Verletzung ist hierbei die der Halswirbelsäule, die zu einer teilweisen oder totalen Lähmung der Arme und Beine führen kann, so dass die Patienten ihr ganzes Leben im Rollstuhl verbringen müssen und auf dauerhafte Pflege angewiesen sind.

Wassertiefe vor dem Sprung in unbekannte Gewässer erkunden

Deshalb sollte man, bevor man in ein unbekanntes Gewässer springt, vorher die Wassertiefe erkunden. Besonders Kopfsprünge in ein flaches Gewässer, aber auch in den heimischen Pool, sind gefährlich. Zudem sollte man auf den Alkoholgenuss beim Schwimmen verzichten.

Bereits 18 Tote beim Baden

Sprung und Eintauchen ins Wasser eines Sees
sprung ins kalte wasser © Thaut Images - www.fotolia.de

Der Sommer mit seinen warmen Temperaturen, langen Tagen und milden Nächten ist für viele Menschen die schönste Jahreszeit. Doch das angenehme Sommerwetter hat auch jedes Jahr aufs Neue seine Schattenseiten. So ertrinken immer wieder Menschen an Badeseen und Flüssen, die ihre Fähigkeiten im Wasser nicht richtig einschätzen können und ertrinken. Eine Bevölkerungsgruppe ist dabei besonders gefährdet.

Allein am letzten Wochenende sind mindestens 18 Menschen beim Baden in öffentlichen Badeanstalten und Gewässern ums Leben gekommen. Allein Mecklenburg-Vorpommern hat 7 Todesopfer zu beklagen. In Berlin und Brandenburg starben 4 Personen, in Nordrhein-Westfalen 2 Personen.

Besonders ältere Männer überschätzen sich häufig

Besonders gefährdet sind dabei immer Männer, die das 50. Lebensjahr bereits erreicht haben. Sie überschätzen sich und ihre Gesundheit. Frauen – auch ältere Frauen – sind hingegen nur selten als Todesopfer zu beklagen. Sie schwimmen auch selten hinaus und genießen lieber die Zeit im flachen Wasser oder am Strand.

Aus diesem Grund warnt das DLRG jedes Jahr aufs Neue vor den Gefahren beim Schwimmen und empfiehlt den Menschen, nur an beaufsichtigten Badestränden zu baden und niemals zu weit und vor allen Dingen nicht alleine auf den offenen See oder das Meer hinauszuschwimmen.

Lebensgefahr nach Badeunfall – Risiko für verzögertes Ertrinken

Baby im Pool - Babyschwimmen
schwimmen21 © fotorena.de - www.fotolia.de

Kinder, die einen Badeunfall erleiden und Wasser in die Lunge aufgenommen haben, sollten von ihren Eltern genau überwacht werden. Denn auch nach 24 Stunden besteht das Risiko für ein verzögertes Ertrinken. Trotz einer vermeintlichen Erholung können lebensgefährliche Atemkomplikationen auftreten. Experten sprechen bei dieser Art Verzögerung von sekundärem Ertrinken.

Wasseransammlungen lösen Sauerstoffmangel aus

Das sekundäre Ertrinken entsteht, wenn es Stunden nach dem Wasserunfall zu Lungenproblemen durch ein ARDS-Syndrom kommt, ausgelöst durch Flüssigkeiten. Wasseransammlungen in der Lunge beeinträchtigen den Gasaustausch und lösen Sauerstoffmangel aus.

Der Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) weist darauf hin, dass diese Fälle unbehandelt zum Tode führen können. Zwar kommt verzögertes Ertrinken relativ selten vor, dennoch sollten Eltern informiert sein.

Symptome: Schnelle Atmung und Teilnahmslosigkeit

Springen Kinder aus großer Höhe ins Wasser, kann Flüssigkeit über die Atmung in die Lunge gelangen. Auch die starken Kräfte, die auf einer Wasserrutsche freiwerden, erhöhen die Gefahr, dass Wasser eingeatmet wird. Bei kleinen Kindern können schon 2 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm bedrohlich werden.

Unmittelbar nach einem leichteren Badeunfall haben Kinder häufig keinerlei Beschwerden. Doch bis zu 24 Stunden später ist das verzögerte Ertrinken möglich. Treten Symptome wie schnelle Atmung oder Teilnahmslosigkeit auf, ist eine sofortige Notfallbehandlung durch einen Arzt erforderlich. Auch blau verfärbte Lippen und Husten sind Hinweise auf eine Lungenkomplikation.

Frühzeitiges Schwimmtraining kann Unfälle durch Ertrinken verhindern

Kinder- und Jugendärzte erklären, dass gezielte Beobachtung und frühzeitiges Schwimmtraining etwa 85 Prozent der Unfälle durch Ertrinken verhindern könnte. Auch umfassendes Wissen im Hinblick auf die Wassergefahr würde zur Reduzierung von Badeunfällen beitragen. Denn meistens geschehen Ertrinkungsunfälle in einem kurzen, unbeobachteten Moment.

Sportunfall

Mit Sportunfällen sind Verletzungen gemeint, die beim Ausüben von sportlichen Aktivitäten entstehen. Von Sportunfällen betroffen können sowohl Leistungssportler als auch Freizeitsportler sein.

In Deutschland machen Sportunfälle rund 20 Prozent aller Unfälle aus. Das heißt, dass pro Jahr bis zu zwei Millionen Bundesbürger Sportverletzungen erleiden.

Typische Sportverletzungen

Mediziner unterscheiden bei Sportunfällen zwischen endogenen und exogenen Verletzungen. Eine endogene Verletzung entsteht ohne äußere Einwirkungen, während eine exogene Verletzung dagegen durch äußere Einwirkungen hervorgerufen wird. Ursachen für endogene Verletzungen sind oft Überanstrengung oder fehlerhaftes Training.

Zu exogenen Verletzungen kommt es meist im Rahmen von körperbetonten Sportarten beim Aufeinandertreffen mit dem Gegner. Zu den häufigsten Sportverletzungen zählen

Verbesserte Sicherheit in der Sportmedizin dank Extremsportlern

Beine von Leichtathleten, Sportlern, die auf einer Laufbahn laufen
Runners on an athletic tarck © Ulrich Müller - www.fotolia.de

Extremsportarten sind gerade unter Sport- und Unfallmedizinern stark umstritten. Viele sehen in ihnen ein unnötig, teils lebensgefährliches Risiko, dem sich die jeweiligen Sportler aussetzen. Zwar geht in vielen Fällen alles gut, weil Erfahrung und Vorsichtsmaßnahmen stimmen. Trotzdem: Geht einmal doch etwas schief, dann sind die Folgen oft verheerend.

Auf dem Kongress der österreichischen Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin in Salzburg stand jetzt das Thema Extremsport zur Diskussion. Dabei interessierte die anwesenden Mediziner nicht unbedingt die Frage, wie das Risiko dieser Sportarten zu bewerten sei - hier herrschte allgemein große Einigkeit.

Gleichzeitig aber wussten die teilnehmenden Ärzte durchaus zu schätzen, dass die Sicherheitsmaßnahmen im Extremsport mit der Zeit stetig an Bedeutung gewannen. Dies wiederum wirke sich langfristig betrachtet ebenfalls positiv auf den ganz gewöhnlichen Freizeitsport aus: Entwicklungen aus dem Extremsport würden hier aufgegriffen und entsprechend den Bedürfnissen angepasst - vom Schutzhelm, der heute in vielen Sportarten Standard ist, bis hin zu ausgeklügelten Spezialsystemen.

Überhaupt blicken die Mediziner eher optimistisch in die Zukunft - neue Methoden aus dem Bereich der Biomedizin wie auch neue Schutzkleidung mit Spezial-Airbags beispielsweise für Motorradfahrer könnten zwar keine Wunder bewirken, aber doch in Zukunft noch besseren Schutz vor Unfallschäden bieten.

Flugunfälle

Von Flugunfällen sind Luftfahrzeuge betroffen. Dazu zählen in erster Linie Flugzeuge und Hubschrauber. Flugunfälle lassen sich in unterschiedliche Arten einteilen. Zu den häufigsten Unglücken gehören

  • Abstürze auf den Boden
  • Kollisionen zwischen zwei Flugmaschinen oder mit dem Erdboden sowie
  • Start- und Landeunfälle,

bei denen das Unglück während des Start- oder Landevorganges passiert. Rund 50 Prozent aller Flugunfälle geschehen bei der Landung, weitere 20 Prozent beim Start der Maschine.

Mögliche Verletzungen

Flugunfälle gelten als besonders gefährlich, da sie meist schwerwiegende oder tödliche Verletzungen zur Folge haben. Zu den häufigsten Verletzungen nach Flugunglücken zählen

  • Knochenfrakturen
  • Verbrennungen
  • Risswunden
  • schwere Blutungen und
  • Schäden an inneren Organen.

Ursachen

Als mögliche Ursachen für Flugunfälle kommen unter anderem

  • menschliches Versagen
  • technische Defekte
  • Navigationsfehler
  • schlechte Sicht oder
  • widrige Wetterbedingungen

infrage.

Auswirkungen von Flugunfällen

Flugunfälle haben oft erhebliche Auswirkungen auf den Flugverkehr sowie auf die daran beteiligten Fluggesellschaften. Ist das Verschulden des Unfalls auf eine Fluggesellschaft zurückzuführen, kann dies für sie beträchtliche Schadensersatzforderungen und sogar Insolvenz zur Folge haben. Mitunter wird auch der Betrieb eines ganzen Flugzeugtyps eingestellt.

Flugunfälle können verheerende Auswirkungen auf den Flugverkehr wie auch die Fluggesellschaft ha
Flugunfälle können verheerende Auswirkungen auf den Flugverkehr wie auch die Fluggesellschaft haben

Gefahrgutunfall

Von einem Gefahrgutunfall ist die Rede, wenn transportierte gefährliche Güter bei einem Unfall an die Umwelt gelangen oder schädliche Auswirkungen auf Menschen, Tiere oder Sachwerte haben.

Auswirkungen

Von einem Gefahrgutunfall können umweltschädliche Stoffe wie zum Beispiel chemische oder radioaktive Substanzen betroffen sein. Werden diese Stoffe freigesetzt, besteht das Risiko von Gesundheitsschäden bei Menschen und Tieren in der Nähe des Unfallortes sowie Schäden an der Umwelt, wie beispielsweise Verseuchung von Luft und Pflanzen oder die Vergiftung von Trinkwasser. Darüber hinaus sind infrastrukturelle oder materielle Schäden in der benachbarten Umgebung möglich.

Als besonders problematisch gilt die Bergung von Gefahrengütern. So bedarf es für ihre sachgerechte und sichere Entsorgung meist erheblichen Aufwands. Außerdem müssen oft auch Personen und Gegenstände, die mit dem Gefahrgut in Berührung gekommen sind, entseucht werden.

Nicht selten ist eine Dekontamination der gesamten Umgebung erforderlich. Die Hilfeleistung bei einem Gefahrgutunfall erfolgt zumeist durch spezielle Einsatzkräfte wie

  • Gefahrgutzüge der Feuerwehr
  • das technische Hilfswerk
  • Katastrophenschutzeinheiten und
  • Umweltbehörden.

Arten von Unfällen

  • Haushaltsunfälle, Arbeitsunfälle, Verkehrsunfälle und Co. - Unfallarten im Überblick

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Kein Kinderspielplatz © Daniel Fuhr - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Forstarbeiter beim Baumfällen © Daniel Nimmervoll - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Horrible burns on female hand isolated on white © Africa Studio - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: flesh wound on male hand © Irata - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Beschädigtes Auto nach Verkehrsunfall © benjaminnolte - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Krankenwagen 3 © Thaut Images - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Fahrradsturz © arborpulchra - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: aeroplane arrivals © Julian Addington-Barker - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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