19. Juli 2007
Der Kreuzbandriss, in Fachkreisen auch Kreuzbandruptur genannt, ist ein Riss des Kreuzbandes im Kniegelenk.
Dreht sich der Oberschenkel ohne den Fuß zu weit, kann es zum Riss kommen. Es handelt sich um zwei sich überkreuzende Bänder, die für die Stabilität des gebeugten Kniegelenks von enormer Wichtigkeit sind. Man unterscheidet das vordere (VKB) und hintere Kreuzband (HKB). Verletzungen am vorderen Kreuzband sind weit häufiger als am hinteren Kreuzband. Besonders Sportler, aber auch alle anderen Alter- und Bevölkerungsschichten können betroffen sein. Ist das Kreuzband gerissen, so führt es schnell zu einer schmerzhaften Schwellung des Kniegelenks. Ist das vordere Kreuzband gerissen, so kann der Unterschenkel bei gebeugtem Knie von hinten nach vorne geschoben werden. Beim hinteren Kreuzbandriss ist es umgekehrt. Man spricht vom Schubladenphänomen.
Ein nicht behandelter Kreuzbandriss hat zur Folge, dass das ständig hoch belastete Kniegelenk nicht mehr voll funktionsfähig und belastbar ist, erneute Schwellungen sind vorprogrammiert. Allerdings operiert man heute nicht unbedingt jeden oder gleich im Anschluss an den entstandenen Riss. Zusätzlich belastende Entzündungen und Schwellungen und damit Schmerzen sollen damit vermieden werden.
In guten orthopädischen Praxen ambulant oder in Krankenhäusern ist die angenehme minimalinversive Operationsmethode gebräuchlich. Bei einem Riss wird das Kreuzband meist durch eine Kreuzbandplastik aus einer Sehne vom Oberschenkel angefertigt. Ein paar Wochen auf Krücken, das Bein hochlagern, kühlen und eine gute Krankengymnastik sind in der Nachsorge unabdingbar. In leichten Fällen oder wenn der Patient nicht operationsfähig ist und er außerdem eine vorwiegend nur sitzende Tätigkeit ausübt, kann auf eine Operation verzichtet werden. Dann wird das Kniegelenk für mindestens sechs bis acht Wochen geschient und anschließend durch eine konsequente Physiotherapie in neue Stabilität gebracht.
Der Mensch ist so konzipiert, dass er auch mit einem Kreuzband bei geringer Belastung gut im Alltags zurecht kommt. Sportarten ohne schnelle Richtungswechsel können sechs Wochen nach erfolgreicher Behandlung wieder aufgenommen werden, schnelle Sportarten wie Fußball oder Skilaufen erst nach ca. sechs Monaten.
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