Gehirnerschütterung - Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugemöglichkeiten

Als Gehirnerschütterung bezeichnet man eine Schädigung des menschlichen Gehirns, bei der es zu einem kurzen Verlust des Bewusstseins kommt. Eine solche Erschütterung entsteht meist durch Unfälle, bei denen der Kopf einem Schlag ausgesetzt wird. Der Patient sollte nach einer Gehirnerschütterung sicherheitshalber 24 Stunden lang beobachtet werden. Lesen Sie über Ursachen, Symptome und Behandlung einer Gehirnerschütterung.

Die Entstehung einer Gehirnerschütterung und wie man sie erkennen und behandeln kann

Ursachen einer Gehirnerschütterung

Gehirnerschütterungen treten vor allem durch Gewalteinwirkung auf den Kopf auf. Meist kommt es zu Stürzen oder Schlägen auf den Schädel. Dafür kommen viele Ursachen in Frage.

Die häufigsten Gründe für Kopfverletzungen wie eine Gehirnerschütterung sind:

In seltenen Fällen kann es auch durch starke Drehungen, Abbremsungen oder Beschleunigungen des Kopfes zu Gehirnerschütterungen kommen, die allerdings schon sehr ausgeprägt sein müssen.

Verlauf einer Gehirnerschütterung

Im Verlauf einer Gehirnerschütterung kann es zu zeitweiligen Störungen der Nervenzellen kommen, wodurch

entstehen. Meistens bleibt diese jedoch folgenlos für den Patienten. In manchen Fällen können einige Monate vergehen, bis die Folgen einer Gehirnerschütterung verschwinden.

Typische Beschwerden sind dabei:

Symptome einer Gehirnerschütterung

Bei einer Gehirnerschütterung (Commotio Cerebri), die auch als leichtes Schädel-Hirn-Trauma bezeichnet wird, kommt es zu einer Schädigung des Gehirns, die mit einem kurzen Bewusstseinsverlust von unter dreißig Minuten einhergeht. Hervorgerufen wird eine Gehirnerschütterung vor allem durch heftige Schläge gegen den Kopf.

Kommt es zu einer Gehirnerschütterung, werden dabei die Funktionen des menschlichen Gehirns für kurze Zeit gestört. Zu Schäden der Gehirnstruktur kommt es jedoch nicht. Wenn schwerere Verletzungen des Gehirns eintreten, handelt es sich nicht um eine Gehirnerschütterung, sondern zum Beispiel um Gehirnprellungen, Gehirnquetschungen oder gar Gehirnblutungen.

Zu den typischen Symptomen einer Gehirnerschütterung gehört eine kurze Bewusstlosigkeit, die wenige Sekunden oder auch bis zu dreißig Minuten andauern kann. Danach kommt es zu heftigen Kopfschmerzen. Auch Schwindelgefühle, Übelkeit und Erbrechen sind bei einer Gehirnerschütterung möglich.

Häufig kommt es auch zu einer Gedächtnislücke (Amnesie) für das Erlebte kurz vor dem Unfall (retrograde Amnesie) oder nach dem erlittenen Unfall (anterograde Amnesie). Eine solche Gedächtnislücke darf aber nicht länger als dreißig Minuten vor dem Vorfall oder etwa eine Stunde nach dem Unfall betragen.

In jedem Fall sollte bei Verdacht auf Gehirnerschütterung sowie Bewusstlosigkeit ein Arzt konsultiert werden.

Besonders wenn es zu folgenden Symptomen kommt, muss unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden:

  • minutenlange Bewusstlosigkeit
  • Schläfrigkeit des Betroffenen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • der Betroffene verwirrt reagiert bzw. nicht ansprechbar ist

In manchen Fällen können die Symptome auch erst ca. sechs bis zwölf Stunden nach einem Unfall in Erscheinung treten.

Diagnose einer Gehirnerschütterung

Um die Schwere einer Gehirnerschütterung zu ermitteln, benutzt man die so genannte Glasgow-Coma-Skala (GCS), die in verschiedene Punktwerte eingeteilt wird. Dabei werden diverse Reaktionen des Betroffenen wie

  • Sprache
  • das Reagieren auf schmerzhafte Reize oder
  • das Öffnen der Augen

getestet. Der Patient erhält für jeden Testpunkt eine bestimmte Anzahl von Punkten auf der Skala. Am Ende der Untersuchung werden die Punkte zusammengezählt. Der beste Wert ist 15, während der schlechteste Wert 3 beträgt.

Bei einem GCS-Wert von 13–15 handelt es sich um ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma, bei einem Wert von 9–12 um ein mittelschweres und bei 5–8 um ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.

Weiterführende Untersuchungen bei einer Gehirnerschütterung

Neben den klinisch-neurologischen Untersuchungen können auch Computertomographien (CT) oder Magnetresonanztomographien zum Einsatz kommen, um mögliche schwerere Schäden festzustellen. Wenn Schmerzen im Nacken auftreten wird auch eine Röntgenaufnahme der Halswirbelsäule gemacht.

In einigen Fällen kann auch ein EEG (Hirnstrommessung) durchgeführt werden. Um Blutgerinnungsstörungen oder den Einfluss von Drogen oder Alkohol auszuschließen, werden oftmals auch Blutuntersuchungen vorgenommen.

Je nach Schwere des Falles entscheidet der Arzt ob ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist.

Behandlung einer Gehirnerschütterung

  • Ist der Verletzte nach einer Gehirnerschütterung bewusstlos, wird empfohlen, ihn in eine stabile Seitenlage zu bringen. Auf diese Weise verhindert man, dass er erstickt, wenn es zum Erbrechen kommt.
  • Auch die Vitalfunktionen sind zu überprüfen.
  • Darüber hinaus sollte der Verletzte nicht unnötig bewegt werden.
  • Geht die Gehirnerschütterung ohne Bewusstlosigkeit ab, ist es wichtig, dass der Betroffene sich ruhig hinlegt.
  • Da die Symptome bei einer Gehirnerschütterung auch erst nach einigen Stunden auftreten können, sollte man den Verletzten genau beobachten und ihn nicht alleine lassen. Dies gilt besonders für Kinder.

Nach einer Gehirnerschütterung ist es ratsam, den Patienten mindestens 24 Stunden lang zu beobachten. Nur Betroffene, die keinerlei Beschwerden oder Anzeichen von schweren Kopfverletzungen aufweisen, können nach der Untersuchung wieder nach Hause gehen. In jedem Fall darf sich der Patient mehrere Tage nicht körperlich anstrengen.

Weiterführende Untersuchungen bei Auffälligkeiten

Wenn nach einer Gehirnerschütterung jedoch Anzeichen wie Veränderungen des Geisteszustandes oder länger anhaltende Übelkeit und Erbrechen auftreten, müssen weitere Untersuchungen erfolgen, um schwerwiegende Gehirnverletzungen auszuschließen.

Dabei stellt der Arzt auch einfache Fragen wie nach dem Datum, dem Ort oder dem Namen, um die Orientierung des Patienten zu überprüfen. Schwerer Verletzte müssen zudem mindestens 24 Stunden lang zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben.

Symptomatische Behandlung bei einer Gehirnerschütterung

Gegen die typischen Symptome einer Gehirnerschütterung wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Schwindelgefühle erfolgt eine symptomatische Behandlung zum Beispiel mit Schmerzmitteln gegen die Kopfschmerzen oder auch eine Physiotherapie gegen eventuell auftretende Nackenschmerzen.

In den meisten Fällen gehen die Symptome bei regelmäßiger körperlicher Schonung nach einigen Tagen wieder von selbst zurück. Einige Aktivitäten wie Sport oder Fernsehen sollten in der ersten Zeit unterbleiben. Absolute Bettruhe ist nicht notwendig.

Vorbeugung einer Gehirnerschütterung

Vorbeugemaßnahmen gegen eine Gehirnerschütterung lassen sich vor allem beim Sport treffen. Besonders bei Sportarten wie

sollte generell ein Helm benutzt werden, um Verletzungen des Kopfes zu verhindern.

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  • Im Krankenhaus © lu-photo - www.fotolia.de

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