4. November 2009
Bei zahlreichen psychischen Störungen und Problemen kann eine Verhaltenstherapie helfen. Dabei wird zunächst eine Verhaltensanalyse erstellt.
Zu Beginn einer Verhaltenstherapie erfolgt zunächst eine Verhaltensanalyse des Patienten, bei der die Probleme des Betroffenen gründlich untersucht werden. Als bewährtes Verhaltensmodell dient dabei die Verhaltensanalyse nach Frederick Kanfer, die auch als SORKC-Modell bezeichnet wird. S steht für Situationen oder Stimuli, durch die das Verhalten ausgelöst wird, O steht für Organismusvariablen wie Vorschädigungen oder bestimmte Besonderheiten, durch die das Verhalten beeinflusst wird, R für Reaktionen, K für Konsequenzen und C für Kontingenzen.
Wichtigste Voraussetzungen einer Verhaltentherapie sind eine genaue Zieldefinition von Patient und Therapeuten, eine aktive Mitarbeit des Patienten, die Übertragbarkeit der erarbeiteten Fähigkeiten in den Alltag, die Verständlichkeit der Therapie für den Patienten, Bedingungsorientierung, Partnerschaftlichkeit zwischen Therapeuten und Patienten, minimale Hilfestellung durch den Therapeuten sowie Hilfe zur Selbsthilfe und die Orientierung an die moderne Psychologie.
In der letzten Phase der Therapie erhält der Patient Fähigkeiten, durch die er nach Ende der Verhaltenstherapie in der Lage ist, Rückschläge zu verkraften und die Ergebnisse der Therapie zu festigen.
Für die Durchführung einer Verhaltenstherapie gibt es zahlreiche Methoden. Welche zur Anwendung kommt, hängt von der Art der Verhaltensstörungen ab.
1. Systematische Desensibilisierung in sensu
Dabei erfolgt eine Behandlung von Ängsten und Phobien, bei der der Patient in seiner Phantasie verschiedene Situationen durchläuft, die ihm mehr oder weniger Angst machen. Außerdem werden Entspannungsverfahren angewandt.
2. Systematische Desensibilisierung in vivo
Auch hierbei werden die Ängste und Phobien des Patienten behandelt. Dieser erlebt nun seine Ängste Schritt für Schritt in der Realität.
3. Reizüberflutung/ Implosionstherapie
Bei der Implosionstherapie wird der Patient mit seinen Ängsten konfrontiert. Dazu wird er zunächst vom Therapeuten gründlich vorbereitet, der ihn dann direkt seinen Ängsten aussetzt, um ihm zu beweisen, dass dies keine Katastrophe für ihn zur Folge hat.
4. Modelllernprogramme
Dabei erfolgt zum Beispiel ein Selbstsicherheitstraining in einer Gruppe. Zur Anwendung kommen solche Modelle bei sozialen Ängsten, unangepassten Verhaltensweisen oder Verhaltensdefiziten.
5. Operante Verstärkungsprogramme
Dabei wird ein erwünschtes, positives Verhalten des Patienten belohnt.
6. Kognitive Verhaltenstherapie
Bei einer kognitiven Verhaltenstherapie sollen negative Überzeugungen und Denkweisen durch positive und realistische Denkweisen ersetzt werden.
7. Entspannungstechniken
Dabei werden Übungen zur körperlichen und geistigen Entspannung vorgenommen. Dazu gehören unter anderem Hypnose, Meditation, Progressive Muskelrelaxation oder Autogenes Training.
8. Biofeedback – Biologische Rückkopplung
Bei einem so genannten Biofeedback werden unbewusste Reaktionen des Körpers wie Schweißausbrüche, Muskelspannung oder Blutdruck bewusst unter Kontrolle gebracht.
Emile Coué hat deutlich gezeigt, dass der Mensch vom ersten bis zum letzten Atemzug Autosuggestion betreibt = denkt und dass die Qualität der ...
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