5. Oktober 2009
Als Immuntherapie bezeichnet man in der Medizin eine Behandlungsmethode zur Beeinflussung des Immunsystems. Dabei werden verschiedene Verfahren angewandt.
Zweck von Immuntherapien ist es, die Widerstandsfähigkeit des Organismus gegen bestimmte Krankheitserreger zu erhöhen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. So sind auch Impfungen gegen Krankheiten wie Kinderlähmung, Windpocken oder Influenza (Grippe) Immuntherapien. Unter Immuntherapien versteht man sämtliche Behandlungsmethoden, bei denen das Immunsystem beeinflusst wird. Zu den verschiedenen Verfahren gehören stimulierende Verfahren, supprimierende Verfahren (Verabreichung von Immunsuppressiva), substituierende Verfahren und modulierende Verfahren.
Als stimulierende Verfahren bezeichnet man aktive Impfungen sowie die Verabreichung von Immunstimulantien bei Krebserkrankungen, um ein geschwächtes Immunsystem zu aktivieren. Bei supprimierenden Verfahren, die bei Autoimmunkrankheiten, Allergien und nach Organtransplantationen zur Anwendung kommen, werden Immunsuppressiva verabreicht. Als substituierende Verfahren bezeichnet man passive Impfungen mit Immunglobulinen wie zum Beispiel gegen Botulismus oder Tetanus sowie die Verabreichung von monoklonalen Antikörpern wie zum Beispiel bei Krankheiten wie Morbus Crohn. Unter modulierenden Verfahren versteht man Behandlungsmethoden wie Hyposensibilisierung bei Allergien oder Immunadsorption, um Autoantikörper und Immunkomplexe im Falle von Autoimmunerkrankungen zu entfernen.
Zur Anwendung kommen Immuntherapien besonders häufig bei Autoimmunkrankheiten, die durch eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen das eigene Gewebe des Körpers verursacht werden. Dabei hält das Immunsystem fälschlicherweise das körpereigene Gewebe für einen Fremdkörper, der bekämpft werden muss, was zu starken Entzündungsreaktionen führen kann. Oftmals ist die Haut davon betroffen. Zu diesen Autoimmunerkrankungen der Haut gehören zum Beispiel Psoriasis (Schuppenflechte), die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), Blasensucht, Sklerodermie, Schmetterlingsflechte, kreisrunder Haarausfall und das Sharp-Syndrom. Um diese Krankheiten zu behandeln werden bestimmte Medikamente, die als Immunsuppressiva bezeichnet werden, verabreicht. Zu den wichtigsten Immuntherapeutika gehören Cortison, Ciclosporin und Methotrexat. Durch Anwendung dieser Medikamente können Reaktionen des Immunsystems unterdrückt und die Symptome der Krankheit gebessert werden.
Weiterhin werden Immuntherapien bei Allergien, Krebserkrankungen oder nach Organtransplantationen vorgenommen, um eine Abstoßung des Organs zu verhindern.
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