28. September 2009
Von Viola Reinhardt
Unfallzeugen oder Menschen, die eine akute Erkrankung wie etwa einen Schlaganfall oder Herzinfarkt mitbekommen, stehen oftmals unbeteiligt als Zuschauer da. Allerdings können schon wenige Maßnahmen auch von einem Laien ausgeführt dazu verhelfen, dass der Erkrankte oder Verletzte weniger Schmerzen hat oder gar deshalb überleben kann.
Acht bis zwölf Minuten brauchen die Rettungskräfte zumeist, bis sie an einem Unfallort eintreffen, wobei es auch durchaus länger dauern kann, weil Wege versperrt sind oder sich der Unfall außerhalb einer Stadt ereignet hat. Nur wenige Länder verfügen über eine Hightech-Ausrüstung und vor allem auch ein solch schnelles Eintreffen am Ort des Geschehens. Und doch wird es sehr oft nötig, dass scheinbar unbeteiligte Menschen beherzt dem Verunglückten helfen bis die Rettungsmannschaft eingetroffen ist. Wegsehen kann tödlich sein und wird auch durch eine unterlassene Hilfeleistung durch die Gerichte bestraft. Allerdings gibt es gerade für Ersthelfer am Unfallort einige Regeln, die man sich in einer ruhigen Minute zu Gemüte ziehen sollte.
Bewusstlose Menschen unterliegen der Gefahr einen Kreislaufstillstand zu bekommen. Rasches Handeln ist also angesagt. Ist der Verunglückte nicht ansprechbar, dann sollte man zunächst die Atmung kontrollieren und bei einem Stillstand sofort den Notarzt alarmieren und selbst mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen. Diese beinhaltet eine Herzdruckmassage sowie eine Beatmung in einem regelmäßigen Wechsel. Beginnend mit der Herzdruckmassage, kniet man neben den Betroffenen, legt einen Handballen auf das untere Drittel des Brustbeins und legt auch den anderen Handballen auf die erste Hand. Danach drückt man mit gestreckten Armen senkrecht auf den Brustkorb, wobei hierbei die Hände rund vier bis fünf Zentimeter tief einsinken sollten und das 30 Mal.
Als nächster Schritt folgt die Beatmung, die damit begonnen wird, dass der Kopf des Verletzten nach hinten gestreckt und dabei dessen Kinn nach oben angehoben wird. Zuvor sollte man sicherstellen, dass nicht die Zunge nach hinten gekippt ist oder sich Erbrochenes oder ähnliches im Mundraum befindet. Mit dem Zeigefinger und Daumen einer Hand hält man dann die Nase des Verunglückten zu und legt selbst die Lippen eng um den geöffneten Mund des Betroffenen. Anschließend bläst man zweimal Luft ein, wobei dies innerhalb eines Zeitraums von einer Sekunde ablaufen sollte. Der Brustkorb des Verletzten sollte sich hierbei deutlich anheben. Setzt hier die Atmung dann selbständig wieder ein, sollte man den Betroffenen sofort in die stabile Seitenlage drehen. Zeigt sich keine Atmung, dann wiederholt man die Wiederbelebung von Beginn an.
Viele Menschen haben Angst vor rettenden Sofortmaßnahmen, da sie befürchten mehr zu schaden als helfen zu können. Doch in der Regel ist genau das Gegenteil der Fall, denn der Mut zum beherzten Eingreifen hat schon vielen Kindern oder Erwachsenen das Leben gerettet. Um hier etwas mehr innere Stärke zu erlangen und vor allem auch ein nötiges Grundwissen, sollte man in regelmäßigen Abständen einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen, den es sowohl allgemein als auch speziell auf verunglückte Kinder gibt. Sicherheit und Wissen stärken einen für solche Momente und daran zu denken, dass man selbst einmal verletzt auf Hilfe wartet und alle sehen nur zu, kann hier eine ganz besondere Triebfeder sein.
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