Verspannungen - Ursachen und Behandlung

Nahaufnahme Hände beim Massieren

Die Entstehung von Verspannungen und wie man sie behandeln und lindern kann

Sehr viele Menschen sind von Verspannungen betroffen. Verspannungen können durch verschiedene Maßnahmen und Therapien gebessert werden.

Ursachen

Verspannungen entstehen durch eine Fehlhaltung oder Fehlbelastung des Menschen. Wer beispielsweise schwere Gegenstände immer auf der gleichen Seite trägt, kann dadurch Verspannungen verursachen.

Wer auf schlechten Matratzen schläft, kann dadurch ebenfalls Verspannungen auslösen. Auch häufiges Sitzen vor dem Computer erzeugt Verspannungen im Nackenbereich.

Wer beruflich oder privat Stress ausgesetzt ist, bemerkt dadurch ebenfalls häufig Verspannungen. Auch Zugluft kann Verspannungen - besonders im Bereich des Nackens - verursachen. Dies geschieht besonders dann, wenn der Betroffene schwitzt und dann bei kühlem Wetter nach draußen geht.

Folgen

Verspannungen können zum Beispiel zu Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen führen. Eine typische Folgeerscheinung von muskulären Verspannungen ist zudem die Chronifizierung des Schmerzes.

So neigen die meisten Patienten dazu, sich körperlich zu schonen. Das Einnehmen einer Schonhaltung hat jedoch meist die Fortsetzung der Schmerzen zur Folge, da die betroffenen Muskeln kaum noch bewegt werden.

Nehmen die Verspannungen einen chronischen Verlauf, wirkt sich dies negativ auf die Leistungsfähigkeit der Patienten aus. Infolgedessen kann es zu Problemen im Beruf und im Alltagsleben kommen. In manchen Fällen gehen die Verspannungen auch mit ernstzunehmenden Erkrankungen einher. Dabei kann es sich um

handeln.

Wann zum Arzt?

Führen die empfohlenen Hausmittel nicht zu einer Besserung der Verspannungen, ist es besser, Hilfe bei einem Arzt zu suchen. So verbirgt sich nicht selten hinter den Schmerzen ein eingeklemmter Nerv.

Auch ein Bandscheibenschaden ist im Bereich des Möglichen. Außerdem gilt es, einen chronischen Verlauf der Verspannungen zu vermeiden.

Diagnose

Halten die Verspannungen länger an, sollte ein Arzt konsultiert werden. Dieser kann die genauen Ursachen der Schmerzen ermitteln.

Anamnese

Im Rahmen einer medizinischen Untersuchung führt der Arzt zunächst eine Befragung des Patienten durch, um die Ursachen für die Verspannungen zu ermitteln. Dabei geht es auch um den Arbeitsplatz und das Verhalten des Patienten im Alltagsleben. So können muskuläre Verspannungen zum Beispiel durch ein ungünstiges Arbeitsumfeld oder eine falsche Körperhaltung hervorgerufen werden.

Körperliche Untersuchung

Anschließend wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Dabei kontrolliert der Arzt die schmerzenden Körperstellen.

Außerdem stellt er fest, ob es sich wirklich nur um Verspannungen und nicht um einen eingeklemmten Nerv oder degenerierte Bandscheiben handelt. Nach der jeweiligen Ursache und dem Ausmaß der Schmerzen richtet sich dann die weitere Behandlung.

Behandlung

Bei starken oder immer wiederkehrenden Verspannungen sollte man einen Arzt aufsuchen. Im akuten Zustand kann dieser ein Schmerzmittel spritzen. Dies behebt jedoch die Ursache nicht. Häufig verordnet der Arzt dann Physiotherapie wie Krankengymnastik oder auch Massagen.

Mit Vitametik Verspannungen lösen

Vitametik ist eine Methode, die zur Entspannung dient und dabei hilft, Stress besser zu bewältigen. Der Begriff "Vitametik" bedeutet soviel wie "Ordnung und Harmonie des Lebens". Besonders bei stressbedingten Verspannungen hat sich das Verfahren bewährt.

Viele Menschen sind in der heutigen Zeit immer wieder starkem Stress ausgesetzt. Oft kommt es deswegen zu Beschwerden wie

So führt Stress dazu, dass sich sowohl die Nackenmuskeln als auch die Muskeln im Bereich der Wirbelsäule verspannen. Schließlich leidet auch die Nervenimpulsversorgung darunter, was eine Störung des Zusammenwirkens von

zur Folge hat. Aufgrund der Schmerzen nimmt der Körper eine Schonhaltung ein, wodurch es zu weiteren schmerzhaften Verspannungen und Reizungen kommt. So bildet sich ein regelrechter Schmerzkreislauf.

Ziel der Vitametik

In der Vitametik versucht man, diesen Kreislauf zu durchbrechen, indem man mit dem Daumen an der seitlichen Halsmuskulatur einen genauen und gezielten Impuls auslöst. Dieser Impuls dient dazu, dem Gehirn zu signalisieren, dass die Anspannung gelöst werden soll.

Daraufhin übermittelt das Gehirn dem Körper die Information, sich zu entspannen und zu regenerieren. Außerdem kommt es zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte.

Durchführung

Bei einer Vitametik-Behandlung legt sich der Patient seitlich auf eine spezielle Anwendungsliege, die man Vita Speed nennt. Durchgeführt wird eine vitametische Anwendung in fünf Teilschritten.

Der erste Schritt besteht darin, dass der behandelnde Vitametiker am seitlichen Halsmuskel die Stelle ertastet, bei der die Verspannung am größten ist. Der nächste Schritt ist der so genannte dynamische Beintest. Dieser dient dazu, die Seite mit der höchsten Verspannung zu ermitteln.

An der Seite, an der die größte Verspannung auf den Halsmuskel besteht, löst der Vitametiker dann den Impuls in einer bestimmten Geschwindigkeit aus. Auf diese Weise wird eine Art Schalter aktiviert, der dem Gehirn Entspannung signalisiert.

Der nächste Schritt der Vitametik-Behandlung besteht aus fünf Minuten Ruhe, die der Patient auf der Anwendungsliege verbringt. Nach dieser Ruhephase prüft der Vitametiker, ob der Körper eine Reaktion zeigt, indem er erneut den Beintest vornimmt.

Anschließend erfolgt eine weitere Ruhephase von 20 Minuten. Damit der Entspannungseffekt anhält, sollte der Patient nach der Vitametik-Anwendung auf körperlich anstrengende Aktivitäten verzichten.

In der Regel nimmt eine Vitametik-Behandlung ca. 60 Minuten in Anspruch. Da die Kosten, die zwischen 30 und 60 Euro liegen, nicht von den Krankenkassen getragen werden, muss der Patient sie selbst übernehmen.

Selbsttherapie

Von muskulären Verspannungen sind vor allem der Rücken, der Nacken sowie die Schulterregion betroffen. Um den schmerzhaften Verspannungen entgegenzuwirken, stehen jedoch verschiedene Mittel zur Verfügung.

So können die Problemstellen mit einer schmerzlindernden Salbe eingerieben werden. Aber auch ein Besuch in der Sauna oder eine Massage sind oft hilfreich.

Hausmittel

Ein bewährtes Hausmittel gegen muskuläre Verspannungen stellt Wärme dar. Zu den gängigsten Wärmeanwendungen zählen

Die Wärme bewirkt, dass sich die verspannten Muskeln lockern können, was wiederum zur Lösung der Verspannungen führt. Ebenfalls zu den Wärmeanwendungen gehört das Auflegen von speziellen warmen Steinen. Diese so genannten Hot Stones verbessern die Durchblutung und bewirken eine Linderung der Beschwerden.

Eine ähnliche Wirkung ist durch die Anwendung eines Kirschkernkissens möglich. Dieses wird vor dem Auflegen auf die Schmerzstelle in einer Mikrowelle leicht erwärmt.

Weitere hilfreiche Hausmittel sind verschiedene pflanzliche Öle. Als schmerzlindernd gilt vor allem das Auftragen von

  • Teufelskralle
  • Weihrauch
  • Arnikablütenöl und
  • Ingweröl.

Das Einreiben der Öle lässt sich gut mit einer Massage verbinden. Ebenfalls einen wohltuenden Effekt bei Verspannungen haben Vollbäder mit Badezusätzen wie Ingwer, Lavendel oder Melisse. So sorgen die entspannenden Bäder sowohl für die Lockerung der Verspannungen als auch für die Entspannung des Badenden.

Eine weitere Möglichkeit gegen Verspannungen sind Lockerungsübungen, bei denen man zum Beispiel Kopf und Schultern kreisen lässt. Werden die Schmerzen dadurch jedoch schlimmer, sollten die Übungen sofort beendet werden.

Soforthilfe bei Rückenverspannungen

Immer mehr Menschen leiden sowohl kurz- als auch langfristig unter hartnäckigen Verspannungen im Bereich des Rückens. Als Ursache kann hierbei Stress ebenso verantwortlich sein als auch eine einseitige Sitzhaltung, wie etwa beim Arbeiten am Computer oder Fließband.

Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind dann die Folge und belasten den Körper und die Seele gleichermaßen. Doch es gibt effektive Sofort-Maßnahmen, die hier eine deutliche Linderung erzielen können, und das auf eine recht sanfte Art und Weise.

Beinwell

Immer wieder sehr gut bewährt hat sich hierbei Trauma-Beinwell (unter anderem in "Traumaplant" aus der Apotheke), da die Heilpflanze Beinwell entzündungshemmend und schmerzlindernd ist. Gerade in Beinwell sind sehr hohe Konzentrationen dieser Wirksubstanzen enthalten und ermöglichen es, bei einer regelmäßigen Anwendung als Salbe schon nach zwei bis vier Tagen, deutlich weniger Rückenschmerzen zu haben als zuvor.

Moorbäder und Infrarotlicht

Moorbäder, Moorkissen oder auch Infrarotlicht sind ebenfalls natürliche Mittel, um den Rückenbeschwerden einen Riegel vorzuschieben. Dank der Erwärmung der verhärteten Muskeln können sich diese wieder dehnen und somit eine schmerzhafte Verspannung nach und nach auflösen.

Heißes Bad

Selbstverständlich kann man auch ein heißes Bad mit entspannenden und heilunterstützenden ätherischen Ölen (z.B. Muskatellersalbeiöl) nehmen oder sich aus der Apotheke Wärme-Pads holen, die ja nach Anbieter bis zu 12 Stunden eine wohlige Wärme auf die gestresste Muskulatur ausüben.

Nackenkissen

Ein spezielles Nackenkissen erleichtert bei Nackenschmerzen das Liegen und vor allem den Schlaf. Solch ein Nackenstützkissen streckt während dem Schlafen die gestauchte Wirbelsäule und bringt sie wieder in eine gesunde Lage. Ergänzend sollte man bei Beschwerden in diesem Bereich dafür sorgen, dass der Hals auch nachts warm gehalten wird, um eine mögliche Zugluft und somit einen steifen Hals abzuhalten.

Selbstmassagen

Selbstmassagen und sanfte Übungen mit dem Kopf, wie etwa vor- und zurücklegen des Kopfes oder ein seitliches Drehen, helfen ebenfalls sehr gut und können selbst bei der Arbeit immer wieder zur Anwendung gebracht werden.

Stufenlagerung

Zeigen sich die Rückenschmerzen als akut massiv, kann auch eine sofortige Stufenlagerung zu einer Linderung verhelfen.

  • Hierzu sollte man sich eine Decke auf den Boden ausbreiten,
  • sich flach darauf legen und
  • die Beine bis zu den Knien auf einen Stuhl legen.
  • Nebenbei sollte man tief in den Bauch einatmen, um mögliche weitere Verkrampfungen und Anspannungen zu reduzieren.

Lassen die Schmerzen nach, sollte man anschließend einen kleinen langsamen Spaziergang unternehmen und wiederum ein Wärmepad auf die schmerzende Stelle am Rücken aufkleben.

Letzter Ausweg: Der Gang zum Arzt

Halten die Schmerzen an, heißt es allerdings zur Abklärung der Ursache einen Arzt aufzusuchen, um einen möglichen Bandscheibenvorfall ausschließen zu lassen.

Homöopathische Mittel

Auch die Homöopathie bietet einige wirksame Mittel gegen schmerzhafte Verspannungen an. Dazu gehören zum Beispiel Dulcamara und Ledum paluste zur Behandlung von Nackensteifheit. Gegen Muskelverspannungen helfen

  • Arnica
  • Bryonia
  • Nux vomica
  • Colocynthis
  • Causticum Hahnemanni sowie
  • Cimicifuga.

Vorbeugung

Wer viel am Schreibtisch oder am Computer arbeitet, vermeidet fortwährende Verspannungen am besten, indem er für einen ergonomischen Arbeitsplatz sorgt. So sollte zum Beispiel auf einen korrekt geformten Stuhl und den richtigen Abstand zum Computer-Bildschirm geachtet werden.

Außerdem ist es wichtig, zwischendurch regelmäßig Pausen einzulegen und sich zu bewegen. Darüber hinaus kann das Ausüben von Entspannungstechniken wie zum Beispiel progressiver Muskelentspannung oder Yoga vorbeugend wirken.

Des Weiteren sollten die betroffenen Muskelgruppen gezielt gestärkt werden. Sportarten wie zum Beispiel Schwimmen wirken sich hier sehr positiv aus. Auch der Gang ins Fitnessstudio kann den Verspannungen vorbeugen, wenn man hier Übungen ausführt, die die Muskulatur stärken. Entsprechende Anweisungen erhält man dort vom Fachpersonal.

Grundinformationen zu Verspannungen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Yoha © Merlyn - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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