Quaddeln - Ursachen und Behandlung

Quaddeln können sich am gesamten Körper bilden. Sie können das Symptom einer Allergie sein.

Die Entstehung von Quaddeln und wie man sie behandeln und lindern kann

Ursachen

Wenn man das Blatt der Brennnessel berührt, bilden sich innerhalb kürzester Zeit kleine rote Quaddeln an dieser Stelle. Der Mensch kommt bei der Berührung mit dem Gift der Pflanzen in Kontakt, welches die Quaddelbildung auslöst.

Erkrankungen

Treten die Quaddeln nach dem Kontakt mit nickelhaltigem Schmuck (z.B. Ohrringen) auf, so hat der Patient vermutlich eine Nickelallergie. Die Ursache einer Allergie ist im Immunsystem des Patienten zu suchen.

Dieses sollte eigentlich Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren abwehren. Bei Allergiepatienten erkennt dessen Immunsystem jedoch einige Stoffe (wie z.B. Nickel, Tierhaare) als Fremdkörper und geht dagegen an. Es entwickeln sich die typischen Allergiesymptome.

Quaddeln sind auch das Symptom einer Urtikaria (Nesselsucht). Hier bilden sich die Quaddeln schubweise, teilweise am gesamten Körper. Nach kurzer Zeit verschwinden sie an diesen Stellen wieder und können an anderen auftreten.

Kinderkrankheiten wie zum Beispiel die Masern werden durch ein Virus verursacht. Dieses wird von Mensch zu Mensch verbreitet und führt unter anderem zu einer Quaddelbildung.

Komplikationen

In der Regel bilden sich die Quaddeln auf der Haut schon nach kurzer Zeit wieder zurück, sodass kaum Komplikationen zu befürchten sind. Die akute Form verschwindet nach spätestens sechs Wochen von selbst wieder.

Bei manchen Menschen ist jedoch ein chronischer Verlauf der Quaddelbildung möglich. Außerdem kann eine Nesselsucht wiederholt zurückkehren. In solchen Fällen ist es überaus wichtig, den auslösenden Faktor bei einer medizinischen Untersuchung herauszufinden.

Wann zum Arzt?

Ein Arzt muss aufgesucht werden, wenn es neben der Quaddelbildung zu weiteren Beschwerden wie

kommt. Im Falle einer Nesselsucht forscht der behandelnde Arzt nach der auslösenden Ursache der Symptome.

Diagnose

Für den Fall, dass sich die Quaddeln nach einigen Tagen nicht wieder zurückbilden oder weitere Symptome auftreten, gilt es, einen Arzt aufzusuchen. Dieser befasst sich erst einmal mit der Krankengeschichte des Patienten.

Anamnese

Muss wegen hartnäckiger Quaddelbildung oder Nesselsucht ein Arzt konsultiert werden, stellt dieser zur Ursachenforschung zunächst einige Fragen an den Patienten. So erkundigt sich der Mediziner

  • nach möglichen Schwankungen bei den Symptomen
  • ob die Nesselsucht auch bei anderen Familienangehörigen vorkommt und
  • ob sich die Beschwerden nach dem Genuss von Tabak und Alkohol noch verschlimmern.

Ebenfalls von Interesse sind psychische Erkrankungen sowie die Einnahme von bestimmten Arzneimitteln.

Labor- und Allergietests

Im Anschluss an die Befragung wird eine Blutuntersuchung vorgenommen. Dadurch lässt sich nachweisen, ob der Patient an einer physischen Krankheit oder einer Infektion mit Keimen wie Herpesviren oder Bakterien wie Heliobacter pylori leidet.

Darüber hinaus kann ein spezieller Autologus Serum Skin Test (ASST) stattfinden. Dieser dient zum Nachweis von Antikörpern, die mit chronischer Nesselsucht in Zusammenhang stehen. Ebenso sind Allergietests wie der Intrakutan-Test, der Prick-Test sowie der Scratch-Test möglich.

Um einer Infektionskrankheit auf die Spur zu kommen, muss der Patient zudem eine Urinprobe und eine Stuhlprobe abgeben. Von dem Herausfinden der Ursache der Quaddelentstehung hängt letztlich die weitere Therapie ab.

Behandlung

Grundsätzlich gibt es diverse Salben und Cremes, die bei Quaddeln angewendet werden können. Dabei ist jedoch immer entscheidend, im Rahmen welcher Erkrankung die Quaddeln auftreten. Bei einigen Krankheiten hilft auch Kortison, das in Form einer Injektion (Spritze) oder als Tablette verabreicht werden kann.

Selbsttherapie

In den meisten Fällen werden Quaddeln durch Nesselsucht hervorgerufen und gehen mit Juckreiz einher. In der Regel bilden sich die Hautausschläge schon nach einigen Stunden von selbst wieder zurück.

Ist eine Allergie der Auslöser für die Quaddelbildung, gilt es, die auslösenden Faktoren konsequent zu meiden, denn dann klingen die Symptome normalerweise rasch ab. Werden die Quaddeln von starkem Juckreiz begleitet, empfiehlt es sich, die betroffenen Stellen mit einem Kühl-Pad oder einem kühlenden Gel zu behandeln. Auf keinen Fall darf der Patient die juckende Stelle stark kratzen, weil dies die Symptome noch verschlimmert und der Heilungsprozess langsamer abläuft.

Hausmittel

Zur Behandlung von Quaddeln können auch verschiedene Hausmittel zum Einsatz gelangen. Dazu gehört zum Beispiel die Anwendung einer Wasser- und Bikarbonatmischung, die man auf die betroffenen Stellen aufbringt. Die Mixtur wirkt sowohl gegen die Quaddeln als auch gegen den Juckreiz.

Als weiteres bewährtes Hausmittel gil Hamamelissalbe. Die Salbe wirkt gut bei Nesselsucht und sorgt für das Zusammenziehen der Blutgefäße. Darüber hinaus verringert sich die Ausschüttung des Histamins.

Hilfreich gegen Nesselsucht ist zudem die Einnahme von maximal 1000 Gramm Vitamin C. Es wird empfohlen, diese Dosis dreimal über den Tag zu verteilen und sie nicht zu überschreiten. Durch seine Menge erreicht das Vitamin C einen Antihistaminikums-Effekt.

Da Nesselsucht mitunter auch durch Stress ausgelöst werden kann, empfiehlt sich das Trinken von Teesorten mit beruhigender Wirkung wie Baldriantee oder Kamillentee. Sinnvoll ist auch das Ausüben von Entspannungstechniken wie Yoga.

Vorbeugung

Ist eine Allergie für das Entstehen der lästigen Quaddeln verantwortlich, gilt es als wichtig, die auslösenden Faktoren herauszubekommen und diese konsequent zu meiden. Dabei kann es sich um Kosmetika, Arzneimittel oder Lebensmittel handeln.

Zur Vermeidung von Quaddelbildung aufgrund von Insektenstichen oder der Berührung von schädlichen Pflanzen wie Brennnesseln sollte längere Kleidung getragen werden.

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