Muskelverspannungen - Ursachen, Ausprägungsformen und Behandlung

Sehr viele Menschen leiden unter Muskelverspannungen. Diese haben unterschiedliche Ursachen, die in der Regel jedoch harmloser Natur sind. Die Verspannungen können durch diverse Therapien gelöst werden; dabei spielen etwa Wärme oder auch Lockerung eine wichtige Rolle. Informieren Sie sich über Ursachen, Ausprägungsformen und Behandlungsmöglichkeiten von Muskelverspannungen.

Die Entstehung von Verspannungen und wie man sie behandeln und lindern kann

Muskelverspannungen - Merkmale und Ausprägungsformen

Unter einer Verspannung versteht man einen schmerzhaften Zustand, der sich vor allem auf die Nacken- und Schultermuskeln bezieht. Aufgrund einer einseitigen Haltung oder Überanstrengung verstärkt sich der Muskeltonus auf Dauer.

Auch andere Körperbereiche können von Verspannungen betroffen sein; dies kommt jedoch seltener vor. Betroffene versuchen den Muskelschmerz durch das unbewusste Einnehmen einer Schonhaltung zu vermeiden, was wiederum die Anspannung andere Muskeln verstärkt - so kommt es zu einem Teufelskreis.

Betroffene Muskeln

In Studien wurde herausgefunden, dass es einen Zusammenhang zwischen Stress- sowie Verspannungsbeschwerden gibt. Dieser Zustand nimmt zu, je älter man wird; besonders betroffen sind Menschen zwischen 44 und 50 Jahren.

Dabei sind es vor allem

  • Schulterblattheber
  • Obergrätemuskel und
  • Trapezmuskel,

die mit Verkürzungen auf anhaltenden Stress reagieren. Ist der Schulterblattheber verspannt, kann dies zu Kopfschmerzen führen, da diese Verspannung auch zur Irritation der Hinterkopfnerven führt.

Dadurch, dass die Muskeln durch Fehlbelastung oder Stress so lange angespannt sind, verhärten sie sich; die normale Dehnbarkeit ist nicht mehr gegeben. Dies hat den Muskelschmerz zur Folge.

Muskelverspannungen am Rücken

Kommt es zu Verspannungen der Rückenmuskulatur, führt dies zu Schmerzen, die sich vor allem im Lendenwirbelsäulenbereich zeigen. Zu den möglichen Auslösern zählen

  • Magnesiummangel
  • ungünstige Körperhaltungen
  • einseitige Belastungen
  • Bewegungsmangel
  • Fehlbelastungen der Rückenmuskeln

Muskelverspannungen an Nacken, Hals (z.B. seitlich) und Schultern

Besonders häufig kommt es am Nacken, an der seitlichen Halspartie sowie an den Schultern zu Muskelverspannungen. Auch hier spielen die im vorherigen Punkt erwähnten eine Rolle. Ebenso kann Zugluft dafür verantwortlich sein.

Muskelverspannung an der Brust bzw. am Brustkorb (Brustwandsyndrom)

In seltenen Fällen kann auch die Brust von Verspannungen betroffen sein. Dies wäre beispielsweise beim so genannten Brustwandsyndrom, welches mit Brustschmerzen einhergeht, der Fall.

Bei diesem betreffen die Verspannungen die Muskeln oder auch die Knorpel-Knochen-Verschiebungen im Brustkorb. Die Beschwerden sind harmlos und werden häufig zudem von

  • Druckschmerzen
  • stechenden Schmerzen und
  • Bewegungsschmerzen

ausgelöst. Typisch ist, dass Symptome eines Atemwegsinfektes oder Luftnot ausbleiben.

Ursachen von Muskelverspannungen

Die Ursache der Schmerzen liegt in verhärteten Muskelbereichen. Durch diese Schmerzen versucht der Patient meist, sich weniger zu bewegen, so dass sich daraus ein Teufelskreis entwickelt.

Muskelverspannungen aufgrund von falscher Bewegung

In den meisten Fällen hat sich der Patient falsch bewegt und so die Muskelverspannungen hervorgerufen. Häufig geschieht dies auch am Arbeitsplatz. Menschen mit einer sitzenden Tätigkeit vor dem Computer sind häufig davon betroffen. Aber auch körperlich arbeitende Menschen können sich Muskelverspannungen zuziehen.

Muskelverspannungen aufgrund von einseitiger Belastung

Muskelverspannungen entstehen auch dann, wenn sich der Mensch einseitig belastet. Die Muskeln der anderen Seite versuchen dies auszugleichen und werden dadurch zu stark beansprucht. Menschen, die schwere Taschen immer auf der gleichen Seite tragen, leiden dadurch meist an Muskelverspannungen.

Muskelverspannungen aufgrund von Verletzungen oder Zug durch kalte Luft

Eine Muskelverspannung kann auch die Folge einer Verletzung sein. Der Körper versucht die verletzte Stelle zu entlasten, was dann jedoch zu einer Überlastung der Muskeln führen kann.

Auch Zug durch kalte Luft kann am Nacken eine Muskelverspannung auslösen. Es kommt dann zum "steifen Hals". Dies geschieht besonders dann, wenn der Betroffene schwitzt und dann bei kühlem Wetter nach draußen geht.

Muskelverspannungen aufgrund von falscher Matratze oder durch Stress

Wer auf schlechten Matratzen schläft, kann dadurch ebenfalls Verspannungen auslösen. Auch häufiges Sitzen vor dem Computer erzeugt Verspannungen im Nackenbereich. Wer beruflich oder privat Stress ausgesetzt ist, bemerkt dadurch ebenfalls häufig Verspannungen.

Hormonelle Muskelverspannungen, z.B. während der Wechseljahre

Muskelverspannungen und -schmerzen treten besonders oft auch während der Wechseljahre auf. Diese Verspannungen sind auf ein hormonelles Ungleichgewicht zurück zu führen.

Besonders Frauen zwischen 45 und 55 Jahren sind betroffen. Lebt man vor Beginn der Wechseljahre sportlich aktiv und gesund, ist das Risiko geringer.

Muskelverspannungen durch geschwollene Lymphknoten, z.B. im Nacken

Kommt es zur Entzündung der Lymphknoten im Nacken, kann dies zu einer Schwellung führen, die ebenso mit Nackenschmerzen einhergeht. Typisch ist in diesem Zusammenhang auch eine Muskelverspannung. Kinder sind eher von geschwollenen Lymphknoten im Nacken betroffen, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist.

Folgen von Muskelverspannungen

Größere Komplikationen sind durch leichte Muskelverspannungen nicht zu befürchten. Allerdings besteht durch die Verspannungen eine erhöhte Anfälligkeit für Verletzungen und weitere Muskelbeschwerden.

Verstauchungen und Verzerrungen durch Verspannungen

Dazu gehören vor allem Muskelzerrungen und Verstauchungen. Außerdem können die Muskelverspannungen einen chronischen Verlauf nehmen, was wiederum zur Reduktion von Muskelgewebe führt.

Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und chronische Schmerzen durch Verspannungen

Verspannungen können zum Beispiel zu Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen führen. Eine typische Folgeerscheinung von muskulären Verspannungen ist zudem die Chronifizierung des Schmerzes.

So neigen die meisten Patienten dazu, sich körperlich zu schonen. Das Einnehmen einer Schonhaltung hat jedoch meist die Fortsetzung der Schmerzen zur Folge, da die betroffenen Muskeln kaum noch bewegt werden.

Nehmen die Verspannungen einen chronischen Verlauf, wirkt sich dies negativ auf die Leistungsfähigkeit der Patienten aus. Infolgedessen kann es zu Problemen im Beruf und im Alltagsleben kommen.

Schwindel durch Verspannungen

Durch Verspannungen kann es mitunter auch zu Schwindelanfällen kommen. Dies ist besonders bei einer verspannten Nackenmuskulatur der Fall.

Missempfindungen (z.B. Kribbeln) durch Verspannungen

Durch Verspannungen kann es auch hin und wieder zu Missempfindungen kommen. Je nach Ursprung der Entspannung kann es sich dabei etwa um ein Kribbeln im Gesicht oder ein Taubheitsgefühl im Arm handeln. Auch eine Überempfindlichkeit, etwa gegenüber Licht, oder Juckreiz, können dazugehören.

Erkrankungen, die mit Verspannungen einhergehen können

In manchen Fällen gehen die Verspannungen auch mit ernstzunehmenden Erkrankungen einher. Dabei kann es sich um

handeln.

Wann sollte man aufgrund von Muskelverspannungen zum Arzt?

Sind die Muskelverspannungen von Dauer, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren, um der Ursache auf den Grund zu gehen. So ist eine genaue Diagnostik sehr wichtig.

Auch wenn die empfohlenen Hausmittel nicht zu einer Besserung der Verspannungen führen, ist es besser, Hilfe bei einem Arzt zu suchen. So verbirgt sich nicht selten hinter den Schmerzen ein eingeklemmter Nerv.

Auch ein Bandscheibenschaden ist im Bereich des Möglichen. Außerdem gilt es, einen chronischen Verlauf der Verspannungen zu vermeiden.

Diagnose bei Muskelverspannungen

Halten die schmerzhaften Muskelverspannungen längere Zeit an, sollte zur Abklärung ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann verschiedene Untersuchungen vornehmen.

Anamnese bei Muskelverspannungen

Wird aufgrund von Muskelverspannungen ein Arzt zu Rate gezogen, befasst sich der Mediziner zunächst mit der Krankengeschichte des Patienten. Dabei möchte er über die Art der Beschwerden Bescheid wissen und welchen Beruf die betroffene Person ausübt.

So können die Muskelprobleme durchaus von einer sitzenden Bürotätigkeit oder dem Tragen von schweren Lasten hervorgerufen werden. Ebenso spielen frühere Verletzungen eine wichtige Rolle.

Körperliche Untersuchung bei Muskelverspannungen

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung steht die Beurteilung der Körperhaltung des Patienten im Mittelpunkt. So lassen sich dabei Fehlhaltungen wie zum Beispiel

feststellen. Darüber hinaus kontrolliert der Arzt die Beweglichkeit der Wirbelsäule und das Gangbild des Betroffenen.

In den meisten Fällen ergeben sich dabei eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten der Wirbelsäule. Außerdem sind die angrenzenden Muskeln oft verhärtet und schmerzen beim Ausüben von Druck. Auch das Gangbild des Patienten zeigt sich meist unsicher.

Weitere Untersuchungsmethoden bei Muskelverspannungen

Leidet der Patient unter sehr schmerzhaften Verspannungen der Muskeln, liefert eine Röntgenuntersuchung Hinweise auf mögliche Verletzungen, Gelenkerkrankungen oder einen Tumor. Mithilfe einer Elektromyographie (EMG) lässt sich die genaue Schmerzstelle bestimmen.

Behandlung von Muskelverspannungen

Krankengymnastik bei Muskelverspannungen

Wenn die Muskelverspannungen durch eine schlechte Körperhaltung entstanden sind, hilft in den meisten Fällen Krankengymnastik, um die Beschwerden zu beheben.

Wärme bei Muskelverspannungen

Im akuten Zustand empfinden die Patienten meist auch Wärme auf der schmerzenden Stelle als angenehm. Dies kann zum Beispiel durch Fangoanwendungen oder während eines Bades geschehen.

Zu den gängigsten Wärmeanwendungen zählen zudem

Die Wärme bewirkt, dass sich die verspannten Muskeln lockern können, was wiederum zur Lösung der Verspannungen führt. Ebenfalls zu den Wärmeanwendungen gehört das Auflegen von speziellen warmen Steinen. Diese so genannten Hot Stones verbessern die Durchblutung und bewirken eine Linderung der Beschwerden.

Eine ähnliche Wirkung ist durch die Anwendung eines Kirschkernkissens möglich. Dieses wird vor dem Auflegen auf die Schmerzstelle in einer Mikrowelle leicht erwärmt.

Massagen bei Muskelverspannungen

Ein Physiotherapeut kann zusätzlich die Muskeln während einer Massage lockern. Grundsätzlich muss jedoch die Ursache der Muskelverspannung behoben werden.

Mit Vitametik Verspannungen lösen

Vitametik ist eine Methode, die zur Entspannung dient und dabei hilft, Stress besser zu bewältigen. Der Begriff "Vitametik" bedeutet soviel wie "Ordnung und Harmonie des Lebens". Besonders bei stressbedingten Verspannungen hat sich das Verfahren bewährt.

Viele Menschen sind in der heutigen Zeit immer wieder starkem Stress ausgesetzt. Oft kommt es deswegen zu Beschwerden wie

  • Muskelverspannungen
  • Rückenschmerzen
  • Nackenschmerzen oder
  • Kopfschmerzen.

So führt Stress dazu, dass sich sowohl die Nackenmuskeln als auch die Muskeln im Bereich der Wirbelsäule verspannen. Schließlich leidet auch die Nervenimpulsversorgung darunter, was eine Störung des Zusammenwirkens von

zur Folge hat. Aufgrund der Schmerzen nimmt der Körper eine Schonhaltung ein, wodurch es zu weiteren schmerzhaften Verspannungen und Reizungen kommt. So bildet sich ein regelrechter Schmerzkreislauf.

Ziel der Vitametik

In der Vitametik versucht man, diesen Kreislauf zu durchbrechen, indem man mit dem Daumen an der seitlichen Halsmuskulatur einen genauen und gezielten Impuls auslöst. Dieser Impuls dient dazu, dem Gehirn zu signalisieren, dass die Anspannung gelöst werden soll.

Daraufhin übermittelt das Gehirn dem Körper die Information, sich zu entspannen und zu regenerieren. Außerdem kommt es zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte.

Durchführung

Bei einer Vitametik-Behandlung legt sich der Patient seitlich auf eine spezielle Anwendungsliege, die man Vita Speed nennt. Durchgeführt wird eine vitametische Anwendung in fünf Teilschritten.

Der erste Schritt besteht darin, dass der behandelnde Vitametiker am seitlichen Halsmuskel die Stelle ertastet, bei der die Verspannung am größten ist. Der nächste Schritt ist der so genannte dynamische Beintest. Dieser dient dazu, die Seite mit der höchsten Verspannung zu ermitteln.

An der Seite, an der die größte Verspannung auf den Halsmuskel besteht, löst der Vitametiker dann den Impuls in einer bestimmten Geschwindigkeit aus. Auf diese Weise wird eine Art Schalter aktiviert, der dem Gehirn Entspannung signalisiert.

Der nächste Schritt der Vitametik-Behandlung besteht aus fünf Minuten Ruhe, die der Patient auf der Anwendungsliege verbringt. Nach dieser Ruhephase prüft der Vitametiker, ob der Körper eine Reaktion zeigt, indem er erneut den Beintest vornimmt.

Anschließend erfolgt eine weitere Ruhephase von 20 Minuten. Damit der Entspannungseffekt anhält, sollte der Patient nach der Vitametik-Anwendung auf körperlich anstrengende Aktivitäten verzichten.

In der Regel nimmt eine Vitametik-Behandlung ca. 60 Minuten in Anspruch. Da die Kosten, die zwischen 30 und 60 Euro liegen, nicht von den Krankenkassen getragen werden, muss der Patient sie selbst übernehmen.

Verspannungen lösen: Selbsttherapie bei Muskelverspannungen

Um gegen schmerzhafte Muskelverspannungen vorzugehen, gibt es einige Möglichkeiten.

Medikamente gegen Muskelverspannungen, z.B. Tabletten oder Salben

Es gibt einige Medikamente, die man bei schmerzhaften Muskelverspannungen einnehmen kann. In der Regel kommen dabei Schmerzmittel zur Anwendung, wie etwa

  • Paracetamol
  • Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Naproxen oder
  • Ibuprofen.

Zudem können auch Salben, die entsprechende Wirkstoffe enthalten, hilfreich sein.

Baden bei Muskelverspannungen

Als besonders hilfreich gilt ein Bad in warmem Wasser. Durch die Wärme lassen sich die Muskeln lockern und die Verspannungen leichter lösen. Nach dem Bad sollten die verspannten Stellen warmgehalten werden.

Wärmflasche und Wärmepflaster bei Muskelverspannungen

Ebenfalls hilfreich ist das Auflegen einer Wärmflasche oder das Auftragen eines Wärmepflasters.

Hausmittel bei Muskelverspannungen

Franzbranntwein bei Muskelverspannungen

Ein altes Hausmittel gegen Muskelverspannungen stellt Franzbranntwein dar, den man in die betroffenen Körperregionen einmassiert. Obwohl er die Haut kühlt, sorgt er gleichzeitig für die Erwärmung der Muskeln. Außerdem lässt sich die Durchblutung mit ihm fördern.

Als hilfreiche Kräuter gegen Muskelverspannungen gelten zudem Melisse, Lindenblüten und Lavendel.

Magnesium bei Muskelverspannungen

Um die Muskeln zu lockern, wird außerdem die Einnahme eines Magnesiumpräparats empfohlen.

Öle bei Muskelverspannungen

Weitere hilfreiche Hausmittel sind verschiedene pflanzliche Öle. Als schmerzlindernd gilt vor allem das Auftragen von

  • Teufelskralle
  • Weihrauch
  • Arnikablütenöl und
  • Ingweröl.

Das Einreiben der Öle lässt sich gut mit einer Massage verbinden. Ebenfalls einen wohltuenden Effekt bei Verspannungen haben Vollbäder mit Badezusätzen wie Ingwer, Lavendel oder Melisse. So sorgen die entspannenden Bäder sowohl für die Lockerung der Verspannungen als auch für die Entspannung des Badenden.

Lockerungsübungen bei Muskelverspannungen

Eine weitere Möglichkeit gegen Verspannungen sind Lockerungsübungen, bei denen man zum Beispiel Kopf und Schultern kreisen lässt. Werden die Schmerzen dadurch jedoch schlimmer, sollten die Übungen sofort beendet werden.

Homöopathie: Homöopathische Mittel bei Muskelverspannungen

Auch die Homöopathie bietet einige wirksame Mittel gegen schmerzhafte Verspannungen an. Dazu gehören zum Beispiel Dulcamara und Ledum paluste zur Behandlung von Nackensteifheit. Gegen Muskelverspannungen helfen

  • Arnica
  • Bryonia
  • Nux vomica
  • Colocynthis
  • Causticum Hahnemanni sowie
  • Cimicifuga.

Soforthilfe bei Rückenverspannungen

Immer mehr Menschen leiden sowohl kurz- als auch langfristig unter hartnäckigen Verspannungen im Bereich des Rückens. Als Ursache kann hierbei Stress ebenso verantwortlich sein als auch eine einseitige Sitzhaltung, wie etwa beim Arbeiten am Computer oder Fließband.

Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind dann die Folge und belasten den Körper und die Seele gleichermaßen. Doch es gibt effektive Sofort-Maßnahmen, die hier eine deutliche Linderung erzielen können, und das auf eine recht sanfte Art und Weise.

Beinwell bei Verspannungen

Immer wieder sehr gut bewährt hat sich hierbei Trauma-Beinwell (unter anderem in "Traumaplant" aus der Apotheke), da die Heilpflanze Beinwell entzündungshemmend und schmerzlindernd ist. Gerade in Beinwell sind sehr hohe Konzentrationen dieser Wirksubstanzen enthalten und ermöglichen es, bei einer regelmäßigen Anwendung als Salbe schon nach zwei bis vier Tagen, deutlich weniger Rückenschmerzen zu haben als zuvor.

Moorbäder und Infrarotlicht bei Verspannungen

Moorbäder, Moorkissen oder auch Infrarotlicht sind ebenfalls natürliche Mittel, um den Rückenbeschwerden einen Riegel vorzuschieben. Dank der Erwärmung der verhärteten Muskeln können sich diese wieder dehnen und somit eine schmerzhafte Verspannung nach und nach auflösen.

Heißes Bad bei Verspannungen

Selbstverständlich kann man auch ein heißes Bad mit entspannenden und heilunterstützenden ätherischen Ölen (z.B. Muskatellersalbeiöl) nehmen oder sich aus der Apotheke Wärme-Pads holen, die ja nach Anbieter bis zu 12 Stunden eine wohlige Wärme auf die gestresste Muskulatur ausüben.

Nackenkissen bei Verspanungen

Ein spezielles Nackenkissen erleichtert bei Nackenschmerzen das Liegen und vor allem den Schlaf. Solch ein Nackenstützkissen streckt während dem Schlafen die gestauchte Wirbelsäule und bringt sie wieder in eine gesunde Lage. Ergänzend sollte man bei Beschwerden in diesem Bereich dafür sorgen, dass der Hals auch nachts warm gehalten wird, um eine mögliche Zugluft und somit einen steifen Hals abzuhalten.

Selbstmassagen bei Verspannungen

Selbstmassagen und sanfte Übungen mit dem Kopf, wie etwa vor- und zurücklegen des Kopfes oder ein seitliches Drehen, helfen ebenfalls sehr gut und können selbst bei der Arbeit immer wieder zur Anwendung gebracht werden.

Stufenlagerung bei Verspannungen

Zeigen sich die Rückenschmerzen als akut massiv, kann auch eine sofortige Stufenlagerung zu einer Linderung verhelfen.

  • Hierzu sollte man sich eine Decke auf den Boden ausbreiten,
  • sich flach darauf legen und
  • die Beine bis zu den Knien auf einen Stuhl legen.
  • Nebenbei sollte man tief in den Bauch einatmen, um mögliche weitere Verkrampfungen und Anspannungen zu reduzieren.

Lassen die Schmerzen nach, sollte man anschließend einen kleinen langsamen Spaziergang unternehmen und wiederum ein Wärmepad auf die schmerzende Stelle am Rücken aufkleben.

Letzter Ausweg bei Verspannungen: Der Gang zum Arzt

Halten die Schmerzen an, heißt es allerdings zur Abklärung der Ursache einen Arzt aufzusuchen, um einen möglichen Bandscheibenvorfall ausschließen zu lassen.

Vorbeugung von Muskelverspannungen

Regelmäßige Bewegungspausen gegen Verspannungen

Damit es gar nicht erst zur Entstehung von schmerzhaften Muskelverspannungen kommt, ist es wichtig, dass der Körper nicht zu lange in einer starren Haltung bleibt. Vor allem bei der Arbeit am Computer empfiehlt es sich, zwischendurch Pausen einzulegen und sich zu bewegen.

Auf diese Weise lässt sich das verspannte Gewebe wieder lockern, was einer Verhärtung entgegenwirkt. Wer sportliche Aktivitäten ausübt, sollte zuvor Aufwärmübungen durchführen.

Ergonomischer Arbeitsplatz gegen Verspannungen

Wer viel am Schreibtisch oder am Computer arbeitet, vermeidet fortwährende Verspannungen am besten, indem er für einen ergonomischen Arbeitsplatz sorgt. So sollte zum Beispiel auf einen korrekt geformten Stuhl und den richtigen Abstand zum Computer-Bildschirm geachtet werden.

Entspannungsmaßnahmen gegen Verspannungen

Außerdem ist es wichtig, zwischendurch regelmäßig Pausen einzulegen und sich zu bewegen. Darüber hinaus kann das Ausüben von Entspannungstechniken wie zum Beispiel progressiver Muskelentspannung oder Yoga vorbeugend wirken.

Muskeltraining gegen Verspannungen

Des Weiteren sollten die betroffenen Muskelgruppen gezielt gestärkt werden. Sportarten wie zum Beispiel Schwimmen wirken sich hier sehr positiv aus. Auch der Gang ins Fitnessstudio kann den Verspannungen vorbeugen, wenn man hier Übungen ausführt, die die Muskulatur stärken. Entsprechende Anweisungen erhält man dort vom Fachpersonal.

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  • Thorwald Dethlefsen, Ruediger Dahlke: Krankheit als Weg: Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder, Bassermann Verlag, 2008, ISBN 3809423777

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