Hüftschmerzen - Ursachen und Behandlung

Die Entstehung von Hüftschmerzen und wie man sie behandeln und lindern kann

Hüftschmerzen können sowohl akut als auch chronisch sein. Der Facharzt für die Behandlung dieser Beschwerden ist der Orthopäde.

Grafik Körper mit Hüftschmerzen

Ursachen

Patienten, die einen Unfall hatten (z.B. Sturz), können unter starken Hüftschmerzen leiden, wenn sie sich dabei die Hüfte gebrochen haben. Untrainierte Menschen können aufgrund von Fehlbelastungen beim Sport unter Hüftschmerzen leiden.

Liegt eine Verspannung am Oberschenkelmuskel, dem so genannten Gluteus medius, vor, der sich an der Hüfte außen entlang zieht, treten ebenso durchaus Schmerzen auf, die gleich Schlimmeres befürchten lassen. In den meisten Fällen zeigt sich allerdings, dass lediglich eine dauerhafte falsche Körperhaltung der Auslöser ist, was sich durch eine gezielte Körpertherapie relativ rasch wieder korrigieren lässt.

Eine weitere Form der Hüftbeschwerden findet sich besonders in der kalten Jahreszeit. Die Kälte scheint dann fast in die Knochen zu kriechen und lässt sowohl im Knie als auch in der Hüfte eine Art Steifgefühl auf den Plan treten.

Sehr häufig ist dann nicht ein Verschleiß der Gelenke dafür verantwortlich, sondern vielmehr eine Übersäuerung des Körpers. Diese wiederum wird durch die Ernährung ausgelöst und kann zu deutlichen Beschwerden auch in der Hüfte führen, da sich feine Kristalle in den Gelenken absetzen und sich wie Sand aneinander reiben.

Erkrankungen

Sehr häufig ist die Ursache der Hüftschmerzen auch auf einen Verschleiß zurückzuführen. Dies ist bei der so genannten Hüftgelenksarthrose der Fall. Langfristig benötigt der Patient dann eine so genannte Hüft-TEP, ein künstliches Hüftgelenk.

Verschleißerkrankungen treten meist bei älteren Menschen auf. Im Laufe des Lebens nutzt sich bei diesen Patienten der Puffer zwischen den beiden Knochen immer mehr ab, so dass irgendwann ein Knochen auf den anderen scheuert und dadurch die Schmerzen verursacht. Auch kommt es zu Einschränkungen der Beweglichkeit. Angeborene Fehlbildungen können jedoch auch zu Verschleißerkrankungen führen, so dass in diesen Fällen auch jüngere Menschen davon betroffen sein können.

Auch eine Entzündung des Hüftknochens, die Hüftarthritis, kann die Ursache von Hüftschmerzen sein. Wird der Knochen schlecht durchblutet oder hat sich im Bereich des Hüftknochens ein Tumor gebildet, so verspürt der Patient ebenfalls Schmerzen in der Hüfte.

Auch Rheuma führt zu Hüftschmerzen. Eine Schleimbeutelentzündung kann ebenfalls die Hüftschmerzen verursachen.

Komplikationen

Ob es bei Hüftschmerzen zu Komplikationen kommt, hängt von der auslösenden Ursache ab. So werden Hüftschmerzen mitunter von ernsthaften Erkrankungen wie

hervorgerufen. Als mögliche Folgeerscheinungen der Hüftschmerzen drohen die Entstehung von

  • Knochensporen
  • anhaltender Mobilitätsverlust
  • Gehbehinderungen sowie
  • der Verfall des Hüftgelenks.

Ebenso ist eine Instabilität der Hüfte möglich.

Wann zum Arzt?

Halten die Hüftschmerzen dauerhaft an, sollte der Patient einen Arzt aufsuchen. Das Gleiche gilt, wenn die Schmerzen bis in den Fuß ausstrahlen. Eine frühzeitige medizinische Behandlung ist überaus wichtig, da sonst Veränderungen an der Muskulatur, den Bändern, Sehnen und dem Gelenk drohen.

Diagnose

Halten die Hüftschmerzen längere Zeit an, ist ein Arztbesuch ratsam. Als beste Anlaufstelle für Beschwerden dieser Art gilt ein Orthopäde.

Anamnese

Wer unter Hüftschmerzen leidet, sucht am besten einen Orthopäden auf. Dieser ist auf Hüftbeschwerden spezialisiert und führt zunächst eine Anamnese durch, um die Ursachen der Schmerzen zu ergründen.

Dabei erkundigt er sich danach, ob die Schmerzen nur auf einer Seite oder auf beiden Seiten der Hüfte vorkommen. Von Wichtigkeit sind außerdem angeborene Knochenfehlbildungen sowie Erkrankungen, Verletzungen oder chirurgische Eingriffe aus der Vergangenheit.

Körperliche Untersuchung

Bei einer körperlichen Untersuchung kontrolliert der Orthopäde den Bewegungsumfang des Hüftgelenks. Dabei lässt sich auch feststellen, auf welche Art die Schmerzen entstehen und ob der Patient an Haltungsschäden leidet oder eine Entzündung der Hüfte vorliegt. Zur körperlichen Untersuchung gehört auch das Überprüfen der Reflexe.

Weitere Untersuchungen

Je nach Einzelfall, können bei einer Untersuchung der Hüfte weitere Untersuchungen erforderlich sein. Dazu gehören vor allem

Bei manchen Patienten ist zudem das Vornehmen einer Computertomographie (CT) oder einer Kernspintomographie (MRT) sinnvoll. Von der genauen Ursache der Hüftschmerzen hängt letztlich die weitere Behandlung ab.

Behandlung

Wie die Hüftschmerzen behandelt werden, hängt von der Grunderkrankung ab. Gegen die Schmerzen kann der Arzt ein Schmerzmittel verordnen oder spritzen. Dieses behebt jedoch in der Regel die Ursache nicht.

Physiotherapie

In vielen Fällen empfiehlt der Arzt dem Patienten auch Physiotherapie. Der Patient erlernt hier Übungen zur Entlastung oder richtigen Belastung der Hüfte. Die krankengymnastischen Übungen müssen vom Patienten auch zu Hause konsequent durchgeführt werden, um eine Besserung der Beschwerden zu erzeugen.

Bei einer Verspannung kommt eine gezielte Körpertherapie zum Einsatz. Diese konzentriert sich darauf, eine einseitige Belastung zum Ausgleich zu bringen und somit für eine beidfüßige Balance zu sorgen.

Schonung

Konnte der Arzt eine Entzündung im Hüftgelenk feststellen, so muss sich der Patient in der Regel ruhig halten und schonen, bis die Entzündung zurückgegangen ist.

Traditionelle Chinesische Medizin

Auch Behandlungsmethoden aus der Traditionellen Chinesischen Medizin wie die Akupunktur können zur Behandlung von Hüftschmerzen eingesetzt werden.

Bei der Akupunktur werden dünne Nadeln in bestimmte Stellen des Körpers gestochen und so die körpereigene Energie angeregt. Neben der Akupunktur kann auch die Akupressur helfen, die Schmerzen zu lindern. Bei der Akupressur werden bestimmte Punkte am Körper mit den Fingern durch Druckmassage behandelt.

Operation

Bei einer Arthrose kann in manchen fällen eine sanfte Bewegung sowie die Einnahme von Chondroitin und Glucosamin nützlich sein. Doch auch eine Operation kann notwendig werden, um die Hüftschmerzen zu heilen.

Einige Patienten benötigen ein künstliches Hüftgelenk. Dieses wird operativ eingesetzt und bereits nach kurzer Zeit kann der Patient mit Hilfe eines Physiotherapeuten bereits die ersten Gehübungen machen.

Um wieder richtig laufen zu können, wird der Patient nach seinem Krankenhausaufenthalt in einer Rehabilitationsklinik weiterbehandelt.

Ein Nachteil solcher Totalendprothesen ist jedoch, dass sie nur begrenzt haltbar sind. Außerdem wachsen die Knochen, die bei dem Eingriff entfernt werden, nicht mehr nach. Aus diesem Grund raten Ärzte jüngeren Patienten unter 55 Jahren von einer vollen Hüftprothese eher ab. Als sinnvolle Alternative speziell für junge und aktive Menschen gilt die Oberflächenersatzprothese.

Die Oberflächenersatzprothese als schonendere Alternative

Diese Mini-Prothese hat diverse Vorteile:

  • Zum einen den, dass sich der Patient nach der Operation schon bald wieder bewegen kann.
  • Außerdem ist die Gefahr, dass sich die Hüftprothese lockert, deutlich geringer, als bei einer Totalendprothese.
  • Ein weiterer Vorteil der Oberflächenersatzprothese ist die Schonung des Knochens.

Im Unterschied zur Vollprothese entfernt man bei der Operation anstelle des gesamten Oberschenkelknochenkopfes lediglich die Gelenkoberflächen von Hüftkopf und Pfanne. Diese werden anschließend mit einer Metallkappe überkront. Durch den Einsatz von speziellen Metalloberflächen vermeidet man Kunststoffabrieb, was eine längere Funktionsdauer möglich macht.

Für die Verankerung der Pfanne im Becken wird in der Regel auf Zement verzichtet. Je nachdem, wie die Beschaffenheit der Knochen ist, lässt sich jedoch auch Zement verwenden.

Der Tag nach der Hüftoperation

Bereits einen Tag nach der Hüftoperation führt der Patient krankengymnastische Bewegungsübungen mit der Oberflächenersatzprothese durch. Auch erste Stehversuche werden gemacht. Mithilfe von Unterarmgehstützen übt der Patient in den folgenden Tagen das Gehen.

Nach dem Verlassen der Klinik sollten stationäre oder ambulante Rehabilitationsmaßnahmen erfolgen.

Mögliche Komplikationen

Im Falle eines späteren Prothesenaustauschs lässt sich dieser einfacher durchführen, da noch genügend Knochensubstanz vorhanden ist. In der Regel erfolgt der Austausch der Prothese nach 15 bis 20 Jahren.

Mögliche Komplikationen, die bei etwa 5 Prozent aller Patienten auftreten, können das Abrutschen der Kopfkappe oder eine Knochenfraktur unterhalb der Kappe aufgrund von Überlastung sein. Da es sich bei der Oberflächenersatzprothese noch um ein relativ junges Verfahren handelt, wird dieser Eingriff bislang nur von wenigen Kliniken angeboten. In Deutschland sind es rund 50 Kliniken.

Selbsttherapie

Kommt es zu Hüftschmerzen aufgrund einer Entzündung, sind Ruhe und Entspannung sehr wichtig. So sollte das Hüftgelenk so wenig wie möglich beansprucht werden. Oftmals reicht die Ruhe bereits aus, um eine Besserung der Beschwerden zu bewirken.

Werden die Schmerzen an der Hüfte durch eine Verletzung, die mit einer Schwellung einhergeht, hervorgerufen, gilt das Auflegen von Eispackungen als hilfreich. Diese Behandlung sollte innerhalb von 48 Stunden erfolgen, damit sich die Schwellung wieder zurückbilden kann.

Bei chronischen Beschwerden sind dagegen meist Wärmeanwendungen hilfreich. So entspannt und lockert die Wärme das Gewebe und sorgt für die Stimulation der Blutzirkulation.

Eine weitere geeignete Therapiemethode sind Massagen. Dadurch werden die Muskeln stimuliert und können besser regenerieren.

Hausmittel

Zur Behandlung von Hüftschmerzen stehen auch einige Hausmittel zur Verfügung. Dazu gehören zum Beispiel Umschläge mit Quark oder Heublumenbädern, Teufelskralle und Arnikablüten.

Auch ein Gelenkwickel aus Heilerde verspricht Abhilfe. Dazu wird ein Brei mit Heilerde fingerbreit auf die schmerzende Stelle aufgetragen und mit einem feuchten Tuch bedeckt. Nach etwa zwei Stunden entfernt man die getrocknete Heilerde wieder.

Ebenfalls als schmerzlindernd gilt das Einreiben des Hüftgelenks mit ätherischen Ölen wie Teebaumöl und Kamillenöl.

Bei einer Übersäuerung des Körpers

Eine Übersäuerung behandelt man durch eine bestimmte Ernährungsweise. Neben einer Ernährung mit basischen Lebensmitteln wie etwa Gemüse, Obst und Natursäften und dem Verzicht auf Wurst, Fleisch, Süßwaren oder auch Milchprodukten, hilft aber auch

  • der regelmäßige Besuch in einer Sauna
  • eine gezielte und verstärkte Atmung sowie
  • eine moderate Bewegung,

die Beschwerden abklingen zu lassen.

Vorbeugung

Hüftschmerzen kann meist nur eingeschränkt vorgebeugt werden. Bei Hüftverschleiß ist es wichtig, möglichst bald einen Arzt aufzusuchen, damit es nicht zur Verschlimmerung der Schmerzen kommt.

Grundinformationen zu Hüftschmerzen

  • Hüftschmerzen - Ursachen und Behandlung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Hüftgelenk Schmerzen Mann © axel kock - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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