Bullöses Pemphigoid

Hautausschnitt mit Ausschlag, Allergie

Typisch ist die Entstehung von Blasen auf der Haut, welche mit klarer oder blutiger Flüssigkeit gefüllt sind

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  • von Paradisi-Redaktion

Als bullöses Pemphigoid bezeichnet man eine Hauterkrankung, die mit Blasenbildung einhergeht. Besonders betroffen von der Autoimmunkrankheit sind ältere Menschen.

Vorkommen

Beim bullösen Pemphigoid handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit. Das heißt, dass das körpereigene Immunsystem Antikörper bildet, die sich gegen Strukturen innerhalb der Haut richten. Das bullöse Pemphigoid zählt zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen, bei denen es zur Bildung von Blasen kommt.

Besonders verbreitet ist die Krankheit bei Menschen über 60 Jahren. Dabei sind Männer deutlich häufiger betroffen als das weibliche Geschlecht. Ohne eine Behandlung besteht die Gefahr, dass das bullöse Pemphigoid mit dem Tod endet.

Ursachen

Hervorgerufen wird das bullöse Pemphigoid durch Autoantikörper. Diese zählen größtenteils zur IgG-Gruppe und richten sich gegen die bullösen Pemphigoid-Antigene 1 und 2. Diese dienen als Verankerungsproteine und sind Teile der Hermidesmosomen, die eine Verbindung zwischen der Oberhaut (Epidermis) und der Basalmembran herstellen.

Durch den Angriff der Antikörper gegen die Antigene kommt es zur Bildung eines Spaltes zwischen Oberhaut und Lederhaut (Dermis). Durch diesen Spalt fließt Flüssigkeit, was wiederum zum Abheben der Oberhaut und der Bildung von Blasen auf der Haut führt. Nicht bekannt ist bislang die Ursache für das Entstehen der Autoantikörper.

In manchen Fällen kann ein bullöses Pemphigoid auch vererbt werden. Nicht selten geht die Hautkrankheit mit einer Krebserkrankung einher. Als weiterer Auslöser kommt die Einnahme von bestimmten Arzneimitteln wie Furosemid, Penicillin oder Diazepam infrage.

Symptome

Zu den typischen Symptomen eines bullösen Pemphigoids gehört die Bildung von Blasen auf der Haut. Bevorzugte Stellen sind

  • der Oberbauch
  • die Innenseiten der Oberschenkel und
  • die Hautfalten.

Ebenso ist an Kopf und Unterschenkeln ein begrenzter Befall mit Blasen möglich. In seltenen Fällen treten die Bläschen auch an den Schleimhäuten auf.

Gefüllt ist das Innere der Blasen mit blutiger oder klarer Flüssigkeit. Kommt es zum Aufplatzen einer Blase, sieht man einen blutigen, flachen Untergrund.

Bei den meisten Patienten heilen die betroffenen Hautstellen ohne Komplikationen wieder ab, ohne dass sich Narben bilden. Mitunter bleiben pigmentierte Flecken auf der Haut zurück. Weitere Symptome des bullösen Pemphigoids sind Schmerzen an den aufgeplatzten Blasen und Juckreiz.

Diagnose

In den meisten Fällen deutet das klinische Erscheinungsbild bereits auf das Vorhandensein eines bullösen Pemphigoids hin. Bei einer ärztlichen Untersuchung wird der Patient nach Vorerkrankungen befragt und seine Haut gründlich untersucht.

Um eine sichere Diagnose zu erhalten, erfolgt zumeist eine Biopsie. Dabei wird etwas Gewebe entnommen, dessen Untersuchung anschließend in einem Labor erfolgt.

Die speziellen Antikörper, die bei einem bullösen Pemphigoid entstehen, lassen sich in der Regel durch eine Blutuntersuchung nachweisen. Außerdem finden eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) und eine Röntgenaufnahme statt, um festzustellen, ob eventuell ein Tumor der Auslöser der Hautprobleme ist.

Behandlung

Lässt sich eine Ursache für das bullöse Pemphigoid wie ein Tumor oder die Einnahme eines bestimmten Medikamentes feststellen, gilt es, diese zu bekämpfen. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Medikamenten, die eine Hemmung des Immunsystems bewirken.

Die meisten Patienten erhalten Glukokortikoide wie Prednisolon. Dazu findet eine Kombination mit Azathioprin statt. Außerdem werden lokale Antiseptika und Steroide auf die Haut aufgetragen.

Eine konsequente Therapie des bullösen Pemphigoids ist überaus wichtig, da die Erkrankung sonst lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann. Erfolgt eine rechtzeitige Behandlung, gilt die Prognose als positiv.

Verschiedene Formen von Hautveränderungen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: An allergic reaction causeing a severe case of hives. © Rob Byron - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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