Wissenswertes zum Pearl Index (PI) und was bei der Verhütung während der Stillzeit zu beachten ist

Funktionsprinzip und Bedeutung des Pearl Index und mögliche Verhütungsmethoden für stillende Mütter

Unter dem Pearl Index versteht man das Maß für die Sicherheit von Verhütungsmethoden. Je niedriger der Wert des Index ausfällt, desto höher ist die Sicherheit der jeweiligen Methode. Verhütet werden muss übrigens, anders als früher angenommen, auch während der Stillzeit, wenn nicht gleich wieder eine Schwangerschaft gewünscht wird.

Nahaufnahme Antibabypillen, Kondom auf aufgerissener Packung

Der Pearl Index (PI) zur Bestimmung der Sicherheit des Verhütungsmittels

Der so genannte Pearl Index dient als Maß, um beurteilen zu können, wie sicher eine Verhütungsmethode ist. Dabei wird angegeben, wie viele Frauen, die sexuell aktiv sind, im Zeitraum von einem Jahr schwanger werden.

Benannt wurde der Pearl Index nach dem amerikanischen Genetiker und Biologen Raymond Pearl (1879-1940), der zu den Mitbegründern der medizinischen Statistik zählt und den Index im Jahr 1932 einführte.

Bestimmungsgrundlage

Grundlage des Pearl Index ist die Anzahl der Schwangerschaften pro 100 Frauen. Diese verhüten ein Jahr lang mit derselben Methode. Die Sicherheit der Verhütungsmethode wird durch den niedrigsten Wert aufgezeigt. Das heißt, wenn zwei von insgesamt 100 Frauen im Zeitraum eines Jahres schwanger werden, beträgt der Pearl Index 2.

Theoretische Methoden- und praktische Gebrauchssicherheit

Allerdings muss man bei diesem Verfahren zwischen der theoretischen Methodensicherheit sowie der praktischen Gebrauchssicherheit unterscheiden. So liegt bei der Antibaby-Pille der Pearl Index fast bei 0. Da manche Frauen jedoch hin und wieder die Einnahme der Pille vergessen oder andere Faktoren wie beispielsweise Erbrechen die Wirkung des Verhütungsmittels beeinträchtigen können, beträgt er eigentlich 0,2 bis 0,5.

Auch natürliche Verhütungsmittel oder Kondome führen aufgrund von Anwendungsfehlern zu Veränderungen des Pearl Index. Je nach Studie kann es beim Pearl Index zu beträchtlichen Abweichungen kommen, da man in der Praxis nicht in der Lage ist, zwischen den beiden Angaben zu unterscheiden.

Letztlich ist der Pearl Index zahlreicher Verhütungsmethoden von der Erfahrung und den Kenntnissen der Anwenderinnen und deren Partner abhängig.

Weitere beeinflussende Faktoren

Ein weiteres Problem ist, dass bestimmte Parameter, die eine statistische Relevanz haben, im Index nicht vorgeschrieben sind.

Dazu gehören vor allem:

  • eine minimale Grundgesamtheit
  • der Umfang der Stichproben
  • die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs

So ist der Pearl Index, wenn er von bestimmten Interessengruppen - wie den Herstellern von Verhütungsmitteln - veröffentlicht wird, meist nur in begrenztem Maße aussagekräftig.

Die Genauigkeit des Pearl Index hängt auch von der Verbreitung der Verhütungsmethode ab und wie lange sie eingesetzt wird, denn je verbreiteter eine bestimmte Methode ist, umso präziser sind die Angaben des Index. Im Endeffekt dient der Pearl Index jedoch nur als Anhaltspunkt.

Früher hieß es immer, dass Stillen die beste Verhütung wäre, da eine stillende Frau nicht schwanger werden könne. Diese Theorie ist zwischenzeitlich jedoch überholt...

Was bei der Verhütung während der Stillzeit zu beachten ist

Auch während der Stillzeit muss eine Frau verhüten, wenn sie nicht gleich wieder schwanger werden möchte.

Unterschiede von Frau zu Frau

Die meisten stillenden Frauen bekommen ihre erste Periode nach der Geburt etwa nach einem halben Jahr wieder. Es gibt aber auch Frauen, die ihre Menstruation erst bekommen, wenn ihr Kind schon den ersten Geburtstag feiert.

Da dies von Frau zu Frau verschieden ist, muss eine Frau auch während der Stillzeit verhüten. Denn auch in dieser Zeit kann sie schwanger werden.

Nach dem ersten Eisprung dauert es noch zwei Wochen, bis eine Frau ihre erste Periode nach der Geburt bekommt. Wann dieser erste Eisprung jedoch auftritt, kann man nicht vorhersagen.

Frauen, die also nicht sofort wieder schwanger werden möchten, müssen in der gesamten Stillzeit verhüten.

Mögliche Verhütungsmethoden

Nicht jede Verhütungsmethode eignet sich jedoch für die Stillzeit.

Die Pille

So kann die frischgebackene Mutter zwar die Pille nehmen, jedoch können nicht alle Pillenpräparate in der Stillzeit eingenommen werden. Der Frauenarzt kann hier jedoch Präparate verschreiben, die ausschließlich Gestagen enthalten und so keinen negativen Einfluss auf die Milchbildung haben.

Dreimonatsspritze

Frauen, die nicht jeden Tag eine Pille schlucken wollen, können sich vom Frauenarzt auch die Dreimonatsspritze verabreichen lassen. Alle drei Monate muss diese erneut gespritzt werden.

Die Hormone der Pille und der Dreimonatsspritze gelangen auch in die Muttermilch und somit auch zum Baby; schädlich soll dies für das Kind allerdings nicht sein.

Spriale oder Hormonspirale

Eine andere Möglichkeit sind die Spirale oder die Hormonspirale. Diese können jedoch erst einige Wochen nach der Geburt eingesetzt werden, wenn sich die Gebärmutter wieder entsprechend zurückgebildet hat.

Je nach Art der Spirale können die monatlichen Blutungen dadurch jedoch sehr stark sein.

Kondome

Am einfachsten ist natürlich immer die Verwendung eines Kondoms. Diese Art der Verhütung ist auch schon wenige Wochen nach der Geburt möglich, egal ob noch Wochenfluss besteht oder nicht.

Fazit

Frauen, die voll stillen und somit nicht zufüttern, haben zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit erst einmal keinen Eisprung und können in dieser Zeit somit nicht schwanger werden, trotzdem sollte man nicht darauf vertrauen.

Welche Verhütungsmethode gewählt wird, hängt vom persönlichen Empfinden der Frau und auch davon ab, ob sie sich zutraut, jeden Tag zur gleichen Zeit ein Präparat einnehmen zu können, so wie dies bei der Pille der Fall ist oder ob sie mehr Vertrauen in eine andere Verhütungsmethode hat.

Grundinformationen und Hinweise zur Verhütung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Birth Control Pills and a Condom. Contraception methods... © ZTS - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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