12. Dezember 2011
Unter dem Pearl Index versteht man das Maß für die Sicherheit von Verhütungsmethoden. Je niedriger der Wert des Index ausfällt, desto höher ist die Sicherheit der jeweiligen Methode.
Der so genannte Pearl Index dient als Maß, um beurteilen zu können, wie sicher eine Verhütungsmethode ist. Dabei wird angegeben, wie viele Frauen, die sexuell aktiv sind, im Zeitraum von einem Jahr schwanger werden.
Benannt wurde der Pearl Index nach dem amerikanischen Genetiker und Biologen Raymond Pearl (1879-1940), der zu den Mitbegründern der medizinischen Statistik zählt und den Index im Jahr 1932 einführte. Grundlage des Pearl Index ist die Anzahl der Schwangerschaften pro 100 Frauen. Diese verhüten ein Jahr lang mit derselben Methode. Die Sicherheit der Verhütungsmethode wird durch den niedrigsten Wert aufgezeigt. Das heißt, wenn 2 von insgesamt 100 Frauen im Zeitraum eines Jahres schwanger werden, beträgt der Pearl Index 2. Allerdings muss man bei diesem Verfahren zwischen der theoretischen Methodensicherheit sowie der praktischen Gebrauchssicherheit unterscheiden. So liegt bei der Antibaby-Pille der Pearl Index fast bei 0. Da manche Frauen jedoch hin und wieder die Einnahme der Pille vergessen oder andere Faktoren wie beispielsweise Erbrechen die Wirkung des Verhütungsmittels beeinträchtigen können, beträgt er eigentlich 0,2–0,5. Auch natürliche Verhütungsmittel oder Kondome führen aufgrund von Anwendungsfehlern zu Veränderungen des Pearl Index. Je nach Studie kann es beim Pearl Index zu beträchtlichen Abweichungen kommen, da man in der Praxis nicht in der Lage ist, zwischen den beiden Angaben zu unterscheiden. Letztlich ist der Pearl Index zahlreicher Verhütungsmethoden von der Erfahrung und den Kenntnissen der Anwenderinnen und deren Partner abhängig. Ein weiteres Problem ist, dass bestimmte Parameter, die eine statistische Relevanz haben, im Index nicht vorgeschrieben sind. Dazu gehören vor allem eine minimale Grundgesamtheit, der Umfang der Stichproben sowie die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs. So ist der Pearl Index, wenn er von bestimmten Interessengruppen wie den Herstellern von Verhütungsmitteln veröffentlicht wird, meist nur in begrenztem Maße aussagekräftig.
Die Genauigkeit des Pearl Index hängt auch von der Verbreitung der Verhütungsmethode ab und wie lange sie eingesetzt wird, denn je verbreiteter eine bestimmte Methode ist, umso präziser sind die Angaben des Index. Im Endeffekt dient der Pearl Index jedoch nur als Anhaltspunkt.
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