Nabelbruch Artikel
Nabelbruch (Hernia umbilicalis)
Von Sibylle Fünfstück
Ein Nabelbruch bei Säuglingen ist nichts Ungewöhnliches. Durch die Durchtrittslücke des Nabels können Eingeweide- oder Weichteile treten und die typische Ausstülpung nach außen verursachen.
Säuglinge haben eine Aussparung um den Nabel herum, durch welche Gefäße und andere Strukturen treten, die das Kind im Mutterleib mit dem Mutterkuchen verbinden. Diese Durchtrittslücke verengt sich nach der Geburt zumeist spontan und schließt sich allmählich im ersten Lebensjahr. In dieser Zeit kann es dazu kommen, dass sich Bauchfell und Eingeweide durch diese Lücke sichtbar nach außen stülpen. Auch wenn die Rückbildung nicht vollständig ist, können solche Auswölbungen entstehen.
In den meisten Fällen muss dieser Durchtritt der Weichteile nicht behandelt werden. Bis zum vierten Lebensjahres des Kindes kann sich der Nabelbruch spontan zurückbilden- solange sind lediglich Kontrolluntersuchungen durch einen Arzt nötig. Bis vor einigen Jahren versorgte man den Nabelbruch mit Heftpflasterverbänden. Da die Pflaster keinen nachweislichen Nutzen haben und scheinbar bei vielen Kindern zu Hautreizungen führen, werden die Brauchstellen in der Regel nicht mehr verbunden.
Der Nabelbruch bei Säuglingen geht selten mit Beschwerden einher. Bei einigen Kindern kann ein leichter, kurzzeitiger ziehender Schmerz beim Hinlegen oder Aufstehen auftreten.
Operiert werden muss der Nabelbruch beim Kind, wenn er starke Beschwerden verursacht, sehr groß ist oder die Gefahr besteht, dass Eingeweide eingeklemmt werden. Bei der Operation wird ein kleiner, halbkreisförmiger Schnitt am unteren Rand des Nabels vorgenommen und die freigelegte Lücke in der Bauchwand mit Nähten verschlossen. Mögliche Komplikationen der Operation wie Entzündungen und Nachblutungen lassen sich gut behandeln. Damit der Nabelbruch nicht wieder auftritt, sollte das Kind einige Wochen warten, bis es wieder auf dem Abenteuerspielplatz herumtobt.
Nabelbrüche können übrigens durch nachträgliches Auseinanderweichen des Bindegewebes auch bei Erwachsenen auftreten. Eine Operation ist wegen dem deutlich höheren Risiko des Einklemmens von Eingeweiden häufig unumgänglich.