14. Juli 2010
Als Paprika bezeichnet man ein Nachtschattengewächs. Seine Früchte lassen sich sowohl als Gewürz als auch als Gemüse verwenden.
Paprika (Capsicum) bezeichnet man auch als Peperoni, Pfefferoni oder Chili. Es gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).
Zu den Verwandten der Paprikapflanze zählen Tomaten, Kartoffeln, Auberginen sowie sämtliche Tabakpflanzen. Sowohl Pflanze als auch Frucht werden Paprika genannt. Bei den Früchten gibt es Unterschiede was Farbe, Größe und Schärfe anbelangt. Die in Europa am häufigsten vorkommende Paprikaart wird als Capsicum anuum bezeichnet. Verantwortlich für die Schärfe der Paprika ist der Stoff Capsaicin, der in höchst unterschiedlicher Konzentration vorkommt.
Paprikapflanzen werden zu den Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrigen Pflanzen gezählt. Das heißt, dass die Samen oberirdisch keimen und zwei Keimblätter bilden. Die krautigen und mehrjährigen Pflanzen können Wuchshöhen von 1,5 Metern erreichen. Die Wurzeln werden in einem Umkreis von 30–40 Zentimetern unter der Oberfläche ausgebreitet und können bis zu 60 Zentimeter in die Tiefe reichen. Als Keimling wird zuerst ein Haupttrieb entwickelt. Dieser bildet dann paarweise Blätter aus. Die ovalförmigen Laubblätter erreichen eine Länge von 30 Zentimetern und eine Breite von 15 Zentimetern. Nach etwa drei Monaten kommt es zur Bildung der ersten Blüte. Das Wachstum der Blüten erfolgt an einem Stiel, der zwei bis fünf Zentimeter lang ist. Sie haben zumeist eine weiße Farbe, können aber auch violett oder grünlich sein. Bestäubt werden die Blüten zumeist durch Insekten, manchmal genügt dazu auch der Wind.
Die Früchte der Paprikapflanze werden kulinarisch als Paprikaschoten bezeichnet. Aus botanischer Sicht gehören sie jedoch zu den Beeren. Die Fruchtwand wird aus einer festen Haut, die man als Exokarp bezeichnet, dem Fruchtfleisch sowie dem Mesokarp und dem Endokarp, der Innenwand, zusammengesetzt. Im Inneren wird die Frucht durch mehrere Scheidewände in unterschiedliche Kammern unterteilt, die nicht völlig voneinander getrennt sind. Auf den Scheidewänden und der Plazenta befinden sich die Samen. Diese füllen teilweise fast den gesamten Innenraum der Paprikaschote aus und haben eine glatte, nierenartige Form sowie eine hellbraune bis schwarze Farbe, was von der jeweiligen Art abhängt. Die Form der Frucht kann sehr verschieden ausfallen und reicht von spitz bis rund. Paprikaschoten weisen recht unterschiedliche Farben auf und können rot, grün oder gelb sein. Es gibt zudem Neuzüchtungen, die eine orangene, violette, schwarze, braune oder weiße Farbe haben. Zur Entstehung der Farbe kommt es durch Carotinoid-Farbstoffe.
Als Ursprungsort der Paprika gelten Mittelamerika und Südamerika, genauer gesagt Brasilien und Bolivien. Von dort aus breiteten sich die einzelnen Paprikasorten durch Vögel bis nach Mittelamerika aus. Nach der Entdeckung Amerikas durch die Spanier, gelangten die Paprikapflanzen auch nach Europa. Von den Spaniern erhielten sie den Namen Spanischer Pfeffer. Im Laufe der Zeit kam es durch den Kolonialismus und den damit verbundenen Welthandel zur Verbreitung der Paprika in den Nahen Osten, nach Afrika, Südostasien und Japan. In vielen Ländern wurde sie als scharfes Gewürz zu einem bedeutenden Teil der heimischen Küche. In Deutschland wurde Paprika jedoch erst nach dem 2. Weltkrieg populär.
Heutzutage baut man Paprika auf der ganzen Welt sowohl in gemäßigten als auch in tropischen Zonen an. Zudem erfolgt der Anbau auch in Gewächshäusern, wodurch eine längere Vegetationsperiode ermöglicht wird. In Deutschland gelangen im Sommer in erster Linie blockige Paprika-Typen aus heimischen Beständen auf den Markt. Darüber hinaus werden Paprikaschoten aus den Niederlanden, Ungarn und Spanien importiert.
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