12. Juni 2006
Babys schreien und stellen so die frisch gebackenen Eltern schon mal auf eine harte Geduldsprobe. Mit dem Schreien möchte das Baby auf seine Bedürfnisse aufmerksam machen. Ist es die nasse Windel, hat das Baby Durst oder langweilt es sich vielleicht einfach? Was aber, wenn es dem Babys scheinbar an nichts fehlt und es sich dennoch nicht beruhigen lässt?
Ein Baby schreit in der Regel zwei bis drei Stunden am Tag. Schreit es mehr als drei Stunden und ist auch durch Wickeln, Füttern oder Schaukeln nicht zu beruhigen, so spricht man von einem Schreibaby. Ein vermehrtes Schreien in den ersten Lebenswochen kann als normal angesehen werden und klingt in der Regel bald wieder ab. Etwa 20% aller Säuglinge werden aber auch nach den ersten Lebensmonaten nicht ruhiger.
Betroffene Eltern fühlen sich häufig schuldig und wissen nicht, wie sie es dem Kind recht machen können. Die Außenwelt reagiert nicht selten mit Ratschlägen, die die Eltern in ihrer Verzweiflung längst beherzigt haben, oder sogar mit Vorwürfen.
Wenn Eltern nicht mehr weiterwissen, können sie eine Beratung in so genannten "Schreiambulanzen" oder speziellen Beratungsstellen in Anspruch nehmen. Den besorgten Eltern wird hier oftmals zum ersten Mal wirklich zugehört. Mögliche Selbstvorwürfe können abgebaut und eine schnelle Hilfe angeboten werden. Die professionelle Unterstützung sorgt dabei nicht nur für ein Aufatmen bei den Eltern, sondern kann zudem späteren Problemen vorbeugen. Aus etwa vier Prozent der Schreibabys entwickeln sich Schreikleinkinder, die Verhaltens- und Aufmerksamkeitsauffälligkeiten aufweisen.
In jedem Fall sollten die Eltern bei einer Schreiattacke versuchen, den Grund des Schreiens aufzuspüren. Es dauert meistens einige Wochen ehe die Eltern ein Gefühl für die Bedürfnisse ihres Nachwuchses haben. Wenn die Ursachenforschung ausgeschöpft ist und sich immer noch keine Besserung eingestellt hat, dann können unterschiedliche Möglichkeiten greifen. Viele Kinder beruhigen sich, wenn man ihnen leise etwas vorsingt.
Während des Schreianfalls kann es helfen, wenn man den Säugling fest in eine Decke wickelt. Die Enge ist ihm aus dem Mutterleib vertraut.
Auch der Körperkontakt zur Bezugsperson kann Wunder wirken. Das Baby sollte auf den nackten Oberkörper gelegt werden. Leises Zusprechen kann zu einer schnellen Beruhigung beitragen.
Babys haben es besonders gern, wenn man sie streichelt und sanft massiert.
Zeigt das Baby Anzeichen von Müdigkeit, sollte es umgehend ins Bett gelegt werden. Laute Geräusche sollten nun vermieden werden, denn nur so kann das Baby endlich zur Ruhe kommen.
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