Gesunde Babynahrung: Die beste Wahl, Tipps zur Ernährung mit der Flasche und eigenen Herstellung

Bei Babys achten die Eltern mehr als bei sich selbst auf gesunde Ernährung. Statt fertige Babygläschen zu verwenden, kann man ohne größeren Aufwand auch selbst für sein Baby kochen. Doch nicht nur die Beikost zählt zu der Säuglingsnahrung - wir geben einen Überblick und passende Hinweise.

Eine gesunde Säuglingsnahrung besteht aus mehreren Komponenten; auch die Wahl des Wasser ist dabei wichtig - Beikost kann man auch einfach selbst machen

Bestandteile gesunder Säuglingsnahrung

Unumstritten ist Stillen das Beste für Mutter und Kind. Doch nicht alle Mütter wollen stillen, und manchmal klappt es einfach auch nicht.

Es gibt immer wieder Kinder, die nicht an der Brust trinken wollen oder können, zum Beispiel, wenn sie krank sind oder wenn die Mutter Brustwarzen hat, aus denen das Baby zu wenig Milch saugen kann. Dann ist es wichtig, dass der Säugling gesunde Nahrung bekommt.

Pre- und Folgemilch

Egal für welche Marke man sich entscheidet, sollte das Kind am Anfang eine so genannte "Anfangsnahrung" oder auch "Pre" genannt bekommen. Diese gibt es von allen Herstellern. Sie ist der Muttermilch am ähnlichsten und wird von den Säuglingen in der Regel gut vertragen.

Der Vorteil dieser Anfangsnahrung besteht darin, dass man das Kind nicht überfüttern kann. Sooft das Baby Hunger hat, kann man ihm eine Flasche Pre-Milch zubereiten.

Anders verhält es sich dann bei einer Folgemilch, die nur nach Anweisung des Herstellers gefüttert werden sollte. Anderenfalls kann das Baby schnell zu dick werden.

"HA-Nahrung"

Leidet die Mutter unter Allergien und kann ihr Baby nicht durch Muttermilch davor schützen, so sollte sie aber zu einer so genannten "HA-Nahrung" greifen, die es ebenfalls von allen Herstellern gibt. Die Abkürzung "HA" steht für "hypoallergene Säuglingsnahrung". Diese Milch enthält Bestandteile, die das Allergierisiko des Säuglings minimieren können.

Die HA-Milch gibt es sowohl als Anfangsmilch für Neugeborene als auch als Milch für etwas ältere Babys. Die erste HA-Nahrung wird als HA-Pre verkauft, die folgenden als HA 1 oder 2.

Grundsätzlich reicht den Babys die Pre-Milch aus, um satt zu werden. Eltern, die trotzdem eine 1er-Milch kaufen möchten, sollten unbedingt auf die Inhaltsstoffe achten. Keinesfalls sollten Honig oder Zusätze wie z.B. Vanille enthalten sein.

Normalerweise ist eine 2-er Milch überflüssig, auch wenn die Hersteller diese immer anpreisen (z.B. durch die Aufschrift: Nach dem vierten Monat geeignet). Den Babys reicht eine Pre oder HA-Pre aus, um sich im ersten Jahr gut entwickeln zu können.

Babybrei

Sobald das Baby ein halbes Jahr alt ist, wird die Milchmenge sowieso reduziert, da das Kind ab dieser Zeit mit

zugefüttert wird.

Ein Ernährungsplan für das erste Lebensjahr

Der Ernährungsplan für Säuglinge und Kleinkinder unterscheidet sich deutlich von dem für erwachsene Menschen. Bei Kindern bis zum vollendeten ersten Lebensjahr kommt es anfangs weniger auf Vielseitigkeit, als auf eine gute Verträglichkeit der Nahrung an. Grundsätzlich unterteilt sich der Ernährungsplan für das erste Lebensjahr in drei Abschnitte.

Erster bis vierter Monat

In den ersten vier Monaten ist die Milchernährung die ausschließliche Kost für den Säugling. Hierbei kommt der Muttermilch eine besondere Bedeutung zu.

  • Sie besitzt nicht nur wertvolle Inhaltsstoffe, die das Abwehrsystem stärken.
  • Das Stillen fördert außerdem die Bindung zwischen dem Neugeborenen und der Mutter.
  • Im Übrigen ist es sehr praktisch, da es das Zubereiten der Nahrung erspart.

Kritiker des Stillens sprechen davon, dass Muttermilch in der heutigen Zeit viele Schadstoffe enthalte. Diese Aussage kann nicht ganz widerlegt werden, dennoch ist davon auszugehen, dass Muttermilch weniger Schadstoffe enthält als Fertigmilch, sofern die Stillende auf ihre Lebensgewohnheiten achtet.

Wenn Mutter und Säugling das Stillen vertragen, kann das Kind bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat voll gestillt werden. Auch in den darauffolgenden Monaten kann dem Kind Muttermilch gegeben werden, zusätzlich erhält es eine Beikost.

Müttern, die nicht stillen können oder dies aus Bequemlichkeit nicht wollen, stehen Fertigmilchprodukte zur Verfügung. Sie sind in drei Klassen eingeteilt, wobei sich diese nach dem Alter des Kindes richten. Für Säuglinge, die besonders sensibel reagieren, stehen spezielle Produkte zur Verfügung.

Fünfter bis neunter Monat

Ist das Kind fünf Monate alt, wird eine Beikost eingeführt, welche die ausschließliche Milchernährung nach und nach ablöst.

  • Zunächst besteht der an Stelle einer Milchmahlzeit gegebene Brei aus Karotten. Er wird löffelweise gegeben. Dieser Brei erleichtert nicht nur die Anpassung an die folgenden Ernährungsphasen, er lässt sich auch leicht schlucken.

  • Nachfolgend werden andere Gemüsesorten verwendet, die sich mit Kartoffeln ergänzen, wobei blähendes Gemüse vermieden werden.

  • Anschließend wird ein Brei aus Kartoffeln, Gemüse und Fleisch gekocht.

  • Später können die Kartoffeln durch Getreide und das Gemüse durch Obst ersetzt werden.

Fortan ist auf einen ausgewogenen Ernährungsplan zu achten. Wer einen Brei herstellt, sollte sich über den Vitamin- und Mineralstoffgehalt der Lebensmittel bewusst sein. Informationen zur eigenen Herstellung von Brei finden Sie weiter unten.

Wer Fertigkost verwendet, hat es sowohl bei der Auswahl als auch bei der Zubereitung relativ leicht. Der Hersteller gibt an, für welche Lebensmonate der jeweilige Brei geeignet ist. Bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, dass sich unter den Inhaltsstoffen weder Farb- noch Konservierungsstoffe befinden. Auch Salz, Gewürze und Zucker sollten vermieden werden.

Ab dem zehnten Monat

Ist das Kind zehn Monate alt, kann langsam zur so genannten Familienkost übergegangen werden, wobei nicht nur auf Ausgewogenheit, sondern auch auf Verträglichkeit geachtet wird. Nahrungsmittel, die allergieauslösend wirken können, werden dem Kleinkind im ersten Lebensjahr nicht verabreicht. Dies sind unter anderem:

Hinweise zur Ernährung mit der Flasche

Das Beste für ein Baby ist es, wenn es von der Mutter gestillt wird. Wird das Baby hingegen mit der Flasche ernährt, so gibt es einige Dinge zu beachten.

Muttermilch als Vorbild

Die Muttermilch verfügt über alle wichtigen Merkmale, die es auch beim Füttern mit Milchnahrung zu adaptieren gilt:

  • Muttermilch hat immer Trinktemperatur.
  • Muttermilch ist durch die richtigen Bestandteile immer auf die Bedürfnisse des Kindes eingestellt.
  • Muttermilch kann nicht zu schnell in den kleinen Mund des Babys laufen.
  • Muttermilch ist gesund und fördert die Nähe zwischen Mutter und Kind.

Kann oder will eine Mutter ihr Baby nicht stillen, so bleibt natürlich keine andere Möglichkeit, als das Baby mit der Flasche zu ernähren. Auch hier sollte die Mutter versuchen, während des Fütterns eine innige Beziehung zum Baby aufzubauen, so wie dies beim Stillen automatisch passiert.

So wählen Sie die richtige Flache mit Sauger aus

Die Hersteller bieten den Eltern viele verschiedene Flaschen und Sauger an. Letztere sind in unterschiedlichen Größen erhältlich, je nach Alter des Kindes. Darauf sollte man beim Kauf unbedingt achten und auch darauf, ob es sich um einen Milch- oder zum Beispiel einen Breisauger mit einem deutlich größeren Loch handelt.

So bereiten Sie die Babynahrung richtig zu

Für die Herstellung der Milchnahrung verwendet man am besten stilles Mineralwasser, das ausdrücklich für Babynahrung geeignet ist. Genauso gut ist aber auch frisches Leitungswasser. Dazu sollte man das Wasser erst kurz laufen lassen, bevor man es für das Milchfläschchen verwendet. Das Wasser wird dann erwärmt und das Milchpulver gemäß den Angaben des Herstellers angerührt.

So füttern Sie richtig

Keinesfalls sollte man zu viel Pulver einrühren, weil man beispielsweise der Meinung ist, das Baby würde nicht mehr satt werden. Dies kann dem Baby schaden. Lieber gibt man nach kurzer Zeit nochmals ein Fläschchen oder erhöht die Trinkmenge, wenn das Baby wirklich nicht mehr satt wird.

Am besten eignet sich die so genannte Pre-Nahrung oder HA-Pre-Nahrung, da diese der Muttermilch am ähnlichsten ist und das Baby damit nicht überfüttert werden kann.

Bäuerchen machen

Das Baby sollte das Milchfläschchen jedoch nicht auf einmal austrinken, da sonst Blähungen die Folge sein können. Je nach Milchmenge sollte man das Baby zwischendurch hochnehmen, ein Bäuerchen machen lassen und dann wieder weitertrinken lassen.

Natürlich muss auch die Temperatur der Milch überprüft werden, bevor das Baby gefüttert wird. Und Dauernuckeln sollte vermieden werden, da sonst die Zähnchen Schaden nehmen können.

Nachbereitungen

Nach dem Füttern müssen natürlich Flasche und Sauger gründlich gereinigt und ggfs. sterilisiert werden, damit sich das Baby nicht mit Keimen infizieren kann.

Babynahrung selber machen

Gesunde Ernährung bei Babys ist für fürsorgliche Eltern das Wichtigste. Daher entscheiden sich auch viele Frauen fürs Stillen, statt für die industriell hergestellte Babynahrung aus dem Fläschchen. Doch mit etwa einem halben Jahr reicht den Babys die Milch alleine nicht mehr aus – die Beikostzeit beginnt.

Anfangs füttert man mittags einen Gemüse-Fleisch-Brei, später gibt es abends einen Milchbrei und zu guter Letzt wird die Nachmittagsflasche durch einen Obstbrei ersetzt. Die Babykosthersteller bieten für diese Mahlzeiten natürlich unzählig viele verschiedene Gläschen an.

Beliebte Breisorten und deren Zubereitung

Wer jedoch Geld sparen und zudem wissen möchte, was genau das Baby isst, der kann die Babynahrung selbst zubereiten. Egal ob Obst oder Gemüse – fürs Baby sollte man am besten biologische Produkte verwenden.

Ohne die Zugabe von Salz, Pfeffer oder Gewürzen kocht man für den Gemüse-Obst-Brei je nach Belieben und Vorlieben des Babys

schonend weich und püriert es anschließend ganz fein. Auf die gleiche Weise kann man auch Obst wie zum Beispiel

kochen und pürieren und zusammen mit ein paar Getreideflocken als Nachmittagsbrei füttern. Natürlich kann auch der Milchbrei für den Abend selbst zubereitet werden. Dazu verwendet man abgepumpte Muttermilch oder Fertigmilch und rührt hier Getreideflocken unter.

Vorteile

Das Kochen ist nicht unbedingt viel Arbeit, wenn man nicht jeden Tag frisch kocht. Völlig problemlos kann man zum Beispiel einmal pro Woche eine größere Portion des Gemüse-Fleisch-Breis kochen und portionsweise einfrieren. So braucht man für jedes Mittagessen nicht stundenlang am Herd zu stehen, da man die eingefrorene Portion lediglich noch auftauen muss.

Selber kochen hat einen weiteren Vorteil: Es spart nicht nur Geld, sondern die Kinder merken dadurch, dass nicht jeder Gemüse-Fleisch-Brei wie der andere schmeckt. Fertige Babygläschen der gleichen Sorte schmecken immer gleich. Babys, die mit Selbstgekochtem groß werden, sind später häufig unkompliziertere Esser als Babys, die mit Gläschenkost aufwachsen.

Was bei der Wahl des Wassers zu beachten ist

Bei sich selbst achten viele zu wenig auf die Qualität von Essen und Trinken. Bei den Babys hingegen sind sich die meisten Eltern einig, dass sie bewusst darauf achten möchten, was es isst und trinkt.

Dazu gehört nicht nur biologisch angebautes Obst und Gemüse, sondern auch die Wahl des richtigen Trinkwassers. Dieses wird nicht nur zum Trinken benötigt, sondern auch zur Herstellung der Babynahrung wie zum Beispiel eines Breis.

Leitungswasser

Wer in Deutschland wohnt, kann für die Zubereitung der Babynahrung bedenkenlos Leitungswasser verwenden. Auch zum Durstlöschen eignet sich das Wasser aus dem Wasserhahn perfekt, es sei denn, man bezieht es aus einem eigenen Brunnen oder hat noch alte Wasserleitungen.

Wasserqualität überprüfen lassen

Dann sollte man einen Fachmann zu Rate ziehen. Dieser kann überprüfen, ob das Wasser trotz alter Rohre oder eigenem Brunnen einwandfrei ist.

Gleiches sollte man übrigens auch tun, wenn man ein neu gebautes Haus mit Kupferrohren hat. Diese können minimale Reste des Kupfers an das Leitungswasser abgeben, was wiederum dem Baby schaden könnte. Normalerweise ist Leitungswasser aber unbedenklich, da es regelmäßig kontrolliert und überprüft wird.

Wasser laufen lassen oder abkochen

Die Rückstände im Wasser kann man minimieren, indem man kaltes Wasser erst ein wenig laufen lässt, bis man es verwendet. Benötigt man warmes Wasser, so sollte kaltes Wasser übrigens lieber im Wasserkocher erwärmt werden, als dass man warmes Leitungswasser nimmt.

Wer mit dem Leitungswasser auf Nummer sicher gehen möchte oder ein Neugeborenes hat, der sollte das Wasser abkochen. Gerade Neugeborene reagieren nämlich häufig empfindlich auf minimalste Spuren von Rückständen.

Mineral- und Babywasser

Wenn man seinem Baby Mineralwasser zu trinken geben möchte oder dieses Wasser für die Zubereitung der Babynahrung verwenden möchte, dann sollte man auf der Flasche nach dem Hinweis "Für die Zubereitung von Babynahrung geeignet" suchen.

  • Das Wasser sollte wenige Mineralstoffe enthalten und auch nitratarm sein.
  • Außerdem sollte es keine Kohlensäure enthalten.

Das in den Supermärkten und Drogerien erhältliche Babywasser (man findet es im Babyregal) kann natürlich ebenfalls verwendet werden. Dieses Wasser ist keimfrei, aber auch wesentlich teurer als Mineralwasser und Leitungswasser.

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