28. Januar 2010
Als Neuroleptika bezeichnet man Medikamente zur Behandlung von bestimmten psychischen Erkrankungen. Zum Einsatz kommen sie vor allem zur Therapie von Schizophrenien, Manien und Psychosen.
Zweck von Neuroleptika, die man auch als Antipsychotika bezeichnet, ist die Behandlung von verschiedenen psychischen Erkrankungen durch den Einsatz von psychotropen Substanzen. Diese haben eine psychomotorische, antipsychotische und sedierende Wirkung. Das bedeutet, dass sie einen dämpfenden und beruhigenden Einfluss auf das Nervensystem haben. So können Neuroleptika auch als Nervendämpfungsmittel bezeichnet werden. Mit Hilfe von Neuroleptika lassen sich Wahnvorstellungen und Halluzinationen, unabhängig von ihrer Ursache, wirksam beeinflussen. Darüber hinaus werden emotionale Erregungen gedämpft sowie Ausdrucksmotorik, Antrieb und Spontanbewegungen vermindert. Die intellektuellen Fähigkeiten des Patienten bleiben dabei aber erhalten.
Zur Anwendung kommen Neuroleptika vor allem bei Psychosen, Manien und Schizophrenien. Aufgrund ihrer beruhigenden Wirkung werden sie teilweise auch bei verschiedenen Formen von Demenz eingesetzt. Seit 1955 wird diese Art von Medikamenten als Neuroleptika bezeichnet. In den letzten Jahren ist auch die Bezeichnung Antipsychotika gebräuchlich.
Die Wirkungsweise von Neuroleptika liegt darin, dass sie die Wirkung des wichtigen Neurotransmitters Dopamin bzw. der Dopamin-D2-Rezeptoren im Gehirn blockieren. Dopamin ist ein Nervenbotenstoff, der für den Hirnstoffwechsel zuständig ist. Darüber hinaus ist Dopamin von entscheidender Bedeutung für die Wahrnehmung, die Konzentration, die Bewegung und die Wachheit des Menschen. Kommt es zur Blockade der D2-Rezeptoren im limbischen System, entsteht ein antipsychotischer Effekt, wodurch Erregung und Angst positiv beeinflusst werden. Durch die Wirkung der Neuroleptika lassen sich zudem psychotische Symptome wie Halluzinationen oder Wahnvorstellungen bessern. Die Neuroleptika haben jedoch den Nachteil, dass sie nicht spezifisch wirken, sodass es zu einigen unerwünschten Nebenwirkungen kommen kann. Modernere Neuroleptika rufen jedoch weniger Nebenwirkungen hervor als klassische. Welche Dosis verabreicht wird, ist von den jeweiligen Symptomen des Betroffenen abhängig.
Unterteilt werden Neuroleptika in nieder potente Neuroleptika, hoch potente Neuroleptika und Depot-Neuroleptika. Nieder potente Neuroleptika haben nur eine schwache antipsychotische Wirkung. Dafür sind sie stark sedierend. Eingesetzt werden sie bei Angstzuständen, Zwängen und psychomotorischer Erregbarkeit. Zu den gängigsten Präparaten gehören u.a. Atosil, Dipiperon und Truxal. Hoch potente Neuroleptika wirken stark antipsychotisch und nur wenig sedierend. Sie kommen vor allem gegen chronische Schizophrenien, Wahnvorstellungen und Halluzinationen zur Anwendung. Bevorzugte Medikamente sind Haldol, Glianimon und Orap. Depot-Neuroleptika dienen zur Rezidivprophylaxe bei schizo-affektiven und schizophrenen Psychosen. Zum Einsatz kommen dabei Präparate wie Daptum und Flunaxol.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
28.05.12 | |
![]() | NEUROLEPTIKA |
21.02.12 | |
![]() | NEUROLEPTIKA |
09.02.12 | |
![]() | NEUROLEPTIKA |
28.01.12 | |
![]() | NEUROLEPTIKA |
16.01.12 | |
![]() | NEUROLEPTIKA |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Neuroleptika Forum

