Wissenswertes zum Wasserkocher

Bei einem Wasserkocher handelt es sich um ein beliebtes elektrisches Küchengerät. Er wird mit Wasser erhitzt.

Die Vielfalt der Wasserkocher

Wasserkocher zählen zu den effektivsten und gebräuchlichsten Küchenutensilien. Ihre Bedienung ist überaus simpel. So wird das Gerät einfach auf einen Sockel gestellt, den der Anwender per Kabel mit einer Steckdose verbindet, und mit Wasser gefüllt.

Danach braucht nur noch der Einschaltknopf gedrückt zu werden, damit sich das Wasser erhitzen kann, was in kurzer Zeit erfolgt. Bis zum Kochen des Wassers dauert es meist drei Minuten.

Wissenswertes

Von keinem Gerät wird Wasser so rasch erhitzt wie von einem Wasserkocher. Nicht einmal Herdplatten, Gasherde, Glaskeramikkochfelder oder Mikrowellen können mit dem Tempo des Wasserkochers mithalten. Auch die Energiekosten durch das Küchengerät sind gering. Niedrigere Werte weisen lediglich Gasherde auf.

Elektrische Wasserkocher gibt es bereits seit 1893. Zuvor griffen die Menschen auf Tischkocher zurück, wenn sie keinen Zugang zu einer Küche hatten. Im Laufe der Jahrzehnte löste der Wasserkocher die zuvor gebräuchlichen Pfeifkessel und Tauchsieder ab.

Zusammensetzung

Zusammengesetzt wird ein Wasserkocher aus einem Aufheizsockel, der über ein Kabel für die Versorgung mit Strom verfügt, sowie einem Kochgefäß. Dessen Material kann aus Metall, Kunststoff oder Glas bestehen.

Durch die Zweiteilung des Wasserkochers lässt dieser sich problemlos vom Stromkreislauf trennen. Außerdem ist eine freie Bewegung des Kochgefäßes möglich.

Benutzung

Benutzt werden Wasserkocher in erster Linie, um heiße Getränke wie Tee und Kaffee oder Speisen wie Babynahrung, Suppen oder Kartoffelpüree zuzubereiten.

Um Wasser in den Kocher einfüllen zu können, wird der Deckel entweder durch einen Knopfdruck hochgeklappt oder komplett entfernt.

Einige Wasserkocher bieten auch die Option, sich direkt über den Ausguss befüllen zu lassen. Dazu muss das Gerät allerdings mit einem breiten Ausgießer sowie einen Permanentfilter, der sich automatisch per Wasserdruck wegklappen lässt, ausgestattet sein. Außerdem sollte das Wasser in beide Richtungen fließen können.

Temperaturschalter

Moderne Wasserkocher verfügen nicht nur über ein Heizelement, sondern auch über einen Temperaturschalter. Dieser ist mithilfe eines Bimetalls in der Lage, den Kocher automatisch auszuschalten.

Gemeinsam mit dem mechanischen An- und Ausschalter befindet sich der Temperaturschalter im Kochgefäßgehäuse. Kommt es durch den Dampf zu einer Erhitzung des Bimetalls auf Temperaturen von rund 100 Grad Celsius, wird der Temperaturschalter deaktiviert.

Wichtig ist jedoch, den Deckel des Kochgeräts korrekt zu verschließen. Ansonsten kann der Dampf entweichen, ohne mit dem Temperaturschalter in Kontakt zu kommen. Manche Geräte lassen sich auch sofort abschalten, wenn ihr Deckel geöffnet wird.

Bei der elektrischen Sockelverbindung handelt es sich zumeist um eine drehbare Steckverbindung. In dieser befindet sich ein Fühlstift, der für das automatische Abschalten mithilfe des Betriebsschalters sorgt.

Vor dem Erreichen des Siedepunktes löst dieser Stift die Deaktivierung des Kochgefäßes aus. Auf diese Weise wird auch einer ungewollten Aufheizung eines leeren Kochgefäßes entgegengewirkt, wenn das Gefäß weiterhin auf dem Sockel verbleibt.

In modernen Wasserkochern ist zudem eine Temperatursicherung vorhanden, die separat von der Abschaltautomatik arbeitet. Dennoch empfiehlt es sich, einen Wasserkocher nicht längere Zeit unbeaufsichtigt zu lassen oder ihn völlig leer zu aktivieren.

Formen von Wasserkochern

Bei Wasserkochern gilt es, zwischen zwei unterschiedlichen Bauformen zu unterscheiden. Dabei handelt es sich um Geräte mit:

  1. einem freiliegenden Edelstahlheizelement
  2. einem verdeckten Edelstahlheizelement

Freiliegende Elemente statten die Hersteller heutzutage mit gedruckten Schaltungen anstelle von konventionellen Heizdrähten aus.

Verdecktes Heizelement

Wasserkocher mit einem verdeckten Heizelement verfügen über eine Innenausstattung, die leicht zugänglich ist. Die Siedeblasen, die beim Erhitzen des Gerätes vom Heizboden aus entstehen, führen zu einer starken Lärmtendenz.

Aus diesem Grund werden zahlreiche Wasserkocher mit einer Betriebsart versehen, deren Heizvorgang langsamer, aber dafür geräuschärmer vonstatten geht.

Bei Wasserkochern mit verdecktem Heizelement kann es leicht zur Bildung von Kalkflecken kommen, die sich vor allem am Boden des Gerätes ansammeln. Um diesem Vorgang entgegenzuwirken, sollte das Gerät mit kaltem Wasser abgespült und ausgewischt werden. Mitunter kann auch eine Reinigung mit einem Entkalker erfolgen, was allerdings zumeist nicht erforderlich ist.

Freiliegendes Heizelement

Bei Wasserkochern mit einem freiliegenden Heizelement lässt sich eine kompakte Bauform des Gerätes erreichen. Das Erhitzen von kleineren Wassermengen ist nicht möglich, da eine komplette Bedeckung mit Wasser erfolgen muss.

Zu den Vorteilen von Geräten mit einem freiliegenden Heizelement gehört, dass sie nur eine niedrige Geräuschentwicklung aufweisen. So lässt sich erst vor Ende des Aufheizens ein Siedegeräusch vernehmen. Zur Ablagerung von Kalk kommt es in erster Linie an der Heizspirale.

Das regelmäßige Reinigen mithilfe von Entkalkern ist bei Wasserkochern mit einem freiliegenden Heizelement unbedingt nötig. Ansonsten besteht das Risiko eines Ausfalls der Heizspirale oder von Leistungsverminderungen.

Leistungsvermögen von Wasserkochern

Die Füllmenge eines durchschnittlichen Wasserkochers liegt zwischen 1 und 2 Litern. Dagegen können gewerblich genutzte Kocher sogar eine Füllmenge von bis zu 4 Litern erreichen. Die Heizleistung beträgt 600 bis 3100 Watt. Je höher die Leistungsaufnahme, desto kürzer fallen die Kochzeiten aus.

Leistungsstarke Geräte sind imstande, einen Liter Wasser innerhalb von einer Minute zum Kochen zu bringen.

Von Wasserkochern wird das Wasser ähnlich effektiv erwärmt wie von einem Tauchsieder. Allerdings gelten die Wasserkocher als sicherer und sparsamer als die Tauchsieder, da sie sich automatisch abschalten können.

Als besonders effizient werden Wasserkocher mit einem dünn gekapselten Heizboden angesehen, da sie als effektiver gelten als Geräte, die mit Heizstäben ausgestattet sind. Geräte, die über ein Gefäß aus Kunststoff oder Glas verfügen, sind ebenfalls leicht effizienter als Wasserkocher mit Metallfassung.

Wasserkocher haben die Eigenschaft, Wasser besser als elektrische Kochplatten zu erwärmen. Zurückführen lässt sich dies auf die unmittelbare Abgabe der Energie an das Wasser. Dagegen ist bei einem Herd zunächst das Erwärmen von Herdplatte und Topf notwendig.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Aus gesundheitlicher Sicht werden Wasserkocher in der Regel als unbedenklich eingestuft. Bei einzelnen Exemplaren ist allerdings eine Abgabe von hormonell wirkenden Stoffen wie Bisphenol A oder von Nickel im Bereich des Möglichen. Dies gilt vor allem dann, wenn sich das Wasser über einen längeren Zeitraum im Kocher ansammelt.

Besonders betroffen davon sind Geräte mit einem Gehäuse aus Kunststoff sowie einer freiliegenden Heizspirale.

Bei Wasserkochern, die mit einem Gefäß aus Metall ausgestattet sind, besteht das Risiko von Verbrennungen, wenn man das Gerät bei Temperaturen von über 90 Grad Celsius aus Versehen berührt.

Wasserkocher mit einer Oberfläche aus Kunststoff oder Glas verfügen dagegen über eine bessere Wärmeisolation. Eine weitere Gesundheitsgefahr ist das Verbrühen von Körperteilen mit heißem Wasser aus dem Gerät.

Sicherheit

Damit es nicht zu Unfällen mit Kleinkindern kommt, sollte der Wasserkocher stets außerhalb von deren Reichweite benutzt werden. Des Weiteren wird empfohlen, ein Herabhängen des Stromkabels zu vermeiden.

Um einem Überkochen entgegenzuwirken, ist die vorgeschriebene Wasserhöchstmenge einzuhalten. Außerdem sollte der Deckel stets komplett verschlossen werden, damit die Temperatursicherung reibungslos ablaufen kann.

Gefahr für kleine Kinder

Beim Toben achten Kinder kaum auf ihre Umgebung. Gerade Wasserkocher sind eine Gefahrenquelle für die Kleinen. Immer wieder kommt es zu Unfällen, bei denen sich Kinder schlimme Verbrennungen zuziehen. Doch schon mit ein paar Tipps lassen sich die Risiken minimieren oder ganz ausschalten.

In wenigen Minuten zum Siedepunkt

Wasserkocher sind praktische Küchenhelfer für die bequeme Zubereitung von Heißgetränken und stehen in nahezu jedem Haushalt. Leistungsstarke Kocher bringen kaltes Wasser innerhalb von rund zweit Minuten zum Sieden und damit auf Temperaturen von 90 bis 100 Grad.

Wasseraufbereiter stellen jedoch auch eine große Gefahr für Kinder dar. Laut Schätzungen erleiden etwa 6.000 Kinder pro Jahr im Haushalt schwere Verbrennungen und Verbrühungen zweiten und dritten Grades, die in einer Klinik behandelt werden müssen. Auch Verletzungen durch Stromschläge kommen immer wieder vor.

Kleine Kinder sind neugierig und gehen in der Wohnung auf Entdeckungstour, sobald sie laufen können. Klettern die Kleinen auf einen Stuhl und greifen mit den Händen in einen Kocher mit heißem Wasser, kann das böse Verbrennungen nach sich ziehen.

Genauso gefährlich sind herunterhängende Stromkabel, an denen die Kinder reißen können. Das Gerät kippt um, das heiße Wasser ergießt sich über Gesicht, Hals, Schultern und Arme. Kabel sollten daher immer kurz abgebunden und regelmäßig auf Schäden überprüft werden.

FI-Schalter: Schutz vor Stromschlag

In der Küche lauern allerhand Gefahren, ob heiße Herdplatten, Kaffeemaschinen oder Backöfen. Besonders gefährlich sind Wasserkocher oder Samoware, die am Rand der Arbeitsplatte stehen, denn Kinder können die Geräte schnell erreichen und sich schon bei einem kurzen Kontakt mit der Oberfläche verbrennen.

Deshalb sollten Eltern immer darauf achten, dass elektrische Geräte außerhalb der Reichweite von Kindern stehen und sie ganz nach hinten an die Wand schieben. Moderne Wasseraufbereiter sind mit FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter) ausgerüstet. Sobald die Kleinen mit dem Wasser in Kontakt kommen, unterbricht der Schalter die Stromzufuhr.

Ebenso wichtig ist das Absichern der Steckdosen mit einer Kindersicherung. Steckdosen sind extrem gefährlich, denn sie üben auf erlebnishungrige Abenteurer eine starke Anziehungskraft aus. Die Schutzkappen zum einfachen Einstecken oder Einschrauben verschließen die Stromkontakte zuverlässig und öffnen sie nur, wenn sie mit einem Stecker zur Seite geschoben oder gedreht werden.

Schnurlose Wasserkocher mit separatem Stromteil

Die heutigen Wasserkocher werden häufig schnurlos angeboten. Diese Geräte sind mit einem separaten Stromteil ausgerüstet.

Nur der Sockel, der mit einer Steckdose verbunden wird, versorgt den Wasseraufbereiter mit elektrischer Energie. Der Wasserbehälter enthält das Heizelement. Der Stromkreis schließt sich erst, sobald Sockel und Wasserbehälter Kontakt haben.

Besonders sicher sind schnurlose Wasserkocher mit verdeckten Heizelement. Kindern kommen so nicht unmittelbar mit der Heizspirale in Berührung. Den Sockel sollten Eltern nach der Benutzung vom Netzstecker trennen und unerreichbar für den Nachwuchs verstauen.

Es ist wichtig, dass die Wasserbehälter nicht offen herumstehen, genauso wie befüllte Kannen und Tassen. Es ist zudem empfehlenswert, bei Erhitzen des Wassers in der Nähe zu bleiben und Kinder nicht unbeobachtet zu lassen. Mittlerweile sind im Fachhandel doppelwandige, schnurlose Wasserkocher mit integrierter Kindersicherung erhältlich.

Nachteile

Als kleinerer Nachteil von Wasserkochern gilt deren Handhabung. So lässt sich jedes zweite Gerät nur relativ schwer bedienen. Problematisch sind vor allem das Säubern und Entkalken des Wasserkochers.

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  • Wasserkocher © awfoto - www.fotolia.de

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