17. Februar 2009
(pgk) Elektrische Wasserkocher sind für die Zubereitung von Kaffee- oder Teewasser optimal, denn sie erhitzen schneller als der Wassertopf auf dem Herd und sind damit vor allem energiesparender. Doch Wasserkocher stellen eine oft unterschätzte Gefahr dar – besonders für kleine Kinder. Denn erleiden die Kleinen einen Unfall mit einem Wasserkocher, sind in 96 Prozent der Fälle schwerste Verbrühungen mit einem Schweregrad zwischen 2a und 3 die Folge, was in der Regel eine aufwendige medizinische Behandlung erforderlich macht.
So sind Wasserkocher jedes Jahr an Dutzenden schweren Unfällen beteiligt, bei denen sich Kleinkinder schlimme Verbrennungen zuziehen. Mal reißt der Nachwuchs neugierig das Gerät am Stromkabel vom Küchentisch oder der Arbeitsplatte, mal erklimmen kleine Kletterkünstler Stühle und ziehen den Kocher zu sich. Die Studie "Thermische Verletzungen durch elektrische Wasserkocher", bei der im Auftrag der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) "Mehr Sicherheit für Kinder e.V." zwischen 2003 und 2006 insgesamt 332 Kinderkliniken in Deutschland zu Verletzungen durch Wasserkocher und zu den Unfallhergängen befragt wurden, belegt die Gefahren deutlich. Sie zeigt aber auch, dass viele dieser Unfälle mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen verhindert werden könnten. "Offenbar sind sich viele dieser schlummernden Gefahr nicht bewusst, bei vielen Eltern ist der Aufklärungsbedarf hoch", sagt Klaus Afflerbach, Unfallexperte beim Deutschen Grünen Kreuz e.V.
Oft seien es nur kleine Unachtsamkeiten, wenn zum Beispiel das Gerätekabel nach Gebrauch nicht aufgerollt oder der Wasserkocher nicht nach hinten, für Kleinkinder unerreichbar auf die Arbeitsplatte geschoben wird, so Afflerbach. Andererseits gebe es auch an der Mechanik mancher Geräte Verbesserungsbedarf, und in etlichen Haushalten würden noch veraltete Geräte benutzt, die nicht den heutigen Sicherheitsstandards entsprechen: Wasserkocher mit losen Deckeln, aus denen das gesamte heiße Wasser schwallweise herausfließen kann, sollten zum Beispiel nicht mehr verwendet werden.
Insgesamt verbrennen oder verbrühen sich jährlich in Deutschland mehr als 6.000 Kinder so stark, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Nach Schätzungen kommen weitere 50.000 "leichtere" Verbrühungen oder Verbrennungen hinzu, die eine ambulante medizinische Behandlung nötig machen. Von Unfällen mit Wasserkochern sind häufig Kinder zwischen einem halben und zweieinhalb Jahren betroffen, dabei Jungen wesentlich häufiger als Mädchen. Ist es zu einer Verbrühung gekommen, müssen die betroffenen Hautpartien sofort maximal 15 bis 20 Minuten mit Wasser gekühlt werden. Das Wasser sollte dabei etwa 15 Grad kalt sein – ist es kälter, kann es zu einer Unterkühlung kommen.
Wasserkocher können aber trotz modernster Einschalttechnik sogar auch Brände auslösen. Ist in diesen Geräten kein oder nur wenig Wasser, kann es zur Überhitzung kommen, die Heizelemente (bis zu 2000 Watt) beginnen dann zu glühen, was bei Geräten mit einem Kunststoffgehäuse leicht zu einem Brand führen kann. Beim Verbrennen des Kunststoffs entstehen hochgiftige Gase, die bereits in kleinen Mengen zu Gesundheitsschäden führen.
Mit ein paar vorsorglichen Tipps lassen sich Gefahren bei Umgang mit Wasserkochern vermeiden:
Quelle:
Dr. Gabriele Ellsäßer u.a., Thermische Verletzungen durch elektrische Wasserkocher, Befragungsstudie 2003 bis 2006, Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG)
"Mehr Sicherheit für Kinder e. V." (veröffentlicht im September 2007), zum Herunterladen auf www.kindersicherheit.de/html/analysen.html
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