15. September 2010
Plastisch-chirurgische Kliniken behandeln Frauen und Männer, die mit dem Aussehen ihres Körpers nicht zufrieden sind. So werden hier z.B. Patientinnen aufgenommen, die ihren Busen zu klein oder zu groß finden, die unschöne Dellen am Po haben, Fettansammlungen an Bauch und/oder Po, Falten im Gesicht oder im Bereich des Dekolletees oder auch Patienten, die ihre Nase zu groß oder zu klein finden, die ein Doppelkinn haben, deren Ohren abstehen usw.
In den plastisch-chirurgischen Kliniken werden überwiegend kosmetische Operationen an Patientinnen durchgeführt. Es werden jedoch auch immer mehr Männer behandelt, die Wert auf ihr Äußeres legen. In einigen Fällen werden auch Kinder behandelt, die z.B. unter Segelohren (stark abstehenden Ohren) leiden.
Patienten, die ihr Äußeres verändern möchten, vereinbaren einen Termin in der plastisch-chirurgischen Klinik und lassen sich zuerst beraten. Der behandelnde Arzt erklärt, welche Behandlungen möglich sind und fertigt vor dem Eingriff Fotos an. Sind alle Narben verheilt, wird erneut ein Foto geschossen, so dass ein "Vorher-Nachher-Vergleich" das Operationsergebnis besser verdeutlichen kann.
In plastisch-chirurgischen Kliniken, die umgangssprachlich oft auch als Schönheitsklinik bezeichnet werden, werden viele verschiedene Eingriffe durchgeführt. Nahezu der gesamte Körper kann verschönert werden. Um das Gesicht jünger aussehen zu lassen, werden hier Falten gestraft, hängende Augenlider und Augenringe korrigiert sowie Tränensäcke entfernt.
Zur Korrektur eines hängenden Augenlides ist ein kurzer operativer Eingriff in Vollnarkose oder örtlicher Betäubung nötig, bei der der Schönheitschirurg durch einen winzigen Schnitt die überflüssige Haut entfernt und die Augen dadurch wieder frisch aussehen lässt.
Patienten, die ihre Falten straffen lassen möchten, erhalten dazu meist eine kurze Narkose. Je nach Art der Faltenbehandlung spritzt der Arzt ein Medikament unter die Haut, das die Haut unterfüttert und dadurch strafft oder es wird ein kleiner Hautschnitt durchgeführt und auf diese Weise die Haut im Gesicht gestrafft.
Auch Nasenkorrekturen werden in den plastisch-chirurgischen Kliniken vorgenommen. In Zusammenarbeit mit einem Hals-Nasen-Ohrenarzt bespricht der plastische Chirurg anhand einer Computersimulation mit dem Patienten, welche Ergebnisse möglich sind. Bei der Operation werden Knorpel und Knochen der Nase entsprechend korrigiert und anschließend ein Stützverband angelegt.
Um Segelohren zu beheben, setzen die Ärzte hinter dem Ohr einen Schnitt und korrigieren so das abstehende Ohr. Der Eingriff wird in Narkose durchgeführt.
Sehr häufig werden Brustvergrößerungen in den plastisch-chirurgischen Kliniken durchgeführt. Die Vergrößerung der Brust gelingt durch ein Implantat, das je nach Wunsch des Patienten unterschiedlich groß sein kann. Dieses Implantat wird entweder über einen Schnitt am Rand der Brustwarze, über einen Schnitt unterhalb der Brust oder über einen Schnitt in der Achselhöhle implantiert.
Patientinnen, die eine zu große Brust haben, leiden häufig unter Rückenschmerzen und möchten sie daher verkleinern lassen. Auch dieser Eingriff wird in den plastisch-chirurgischen Kliniken durchgeführt. Die Ärzte verkleinern die Brust im Rahmen einer Operation mit Vollnarkose und heben die Brust bei diesem Eingriff meist auch etwas an, so dass ein ästhetisch schönes Ergebnis entsteht.
Häufig werden auch Fettabsaugungen durchgeführt. Mit verschiedenen Methoden kann überflüssiges Fett an Oberschenkeln, Po, Oberarmen, Bauch oder Hüfte abgesaugt werden. Eine Möglichkeit der Fettabsaugung ist z.B. die so genannte WAL-Methode. Hier wird die Fettzelle durch einen feinen Wasserstrahl aufgelöst und anschließend abgesaugt.
Einige plastisch-chirurgische Kliniken führen auch Haartransplantationen durch. Dies spricht z.B. Männer mit hoher Stirn oder Glatze an sowie Patienten, die aufgrund einer Erkrankung unter Haarausfall leiden. Dazu werden meist die Haarwurzeln eigener Haare entnommen und an der kahlen Stelle wieder eingesetzt. Es handelt sich somit um eine Eigenhaarverpflanzung.
Die Form der Lippen kann in den plastisch-chirurgischen Kliniken auch verändert werden. Um die Lippen zu vergrößern bzw. Ober- und Unterlippe anzugleichen, spritzen die Ärzte z.B. Eigenfett oder Kollagen hinein.
Einige plastisch-chirurgische Kliniken führen auch Leistungen aus dem Bereich der Zahnästhetik durch. Hier werden z.B. Zähne aufgehellt oder Schmucksteine auf den Zähnen angebracht.
Patienten, die äußerst stark schwitzen, können sich ebenfalls in einer plastisch-chirurgischen Klinik behandeln lassen. Die Ärzte setzen dazu eine Spritze mit einem speziellen Medikament (Botox) im Bereich der Achseln. Hier befinden sich Schweißdrüsen, die durch das Medikament weniger Schweiß produzieren. Reicht diese Behandlungsmethode nicht aus, so können die Schweißdrüsen durch einen kleinen Hautschnitt in den plastisch-chirurgischen Kliniken auch operativ entfernt werden.
Plastisch-chirurgische Kliniken werden von Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie geleitet. Neben diesen Schönheitschirurgen arbeiten auch Anästhesisten sowie teilweise Zahnärzte in den Schönheitskliniken. Zusätzlich sind auch Gesundheits- und Krankenpfleger (Krankenschwestern), Operationsschwestern, medizinische Fachangestellte und Reinigungspersonal beschäftigt.
In den plastisch-chirurgischen Kliniken gibt es einige Patientenzimmer, in denen Patienten nach einer größeren Operation für wenige Nächte untergebracht werden. Zusätzlich verfügen die Kliniken über Untersuchungs- und Behandlungsräume sowie einen Operationssaal.
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