10. Dezember 2008
Von K. Schumann
Der Wacholder (Juniperus communis) ist aus der Heilpflanzenkunde nicht mehr wegzudenken. Doch auch als Gewürz und Schnaps ist er sehr beliebt.

Schon 1550 v.Chr. wurde der Wacholder in ägyptischen Schriften als Heilmittel bei Erkrankungen des Harntrakts erwähnt. Bei den Germanen war der Wacholder eine heilige Pflanze und auch im Mittelalter wurde er bei religiösen Handlungen und als Schutz vor Hexen und der Pest verbrannt.
Der Wacholder gehört zur Familie der Zypressengewächse. Er kommt entweder als niederliegender Strauch oder als kegelförmiger, bis mehrere Meter hoher Baum vor. Seine nadelförmigen Blätter sind spitz und ca. 1cm lang. Die beerenartigen, runden Früchte können einen Durchmesser von bis zu 10mm erlangen und sind blauschwarz. Ihre Reifung dauert bis zu 3 Jahre. Der Wacholder ist heimisch in Europa, Asien, Nordamerika und Nordafrika. Dort ist er hauptsächlich in Mooren und lichten Wäldern zu finden.
In der Heilkunde werden die frischen oder getrockneten Beerenzapfen, sowie das daraus gewonnene ätherische Öl verwendet. In den Beeren sind unter anderem Glykoside, Gerbstoffe, Harze und Wachse enthalten. Der Hauptwirkstoff ist jedoch das ätherische Öl.
Wacholder wirkt verdauungsfördernd, appetitanregend und wassertreibend. Die weit verbreitete Meinung, Wacholderbeeröl und Wacholderbeeren schädigen die Nieren, kann durch neuere Erhebungen widerlegt werden. Trotzdem sollte bei schon geschädigten Nieren oder akuten Nierenentzündungen auf Wacholder verzichtet werden.
Wacholderbeerentee kann eingesetzt werden bei Verdauungsbeschwerden, chronischer Nieren- oder Blasenentzündung, Gicht, Rheuma, Steinleiden, Magen- und Dünndarmgeschwüren. Für den Tee wird ein Teelöffel Wacholderbeeren mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. Äußerlich kann Wacholderspiritus (ein Alkoholsauszug der Beeren) bei rheumatischen Beschwerden, Gicht oder anderen Beschwerden des Bewegungsapparats angewendet werden. Das ätherische Öl der Wacholderbeeren wirkt zudem auf der psychischen Ebene für mehr Konzentration. Es hat eine belebende und stimulierende Wirkung.
In der Küche können Wacholderbeeren Speisen bekömmlicher machen. Sie harmonieren gut zu Sauerkraut, dunklen Saucen, Fisch- und Fleischgerichten. Um das Gericht nicht zu überwürzen sollten nicht mehr als zwei zerdrückte Wacholderbeeren pro Person verwendet werden.
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