Bereits seit 2.000 Jahren wird Niem bei indischen Ärzten für seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten geschätzt. Dazu zählen beispielsweise Krankheiten wie Anämie, Bluthochdruck, Hepatitis oder auch Schilddrüsenerkrankungen. Doch auch bei Kopfläusen oder Hausstaubmilben findet der Niembaum - hier in Form von Niemöl - Verwendung.
Die Heilpflanze Niem stammt vom Neembaum und wird daher in vielen Regionen auch „Neem“ genannt. Der Neembaum gehört zur Familie der Mahagonigewächse und wächst an den Straßen Indiens.
Besonders im Garten wird diese Pflanze als natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel verwendet. Die Samen werden hier als Kaltauszug angesetzt und dann auf die betroffenen Pflanzen aufgesprüht. Auch in Kosmetikprodukten ist Niem enthalten.
Die Heilpflanze kann jedoch auch zur Behandlung verschiedener Krankheiten verwendet werden. Hauptsächlich wirkt Niem gegen Hauterkrankungen wie z.B. Pilze, Entzündungen, Ekzeme, Warzen, Geschwüre oder Furunkel. Die Pflanze kann jedoch auch zur Behandlung von Hämorrhoiden, Durchfall, Husten, Kopf- und Zahnschmerzen, Rheuma oder Kopfläusen verwendet werden.
Vom Neembaum werden die Blätter, die Rinde und der Samen verwendet. Aus den Samen kann ein Öl gewonnen werden. Die Blätter werden sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet, der Rest nur äußerlich.
Das Öl der Samen ist überwiegend in Kosmetika wie Shampoos oder Cremes enthalten. Hier wirkt dieses Öl dann juckreiz- und schmerzlindernd. Das Öl kann auch in heißem Wasser eingeatmet werden. Diese Inhalation hilft dann bei verschiedenen Atemwegserkrankungen. Zum Inhalieren können auch die Samen verwendet werden. Diese werden zuerst aufgekocht und dann inhaliert. Das Öl kann auch direkt auf einer erkrankten Hautstelle aufgetragen werden. Größere Hautstellen werden mit einer verdünnten Öllösung aus Öl des Neembaums und z.B. Olivenöl behandelt.
Niem hat vermutlich auch eine empfängnisverhütende Wirkung. Die Frau muss hier täglich entweder einige Blätter des Baumes kauen oder das Öl mit einer Creme vermischen und dieses Gemisch vor einem Geschlechtsverkehr in die Scheide reiben. Das Öl hat dann eine spermientödende Wirkung.
Für eine innere Anwendung der Blätter kocht man daraus mit heißem Wasser einen Tee. Frische Blätter kann man auspressen und den Saft trinken. Der Saft wirkt dann z.B. gegen Durchfall. Sowohl frische als auch ältere Blätter kann man auch zerkauen.
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