14. Juli 2010
Urologen sind Fachärzte für die Harnorgane und die männlichen Geschlechtsorgane. Urologen können selbstständig oder angestellt tätig sein.
Teilweise herrscht die Meinung, Urologen würden ausschließlich Männer behandeln, so wie Frauenärzte Frauen behandeln. Dies stimmt nur zum Teil. Ein Teil des Aufgabengebietes des Urologen bilden tatsächlich die männlichen Geschlechtsorgane wie Prostata, Hoden und Nebenhoden, Penis sowie Samenleiter und –bläschen. Urologen sind jedoch auch Fachärzte für die Harnorgane und behandeln in diesem Bereich sowohl Männer als auch Frauen. Zu den Harnorganen zählen Organe wie Harnleiter, Harnblase und Harnröhre und die Nieren.
Urologen behandeln im Bereich der Harnorgane z.B. gut- und bösartige Tumore, Nierensteine, Harnsteine, Nierenversagen, Harninkontinenz oder Nierenentzündungen. Im Bereich der männlichen Geschlechtsorgane behandelt der Urologe Krankheiten wie Prostatakrebs, Vergrößerungen der Prostata und führt Untersuchungen beim Mann durch, wenn ein unerfüllter Kinderwunsch besteht.
Die meisten Patienten suchen auf Anraten ihres Hausarztes oder eines anderen Facharztes einen Urologen auf. Beim ersten Arzt-Patienten-Kontakt fragt der Urologe nach den genauen Beschwerden und seit wann diese bestehen bzw. wann diese immer auftreten, ob der Patient Medikamente einnimmt, welche Vorerkrankungen er hat, welche Operationen bisher durchgeführt wurden, ob Krankheiten in der Familie vorkommen usw. Je nach Art der Beschwerden kann der Urologe verschiedene Untersuchungen im Rahmen seiner Diagnostik durchführen. Er tastet beispielsweise den Bauch ab und untersucht Organe wie die Niere während einer Ultraschalluntersuchung.
Während der Diagnostik kann auch eine Blasenspiegelung notwendig sein. Diese wird z.B. dann durchgeführt, wenn der Urologe eine Blasenentzündung oder Blasensteine vermutet. Meist wird die so genannte Zystoskopie ambulant vom Urologen durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Die Patienten verspüren dabei kaum Schmerzen, da der Urologe vor der Untersuchung die Harnröhre mit einem leichten Betäubungsmittel einreibt. Der Urologe führt das Zystoskop in die Harnröhre und durch diese weiter in die Harnblase. Durch das Zystoskop bringt der Arzt Wasser in die Harnblase ein. Vorne am Zystoskop befindet sich eine Lichtquelle, so dass der Urologe die Harnblase dann untersuchen kann. Sofern dies notwendig ist, kann der Urologe während dieser Untersuchung auch Gewebeproben entnehmen und an ein Labor zur Untersuchung z.B. auf Krebszellen senden.
Bei Männern führt der Urologe auch Krebsvorsorgeuntersuchungen durch. Viele Urologen haben sich im Rahmen einer Fortbildung zum so genannten zertifizierten Männerarzt ausbilden lassen.
Paare mit unerfülltem Kinderwunsch können sich ebenfalls an den Urologen wenden. Sofern die Frau gesund ist, kann sich der Mann beim Urologen auf seine Zeugungsfähigkeit hin untersuchen lassen. Der Mann gibt dazu u.a. eine Spermienprobe ab, die im Labor in der urologischen Praxis genau untersucht wird. Der Urologe bespricht anschließend mit dem Patienten das Ergebnis und leitet ggfs. eine Therapie (z.B. mit Medikamenten) ein. Der Urologe kann jedoch auch die Samenzellen des Mannes für eine künstliche Befruchtung entnehmen und entsprechend aufbereiten. Hier erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit den Frauenärzten.
Viele Urologen haben auch Belegbetten in so genannten Belegkrankenhäusern. Diese Belegärzte können ihre Patienten dann auch während der stationären Behandlung betreuen.
Sofern dies ein Mann wünscht, führen Urologen auch Sterilisationen durch mit dem Ziel, dass der Mann keine Kinder mehr zeugen kann. Den Eingriff führt der Arzt im Rahmen einer ambulanten Operation in örtlicher Betäubung durch. In Einzelfällen bei medizinischer Indikation oder auf Wunsch des Patienten kann auch eine Vollnarkose verabreicht werden.
Einige Urologen haben sich auf die Behandlung von Kindern spezialisiert. Der Kinderurologe behandelt Kinder mit häufig auftretenden Blasenentzündungen oder auch ältere Kinder, die regelmäßig nachts ins Bett machen.
Urologen können sowohl selbstständig in der eigenen Praxis als auch als angestellter Facharzt in einem Krankenhaus oder einer Rehabilitationsklinik tätig sein.
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