22. Juni 2010
Orthopäden sind Fachärzte für Erkrankungen im Bereich des Bewegungsapparates des Menschen. Orthopäden sind häufig als selbstständige Fachärzte tätig.
Ein Orthopäde, die genaue Bezeichnung heißt Facharzt für Orthopädie, befasst sich mit Erkrankungen, Verletzungen und angeborenen oder erworbenen Veränderungen im Bereich der Sehnen, der Muskeln und Knochen sowie der Gelenke. Der Orthopäde stellt die Diagnose, behandelt den Patienten und betreut ihn in der Genesungsphase, der so genannten Rehabilitationsphase.
Krankheiten bzw. Verletzungen, die vom Orthopäden behandelt werden, sind z.B. Knochenbrüche, Gelenkverschleißerkrankungen (z.B. Arthrose an der Hüfte), Bänder- und Sehnenrisse, Gelenkentzündungen, Bandscheibenvorfälle, Rückenschmerzen, Veränderungen der Wirbelsäule (z.B. Skoliose) oder auch Muskelfaserrisse.
Zu Beginn führt der Orthopäde die Diagnostik durch, um die genaue Krankheit festzustellen. Dazu fragt er den Patienten nach seinen Beschwerden und wann diese immer auftreten bzw. wie lange sie bereits bestehen. Der Orthopäde untersucht das schmerzende Gelenk, indem er z.B. die Beweglichkeit überprüft. Patienten mit Wirbelsäulenveränderungen müssen meist einige Schritte gehen und sich bücken, so dass der Orthopäde die Wirbelsäule genau betrachten kann. Auch eine Ultraschalluntersuchung z.B. der Hüfte kann im Rahmen der Diagnostik erfolgen. Besonders bei Säuglingen wird dies regelmäßig gemacht, um die Hüftreife zu überprüfen. Vermutet der Orthopäde beispielsweise einen Knochenbruch, so fertigt er eine Röntgenaufnahme an. In größeren orthopädischen Praxen kann im Rahmen der Diagnostik auch eine Knochendichtemessung durchgeführt werden.
Je nach Art der Diagnose führt der Orthopäde z.B. eine Schmerzbehandlung durch, indem er dem Patienten ein Schmerzmittel um den schmerzhaften Punkt herum spritzt. Patienten, die eine Verschleißerkrankung des Kniegelenkes haben, können vom Orthopäden oftmals auch mit der so genannten Magnetfeldtherapie behandelt werden. Durch diese Behandlung kann der noch vorhandene Knorpel im Kniegelenk aufgebaut werden und weiterer Verschleiß verhindert werden. Auch die Stosswellentherapie wird von vielen niedergelassenen Orthopäden bei Krankheiten wie z.B. Verkalkungen in der Schulter durchgeführt.
Ein Orthopäde verordnet diverse Medikamente oder Heilmittel wie z.B. Krankengymnastik, Massagen, Fango oder Lymphdrainage. Große orthopädische Praxen beschäftigen meist eigene Physiotherapeuten, die die vom Orthopäden verordneten Therapien ausführen. Ansonsten kann der Patient mit dem Rezept seines Orthopäden zu einem Physiotherapeuten seiner Wahl gehen und die Heilmittel dort durchführen lassen.
Hat ein Patient eine Fraktur, so kann der Arzt dies auf dem Röntgenbild erkennen. Je nach Art des Bruches muss dieser zuerst operativ korrigiert werden. Meist geschieht dies im Rahmen einer Operation in einem Krankenhaus. Glatte Knochenbrüche können in der Regel auch bei einem niedergelassenen Orthopäden behandelt werden. Der Orthopäde legt den Arm in Gips und kontrolliert den Behandlungserfolg in den nächsten Wochen regelmäßig.
Viele Orthopäden haben auch eine Zusatzausbildung im Bereich der Akupunktur. Sie setzen diese Behandlungsmethode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) überwiegend zur Behandlung von Schmerzpatienten ein. Bei der Akupunktur sticht der Orthopäde hauchdünne Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers und regt so den Energiefluss an. Nach etwa zwanzig bis dreißig Minuten entfernt der Orthopäde die Akupunkturnadeln wieder.
Patienten, die im Krankenhaus wegen einer orthopädischen Erkrankung oder Verletzung behandelt wurden, werden von einem niedergelassenen Orthopäden weiter betreut. Dieser entfernt dann beispielsweise die Fäden, wechselt den Verband, erneuert den Gipsverband oder kontrolliert die Wunde.
Grundsätzlich behandelt ein Orthopäde sowohl Säuglinge, als auch Kinder und Erwachsene.
Orthopäden können als niedergelassene Fachärzte in der eigenen Praxis arbeiten oder als angestellte Ärzte in großen Facharztpraxen, in Krankenhäusern oder Rehabilitationskliniken tätig sein.
Einige Orthopäden sind auch so genannte Belegärzte. Sie haben Belegbetten in einem Krankenhaus, dem so genannten Belegkrankenhaus. Die Untersuchungen führt der Arzt in seiner Praxis durch, während eine evtl. notwendige stationäre Behandlung durch den Orthopäden im Belegkrankenhaus durchgeführt wird. Die Nachbetreuung erfolgt dann erneut in der Praxis des Belegarztes.
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