Alternative Behandlungsmethoden von Tinnitus auf einen Blick

Alternative Medizin wird von vielen Patienten mittlerweile immer häufiger als Behandlungsmethode gewünscht. Der Vorteil in der alternativen Medizin liegt darin, dass es sich bei der Erstellung der Diagnose um einen ganzheitlichen Blick auf die Patienten, deren Familiengeschichte und ihr Leben handelt. Darüber hinaus suchen die Behandlungsformen der alternativen Medizin Möglichkeiten, Krankheitsbilder präventiv zu behandeln, anstatt ausschließlich die Heilung der Symptome in Angriff zu nehmen.

Geschädigte Nerven im Ohr durch Tai Chi, Akupunktur, Chiropraktik, Homöopathie, Osteopathie, Kraniosakraltherapie und vielen weiteren alternativen Therapien heilen

Bei dem Leiden Tinnitus handelt es sich um ein konstantes Klingeln oder Summen im Ohr, das andere Menschen nicht hören können. Dies ist anormal, da das Gehirn normalerweise Geräusche in Form von elektrischen Impulsen aufnimmt.

Sind die Nerven im Ohr beschädigt, ist das die Ursache dafür, dass im Gehirn verzerrte Signalwahrnehmungen erfolgen. Diese Signale werden vom Gehirn als Ton interpretiert. Zur Minimierung dieser Klänge versucht die alternative Medizin, die geschädigten Nerven zu heilen und das Gehirn dazu zu bringen, ausschließlich normale Geräusche zu erkennen.

Formen alternativer Medizin

sind Formen der alternativen Medizin, die bereits erfolgreich eingesetzt wurden, um Tinnitus zu behandeln. In der Chiropraktik werden elektrische Muskelstimulationen verwendet, um Muskelverspannungen und Entzündungen zu verringern. Sitzen Wirbel falsch, können sie Nerven im Rückenmark blockieren. Dies kann in den Ohren anormale Geräusche verursachen und zur Blockierung von Nervenwurzeln führen.

Die Akupunktur löst Blockierungen von Meridianen durch die gezielte Platzierung von Nadeln. Tai Chi liefert Möglichkeiten, um Stress abzubauen und zu entspannen und bietet Übungsformen, um die Durchblutung, die Sauerstoffzufuhr und die Nährstoffzufuhr im ganzen Körper zu erhöhen.

Manuelle Therapiemaßnahmen

Es gibt zusätzlich manuelle Therapien wie

die die Schmerzen lindern können, Muskelverspannungen lockern und zur Wiederherstellung des Blutflusses und des Nährstoffflusses in Gehirn und Ohren sorgen.

Die Sauerstofftherapie

Auch wenn die Behandlungsform nicht regelmäßig zur Minderung des Tinnitus-Symptoms eingesetzt wird, ist eine Sauerstofftherapie ebenfalls eine mögliche Empfehlung, um Linderung zu verschaffen.

Es gibt Formen des Tinnitus, die nachweislich durch Sauerstoffmangel hervorgerufen werden. Daher kann eine Sauerstofftherapie mit einer einhergehenden Erhöhung des Sauerstoffanteils im Innenohr und der Hörschnecke, auch Cochlea genannt, den Tinnitus abschwächen. Es besteht die Annahme, dass sich diese Form der Anwendung im frühen Stadium des Tinnitus als gute Möglichkeit erweist, geschädigte Nerven zu heilen.

Die Lasertherapie

Als weitere Therapieform ist die Lasertherapie zu nennen. Durch die Oxidation von Nährstoffen wird elektromagnetische Energie freigegeben.

Sie wird als Primärenergie und Quelle für die Produktion von ATP angesehen. Die Lasertherapie beschleunigt durch eine Erhöhung der Zellreaktionen den Heilungsprozess bei einem Tinnitus-Patienten.

Die Vibrationstherapie

Die Vibrationstherapie kommt im Fall von beschädigten Nervenenden zum Einsatz. Die geschädigten Nerven werden auf der gleichen Frequenz stimuliert, in der sich der vorhandene Tinnitus entfaltet.

Diese Vorgehensweise soll das Gehirn animieren, die Wiedergabe des ursprünglichen Tinnitus zu stoppen. Im Rahmen der Therapie werden direkt hinter dem Ohr und vor dem Mastoidknochen mechanische Schwingungen in die Cochlea übertragen.

Die Tinnitus-Retraining-Therapie

Die Tinnitus-Retraining-Therapie basiert auf neurophysiologischen Erkenntnissen, die beinhalten, dass ein Mensch auf die akustischen Signale seiner Umgebung entsprechende Empfindungen ausbildet und konditioniert. Tinnitus-Retraining wird durch direkte Beratung und gezielte Klangtherapie zusammengesetzt. Der Patient erhält auf einem Ohr weißes Rauschen in der Lautstärke des alltäglichen Lärms.

Alle aufgeführten Heilmethoden haben zur Verringerung von Tinnitus-Symptomen beigetragen. Da die Behandlungsformen unterschiedlich ausfallen, kann es einige Zeit dauern, bis die richtige Behandlung gefunden wird.

Im Folgenden gehen wir detaillierter auf diese und noch weitere alternativen Therapiemöglichkeiten ein.

Tinnitus mit Akupunktur behandeln

Die Akupunktur ist ein alternatives Behandlungsverfahren, das zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zählt und auf der Lehre des Qi beruht. Demnach wird der menschliche Körper von Energieleitbahnen, den Meridianen, durchzogen, die sich auf zahlreiche Körperfunktionen auswirken. Kommt es jedoch zu einer Störung des Energieflusses, führt dies zu Krankheiten und Beschwerden.

Bei der Akupunktur werden kleine Nadeln in spezielle Akupunkturpunkte gestochen, um den Energiefluss wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Die Akupunktur kommt bei zahlreichen unterschiedlichen Krankheiten zur Anwendung, so auch bei Tinnitus.

Akupunktur bei Tinnitus

Akupunktur gilt als alternative Behandlungsmethode bei einem akuten, chronischen oder subakuten Tinnitus. Von einem subakuten Tinnitus sprechen Mediziner, wenn die Beschwerden länger als vier Monate, aber noch nicht länger als ein Jahr anhalten.

Bei dem Akupunkturverfahren wird das so genannte Cun als Maßeinheit für das Aufsuchen der Akupunkturpunkte verwendet. Dessen Grundlage ist die Daumenbreite des Therapeuten.

Bevor die Behandlung beginnt, muss jedoch erst der gestörte Energiefluss festgestellt werden. Dazu befasst sich der Therapeut mit der Krankengeschichte des Patienten und beurteilt dessen Puls und Zunge.

Ablauf der Akupunktur bei Tinnitus

Im Rahmen der Akupunktur sticht der Therapeut die Akupunkturnadeln in bestimmte Hautstellen ein. Mitunter erwärmt er die Nadeln auch vorher, was man als Moxibustion bezeichnet. Bei einem akuten Tinnitus dient die Akupunktur als Ergänzungsbehandlung zu den konventionellen Therapiemaßnahmen, um beispielsweise eine Manualtherapie zu unterstützen.

Im Falle von chronischem Tinnitus gilt eine Ohrakupunktur als sinnvoll zur Verarbeitung der Beschwerden. Wichtig ist, dass der chronische Tinnitus nicht als einziges Symptom betrachtet wird, sondern auch andere Beschwerden des Patienten Berücksichtigung finden. So sollte eine Akupunkturbehandlung stets individuell ausgerichtet sein.

Erfolgsaussichten

Ob eine Akupunktur bei Tinnitus wirkungsvoll ist, ließ sich bislang nicht eindeutig feststellen. Als gesichert gilt jedoch die Erkenntnis, dass sich die Behandlung positiv auf bestimmte Begleiterscheinungen der Ohrengeräusche, wie Konzentrationsprobleme oder Schlafstörungen, auswirken kann.

Tinnitus mit der Druckkammertherapie behandeln

Die Druckkammertherapie wird von der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie zur Behandlung von akutem Tinnitus empfohlen. Zur Anwendung kommt sie jedoch erst dann, wenn die gängigen Therapiemaßnahmen keinen Erfolg haben. Mediziner bezeichnen die Druckkammertherapie auch als hyperbare Sauerstofftherapie oder hyperbare Oxygenierung (HBO).

Wirkungsprinzip

Bei der Entstehung von Tinnitus wird davon ausgegangen, dass die Ohrgeräusche unter anderem von einem Sauerstoffmangel in den Sinneszellen der Hörschnecke (Cochlea) verursacht werden. Durch die Zufuhr von medizinisch reinem Sauerstoff unter erhöhten Druckbedingungen, kommt es zu einer verbesserten Versorgung der Zellen mit Sauerstoff, was gleichzeitig eine Linderung der Tinnitusbeschwerden bewirkt.

Ablauf der Druckkammertherapie

Im Rahmen einer Druckkammertherapie wird der Patient in eine spezielle Druckkammer gelegt. Dabei besteht erhöhter Außendruck. Während der Behandlung atmet der Patient über eine Maske medizinischen Sauerstoff ein.

Auf diese Weise erhöht sich die Sauerstoffkonzentration im Blut und im Innenohr. Bei diesem Vorgang löst sich der Sauerstoff unmittelbar im Blut.

Wichtig ist, dass die hyperbare Sauerstofftherapie spätestens einen Monat nach Beginn der Ohrengeräusche durchgeführt wird, um die Erfolgsaussichten der Behandlung zu erhöhen. In der Regel finden in der Druckkammer insgesamt zehn Behandlungen statt. Die Behandlungsdauer beträgt zwischen 90 Minuten und zwei Stunden.

Nicht durchgeführt werden darf eine Druckkammertherapie, wenn der Patient unter ernsthaften Lungen- oder Herzerkrankungen leidet. Damit es nicht zu Komplikationen kommt, überwacht man während der Behandlung Herzschlag und Blutdruck. Obwohl die hyperbare Sauerststofftherapie bei zahlreichen Tinnitus-Patienten erfolgreich verläuft, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für dieses Behandlungsverfahren nicht.

Tinnitus mit Homöopathie behandeln

Die Homöopathie ist ein alternatives Therapieverfahren, das auf dem Prinzip "Ähnliches mit Ähnlichem behandeln" beruht. Das bedeutet, dass zur Behandlung von Krankheiten homöopathische Arzneien ausgewählt werden, die bei gesunden Menschen dieselben Beschwerden verursachen wie bei kranken Menschen.

Daraufhin verabreicht der Therapeut dem Patienten dieses Arzneimittel in niedriger Dosierung sowie einer speziell zubereiteten Form. Auf diese Weise sollen die Heilkräfte des Organismus gestärkt werden.

Nicht selten ist die Verdünnung der homöopathischen Mittel so stark, dass sich der eigentliche Wirkstoff nicht mehr feststellen lässt. So dient die Arznei in erster Linie als Informationsträger für den erkrankten Körper.

Homöopathie bei Tinnitus

Homöopathische Mittel können auch bei Tinnitus zur Anwendung kommen. Im Vorfeld erstellt der Therapeut eine homöopathische Anamnese (Krankengeschichte). Dabei befasst er sich intensiv mit den Tinnitussymptomen sowie wichtigen Lebensfaktoren des Patienten wie seiner Lebensweise, körperlicher und seelischer Verfassung sowie den sozialen Umständen.

Hilfreiche homöopathische Mittel

Im Anschluss an die Anamnese wird ein homöopathisches Arzneimittel ausgewählt, dass individuell am besten zum Patienten passt und sich zu dessen Stärkung eignet. Je nach Ausprägungsform und Begleiterscheinungen zählen mitunter

  • Adonis vernalis
  • Cactus grandiflorus
  • Calcium carbonicum
  • Carbo animalis
  • Carbo vegetabilis
  • China officinalis
  • Chininum arsenicosum
  • Chininum sulfuricum
  • Graphites
  • Lachesis
  • Lycopodium clavatum
  • Mandragora e radice
  • Petroleum
  • Tabacum und
  • Xanthoxylum fraxineum

zu den möglichen Mitteln. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es bislang keinerlei Nachweise, dass homöopathische Mittel bei Tinnitus wirksam sind. Zumindest unterstützen sie den Patienten mitunter bei der Bewältigung seines Leidens.

Tinnitus mit der Musiktherapie behandeln

Eine alternative Behandlungsmöglichkeit von Tinnitus bietet die rezeptive Musiktherapie. Dabei hört der Tinnituspatient einer bestimmten Musik zu. Eine Musiktherapie eignet sich sowohl bei akutem und subakutem als auch bei chronischem Tinnitus.

Ziele der Musiktherapie

Ziel und Zweck der Musiktherapie ist es, die Aufmerksamkeit des Patienten von den störenden Ohrengeräuschen abzulenken. Stattdessen soll er sich wieder mehr mit anderen Dingen des Lebens beschäftigen.

Dazu erfolgt sozusagen eine Umprogrammierung des Hörsystems. Wichtig ist, dass der Patient die Musik als genussvoll und entspannend erlebt und der Tinnitus nachhaltig verdeckt wird. So soll sich der Patient an die Ohrengeräusche gewöhnen und sie dadurch ausblenden.

Ablauf einer Musiktherapie

Am Anfang der Musiktherapie gilt es, die individuellen Faktoren des Patienten zu ermitteln. Dazu gehören dessen Hörgewohnheiten, musikalische Fähigkeiten und kulturelle Vorlieben.

Ebenfalls eine wichtige Rolle spielen die aktuelle Verfassung des Patienten, wie er den Tinnitus erlebt, und ob eine Hörminderung oder andere Beschwerden neben den Ohrengeräuschen bestehen. Anschließend suchen Therapeut und Patient zusammen nach Musik, Klängen und Geräuschen, die sich individuell am besten zur Behandlung eignen. Dabei berücksichtigt man

  • Musikinstrumente oder Klangerzeuger
  • Frequenzen und
  • die Art der Tonerzeugung.

Bei der Auswahl von Musikstücken gilt es, deren Stilrichtung, Dynamik, Rhythmik, Tonart, Interpretation und Instrumentierung sowie die Umgebung, in der der Patient sie hört, zu beachten.

Bestandteile

Bestandteile einer Tinnitus-Hörtherapie sind

  • die Hörberatung
  • die Hörtherapie
  • die musiktherapeutische Tiefenentspannung sowie
  • die sensorisch-integrative Musiktherapie.

Zuhause kann der Patient zudem ein individuelles Hörtraining auf CD absolvieren. Im Rahmen der Hörberatung oder auch Counseling sollen individuelle Hörbedürfnisse sowie das Hörverhalten verdeutlicht werden. Der sichere Umgang mit Musik wird geschult; zudem bekommen Patienten Informationen über Hörschwächen, Lärm sowie Maßnahmen zur Behandlung eines akuten Hörproblems.

Die Hörtherapie zielt darauf ab, sich auf das Hören zu konzentrieren. Hierzu kommen diverse Übungen mit Klängen, Geräuschen sowie Musik zur Anwendung. Es gilt, die Wahrnehmung vom Tinnitus wegzulenken.

Bei der musiktherapeutischen Tiefenentspannung soll der Patient ein für ihn angenehmes Musikstück so oft hören, dass er sich durch Tiefenentspannung ein gegensätzliches Programm zum Tinnitus schafft. Sobald dieses Musikstück erklingt, soll ein automatisches Ablaufen der eigens erschaffenen Kopfmusik gewährleistet sein.

Im Rahmen der sensorisch-integrativen Musiktherapie soll der Patient die Verbindung des Hörens mit anderen Sinnen erlernen. So kann Musik beispielsweise mit verschiedenen anderen Übungen oder Tätigkeiten verknüpft werden, wie etwa dem Malen oder Bewegungsübungen.

Unterstützend lässt sich zuhause mit einem individuellen Hörtraining auf CD gegen den Tinnitus angehen. Hierbei kommen verschiedene Klänge, Musikstücke, aber auch Formeln des Autogenen Trainings zur Anwendung.

Tinnitus mit der Osteopathie behandeln

Als Osteopathie oder osteopathische Medizin bezeichnet man verschiedene manuelle Therapien. Dabei geht der Therapeut manuell, also mit seinen Händen, gezielt gegen die Beschwerden vor.

Von der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie wird eine manuelle Therapie bei akutem oder subakutem Tinnitus empfohlen, sofern die Beschwerden von der Halswirbelsäule ausgehen. Die meisten Krankenkassen erkennen die Osteopathie als Behandlungsmethode gegen Tinnitus allerdings nicht an, sodass eine Kostenübernahme höchstens durch einen speziellen Antrag erfolgt.

Ablauf einer manuellen Therapie bei Tinnitus

Werden die Ohrengeräusche von der Halswirbelsäule verursacht, erfolgt bei einer manuellen Therapie eine gezielte Behandlung des Skeletts. Dabei behandelt der Therapeut mit seinen Händen

Bestehen neben dem Tinnitus auch Muskelverspannungen oder Bewegungseinschränkungen, ist es möglich, durch deren Behandlung gleichzeitig auch die Tinnitusbeschwerden zu bessern. Wichtig bei einer osteopathischen Tinnitus-Behandlung ist jedoch das sorgfältige Erstellen einer Diagnose, die auf den Grundlagen der Osteopathie erfolgt. Zu diesem Zweck werden die Körperregionen, die es zu behandeln gilt, genauestens ertastet. Ergibt der Befund einen Zusammenhang mit den Ohrengeräuschen, erfolgt eine osteopathische Therapieplanung.

Tinnitus mit Neuraltherapie behandeln

Die Neuraltherapie zählt ebenfalls zu den alternativen Therapien gegen Tinnitus. Die Erfolgsaussichten der wissenschaftlich nicht anerkannten Methode gelten jedoch als gering.

Wirkungsprinzip

Bei einer Neuraltherapie wird das vegetative Nervensystem durch den Einsatz eines lokalen Anästhetikums beeinflusst, wodurch es wiederum zu Fernwirkungen kommen soll. Grundlage der Neuraltherapie ist die Ansicht, dass zwischen der Haut und den inneren Organen eine funktionelle Verbindung besteht.

Außerdem kommt es durch Irritationszonen oder Störfelder zu chronischen Krankheiten. Um diese Störfelder zu beseitigen, sollen die Impulse, die von der Haut ausgehen, mit einem lokalen Betäubungsmittel behandelt werden.

Dieses injiziert man dem Patienten an bestimmten Stellen in die Haut. Für die Wirkung dieses Vorgehens gibt es jedoch keinen wissenschaftlichen Beweis.

Neuraltherapie bei Tinnitus

Die Neuraltherapie kann bei akutem oder subakutem Tinnitus angewandt werden, wenn die üblichen Behandlungsmethoden keinen Erfolg haben. Als sinnvoll gilt eine Therapie, wenn die Ohrengeräusche durch das Kiefergelenk oder die Halswirbelsäule hervorgerufen werden und gleichzeitig Muskelverspannungen oder Bewegungsblockaden bestehen. Durch die Linderung der Verspannungen bzw. Blockaden lässt sich oftmals auch der Tinnitus bessern.

Tinnitus mit der Infusionstherapie behandeln

Bei akutem Tinnitus gilt die Infusionstherapie als Therapie der ersten Wahl. Dem Patienten werden bei dieser Behandlungsmaßnahme durch eine Infusion Vasodilatatoren und Plasmaexpander verabreicht.

Vasodilatatoren haben die Eigenschaft, die Blutgefäße zu erweitern, während Plasmaexpander die Flüssigkeitsmenge des Blutes erhöhen. Auf diese Weise soll die Durchblutung des Innenohrs verbessert werden.

Eine Infusionstherapie bei Tinnitus kann bis zu zehn Tage dauern. Es besteht aber bei akutem Tinnitus auch die Möglichkeit, andere Medikamente per Infusion zu verabreichen, wie beispielsweise lokale Betäubungsmittel. Außerdem ist eine Infusionstherapie auch bei subakutem Tinnitus möglich.

Ablauf einer Infusionstherapie

Eine Infusionstherapie bei Tinnitus kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Von einer rheologischen Infusionstherapie spricht man, wenn dem Patienten pro Tag 500 Milligramm Kochsalzlösung zugeführt wird.

Zusätzlich enthält die Lösung 300 Milligramm von dem Vasodilatator Pentoxyfillin. Eine rheologische Infusionstherapie dauert insgesamt zehn Tage.

Eine andere Möglichkeit ist die Lidocain-Infusionstherapie. Dabei kombiniert man den Plasmaexpander Hydroxyethylstärke mit Novocain, einem lokalen Betäubungsmittel. Auch diese Behandlung nimmt zehn Tage in Anspruch und muss vier Stunden pro Tag durchgeführt werden.

Tinnitus mit der Lasertherapie behandeln

Die Lasertherapie bei Tinnitus gilt als paramedizinischer Therapieansatz und ist wissenschaftlich nicht anerkannt. Dennoch gibt es immer wieder Tinnituspatienten, die auf diese Methode zurückgreifen.

Ziel und Zweck der Lasertherapie

Sinn der Lasertherapie bei Tinnitus ist die Steigerung des Energiestoffwechsels der Sinneszellen, die sich in der Hörschnecke befinden. Dazu müssen die Lichtphotonen, die der Laser aussendet, die so genannten Mitochondrien der Haarzellen erreichen.

Bei Mitochondrien handelt es sich gewissermaßen um Kraftwerke, die in sämtlichen Körperzellen vorkommen. So gewinnen die einzelnen Zellen aus den Mitochondrien ihre Energie.

Da jedoch ungeklärt ist, wie der Laserstrahl das Innenohr, das sich tief im Felsenbein befindet, erreichen und beeinflussen soll, steht die Wissenschaft der Tinnitus-Lasertherapie skeptisch gegenüber. Darüber hinaus ergaben unterschiedliche Studien, dass diese Behandlungsmethode nicht wirksamer ist, als das Verabreichen eines Placebos.

Durchführung

Für eine Tinnitus-Lasertherapie wird normalerweise ein Softlaser verwendet. Diese Exemplare bieten über 50 Hersteller an. Es ist sogar möglich, dass der Patient die Lasertherapie an sich selbst durchführt. So werden zu diesem Zweck so genannte Tini Tools angeboten, die ungefähr so groß sind wie ein Kugelschreiber. Die Softlaser sollen auch bei anderen Ohrerkrankungen hilfreich sein, was jedoch ebenfalls wissenschaftlich nicht bestätigt ist.

Tinnitus mit der Magnetfeldtherapie behandeln

Ebenfalls zu den alternativmedizinischen Behandlungsmethoden zählt die Magnetfeldtherapie. Bei diesem Verfahren setzt man die Patienten einem Magnetfeld aus.

Magnetfeldtherapie und Tinnitus

Als hilfreich gilt eine Magnetfeldtherapie bei Tinnitus, wenn die Ohrengeräusche einen Zusammenhang mit Beschwerden an der Halswirbelsäule haben. Bestehen zum Beispiel Abnutzungserscheinungen an der Halswirbelsäule, trägt die Magnetfeldtherapie dazu bei, dass sich der geschädigte Knorpel erholen kann. Gleichzeitig lassen sich auch die Ohrengeräusche bessern.

Nach Ansicht der Verfechter der Magnetfeldtherapie bewirkt die Behandlungsmethode eine bessere Durchblutung und fördert den Zellstoffwechsel. Unter Medizinern ist die Wirksamkeit der Methode jedoch umstritten.

Magnetstimulation

Ein weiteres Verfahren ist die Magnetstimulation. Dabei erfolgt eine Beeinflussung der Gehirnregion, die für das Verarbeiten von Höreindrücken zuständig ist. Bei ca. 50 bis 65 Prozent aller Patienten kommt es nach der Stimulation zumindest zeitweise zu einer Besserung der Tinnitus-Beschwerden. Allerdings befindet sich die Magnetstimulation noch im Teststadium und erfolgt bislang nur im Rahmen von Studien.

Ablauf einer Magnetfeldtherapie

Zu Beginn der Magnetfeldtherapie positioniert man die Halswirbelsäule im Bereich einer Magnetfeldspule. Diese Spule lässt ein magnetisches Feld entstehen, das sowohl Gewebe als auch Knochen durchdringt.

Die Magnetfelder sind je nach Hersteller entweder statisch oder pulsieren und verfügen über unterschiedliche Frequenzen, Programme und Intensitäten. Die Behandlung kann sowohl in einer Arztpraxis als auch in den eigenen vier Wänden stattfinden.

Bei gesunden Menschen gilt eine Magnetfeldtherapie als unbedenklich. Nicht anwenden sollten sie jedoch Personen, die über einen Herzschrittmacher oder sonstige elektronische Implantate verfügen. Von den Krankenkassen werden die Kosten für eine Magnetfeldtherapie nicht übernommen.

Tinnitus mit der Kraniosakraltherapie behandeln

Bei der Kraniosakraltherapie, auch kraniosakrale Osteopathie oder Schädel-Kreuzbein-Therapie genannt, handelt es sich um eine alternative Behandlungsmethode, die aus der Osteopathie entstanden ist. Bei diesem manuellen Verfahren werden bestimmte Handgriffe im Schädel- und Kreuzbeinbereich durchgeführt.

Kraniosakraltherapie und Tinnitus

Die Kraniosakraltherapie kommt häufig in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde zur Anwendung und kann auch bei Tinnitusbeschwerden angewandt werden. Eine zentrale Rolle bei der Kraniosakraltherapie spielt die kraniosakrale Achse. Diese befindet sich zwischen dem Kopf (Kranium) und dem Kreuzbein (Sakrum). Sie umfasst

  • den Schädelknochen
  • das Kreuzbein und
  • die Wirbelsäule.

Diese Knochen haben miteinander gemeinsam, dass es an ihnen zu Pulsationen kommt.

Unter Pulsationen versteht man in der Kraniosakraltherapie geringe, aber kontinuierliche Bewegungen von Kopf, Kreuzbein und Wirbelsäule durch den permanenten Strom des Liquors (Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit). Kommt es zu Störungen dieser Pulsationen, kann dies Krankheiten und Beschwerden wie Tinnitus zur Folge haben.

Von der Schulmedizin wird die Kraniosakraltherapie abgelehnt. So gibt es keinerlei Nachweise für ihre Wirksamkeit.

Ablauf einer Kraniosakraltherapie

Bei der Kraniosakraltherapie ertastet der Therapeut die Pulsationen von Schädel, Kreuzbein und Wirbelsäule. Liegen krankhafte Veränderungen vor, kann der Therapeut feststellen, dass die Pulsationen in unzureichendem Maße oder auch überhaupt nicht erfolgen.

Nach der Diagnose erstellt er einen individuellen Therapieplan für den Patienten. Während der Tinnitus-Behandlung werden dann die Knochen, die zur Kraniosakralachse zählen, langsam bewegt, um die gestörten Pulsationen positiv zu beeinflussen. Bei erfolgreichem Behandlungsverlauf führt dies zur Besserung der Beschwerden.

Tinnitus mit der biomentalen Therapie behandeln

Entwickelt wurde die biomentale Therapie 1993 von dem deutschen Hals-Nasen-Ohrenarzt Hans Greuel. Allerdings machte er nur vage Angaben über diese Behandlungsmethode, was zahlreiche Mediziner heftig kritisieren. Außerdem bemängeln die Kritiker, dass es keine langfristigen Erfolgskontrollen der biomentalen Therapie gibt.

Darüber hinaus soll der Club, der das Therapieverfahren unterstützt, angeblich sektenartig aufgebaut sein. Ferner bestünde zwischen Dr. Greuel und dessen Patienten eine starke persönliche Bindung.

Durchführung der biomentalen Therapie

Zu Beginn der biomentalen Therapie werden die Patienten dazu aufgefordert, Bücher und Tonträger, die von Greuel publiziert werden, käuflich zu erwerben. Dann kommt es zu einem Vorgespräch, an das sich ein Autosuggestionsprogramm anschließt, das eine Woche lang dauert. Schwerpunkt des Autosuggestionsprogramms bilden

Die Hauptbehandlung der biomentalen Therapie besteht aus täglich mindestens ein mal angewendeten sechs Anwendungen, die jeweils bis zu drei Stunden dauern. Hierbei geht es darum, Reflexe zu erzeugen, welche das Hirn mit notwendigen Informationen zur Heilung versorgen.

Um eine Konditionierung zu erhalten, werden diese Informationen im Alltag angewandt und schließlich wird der Patient im Heilungsverlauf begleitet und dieser wenn nötig, korrigiert. Dies geschieht zum Teil auch durch regelmäßige Telefonate. Zudem sollen die Therapieübungen mit dem gekauften Audiomaterial in den eigenen vier Wänden vervollständigt werden.

Ziel ist, das erlernte, störungsbedingte Verhalten - und die körperlichen Reaktionen darauf - wieder zu beseitigen und einer neuen solchen Verhaltensweise vorzubeugen. Patienten lernen, besonders in stressigen Situationen resistent zu bleiben und sich somit gegen neue Beschwerden zu schützen.

Tinnitus mit der CMD-Therapie behandeln

Die Bezeichnung "Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)" dient als Sammelbegriff für Funktionsstörungen der Kiefergelenke. Störungen des Kauapparates können verschiedene Beschwerden wie zum Beispiel

zur Folge haben.

Craniomandibuläre Dysfunktion und Tinnitus

Schätzungen zufolge werden etwa 25 Prozent aller Tinnitusfälle durch eine craniomandibuläre Dysfunktion verursacht. Für Patienten, bei denen Tinnitus durch diese Fehlfunktionen entsteht, ist daher eine spezielle CMD-Therapie durchaus sinnvoll.

Wodurch Tinnitus bei einer craniomandibulären Dysfunktion hervorgerufen wird, ließ sich bislang noch nicht genau feststellen. Allerdings empfehlen Experten, bei Tinnitusbeschwerden auch eine craniomandibuläre Dysfunktion als Ursache für die Ohrengeräusche in Erwägung zu ziehen.

Ablauf einer CMD-Therapie

Durchgeführt wird eine CMD-Therapie vom Zahnarzt. Im Vorfeld stellt dieser fest, ob auch wirklich eine craniomandibuläre Dysfunktion für den Tinnitus verantwortlich ist, da nur dann eine CMD-Therapie Sinn macht.

Verändert sich die Intensität der Ohrengeräusche, wenn der Patient seinen Mund weit öffnet oder die Zähne zusammenbeißt, gilt dies als Indiz für einen Zusammenhang zwischen dem Tinnitus und CMD. Allerdings treffen diese Hinweise nicht bei jedem CMD-bedingten Tinnitusfall zu.

Im Rahmen der CMD-Therapie erhält der Patient vom Zahnarzt eine spezielle Aufbissschiene, die er normalerweise in den Nachtstunden anlegt. Diese Schiene muss der Patient etwa zwei bis drei Monate lang regelmäßig tragen.

Durch die Schiene kommt es zu einer neuromuskulären Entspannung und einer neuen Bissauslegung. Auf diese Weise werden die Kiefergelenke entlastet.

Außerdem erfolgen jede Woche Kontrolluntersuchungen. Während der Behandlung arbeitet der Zahnarzt häufig mit weiteren Fachkräften wie

zusammen, da bei zahlreichen Patienten auch Probleme mit dem Bewegungsapparat bestehen. Nach dem Ende der Schienentherapie kann mitunter ein Einschleifen des Gebisses erforderlich sein.

Tinnitus mit Habituationstraining behandeln

Ein Habituationstraining dient dazu, dass sich der Tinnitus-Patient an die ständigen Ohrgeräusche allmählich gewöhnt. Auf diese Weise wird ermöglicht, dass er die Geräusche nicht mehr als belastend empfindet und sie als normalen Bestandteil seines Lebens akzeptiert. So lässt sich ein Habituationstraining auch als Bewältigungstraining ansehen.

Wann macht ein Habituationstraining Sinn?

Nicht bei jedem Patienten, der unter chronischem Tinnitus leidet, ist ein Habituationstraining nötig, denn viele Betroffene gewöhnen sich auch ohne Hilfe an die permanenten Ohrgeräusche. Sinnvoll ist ein spezielles Training jedoch bei Patienten, die sehr stark unter dem Tinnitus leiden und dadurch erheblich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind.

Ablauf eines Habituationstrainings

Ein Habituationstraining kann sowohl ambulant als auch bei einer stationären Klinikbehandlung stattfinden. In den meisten Fällen wird das Training von einem Psychotherapeuten geleitet.

Den Beginn des Trainings markieren Gespräche über die Tinnitus-Symptomatik sowie die daraus resultierenden negativen Gedanken und Gefühle. Diese negativen Emotionen werden genauestens analysiert.

Positive Gedanken

Anschließend setzt der Therapeut ihnen positive Gedanken und Gefühle entgegen, die sich der Patient zueigen machen soll. So kann er sich zum Beispiel sagen,

  • dass es Schlimmeres gibt als Tinnitus
  • dass er sich von den Ohrgeräuschen nicht unterkriegen lässt
  • dass er den Tinnitus vergisst, je stärker er sich mit anderen Dingen und Gedanken beschäftigt
  • dass auch andere mit dieser Erkrankung klarkommen
  • dass der Tinnitus bald nur noch eine Erinnerung sein wird und
  • dass trotz allem ein glückliches Leben möglich ist.

Ebenfalls wichtig für das Habituationstraining sind diverse Entspannungsmethoden. Bei manchen Patienten kann auch ein zusätzliches Stressbewältigungstraining hilfreich sein.

Tinnitus mit der Kognitiven Umstrukturierung behandeln

Die kognitive Umstrukturierung gehört zur Verhaltenstherapie, die wiederum zu den psychologischen Behandlungsverfahren zählt. Die Behandlungsmethode ist auch bei Tinnitus anwendbar.

Kognitive Umstrukturierung und Tinnitus

Mit dem Begriff "kognitiv" sind das Denken und die Wahrnehmung gemeint. So soll im Rahmen einer kognitiven Umstrukturierung die Wahrnehmung von Menschen, die unter Tinnitus leiden, positiv beeinflusst werden. Ziel der Therapie ist es zu erreichen, dass der Patient die permanenten Ohrgeräusche nicht mehr als belastend empfindet und den Tinnitus auf diese Weise bewältigt.

Dass die kognitive Umstrukturierung bei Tinnitus gut wirkt, konnte durch Studien hinreichend belegt werden. Der positive Effekt hält auch lange nach der Beendigung der Therapie an.

Ablauf einer kognitiven Umstrukturierung

Eine kognitive Umstrukturierung bei Tinnitus setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Normalerweise erfordert eine kognitive Umstrukturierung insgesamt elf Therapiesitzungen, die jeweils bestimmte Bereiche behandeln:

  • 1. Sitzung: Information, Übersicht des Trainingsprogramms, Entspannung
  • 2. Sitzung: Gefühle, Gedanken und Körperreaktionen
  • 3. Sitzung: Tinnitus als Stressfaktor, (dys)funktionale Gedanken, Entspannung
  • 4. Sitzung: Aufmerksamkeit und Ablenkung
  • 5. Sitzung: Übungen zur Gewöhnung
  • 6. Sitzung: Vermeidungs- und Rückzugsverhalten, Entspannung
  • 7. Sitzung: Entspannung, operante Mechanismen
  • 8. Sitzung: Entspannung, verschlimmernde Faktoren, Strategien zur Bewältigung
  • 9. Sitzung: systematische Strategien zur Problemlösung
  • 10. Sitzung: Einstellung zu Gesundheit und Krankheit
  • 11. Sitzung: Rückfallvorbeugung

So wird der Patient ausführlich über die Bedeutung der individuellen Tinnitusverarbeitung informiert. Außerdem erfährt er, dass ein Zusammenhang zwischen Tinnitus und Stress besteht. Eine wichtige Rolle spielen auch Entspannungsübungen.

Im Rahmen der kognitiven Umstrukturierung lernen die Patienten, durch das Vorstellen von inneren Bildern, Einfluss auf die Ohrgeräusche auszuüben und sie schließlich zu kontrollieren. Die letzte Sitzung dient dazu, Rückfällen vorzubeugen.

Tinnitus mit der Logotherapie behandeln

Bei der Logotherapie handelt es sich um eine Variante der Psychoanalyse. Man bezeichnet sie auch als Existenzanalyse.

Bei diesem Verfahren wird angenommen, dass die Existenz des Menschen einen bestimmten Sinn hat. Bleibt das Sinnerleben jedoch unerfüllt, kann dies zu psychischen Erkrankungen führen.

Logotherapie und Tinnitus

Bei Tinnitus kann die Logotherapie Bestandteil eines Behandlungskonzepts sein, das aus mehreren Therapiemethoden besteht. Im Rahmen der Logotherapie wird dem Tinnitus-Patienten vermittelt, sich frei zu erleben und eigenverantwortlich mit sich und seiner Umwelt umzugehen. Auf diese Weise soll er seinem Handeln und Dasein innerlich zustimmen.

Ablauf

Im Zentrum der Logotherapie steht der Geist des Patienten. So wird der menschliche Geist als dritte Dimension betrachtet, der über den restlichen beiden Dimensionen, also der Psyche und dem Körper rangiert.

Im Rahmen der Logotherapie vermittelt der Therapeut dem Patienten, wie er trotz seiner belastenden Ohrengeräusche seinem Leben einen Sinn geben kann und es wieder positiv erlebt. Schwerpunkt der Therapie bilden die Gespräche zwischen dem Therapeuten und dem Patienten.

Darüber hinaus sind aber weitere Psychotherapieverfahren möglich, um die Behandlung zu ergänzen. Dazu gehören vor allem die Verhaltenstherapie oder die Arbeit mit inneren Bildern (Imaginationen).

Letztlich ist die Logotherapie stets individuell ausgerichtet. Während die Logotherapie in Österreich ein anerkanntes Therapieverfahren darstellt, lehnen dagegen die Krankenkassen in Deutschland ihre Kostenübernahme ab.

Tinnitus mit der Retraining-Therapie behandeln

Entwickelt wurde die Tinnitus-Retraining-Therapie 1990 von Jastreboff und Hazell. Im Zentrum der Behandlung steht die Verarbeitung der Ohrgeräusche im zentralen Nervensystem. Außerdem basiert die Behandlungsmethode auf drei Grundpfeilern. Dazu gehören

  • eine umfassende Aufklärung des Patienten über sein Leiden, was man als Counseling bezeichnet
  • eine Hörtherapie, die verhaltenstherapeutische Aspekte beinhaltet, sowie
  • eine psychotherapeutische Begleitung, die dem Patienten den Umgang mit dem Tinnitus erleichtern soll.

Darüber hinaus können auch unterstützende Maßnahmen wie

zur Anwendung kommen.

Wirkungsprinzip

Die Tinnitus-Retraining-Therapie stellt gewissermaßen ein Verlernprogramm dar. So sollen die negativen Gefühle, die bei den Ohrgeräuschen entstehen, abtrainiert werden. Der Patient erfährt Möglichkeiten, wie er die lästigen Geräusche ausblenden oder sie in sein Leben integrieren kann.

Ablauf der Tinnitus-Retraining-Therapie

In Deutschland erfordert eine Tinnitus-Retraining-Therapie die Arbeit eines Ärzteteams. Dieses setzt sich aus

  • einem Hals-Nasen-Ohrenarzt
  • einem Hörgeräteakustiker
  • einem Psychologen sowie
  • einem Psychotherapeuten

zusammen. Außerdem können auch Therapeuten mitwirken, die sich mit Entspannungstechniken befassen.

Zuständig für die Organisation der Therapeutenteams ist die Deutsche Tinnitus-Liga (DTL). Eine Tinnitus-Retraining-Therapie nimmt in der Regel etwa ein bis zwei Jahre in Anspruch.

Bestandteile

Begonnen wird die Behandlung bei einem Hals-Nasen-Ohrenarzt, der die Krankengeschichte des Patienten erfasst und eine spezielle Tinnitusdiagnostik vornimmt. Anschließend erfolgt ein so genanntes Counseling, bei dem der Patient aufgeklärt und beraten wird.

In manchen Fällen kann auch eine psychologische Diagnostik erforderlich sein. Gemeinsam mit dem Patienten halten HNO-Arzt und Psychologe eine Tinnituskonferenz ab.

Dabei werden dem Patienten Möglichkeiten aufgezeigt, wie er mit dem Tinnitus besser umgehen kann. Wichtig ist zudem der Abbau von tinnitusbedingtem Stress.

Da Tinnitus nicht selten auch mit ausgeprägten Hörstörungen einher geht, ist oft der Einsatz eines Hörgerätes erforderlich. Außerdem können spezielle Rauschgeräte, die man als Tinnitus-Noiser oder Tinnitus-Masker bezeichnet, zum Einsatz kommen.

Tinnitus mit Maskern und Noisern behandeln

Unter Tinnitus-Maskern bzw. Tinnitus-Noisern versteht man kleine Rauschgeräte, die Ähnlichkeit mit einem Hörgerät haben. Setzt sich der Patient ein solches Gerät ein, nimmt er ein leises Geräusch wahr, das ihn nicht stört und den Tinnitus überlagert.

Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie empfiehlt den Gebrauch von Tinnitus-Maskern oder Tinnitus-Noisern bei subakutem Tinnitus als ergänzende Maßnahme zu anderen Behandlungsmethoden. Wichtig ist jedoch, im Vorfeld abzuklären, ob sich die Geräusche durch einen Masker auch wirklich verdecken lassen.

Wirkungsweise

Ein Tinnitus-Masker ist ein Rauschgenerator, der dazu dient, die störenden Ohrengeräusche, die bei Tinnitus auftreten, zu maskieren. Zu diesem Zweck wird ein konstantes Rauschen mit Tönen aus unterschiedlichen Tonhöhen erzeugt.

Dieses Rauschen bewirkt eine akustische Hintergrundaktivität, wodurch der Patient permanent ein Geräusch wahrnimmt, das im Gegensatz zu den Ohrengeräuschen jedoch nicht unangenehm ist. Darüber hinaus lässt sich die Hörbahn im Gehirn beruhigen.

Anwendung von Tinnitus-Maskern oder Noisern

Einen Tinnitus-Masker oder Tinnitus-Noiser trägt der Patient wie ein Hörgerät, also entweder hinter dem Ohr oder unmittelbar im Gehörgang. Damit der Geräteträger auch weiterhin Höreindrücke aus der Umgebung wahrnehmen kann, sollte er den Gehörgang mit dem Masker nicht komplett verschließen.

Ein Tinnitus-Masker kann sowohl nur an einem Ohr als auch an beiden Ohren getragen werden. Besteht neben dem Tinnitus auch gleichzeitig Schwerhörigkeit, ist es möglich, den Masker mit einem Hörgerät zu kombinieren.

Die Anwendung eines Tinnitus-Maskers erfolgt häufig im Rahmen einer Tinnitus-Retraining-Therapie, bei der der Patient lernen kann, die Tinnitus-Geräusche nicht mehr als belastend zu empfinden.

Bis es zu einem positiven Effekt durch einen Tinnitus-Noiser kommt, dauert es meist zwei Monate. Mitunter zeigen sich aber auch erst nach einem Jahr erste Erfolge. Die Erfolgsquote der speziellen Behandlung beträgt rund 50 Prozent.

Quellen:

  • Eberhard Biesinger: Die Behandlung von Ohrgeräuschen. Was Tinnitus-Patienten das Leben leichter macht, TRIAS, Stgt., 2001, ISBN 3893734783
  • Gerhard Hesse, Manfred Nelting und Helmut Schaaf: Tinnitus, Leiden und Chance, Profil Verlag, 1997, ISBN 3890194176
  • Theresia Altrock: Tinnitus-Behandlung mit Homöopathie und Akupunktur. Mit einem Repertorium der Tinnitus-Symptome, 1998, ISBN 3776016868
  • Bernhard Kellerhals und Regula Zogg: Tinnitus-Hilfe, Karger, 2004, ISBN 3805577184

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